Cirkeline und die Supermaus

© Internationales Kinderfilmfestival

CIRKELINE UND DIE SUPERMAUS
(CIRKELINE OG VERDENS MINDSTE SUPERHELT)

Cirkeline macht Urlaub in der Türkei und trifft dort auf die Familie der kleinen Maus Özlem. Özlem hat es satt, immer hinter ihrem Bruder zurückstehen zu müssen, reißt aus und fährt als blinder Passagier auf einem Frachter nach Dänemark. Dort haben die Mäuse Ingolf, Frederik und Viktor Sehnsucht nach Cirkeline und schleichen sich auf Opas Schiff, um ihre Freundin zu suchen. Und schon sind sie mitten in einem spannenden Abenteuer, das sie überraschenderweise auch mit der als Junge verkleideten Özlem zusammen bringt.

Das dritte Abenteuer der pfiffigen Maus Cirkeline und ihrer Freundinnen und Freunde stellt unaufdringlich und für kleine Kinder gut nachvollziehbar das Thema von Kulturunterschieden in den Mittelpunkt.

 

Kritik der Kinderjury

Gleich zu Beginn des Films macht sich der Zeichenstift der Zeichnerin selbständig und aus einem einfachen Kreis entsteht ein Püppchen – Cirkeline – die nur so klein ist wie eine Maus. Die Mäuse Ingolf und Frederick werden auch ihre besten Freunde. Als Cirkeline mit ihrer Schöpferin in die Türkei verreist, wollen die beiden mit, doch das klappt nicht, weil der Koffer, in den sie sich einsperren lassen, zu Hause in den Schrank gestellt wird. Aber vielleicht gibt es ja noch eine Chance dahin zu kommen, denn der alte Pirat und Mäusegroßvater lebt auf einem Frachter, der bald in die Türkei ablegt.

In der sonnigen Türkei hingegen hat das kleine Mäusemädchen Özlem die Schnauze voll von ihren angeberischen Brüdern. Auf den Flügeln eines Storches reißt sie, als Junge verkleidet, Richtung Dänemark aus. Dort will sie ihren Cousin Hassan besuchen. Kaum angekommen, landet sie genau auf dem Schiff, das in ihre Heimat unterwegs ist. An Bord des Dampfers erlebt die Mäusebande aufregende Abenteuer bis es zum Happy-End kommt.

In dieser lustigen Geschichte geht es sehr abwechslungsreich zu. Denn es gibt viele kleine Parallelhandlungen, zwischen denen die Filmerzählung hin und her springt.

Mit Liebe zum Detail und witzigen Ideen wird die Welt aus der Sicht der Mäuse gezeigt. Zum Beispiel als Hassan mit seinen Verwandten in der Türkei telefoniert, steht der Mäuserich auf dem am Kabel herunterbaumelnden Telefonhörer wie auf einer Schaukel.

Bei diesem Film ist uns gleich aufgefallen, dass er anders ist als zum Beispiel Disney-Zeichentrickfilme. Das macht zugleich auch seinen besonderen Reiz aus.

Die Mäuse, Cirkeline und die Schauplätze waren urlieb gezeichnet. Man konnte die Mäuse gut von einander unterscheiden. Jede hatte ein charakteristisches Merkmal. Die Kultur-Unterschiede zwischen dänischen und türkischen Mäusen waren durch dunkle Haarfarbe und unterschiedliche Kleidung klar erkennbar. Kamera und Bildausschnitte zeigten immer die Perspektive der Mäuse. So sieht man von den Menschen, wenn sie in Bild kommen, nur die Beine. Einrichtungsgegenstände, Autos, der Gemüseladen oder das Schiff wirken überdimensional groß.

Die Figuren sind sehr gut ausgedacht. Mit Özlem konnten wir richtig mitfühlen. Wir fanden es gut, wie die Benachteiligung von Mädchen an ihrem Beispiel gezeigt wurde. Andererseits gab es mit dem grantigen, furzenden Großvater so viel Spaß.

Am aller lustigsten war die Szene, als der Großvater den Stein vom Eingang zur Käsefabrik mit einer "Furz-Explosion" wegsprengt.

Der Schnitt und die Kamera wirkten eher ruhig und langsam, was für jüngere Zuschauer und Zuschauerinnen sicher wichtig ist, um die Geschichte besser zu verstehen. Und an der Filmmusik haben uns besonders die Lieder gut gefallen.

Insgesamt können wir CIRKELINE UND DIE SUPERMAUS als lustigen Zeichentrickfilm sehr empfehlen.

 

Dänemark 2004
80 Minuten, Farbe

Regie: Jannik Hastrup

empfohlen ab 5 Jahren