Ali Zaoua

© Internationales Kinderfilmfestival

ALI ZAOUA

UNICEF-Preis Internationales Kinderfilmfestival 2001

Ali ist erst zwölf, als er im Streit mit einer rivalisierenden Straßenbande erschlagen wird. Seine Freunde, Straßenkinder wie er, sind ratlos. Sollen sie seinen Leichnam einfach liegen lassen? Oder den Vorfall der Polizei melden, die Ali dann irgendwo verscharren wird? "Er mag wie ein kleines Stück Dreck gelebt haben", sagt Kouka, "aber er wird nicht wie eines beerdigt." Alis Leichnam wird am Hafen versteckt, um die Vorbereitungen für eine würdige Bestattung zu treffen. Die Freunde brauchen Geld für einen Mann, der die heiligen Gebete spricht. Und eine Matrosenuniform, denn Ali hat immer davon geträumt, ein Seemann zu werden und eines Tages zu den Inseln mit den zwei Sonnen davon zu segeln . . .

Nabil Ayouch hat einen eindrucksvollen Film geschaffen, der trotz des schwierigen Themas eine heitere Note hat und die Wärme und Würde spüren macht, die diese Kinder trotz ihrer Lebensumstände besitzen.

 

Kritik der Kinderjury

Dieser Film ist uns sehr nahe gegangen. Er zeigt viel von dem harten Leben der Straßenkinder. Das haben wir gut gefunden, aber manchmal war es für uns fast zu bedrückend, den Alltag dieser Kinder so realistisch mitzuerleben. Alis Tod ist kein Mord wie in einem Fensehkrimi, sondern eher ein furchtbares Unglück, das einfach passiert und an dem niemand wirklich Schuld hat. Es war für uns schlimm zu sehen, wie Alis Freunde ihre Angst und Trauer mit Drogen betäuben und wieviel Gewalt im Leben der Straßenkinder vorkommt. Kamera und Regie sind nach unserer Meinung sehr gut. Auch wenn dieser Film ungwöhnlich für uns war. Zum Beispiel die Szenen, in denen ganz einfache Kinderzeichnungen wie ein kurzer Zeichentrickfilm von Alis Träumen und Wünschen erzählen. Spannung gibt es in diesem Film weniger, aber viele Gedanken und beeindruckende Bilder bleiben einem im Kopf. Wie das Bild von Alis geschmücktem Leichnam im Sarg oder der Blick aus der Vogelperspektive auf die lange Hafenmole von Casablanca: erst beim letzten Mal geht der Blick dann über das Ende der Mole auf das offene Meer hinaus.

 

Marokko/Frankreich/
Belgien 2000
95 Minuten, Farbe

Regie: Nabil Ayouch
mit: Mounïm Kbab, Mustapha Hansali, Hicham Moussoune, u. a.

empfohlen ab 12 Jahren