COOLE KIDS WEINEN NICHT © Rinkel Film

© Rinkel Film

COOLE KIDS WEINEN NICHT
(ACHTSTE GROEPERS HUILEN NIET)

Preis der Kinderjury, Internationales Kinderfilmfestival 2012

Akkie ist ein starkes Mädchen, das das Leben mutig anpackt. Ob es um die Schule geht oder um Fußball, Akkie ist immer vorne weg und die beste Spielerin der Schulmannschaft. Ihr Klassenkamerad Joep findet, dass Mädchen und Fußball nicht zusammen passen, und er nutzt auch sonst jede Gelegenheit, sich mit ihr anzulegen. Doch dann wird bei dem Mädchen Leukämie diagnostiziert, und Akkie muss schmerzlich erfahren, dass das Leben nicht immer so will wie man selber. Gleichzeitig erkennt sie, dass der schlimmste Feind manchmal zum besten Freund werden kann.

Die Verfilmung des berühmten Jugendbuches von Jacques Vriens befasst sich behutsam mit der Frage, wie man mit Krankheit und Tod von geliebten Menschen umgehen kann.

 

Kritik der Kinderjury

Dieser Film hat uns restlos begeistert! Obwohl es um ein trauriges Thema geht, enthält er viele fröhliche Momente und vermittelt dadurch auch Trost und Optimismus. Unserer Meinung nach ist es wichtig, dass ein Kinderfilm sich an das Thema Krankheit und Tod heranwagt. Akkies Geschichte wird sehr lebensnah erzählt, wir lernen sie als starkes und schlagfertiges Mädchen kennen. Hanna Obbeek passt perfekt für die Rolle der Akkie und spielt fantastisch. Auch alle anderen Figuren stellen Charaktere dar, wie sie in einer Klassengemeinschaft oft vorkommen. Ibrahim, der Kleinste in der Klasse, der immer den Klassenkasperl spielt, der sympathische Laurens, ein begabter Comic-Zeichner, der in Akkie verliebt ist, und Elise, Akkies zurückhaltende Freundin, die schließlich – ermutigt von Akkie – ihren Platz in der Fußballmannschaft einnimmt. Und natürlich Joep, Akkies härtester Rivale in der Klasse, der im Laufe der Geschichte vom Feind zum Freund wird.

Neben den Kindern sind auch die Erwachsenen-Figuren gut ausgedacht. Die Klassen-Lehrerin Ina beweist in der schwierigen Situation so viel Warmherzigkeit und Humor, wie man es sich nur wünschen kann. Sie lenkt die Klasse geschickt davon ab, in Traurigkeit zu versinken. Wir fanden es toll, dass sie Akkies Krankheit thematisiert und die KlassenkollegInnen dazu anregt, den Kontakt mit ihr zu halten, zum Beispiel in der Szene, als alle Zeichnungen und Briefe für Akkie anfertigen (filmisch schön gelöst mit kleinen Animationen). Super war die spontane Hut-Modenschau, die aus der Tatsache entsteht, dass Akkie nach der Chemotherapie ihre Haare verloren hat und mit einer Kappe am Kopf in die Schule kommt. Besonders lustig fanden wir auch das Vorhaben der Kinder, ihre Lehrerin zu verkuppeln, sich diese aber statt in den Sportlehrer in "Dr. Schnurrbart" verliebt.

Neben der Lehrerin Ina ist Dr. Schnurrbart nämlich eine weitere positive Figur. Er fährt mit dem Roller durch die Krankenhausgänge, und er erklärt Akkie das Krankheitsbild und die Therapiemaßnahmen mit Hilfe von Spielzeugautos und Plastiksoldaten (rote und weiße Blutkörperchen), die behindert durch ein Minenfeld von Reißnägeln (die Krebszellen, die "Hooligans", wie Akkie sie nennt) in der Blutbahn arbeiten müssen. Sehr traurig war die Szene, als Dr. Schnurrbart, der Akkie bei seinem Bart versprochen hatte, alles für ihre Heilung zu tun, eines Tages mit abrasiertem Schnurrbart ins Krankenzimmer kommt. Dadurch haben wir sofort gewusst, dass Akkie bald sterben wird.

An Akkies Eltern sieht man, wie schwer es die Erwachsenen haben, mit der Diagnose Krebs bei ihrem Kind umzugehen. Sie reden umständlich um das Wort "Onkologie" herum, und Akkie fragt kurzerhand eine Krankenschwester, was es bedeutet. Vorwurfsvoll fragt Akkie ihre Eltern: "Es heißt Krebs, war das so schwer?"

COOLE KIDS WEINEN NICHT ist ein zutiefst berührender Film, der trotz des ernsten Themas viel Hoffnung und Zuversicht gibt. Das Leben geht weiter: "FC Akkie" nennt sich die Fußballmannschaft, deren Spiel wir am Ende des Films mitverfolgen können.

 

Niederlande 2012
96 Minuten, Farbe

Regie: Dennis Bots
mit: Hanna Obbeek, Nils Verkooijen, Fiona Livingston, Bram Flick, u. a.

empfohlen von 10 bis 14 Jahren

Dennis Bots
Dennis Bots