Daniel und die Showhunde

© Internationales Kinderfilmfestival

DANIEL UND DIE SHOWHUNDE
(DANIEL AND THE SUPERDOGS)

Preis der Kinderjury (Lobende Erwähnung), Internationales Kinderfilmfestival 2005

Daniel fühlt sich verlassen. Seine Mutter ist vor einigen Monaten gestorben, und mit seinem Vater, der sich in der Arbeit vergräbt, hat er ein immer schlechteres Verhältnis. Nur gut, dass er auf seine beiden Freunde Colin und William zählen kann, mit denen er allerlei Unfug anstellt. Dann ist da noch April, die gemischte Gefühle in ihm weckt. Ihre Mutter leitet einen Hundestall, in dem Hunde für Publikumsshows ausgebildet werden. Daniel freundet sich mit dem kleinen Hund Gypsy an, den er heimlich für die nächste Show trainiert. Dadurch lernt er, mit seinen Problemen umzugehen und sie zu bewältigen.

André Mélançon ("Daffy und der Wal") gelang ein sensibler Film über Freundschaft, erste Liebe und die Überwindung eines schmerzlichen Verlustes, der trotz trauriger Untertöne glücklich endet.

 

Kritik der Kinderjury

Dieser Film ist traurig, weil Daniels Mutter tot ist. Die Trauer um die Mutter nimmt im Laufe des Films aber ganz natürlich ab, so wie man den Tod eines nahen Menschen mit der Zeit "verdaut". Die Szenen, als Daniel sich an seine Mutter erinnert, waren gut gemacht, da wir sie sofort als "Vergangenheit" entschlüsseln konnten.

Auch als ein überfahrener Hund gezeigt wird, hat uns das auch sehr traurig gemacht, obwohl das gleichzeitig natürlich realistisch war. Es wäre nämlich unwahrscheinlich gewesen, dass alle Hunde überleben, die Daniel aus den Käfigen gelassen hat.

Die kleine Nebengeschichte des Hundes Wulf, der einmal Daniels Mutter gehört hat und der von den neuen Besitzern seinen Weg zurück "nach Hause" sucht, ist ebenfalls traurig, findet aber ein gutes Ende, in dem das Tier zur Hundezüchterin zurückkommt. Wir waren froh, dass Wulf am Ende zu ihr und nicht zu Daniel, gelaufen ist, da Daniel mit dem Hund Gipsy ohnedies schon einen Hund hat.

Der Film ist aber nicht nur traurig, sondern auch lustig und spannend. Die Streiche der Buben sind z. B. sehr unterhaltsam, obwohl wir es übertrieben finden, dass die Scheune durch eine Kleinigkeit gleich ganz einstürzt. Das hinten am Auto des Colonel montierte Skelett war auch sehr lustig, und die vielen verschiedenen Tiere im Zimmer von Daniels Freund William waren gruselig-lustig. Am meisten lachen mussten wir über jene Szene, in der Daniels Freunde in Mädchen-Verkleidung auftauchen – wir haben die beiden zuerst überhaupt nicht erkannt!

Zur Story ist noch zu sagen, dass es eigentlich viele nette kleine Geschichten (Gipsy, Wulf, Hunde, Freunde, Vater, Freundin April) gibt. Sie sind allerdings gut überschaubar und wir haben uns immer ausgekannt, was gerade passiert. Man merkt gut, dass im Zentrum eine Vater-Sohn-Geschichte steht, denn bei Daniel zu Hause geht es ohne die Mutter chaotischer zu als normal. Es gibt wieder einmal eine kleine Liebesgeschichte, die filmisch durch die Großaufnahmen von Aprils und Daniels Augen besonders schön umgesetzt ist.

Am Ende des Films war klar, dass Gipsy seinen Lauf gewinnt, aber wir waren froh, dass es insgesamt dann "nur" mit einem Gleichstand zwischen beiden Mannschaften endet.

Es hat uns sehr gut gefallen, wie die Kamera die Bilder von den Hundeshows einfängt. Zum Teil werden die Shows mit Splitscreen umgesetzt, was diese Szenen sehr spannend macht.

Ein Film, in den man sich sehr gut hineinversetzen kann und den wir sehr empfehlen können!

 

Kanada 2004
107 Minuten, Farbe

Regie: André Mélançon
mit: Matthew Harbour, Annie Bovaird, William Phan, Wyatt Bowen u. a.

empfohlen ab 8 Jahren