FRÖSCHE UND KRÖTEN

© Victor Arnolds

FRÖSCHE UND KRÖTEN
(KIKKERDRILL)

Nach einer Mandeloperation liegt Max' großer Bruder im Krankenhaus und redet dem Fünfjährigen ein, nur Froschlaich könne ihn heilen. Max macht sich auf den Weg von der Stadt aufs Land, er lernt die kleine Jesse kennen, die ihn begleitet, und gemeinsam stellen die beiden Knirpse fest, dass es gar nicht so leicht ist, auf sich allein gestellt zu sein. Woher etwa das Fahrgeld für den Bus nehmen? Immer neue Hindernisse wollen überwunden werden, aber mit viel Fantasie und Ausdauer schaffen sie es und werden dabei gute Freunde, die am Ende sicher in Großmutters Palatschinkenküche landen.

Mit seinen genauen Naturbeobachtungen, seiner episodischen Erzählweise, zahlreichen Musikeinlagen und einer Kameraperspektive auf Augenhöhe der Kinder ist der Film für ZuschauerInnen ab 5 Jahren wunderbar geeignet.

 

Kritik der Kinderjury

Dieser Film richtet sich an jüngere Kinder im Vor- und Volksschulalter. Er ist nämlich ganz aus der Perspektive von kleinen Kindern erzählt, das haben wir z.B. daran gemerkt, dass man – während Max und Jesse unterwegs sind – nie sieht, ob sich ihre Eltern Sorgen um sie machen oder nicht. Der Film ist ganz einfach genau so, wie Kinder die Welt sehen, also wenn sie z. B. gerade ein interessantes Tier entdecken, dann denken sie an nichts anderes. Insgesamt passiert während des ganzen Films eigentlich gar nicht viel. Es werden viele kurze Episoden aneinander gereiht, und die Handlung ist daher auch sehr einfach mitzuverfolgen. Wenn es mal spannend wird, dann nur ganz kurz und schon ist es auch wieder damit vorbei.

Freundschaft ist ein wichtiges Thema im Film. Sehr schön wird das durch den Stein und die Schraubenmutter symbolisiert, die sich Max und Jesse anlässlich ihres Freundschaftsschwurs gegenseitig überreichen. Es ist sehr toll zu sehen, wie sich die beiden auf dem Weg zurück zur Oma von Max gemeinsam durchschlagen. Das ist für kleine Kinder ein richtiges Abenteuer, auch wenn es für uns natürlich nicht mehr so aufregend war (wir sind zwischen 10 und 14 Jahren alt).

Der Film hat sehr viel Humor, z.B. meint Max auf die Frage von Jesse, ob sie seine Freundin werden kann: "Nein, ich mag nämlich kein Rosa!" (in dieser Szene ist Jesse rosa angezogen). Oder als die Kinder warme Kuhmilch trinken, stellt Max ganz trocken fest, dass die Kuh ja vorher in der Sonne gestanden ist.

Es gibt auch einige lustige Nebenfiguren, die uns viel Spaß gemacht haben, wie z.B. den Busfahrer. Wir finden es gut, dass die Figuren insgesamt aber überschaubar bleiben, weil das jüngeren Kindern sehr entgegenkommt. Die SchauspielerInnen machen ihre Sache übrigens sehr gut, sie spielen sehr natürlich und wirken sehr "echt".

Die Kamera hat uns sehr gut gefallen, denn sie wechselt zwischen Großaufnahmen (z.B. die Tiere unter der Lupe oder die Augen von Fuchs und Kindern) und Totalen. Die vielen Tier- und Natur-Aufnahmen fanden wir sehr schön. Auch die Kamera-Perspektiven sind gut durchdacht, oft sieht man nämlich etwas aus dem gleichen Blickwinkel wie die Kinder (z.B. die Szenen rund um den Autobus).

Die Musik und die Geräusche sind sehr gut gemacht. Es gibt einige Lieder, wie z.B. das Palatschinken-Lied oder das Angst-Lied. Wenn bestimmte Tiere ins Bild kommen, werden sie auf der Tonebene sogar besonders betont (z.B. die Raupe). Oft gehen Szenen auch in einen bestimmten Rhythmus über, z.B. beim Palatschinken kochen, als Max mit Kochlöffeln auf die Töpfe klopft, oder im Bus, als alle Fahrgäste rhythmisch zu husten beginnen (eine sehr lustige Szene!).

Erwähnen würden wir gerne auch noch den originellen Vor- und Nachspann, beides war witzig und hat sehr gut zum Film gepasst.

 

Niederlande 2009
75 Minuten, Farbe

Regie: Simone van Dusseldorp
mit: Nino Morris den Brave, Whitney Franker, Juul Vrijdag, u. a.

empfohlen ab 5 Jahren