DUCOBU © UGC

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DUCOBU
(L'ÉLÈVE DUCOBU)

Schon wieder ist Ducobu von einer Schule geflogen. Nun bleibt ihm eine letzte Chance – wenn er die nicht nützt, wird es echt brenzlig. Ducobu ist zwar faul, aber nicht auf den Kopf gefallen. Um das erklärte Ziel seines Vaters zu erreichen, scheut er weder Einsatz noch Fantasie. Er ist ein Meister in der Kunst des Betrügens, Abschreibens und Erfindens von glaubwürdigen Entschuldigungen. Sein Lehrer lässt sich eine Weile von ihm täuschen, aber nicht für ewig. Und dann ist da noch Léonie, die Klassenerste und Oberstreberin, die Ducobu nichts Gutes will.

Der auf einer erfolgreichen Comic-Serie von Zidrou und Godi basierende Film ist eine lustige Beschäftigung mit dem Leistungsdruck in der Schule und wie man – vielleicht – damit umgehen kann.

 

Kritik der Kinderjury

Die Umsetzung der Comics von Zidrou und Godi in einen Film ist wirklich großartig gelungen! Wie in Comics gibt es quasi „Gedanken-Blasen“, z.B. kommentiert der Lehrer Monsieur Latouche sämtliche Situationen mit den Gefühlen, die er dabei hat: „Enttäuschung“, „Nervenkrampf“, „Herzklopfen“ usw. Am Ende übernimmt das auch die Hauptfigur Ducobu, was natürlich sehr lustig ist.

Obwohl es viele Figuren gibt, kennt man sich gut aus, weil alle bestimmte Kennzeichen haben. Bei Ducobu ist es mit seinen „Biene Maja“-Pullovern am offensichtlichsten, aber auch Léonie Gratin (Zöpfe, Brille, rosa Kleidung), Elvis (sagt immer ein), Molas (muss immer in die Ecke) und Karine, die immer „C’est clair!“ sagt, kann man gar nicht verwechseln. Auch Latouche (rot-schwarz-kariert) und die Musiklehrerin Mademoiselle Rateau (Schmetterlingsgürtel, T-Shirts im Look der 1980er-Jahre) haben eindeutige Bekleidungsvorlieben.

Häufig erzählen uns die Figuren ihre Gedanken. Bei Léonie funktioniert es z.B. so, dass sie Tagebuch schreibt, uns damit aber gleichzeitig ihre Welt erklärt. Auch Latouche und Rateau kommentieren, was sie erleben oder denken. Das alles ist – wie die oben genannten Merkmale einer Figur – typisch für die Verfilmung einer Comics-Vorlage.

Es gibt gleich drei Liebesgeschichten im Film: Ducobu – Léonie, Latouche – Rateau, Vater Hervé Ducobu – Mutter Adeline Gratin. Am lustigsten ist natürlich die zwischen den beiden Lehrpersonen, da Latouche von seiner Mutter zu Weihnachten sogar ein Handbuch „Liebesbeziehungen für Anfänger“ geschenkt bekommt und ganz genau danach vorgeht.

Während die Psychiatrie-Station für ehemalige LehrerInnen sehr sehr witzig gestaltet ist (der Regentropfen-Zähler, die Beruhigungstabletten usw.), sind die Albträume, die Ducobu vom Internat hat, eher gruselig gemacht und gut als solche zu erkennen in schwarz-weiß gefilmt. Der Schulparty-Traum, den Ducobu bei der für ihn faden „Hausübungen“-Geburtstagsparty von Léonie träumt, ist dann eine weitere super komische Einlage!

Im Film gibt es eine schöne Parallel-Montage: Als die Kinder auf der Projektwoche verloren gehen, werden zwischendurch mehrmals Hervé und Adeline zu Hause gezeigt, die sich bei dieser Gelegenheit auch gleich näher kommen. Bei der Rückkehr der Kinder wird übrigens Zeitlupe verwendet, und die Kinder „fliegen“ sozusagen ins Camp ein.

Die Spannung hält den ganzen Film über an, denn immer wenn man glaubt, dass es jetzt gleich durchhängen wird, passiert wieder etwas Neues!

Die schelmische Musik passt zum Comics-Stil, und die Geräusche (z.B. die Sektflaschen) sind auch sehr gut gemacht.

Was aber am allerbesten ist, das ist die „Mitlebung“! Der ganze Film ist so lustig und die SchauspielerInnen sind so überzeugend, dass wir total mitgehen konnten! Besonders Comics-Fans sollten sich diesen Film nicht entgehen lassen!

 

Frankreich 2011
96 Minuten, Farbe

Regie: Philippe de Chauveron
mit: Elie Semoun, Joséphine de Meaux, Vincent Claude, u. a.

empfohlen ab 6 Jahren

Philippe de Chauveron
Philippe de Chauveron