FAMILIE WEIHNACHT

© Pixy Film

FAMILIE WEIHNACHT
(FAMILIEN JUL)

Am ersten Weihnachtsfeiertag entdeckt Hugo einen Elf in seinem Zimmer. Pixy wurde allein zurückgelassen und kann erst wieder an nächsten Weihnachten zum Nordpol zurückkehren. Schnell werden die beiden beste Freunde. Aber wie versteckt man einen Elf ein Jahr lang vor seinen Eltern? Besonders, da Pixy mit Rentieren in einer fremden Sprache spricht, Unmengen an Essen vertilgt, den Menschen gerne Streiche spielt und die Sommerhitze nicht verträgt. Zum Glück hat er immer seinen Elfenschnee dabei, aber dann verliert er ihn.

Selbst Weihnachtsmuffel wie Hugos Vater werden diese liebevoll gestaltete Komödie heiß lieben. Für eine vergnügliche Kinozeit für die ganze Familie ist auf jeden Fall gesorgt.

 

Kritik der Kinderjury

Als eingefleischte Kinderfilmfans wissen wir, dass Weihnachten ein beliebtes Thema für Kinderfilme ist. Jedes Jahr gibt es dazu Kinder- und Familienfilme mit meistens sehr kitschigen und klischeehaften Geschichten. Filme nach dem Motto "Weihnachten muss gerettet werden" haben wir schon genug gesehen. Aber die Idee dieses dänischen Films fanden wir lustig und originell. Pixy, der 101-jährige Weihnachtself mit dem Aussehen eines 11-Jährigen geht am Heiligen Abend verloren und verbringt als illegaler Mitbewohner ein ganzes Jahr bei einer Menschen-Familie namens "Weihnacht".

Dieser Film ist besonders für jüngere KinobesucherInnen ein großer Spaß, das konnten wir auch an den Publikumsreaktionen bemerken. Die Kleineren haben bei vielen Stellen gelacht, die wir halt schon ein wenig "kindisch" fanden. Zum Beispiel bei allen Essensszenen. Etwa, wie Pixy einen Burger mampft oder Hugo und Pixy eine Schlagoberstorte genüsslich mit den Händen zerlegen und verspeisen. Auch die Spannungsmomente in diesem Film sind so angelegt, dass vor allem kleinere Kinder mitgehen. Als Pixy seine Tasche mit dem Elfenschnee verliert, wird es schon ganz schön spannend. Da ist ein besorgtes Raunen durch den Kinosaal gegangen. Die Szene mit dem wilden Stier war für uns ein wenig unglaubwürdig, aber die jüngeren Kinder im Publikum waren wie gebannt, als Alfred von dem schnaubenden Büffelrind angegriffen wird und Pixy das Tier mit einem Gebrüll, dass ihm der Kopf raucht, davon jagt. Anmerken möchten wir, dass es unserer Meinung nach in einem Kinderfilm für Jüngere nicht gepasst hat, dass der Vater dem verkleideten Weihnachtsmann den Mittelfinger zeigt. Und wir fanden es auch zu übertrieben, dass Pixy von der Polizei in einer Gefängniszelle gesperrt wurde. Das würde real nie passieren, wenn ein Kind aufgegriffen wird.

Abgesehen davon gibt es eine Menge lustiger Szenen und Details. Alles was mit dem Unsichtbar-Machen zu tun hatte, war wirklich sehr witzig. Zum Beispiel, als Pixy als unsichtbarer Fahrgast den Busfahrer völlig ratlos macht. Natürlich sind auch Pixys Streiche sehr unterhaltsam. Wenn er eine kleine rote Christbaumkugel unter die Cocktailtomaten schmuggelt und ein Rentier herbei zaubert, das schließlich durch Familie Weihnachts Wohnzimmer spaziert. Viel zu lachen gab es auch bei der Szene mit dem stinkenden Elfenfurz im Wohnwagen oder als unter Pixys roter Elfenmütze ein riesiger Haarturm zum Vorschein kommt, dem die Kinder wegen der Sommerhitze dann mit der Schere zu Leibe rücken.

Kamera und Tricks fanden wir zum Teil sehr gelungen. Es gab schöne Bilder vom Wald und der Landschaft am Meer und stimmungsvolle Bildübergänge beim Wechsel der Jahreszeiten. Besonders der Verschwinde-Trick war filmisch toll umgesetzt: Man konnte hören und sehen, wie Pixy die Luft anhält und dabei in einer Wolke aus Glitzersternen verschwindet. Gut ausgedachte Figuren und die einfache aber humorvolle Story machen den Film zu einem netten Weihnachtsmärchen, das besonders jüngere Kinder begeistern wird.

 

Dänemark 2014
90 Minuten, Farbe

Regie: Carsten Rudolf
mit: Paw Henriksen, Herman Knop, Pelle Falk Krusbæk u. a.

Weltvertrieb:
Global Screen

6 +

dänische Originalfassung, deutsch eingesprochen

Carsten Rudolf
Carsten Rudolf