CARLITOS UND DAS LAND DER TRÄUME

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CARLITOS UND DAS LAND DER TRÄUME
(CARLITOS Y EL CAMPO DE LOS SUEÑOS)

Preis der Kinderjury, Internationales Kinderfilmfestival 2009

Carlitos hat einen sehnlichen Wunsch und ein großes Ziel: er will von einer liebevollen Familie adoptiert und ein großer Fußballer werden. Der Direktor des Waisenhauses, in dem Carlitos lebt, ist zu korrupt, um sich wirklich um das Wohl seiner Schützlinge zu kümmern. Aber Carlitos hat Freunde, auf die er sich verlassen kann. So gelingt es ihm, sich für die Jugend-Nationalmannschaft zu qualifizieren. Auch der Sportlehrer Diego unterstützt Carlitos kräftig auf seinem Weg. Aber wird Carlitos die Ausdauer und die Konzentration aufbringen, um sich wirklich unter den ganz Großen durchzusetzen?

Hinter der rasanten Komödie verbirgt sich ein modernes Märchen um die Sehnsucht eines Jungen nach Anerkennung.

 

Kritik der Kinderjury

Dieser Film bietet wirklich alles, was wir uns von einem guten Kinderfilm wünschen, denn er ist lustig, spannend und ergreifend! Carlitos ist ein Held, mit dem wir uns gut identifizieren konnten. Er muss um vieles kämpfen, gibt dazwischen auch fast auf, kämpft aber dann doch weiter. Neben Carlitos gibt es eine Reihe sehr lustiger Nebenfiguren, wie z. B. seine FreundInnen (insbesondere der Kleine mit der Brille) oder Márquez, den überzeichneten Hausmeister des Waisenhauses. Mit dem Direktor Don Hipólito hat Carlitos einen starken Gegner, der auch eine interessante Mimik hat. Die Ernährungsberaterin Maite und der Sportlehrer Diego sind die beiden Erwachsenen, auf deren Unterstützung die Waisenkinder vertrauen können.

Das Schicksal von Carlitos ist sehr gut nachvollziehbar. Jedes Kind wünscht sich eine Familie! Carlitos will außerdem als Fußballer erfolgreich sein, und die Experten unter uns haben ihn sogar mit Ronaldo und Ronaldinho verglichen, was seine Schnelligkeit bzw. seine Tricks angeht. Es war gut, dass Carlitos den ersten Elfer verschossen hat, denn so war die Spannung beim zweiten Elfer noch größer und wir haben noch mehr gehofft, dass er es diesmal schafft.

Die Fußballszenen waren sehr interessant aufgenommen und geschnitten. Es gibt Zeitraffer- und Zeitlupen-Sequenzen sowie Zooms (z. B. auf den Ball hin oder von Carlitos weg). Optisch sieht der Film in diesen Szenen den FIFA-Football-Computerspielen ähnlich. Wir hatten sogar das Gefühl, Spieler und Spielzüge steuern zu wollen, so stark war die Ähnlichkeit.

Szenen, die uns von der Gestaltung her sehr gut gefallen haben, gab es noch einige. Als Carlitos und seine FreundInnen aushecken, wie sie unentdeckt aus dem Waisenhaus ausbüxen können, ist das gemacht wie in einem Agentenfilm oder einem Computerspiel. Man sieht Zahlen, mit denen die Schritte der Vorgehensweise beschrieben werden. Auch die Szenefolge im Zoo, als Carlitos’ Freund in einem Kinderwagerl vor den Fledermäusen flüchtet, sind sehr rasant und komisch gefilmt und geschnitten. Eine Szenenfolge in der Bibliothek wird noch einmal zurückgespult, weil sich die Handlung lieber doch nicht so entwickeln soll. Und eine schöne Parallel-Montage gibt es auch (Fußballmatch – Abholung von Carlitos durch den Direktor).

Die Musik hat sehr gut zum Film gepasst. Am Ende wird die Musik in der entscheidenden Elfer-Szene leiser, damit Carlitos sich ans Angeln erinnern, seine Geduld sammeln und seine Konzentration schärfen kann – eine besonders gelungene Szene!

Viele liebevolle, witzige Details und die guten SchauspielerInnen haben diesen Film für uns zum Seh-Vergnügen gemacht. Das ergreifende Ende, das wir hier nicht verraten wollen, hat uns sehr berührt. Höchste Empfehlung!

 

Spanien 2008
107 Minuten, Farbe

Regie: Jesús del Cerro
mit: Gustavo Salmerón, Guillermo Campra, Irene Visedo, u. a.

empfohlen von 8 bis 12 Jahren