DER FLIEGENDE HAHN

© Internationales Kinderfilmfestival

DER FLIEGENDE HAHN
(HUAHUA)

Die kleine Yuanyuan hat den Tod ihres Vaters mit ansehen müssen und ist durch den Schock blind geworden. Ein Freund ihrer Mutter vermittelt ihr einen Ferienaufenthalt bei seinen Verwandten in den Bergen. Dort lebt der kleine Jigao, "Hündchen" genannt. Die beiden schließen schnell Freundschaft, und im Kreis seiner Freunde lernt die blinde Yuanyuan, wieder fröhlich und unbeschwert zu sein. Aber die eigentliche Hauptfigur in diesem Film ist ein Hahn, der fliegen lernen soll! Und natürlich geht alles gut aus: Yuanyuan kann sehen, wie der Hahn vom höchsten Gebäude ihrer Stadt fliegt.

Ein leichter und lustiger Film, der sein Thema ernsthaft behandelt und nebenbei in wunderschönen Bildern den Gegensatz zwischen Stadt- und Landleben in China darstellt.

 

Kritik der Kinderjury

Dieser Film ist eine wunderbare und rührende Geschichte, bei der wir von Anfang bis zum Schluss sehr intensiv mitgelebt haben. Denn wir hatten großes Mitleid mit der kleinen YuanYuan, die durch einen schweren Schock erblindet ist. Und es war für uns schön mitzufühlen, wie sie durch die Freundschaft mit ihrem kleinen Cousin Jiago und seinen zahmen Hahn wieder fröhlich wird. Der Hahn ist es schließlich auch, der YuanYuan hilft, wieder gesund zu werden: Immer wenn Jiago den Hahn fliegen lässt, sieht sie ihn ins gelbrote Sonnenlicht fliegen. Und dieses Erlebnis bringt sie dazu, die Welt wieder sehen zu können.

Begeistert haben uns nicht nur die Geschichte, sondern ganz besonders auch die traumhaften Bilder von der für uns so fremden chinesischen Landschaft, die grünen Berge, die Reisplantagen und der Himmel in all seinen Farben.

Überhaupt waren Kamera und Schnitt außergewöhnlich gut und einfallsreich, wenn z.B. Jiago seiner Kusine die Welt um sich beschreibt und der Film das „innere Bild“ zeigt, das dabei in YuanYuans Fantasie entsteht. So sieht man Farben in einem Wasserglas wie Wolken ineinander rinnen oder eine kreisrunde Wassermelonenscheibe als Symbol für die Sonne.

Der Film zeigt auch, dass Erwachsene - auch wenn sie es gut meinen - Kinder oft nicht verstehen. Wir haben eine Riesenwut auf die Eltern und Verwandten gekriegt, als sie den Hahn schlachten wollten, weil ein Wahrsager geweissagt hatte, dass Yuanyuan wieder sehen kann, wenn sie den Hahn aufisst. Doch als sich der Vater und der Onkel an die eigene Kindheit erinnern, wird ihnen klar, dass sie einen großen Fehler machen würden.

Das alles war von den Schauspielern sehr gut gespielt und das große Happy End haben wir nach der Aufregung und Spannung wirklich genossen.

Wir finden, dass der Film für Kinder ab 7 Jahren verständlich und geeignet ist. Unser Abschlusskommentar: empfehlenswert und urgut!

 

VR China 2000
80 Minuten, Farbe

Regie: Jin Zhao
mit: Song Chen, Yue Xie, u. a.

empfohlen ab 7 Jahren