BENNIE STOUT © Farmhouse Film & TV

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BENNIE STOUT

Bennie wartet wie alle Kinder gespannt auf den Nikolaus und seine Geschenke. Noch mehr aber wünscht er sich, dass sein Vater von der Arbeit nach Hause kommt. Der ist jedoch nicht auf dem Schiff, das ihn aus Spanien zurückbringen sollte. Da greift Bennie zu einem Trick. Der Nikolaus hat ein großes Buch mit den Namen der Kinder, die etwas Schlimmes angestellt haben. Und weil der Nikolaus die schlimmen Kinder auf seinem Schiff mit nach Spanien nimmt, trägt sich Bennie kurzerhand in dieses Buch ein. Doch bevor das Schiff lossegelt, kommt alles anders als geplant.

Eine turbulente Komödie mit witzigen Einfällen, einem pfiffigen Protagonisten und der ernsten Frage im Hintergrund, ob es schlimme Kinder überhaupt gibt.

 

Kritik der Kinderjury

Der Film ist sehr unterhaltsam, und das Überdrehte hat uns wirklich Spaß gemacht. Eine unserer Lieblingsszenen spielt in der Backstube, die von den Kindern auf Bennies Initiative hin verwüstet wird. Da fliegen der Lebkuchen und die Zuckerl nur so hin und her, da werden die Kinder mit Mehl eingestaubt und ihre Gesichter in Schokolade getunkt – alles natürlich unrealistisch, wie vieles andere im Film auch, aber sehr sehr lustig! Zu den turbulenten Szenen gehört auch das Seifenkistl-Rennen, bei dem die Bäckerin dann ein ziemliches Theater wegen des kaputten Marzipan-Schweins macht.

Ein besonders witziger Einfall ist, dass es sehr viele Piet-Figuren gibt, und wenn der Nikolaus "Piet!" ruft, reagieren immer alle Piets, und das gibt dann ein ziemliches Durcheinander. Obwohl es so viele Piets gibt, waren sie für uns gut zu unterscheiden.

Es ist schön, dass Bennie sich vom Nikolaus eine menschliche Person (nämlich seinen Vater) wünscht, und nicht – wie alle anderen Kinder – ein "richtiges" Geschenk. Geschenke sind ohnehin ein wichtiges Thema. Das rothaarige Mädchen überlegt sich z. B., ob es seiner Schwester das Stofftier geben soll oder nicht, aber dann reißt sie sich eh zusammen und übergibt es tatsächlich. An der leeren Geschenke-Kammer des Nikolaus sieht man schließlich auch, dass die "schlimmen" Kinder wirklich brav gearbeitet haben. Nur gut, dass sie am Ende auch selbst Geschenke vom Nikolaus bekommen haben. Es hat uns gefallen, dass in diesem Film auch die Erwachsenen an den Nikolaus glauben.

An der Geschichte bleibt man gut dran, denn Bennies Pläne werden immer wieder durchkreuzt und er muss sich ständig etwas Neues einfallen lassen. Es gibt einige sehr spannende Szenen, z. B. Bennies Sturz vom Fensterbrett oder jene Szene, in der Bennie beim Verteilen der Geschenke plötzlich einem Hund gegenübersteht.

Die Figuren sind sehr gut ausgearbeitet und man kennt sich aus, wer wer ist. Die Mutter von Roderick ist eine eher unsympathische Figur, das wird von der Schauspielerin besonders gut gespielt. Auch Roderick, der sich am Nikolaus-Schiff heiße Schokolade und ein eigenes Zimmer bestellt, wurde für diese Rolle gut ausgesucht, und der junge Darsteller macht seine Sache toll.

Die Bilder im Film haben uns sehr gut gefallen, z. B. der Kamin-Schacht, in den Bennie als Piet verkleidet hinunterrutscht. Oder die Blicke durch Fenster, die immer wieder vorkommen, und auch der kreisrunde Fernrohr-Ausschnitt (Bennies Blick vom Fenster). Auch einige Großaufnahmen, z. B. jene von Bennies Fingern, die sich ans Fensterbrett klammern, sind uns aufgefallen.

Die Musik und die gesungenen und getanzten Szenen passen sehr gut zu diesem weihnachtlichen Film. Es war außerdem total nett, die fremde niederländische Sprache zu hören!

Kurz und gut: Ein Film, in den wir uns gut hineinversetzen konnten, denn dass Bennie seinen Vater vermisst, konnten wir gut nachvollziehen. Und das Thema "schlimm" oder "brav" sein, ist ja heute auch noch immer aktuell . . .

 

Niederlande 2011
93 Minuten, Farbe

Regie: Johan Nijenhuis
mit: Koen Dobbelaer, Hanna Verboom, Marijn Bekkenk, Koert-Jan de Bruijn, u. a.

empfohlen ab 6 Jahren

Johan Nijenhus
Johan Nijenhus