Die drei Musketiere

© Internationales Kinderfilmfestival

DIE DREI MUSKETIERE
(DA TRE MUSKETERER)

D'Artagnan ist ein einfacher Bauernjunge, der nichts anderes im Sinn hat, als das Fechten zu erlernen, um eines Tages als Musketier zur Leibgarde des Königs zu gehören. Als er seinem Ziel endlich nahe ist, wird der naive junge Mann in die Intrigen am Königshof von Paris verwickelt. Ehe er sich versieht, ist er unterwegs in geheimer Mission nach England, verfolgt von den Männern seines Widersachers Kardinal Richelieu. Aber d'Artagnan hat drei treue Freunde unter den Musketieren, die ihm nach dem Leitspruch "Einer für alle, alle für einen!" immer wieder aus der Patsche helfen. Und so kommt alles zu einem guten Ende, und unser junger Held kann seinen Traum endlich wahr machen.

Die alt bekannte Degen- und Mantelgeschichte, in ein ungewohntes neues Gewand gekleidet, erhält durch die Gestaltung der Puppen eine witzig-schräge Note.

 

Kritik der Kinderjury

Obwohl es in der Kinderjury nicht allzu viele Fans von Puppentrickfilmen gibt, fanden wir diesen Film sehr lustig und sehr nett. Den Stoff „Die drei Musketiere“ an sich finden wir für Kinder nicht so gut geeignet - außer vielleicht in Frankreich, wo es weniger Probleme mit den französischen Namen gibt und wo die Geschichte vielleicht auch schon Kindern bekannter ist als bei uns.

Andererseits ist es aber einmal ganz etwas anderes, einen Stoff der Weltliteratur als Puppentrickfilm serviert zu bekommen, und das hat uns sehr gut gefallen. Einige von uns kennen die eine oder andere Realverfilmung von den Musketieren, die wir aber alle langweiliger finden. Wir denken, dass der Film altersgerecht ist, wobei sich die Jüngeren eher bei Einzeln-Szenen gut unterhalten und weniger am Überblick über die ganze Geschichte interessiert sein werden. Es gibt verschiedene kleine Höhe- und Spannungspunkte in der Handlung, so dass man bis zum Schluss gut an der Geschichte dran bleibt. Der Film wird durch seinen schrägen Humor aber bestimmt auch Erwachsenen gut gefallen.

Ganz zu Beginn haben wir uns nicht so gut ausgekannt, weil es viele Figuren gibt, die schwierige Namen haben und die sich teilweise auch ähnlich sehen (v. a. die Frauen und die Musketiere bis auf Athos). Wir kannten uns auch nicht so genau aus, wer denn mit wem zusammen ist. Das wird im Verlauf des Films aber schnell besser.

Die Puppen sind sonst wirklich super gut gelungen, neben den Nonnen sind besonders die Tiere (die Tauben, die „Kurier-Raben“ usw.) und da v. a. das „knieweiche“ Pferd von D’Artagnan sehr lustig. Auch die Landschaften, Städte und Häuser sind äußerst liebevoll gemacht. Einige der Männer-Figuren haben Glatzen, das war natürlich ebenfalls sehr amüsant. Wir finden es schade, dass sich bei Puppen dieser Art nicht auch noch die Mimik verändern lässt, das wäre noch eine nette Erweiterung. Ein bisschen blöd fanden wir die großen Ausschnitte bei den Frauen-Puppen. Das trägt eigentlich niemand so, das finden wir für Kinder auch nicht lustig und eigentlich ist das ja sogar sexistisch.

Zu den lustigen Szenen gehören die Kampf-Sequenzen, die wie in einem Action-Film gemacht sind, hier aber lange nicht so gefährlich wirken wie echte Kämpfe. Auch die Szene mit dem Katapult, die Windmühl-Szene und die Szene mit dem Schachbrett, in der Richelieu mit Hilfe von Schachfiguren seine Strategie erklärt, waren besonders spaßig gemacht. Kleine Gags und Sprüche wie „Sie sind genial, Herr Kardinal!“ zeigen, dass der Film insgesamt sehr humorvoll ist und viel Dialogwitz hat.

Die Kamera war manchmal fast zu schnell, um die vielen kleinen Details alle entdecken zu können. Die Musik und die Geräusche waren immer passend und gut.

Eine Empfehlung abseits ausgetrampelter Film-Pfade!

 

Dänemark 2006
75 Minuten, Farbe

Regie: Janis Cimermanis, Gert Fredholm

empfohlen ab 7 Jahren