Ferien in Boriwol

© Internationales Kinderfilmfestival

FERIEN IN BORIWOL
(BORIULUI YEOREUM)

Der brasilianische Fußballstar Pele ist ihr Idol. Doch vorerst muss sich die Jugendmannschaft eines kleinen Dorfs in Südkorea mit einem buddhistischen Mönch als Coach abfinden, der nicht zimperlich mit ihnen umgeht. Die Jungs und das einzige Mädchen der Mannschaft sind nicht gerade Asse im Fußball und verlieren prompt gegen die Profis aus der Stadt. Doch dann entpuppt sich der neue Pfarrer des Dorfklosters als ehemaliger Fußballspieler, und mit vereinten – religiösen – Kräften wird ein starkes Team aufgestellt. Die strenge Mutter Oberin der Klosterschule sieht es jedoch gar nicht gerne, dass sich ihre Schützlinge ständig gemeinsam mit Buddhisten auf dem Fußballplatz herum tollen.

Ein unspektakulärer Film über religiöse Gegensätze, die mit viel Liebe zum Detail spielerisch ausgetragen werden.

 

Kritik der Kinderjury

Der kleine Hyung-Woo macht Ferien bei seinem Onkel auf dem Lande. Mit einem Fußball im Gepäck sitzt er auf der Rückbank des Reisebusses, der zufällig auch den neuen katholischen Priester in das kleine südkoreanische Dorf Boriwool bringt. Der Ball purzelt vom Sitz, mit einem gekonnten Stopp nimmt der Pfarrer ihn auf und wirft ihn dem kleinen Jungen zurück. Nach dieser Anfangsszene ist mit einprägsamen Bildern schon verraten, worum es in dieser Geschichte geht: um Fußball, um Religion und um das Entstehen von Freundschaften.

Uns hat daran gefallen, wie es der Regie gelungen ist, diese unterschiedlichen Themen miteinander durch viele kleine Geschichten zu verbinden. Einerseits gibt es da den jungen Pfarrer, der Schwierigkeiten hat, mit der strengen Oberin des Dorfklosters zurechtzukommen. Andererseits erzählt der Film von Woo, dem buddhistischen Mönch, Hyung-Woos „Onkel“, der - wie sich im Laufe der Geschichte herausstellt - sein wirklicher Vater ist. Aber auch die Kinder spielen eine wichtige Rolle. Denn sie bringen mit ihrer Begeisterung für das Fußball-Spielen den buddhistischen Mönch und den Pfarrer, ja sogar die Oberin dazu, zusammenzuhalten.

Sehr lustig fanden wir auch die Streiche der Kinder. Zum Beispiel, als die Jungen aus der Klosterschule heimlich nachts die Mutter Oberin und ihre Kollegin in ihrem Schlafzimmer beobachten. Das war filmisch auch sehr schön umgesetzt. Wie die Kinder durch die versteckte Dachluke hinunterschauen, war durch die Kamera-Führung und Kamera-Einstellungen gut nachvollziehbar gemacht. Außerdem hat die Musik am Anfang dieser Szene sehr gut dazu gepasst, als sich die Buben mit der Leiter anschleichen.

Nicht ganz leicht war es für uns zunächst, die verschiedenen Kinder alle auseinander zuhalten und zu wissen, wer zu welcher Fußballmannschaft gehört. Erst als sich die Dorfkinder mit den Kindern aus der Klosterschule zusammentun und gegen die Stadtkinder antreten, war alles klar. Die Fußball-Szenen selbst haben uns gut gefallen, weil sie gut gefilmt (manchmal mit Zeitlupe) und geschnitten waren. Besonders das Match im strömenden Regen hat die Atmosphäre sehr gut rüber gebracht, wie alle bis zu Erschöpfung kämpfen und im Gatsch versinken. Und natürlich das spannende Abschluss-Spiel, als die Dorfkinder in der zweiten Halbzeit das Spiel nach einem Rückstand noch zu ihren Gunsten entscheiden können. Allerdings war das doch sehr vorhersehbar, dass sie gewinnen werden.

Interessant an diesem Film fanden wir, dass viele Bilder die Landschaft, das Essen, die Häuser und Wohnungen der Menschen gezeigt haben. Über eine ruhige und schöne Bilderzählung erfährt man, wie es in diesem Land aussieht und wie die Menschen dort leben.

 

Südkorea 2003
110 Minuten, Farbe

Regie: Min-Yong Lee
mit: In-Pyo Cha, Yeong-gyu Park, Mi-hie Jang u. a.

empfohlen ab 7 Jahren