Elina

© Internationales Kinderfilmfestival

ELINA
(ELINA - SOM OM JAG INTE FANNS)

Preis der Kinderjury, Internationales Kinderfilmfestival 2003

Elina gehört zur finnischen Minderheit, die in den fünfziger Jahren im hohen Norden Schwedens lebt. Weil sie lange krank war, muss sie eine Klasse wiederholen. Ihre neue Lehrerin Fräulein Holm hat Vorurteile gegen Finnen, noch dazu, wenn sie arm und vaterlos sind wie Elina. Sie schikaniert das Mädchen ständig. Elina flüchtet daher immer öfter in das nahe liegende Moor, wo ihr die Zwiesprache mit ihrem toten Vater Trost spendet. Als Elina sich bei Fräulein Holm für eine Sache entschuldigen soll, die sie nicht begangen hat, verweigert sie sich stolz und unbeugsam. Ein zäher Kampf zwischen Schülerin und Lehrerin beginnt.

ELINA bezieht seine Stärke aus der einfachen Klarheit, mit der die Geschichte erzählt wird. Der beeindruckende Film gewann beim Kinderfilmfest in Berlin 2003 den ersten Preis der Kinderjury.

 

Kritik der Kinderjury

ELINA ist für uns alle ein wunderschöner Film, berührend, ganz nah an der Figuren, ihrer Umgebung und der Zeit, in der sie leben.

Die Geschichte ist im Film so sorgfältig ausgedacht, so gut erzählt, dass man glaubt, selber dabei zu sein. Die einzelnen Figuren und Situationen sind sehr lebendig und vielschichtig aufgebaut. Der Regisseur hat sich zu jeder Kleinigkeit etwas überlegt. Es ist ergreifend mitzuerleben, wie Elina um ihren toten Vater trauert, wenn sie ihn im Moor sucht und mit ihm spricht. Oder man spürt es richtig, wie Elina die Lehrerin durch ihr Schweigen provoziert und andererseits Fräulein Holm Elina mit gemeinen Anspielungen auf ihre Armut und abfälligen Bemerkungen über ihren Vater fertig macht. Alle Personen um Elina herum sind sehr glaubwürdig gestaltet: Elinas Mutter, die es schwer hat, für ihre drei Kinder zu sorgen. Elinas Schwester, die angepasster als Elina ist und sich anfänglich für das rebellische Verhalten ihrer Schwester geniert. Eine wichtige positive Figur ist der junge Lehrer, der neu ins Dorf kommt und Fräulein Holm auch widerspricht und sich auf Elinas Seite stellt.

Alle SchauspielerInnen sind wirklich großartig. Nichts wirkt in dem Film künstlich oder gestellt. Besonders die Mimik der einzelnen DarstellerInnen ist beeindruckend Schon an Elinas Mundwinkeln und Augen lässt sich ihr Trotz erkennen.

Auch bekommt man ein genaues Gefühl für die Zeit, in der der Film spielt. Kostüme, Maske, Schauplätze wirken echt, wie auf alten Fotos. Es wird zum Beispiel total nachvollziehbar, welche Sensation ein Auto in dem kleinen Dorf damals gewesen sein muss, als der junge Lehrer damit ankommt.

Kamera und Schnitt haben uns ebenfalls sehr begeistert. Es gibt wunderbare Bilder und ungewöhnliche Einstellungen. Wenn sich Elina im Moor unter den dürren Baum legt, so sieht man zum Beispiel ihren Blick auf die zarten braungelben Gräser. Die Blicke die sich Elina und Fräulein Holm durch die Schulhof-Fensterscheiben zuwerfen, geben genau die angespannte Stimmung wieder. Als Elina dem Lehrer hilft, das Auto anzustarten, sieht man durch die Spiegelung in der Windschutzscheibe, wie begeistert sie von ihrer Mutter angefeuert wird.

Licht, Farbe und Musik sind in diesem Film sehr gut eingesetzt, sie unterstützen die verschiedenen Stimmungen optimal. Außerdem hat der Film vom Anfang bis zum Schluss eine ganz besondere Spannung, die sich wie von selbst aus der Geschichte ergibt. Gut fanden wir auch, dass es kein so eindeutiges kitschiges Happy End gibt, sondern ein zuversichtliches, fröhliches Ende, von dem man selber weiter fantasieren kann.

Schließlich ist Elina ein Film, der für die Rechte der Kinder kämpft, weil er zeigt, wie es armen Kindern, die einer sprachlichen Minderheit angehören, gegangen ist.

Sehr, sehr empfehlenswert für Kinder ab 8 Jahren.

 

Schweden/
Finnland 2001
80 Minuten, Farbe

Regie: Klaus Härö
mit: Natalie Minnevik,
Bibi Anderson, u. a.

empfohlen ab 8 Jahren