EGON & DÖNCI

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EGON & DÖNCI

In einer fernen Galaxie lebt Egon mit seinem Kater Dönci und bastelt seit vielen Jahren an einem Raumschiff. Als eines Tages die Raumsonde Voyager 3 auf dem Planeten einschlägt, findet Egon eine Botschaft von der Erde. Endlich ist der Zeitpunkt gekommen, auf den er so lange gewartet hatte: Letzte Arbeiten am Raumschiff werden erledigt, Brot und Wurst eingepackt, dann geht es los mit der aufregenden Reise durch den Weltraum zur Erde.

Der außergewöhnliche Animationsfilm für Kinder ab 9 Jahren kommt ohne Dialoge aus, denn er lebt von seinen farbenprächtigen, plastischen Bildern, den skurrilen Figuren und der Musik, die sich als Geschichte vergangener Jahrhunderte leitmotivisch durch den Film zieht.

 

Kritik der Kinderjury

Erstaunlich an diesem wirklich witzigen Film war für uns, dass er ohne Dialoge auskommt und wir trotzdem alles gut verstanden haben. Besonders toll fanden wir die Musik (einmal z.B. kommt Beethoven vor), die hier stärker eingesetzt wird als in den Filmen, die wir bisher gesehen haben. Gewöhnungsbedürftig war die unglaublich bewegliche – man könnte sagen entfesselte – Kamera (Schwenks, Fahrten, Zooms usw.), die eigentlich keine Minute ruhig bleibt. Einigen von uns war das zu schnell, denn durch diese ständige Bewegung fällt es nicht leicht, sich rasch zu orientieren und einigen von uns wurde richtiggehend schwindlig. Was allerdings sehr gut funktioniert hat war, dass man Egon & Döncis Schwerelosigkeit praktisch am eigenen Leib miterleben konnte.

Die Handlung ist relativ simpel, so eine „Weltall“-Geschichte hätte uns sogar selbst einfallen können. Um einen „Sinn für die ganze Welt“ geht es den Filmemachern aber vermutlich auch gar nicht so sehr, ihnen liegt offensichtlich mehr an der Umsetzung, die ja auch wirklich sehr spektakulär und vor allem auch sehr detailreich ist. Lustig sind einige typisch ungarische Kleinigkeiten, die im Film vorkommen (Paprika, Salami, Mistkübel). Das Ende der Story war für uns nicht ganz eindeutig, die Interpretationen reichten von „Es war ein Traum.“ über „Egon und Dönci sind in ein Schwarzes Loch geraten.“ bis hin zu „Die Zeit ist zurückgespult worden.“

Die Figuren haben uns sehr gut gefallen, vor allem die Katze Dönci ist großartig gelungen. Sie sorgt für viel Slapstick, wir sagen nur: Anschnallgurt im Raumschiff! Dönci lacht auch immer, wenn er etwas Schlimmes angestellt hat.

Während der Reise durchs All gibt es ganz wunderbare Bilder, und auch die subjektive Kamera wird ein paar Mal verwendet, wie z.B. beim schönen Blick durch das Fernrohr. Auffällig ist auch, dass der Ton oft vorgezogen wird, d.h. man hört oft schon den Ton der nächsten Szene, bevor die Bilder dazu zu sehen sind. Der Ton führt sozusagen durch den Film. Aber nicht nur die Musik ist gut, auch die Geräusche passen immer perfekt, z.B. hört man beim Umblättern gut das Rascheln der Seiten.

Neben der schnellen Kamera haben wir uns überhaupt insgesamt mit dem Rhythmus des Films etwas schwer getan. Zwischendurch gibt es nämlich einige eher langatmige bis fade Passagen sowie einige Schwarzblenden, die uns zu lange vorgekommen sind. Dadurch bleibt man nicht so sehr an der Geschichte dran, der „Mitlebungs-Faktor“ war dadurch für uns auch nicht so hoch.

Die Altersempfehlung fanden wir bei diesem Film mit 9 Jahren besonders wichtig und richtig, denn jüngere Kinder könnten sich vor den Figuren fürchten und auch die Kamera wäre für sie eine Überforderung.

Filmfans, vor allem Science Fiction-Fans, werden aber viel Spaß dabei haben, Zitate aus Filmen wie „Star Wars“ oder „Independence Day“ zu entdecken!

 

Ungarn 2007
75 Minuten, Farbe

Regie: Ádám Magyar
Animationsfilm ohne Dialog

empfohlen von
9 bis 14 Jahren