GRÜSSE VON MIKE!

© Shooting Star

GRÜSSE VON MIKE!
(DE GROETEN VAN MIKE!)

Preis der Kinderjury, Internationales Kinderfimfestival 2013

Mike hat lange Zeit im Krankenhaus verbracht, aber jetzt ist er wieder gesund und soll entlassen werden. Seine Mutter kommt ihn jedoch nicht wie vereinbart abholen. Als sie dann endlich auftaucht, ist sie betrunken. Mike soll deshalb zu Pflegeeltern kommen, bis es seiner Mutter besser geht. Inzwischen teilt er sich ein Zimmer mit Vincent, der durch einen Unfall querschnittgelähmt ist und jetzt seinen großen Traum, Pilot zu werden, nicht mehr verfolgen kann. Gemeinsam überlegen sich die beiden Jungs, wie Mike den Pflegeeltern entgehen kann, und helfen sich dabei gegenseitig, ihr Schicksal zu meistern.

Obwohl in einer durchaus realistischen Welt angesiedelt, hat der Film viele Elemente eines Märchens und wartet deshalb auch mit einem richtig schönen Happy End auf.

 

Kritik der Kinderjury

Ein sehr spannender Film, denn es gab immer wieder Wendungen, die wir nicht erwartet hätten, z.B. dachten wir bei der Pflegefamilie, dass Mike vielleicht auf längere Zeit dort „endet“. Wir konnten uns immer gut in ihn hineinversetzen und mit ihm „mitleben“. Sein Schicksal und das seines Freundes Vincent haben uns sehr berührt, und wir mussten sogar manchmal gleichzeitig lachen und weinen!

Insgesamt fanden wir die Themen des Films sehr gut, z.B. die schwierige Situation von Mike und seiner Mutter Natasja oder die Freundschaft von Mike und Vincent (samt ihrer Tiefpunkte). Um die krebskranke Lotte, die mit den beiden im Spital liegt, hatten wir große Angst, zwischendurch haben wir einmal sogar befürchtet, dass sie vielleicht gestorben ist (glücklicherweise wird das aber schnell positiv aufgelöst). Die Szene, in der Mike ihr seine Kappe als Glücksbringer gibt, ist ebenfalls sehr bewegend. Am allerberührendsten ist aber die Szene, in der Mike bei seiner Verabschiedung im Spital-TV Vincents Brief vorliest, in dem man endlich erfährt, was Vincent eigentlich zugestoßen ist. Es ist wichtig und toll, dass sich ein Film (bzw. die Regisseurin und die Produktionsfirma) traut, an so ein heikles und ernstes Thema wie die Alkoholkrankheit der Mutter und damit verbunden die (geplante) Verlegung von Mike in eine betreute Wohngemeinschaft mit so viel Humor heranzugehen und so kindgerecht umzusetzen!

Einige turbulente Sequenzen, wie die Rollstuhl-Wettfahrt von Mike und Vincent oder das Umwerfen des riesigen Weihnachtsbaumes sind wirklich toll inszeniert. Lustige Szenen gibt es einige, z.B. als Mike gegen den „Pudel“, also die Sozialarbeiterin Cilia, und die Jugendrichterin rennt, weil er sich sein T-Shirt über den Kopf gezogen hat. Oder die Szene in der Küche mit dem Koch und den Paradeisern oder jene mit Mike und dem Skelett. Oder die, als ein Pfleger Vincents Gips aufschneiden will und an Mikes Arm demonstriert, dass mit dem Schneider direkt auf der Haut nichts passieren kann.

Die SchauspielerInnen sind alle wunderbar, besonders die Buben machen ihre Sache sehr gut. Besonders nett fanden wir die Krankenschwester Laetitita, und sehr unterhaltsam natürlich den „Pudel“. Auch andere Nebenfiguren wie z.B. der Bub mit dem Helm, der epileptische Anfälle hat, werden gut charakterisiert und bleiben trotz ihrer eher kleineren Rollen immer für die Handlung interessant.

Im Film wird einige Male die Parallel-Montage verwendet, z.B. als Mike davonläuft und gleichzeitig Laetitita und der Portier Willem nach ihm suchen. Auch als Mike aus Vincents Brief vorliest und man dazu seinen Unfall sieht, wird diese Form des Schnitts verwendet. Und auch am Ende, als Mike und der „Pudel“ schon ins Wohnheim fahren und parallel dazu alle anderen bei der Jugendrichterin vorsprechen, um Mike vor der Wohngemeinschaft zu bewahren, ist das parallel montiert.

Besonders schwungvoll ist die Musik, als Mike zu Hause quasi im Takt dazu aufräumt.

Das Ende des Films (mit dem Flugzeug) ist manchen von uns fast ein bisschen zu gut gewesen – es wäre schön, wenn es im richtigen Leben auch immer so ausgeht wie im Film. Andererseits waren wir auch froh über das Happy End, denn immerhin sollen die vielen Kinder, die den Film hoffentlich sehen werden, fröhlich aus dem Kino gehen!

 

Niederlande 2012
81 Minuten, Farbe

Regie: Maria Peters
mit: Maas Bronkhuyzen, Faas Wijn, Bracha von Doesburgh u. a.

empfohlen von
8 bis 12 Jahren

Maria Peters
Maria Peters