EINE HEXE IN UNSERER FAMILIE

© Internationales Kinderfilmfestival

EINE HEXE IN UNSERER FAMILIE
(EN HÄXA I FAMILJEN)

Maries kleiner Bruder Lillen nervt. Ihre neue Freundin Makka hat eine Kristallkugel, die angeblich Wünsche erfüllt, also wünscht sich Marie, dass ihr Bruder verschwindet. Die neue Babysitterin Gerda erfüllt alle Vorstellungen, die Marie und Makka von einer Hexe haben, und die beiden Mädchen sind fest überzeugt davon, dass Gerda gekommen ist, um Lillen zu holen. Aber das wollte Marie eigentlich nicht: eine Hexe, die ihren kleinen Bruder frisst! Fortan tut sie alles, um Lillen aus den Klauen der vermeintlichen Hexe zu retten. Ist sie nun eine oder doch nicht?

Eine schräge Komödie, die aufregend, gruselig und witzig ist und auf intelligente Weise mit der Fantasie von Kindern spielt, von der man nie weiß, wo sie anfängt, und wo die Wirklichkeit aufhört.

 

Kritik der Kinderjury

Dieser Film erzählt die Geschichte der achtjährigen Maria, die sich nichts mehr wünscht als ein eigenes Zimmer, weil ihr kleiner Bruder sie ständig nervt und weil er auch immer wieder ihre Spielsachen demoliert. Dass ein Kinderfilm dieses Thema behandelt, haben wir sehr gut gefunden, denn viele von uns können sich in Marias Gefühle aus eigener Erfahrung wirklich hineinversetzen.

Da lernt Maria Makka kennen, die neu in die Nachbarschaft gezogen ist. Makka zeigt Maria ihre Zauber- Kristallkugel und verleitet sie dazu, damit ihren Bruder wegzuwünschen. Kein Wunder, dass Maria nach all der Aufregung krank wird. Und nun haben die Eltern nicht einmal Zeit, sich Pflegeurlaub zu nehmen, sondern organisieren eine „Leihoma“, eine seltsame ältere Dame namens Gerda, die Maria nie zuvor gesehen hat. Beeinflusst von ihrer neuen Freundin Makka steigert sich Maria in die Vorstellung hinein, die Babysitterin sei eine Hexe, die gekommen ist, ihren kleinen Bruder zu holen. Alles an der komischen alten Frau kommt den Mädchen unheimlich vor. So kriegt z.B. eine typische Redewendung wie „Ich hab dich zum Fressen gern!“ eine ganz neue Bedeutung! Diese Einbildungskraft wird hier in diesem Film ganz toll genutzt, um gruselige Stimmungen zu erzeugen.

Es gibt sehr spannende, aber auch viele lustige Szenen, die durch schöne und beeindruckende Bilder (z.B. die brodelnden Hexenkessel) besonders wirkungsvoll werden. Auch die Musik ist sehr gut, denn die spannenden Szenen werden durch die entsprechende Musik noch aufregender. Als Maria krank wird und von der Schule zu Hause bleiben muss, wirkt das sehr echt, sie spielt also sehr gut und sie ist auch perfekt geschminkt.

Wir fanden den Film allerdings nicht altersgemäß, vor allem nicht für Kinder, die wenig ins Kino gehen und fernsehen. Bei manchen Szenen wird es einfach zu spannend und zu aufregend. Bis zum Schluss kann man nicht ganz sicher sein, ob Gerda überhaupt eine Hexe ist und wenn ja, ob sie eine böse oder doch eine gute Hexe ist. Ganz klar dagegen wird, dass Maria ihren kleinen Bruder doch sehr lieb hat, auch wenn er manchmal eine Nervensäge ist. Außerdem bekommt Maria zum Geburtstag doch ein eigenes Zimmer. Dieses doppelt positive Ende war uns sehr wichtig und für ältere Kinder können wir den Film als „schaurig schön“ empfehlen.

 

Schweden 2000
82 Minuten, Farbe

Regie: Harald Hamrell
mit: Karin Bogaeus, Rebecca Scheja, u. a.

empfohlen ab 8 Jahren