IKÍNGUT

© Internationales Kinderfilmfestival

IKÍNGUT

Island in einem vergangenen Jahrhundert, in einem abgelegenen kleinen Küstendorf: Die Winter sind dunkel und hart, das Überleben von günstigen Wetterbedingungen abhängig. Der Pastor des Dorfes hat in solchen Zeiten besonders mit dem Glauben an dunkle unheimliche Mächte zu kämpfen. Als eines Tages ein seltsames Wesen in einem weißen Fell auf einer Eisscholle heran treibt, verbreitet sich die Neuigkeit wie ein Lauffeuer im ganzen Dorf und nährt den Aberglauben der Bevölkerung. Handelt es sich um ein Meeresungeheuer? Oder um einen bösen Geist, der Unheil über das Dorf bringt? Boas, der Sohn des Pastors, schließt nach Überwindung seiner eigenen Angst Freundschaft mit dem fremden Wesen, das sich als Inuit-Junge entpuppt. Aber es dauert noch eine ganze Weile, bis das Dorf erkennt, dass "IkÍngut" zwar andersartig, aber nicht gefährlich ist.

Ein einfühlsamer Film über Vorurteile gegenüber allem Fremden, und wie man lernt, sie zu überwinden.

 

Kritik der Kinderjury

IKÍNGUT war für uns ein ganz toller Film. Er spielt in einer vergangenen Zeit und erzählt über die Freundschaft zwischen dem isländischen Jungen Boas und IkÍngut , einem Eskimojungen. Die Geschichte ist wirklich gut ausgedacht und wir konnten uns das Leben der Menschen von damals gut vorstellen. Dass die Leute vor Aberglauben einen Eskimojungen für einen bösen Dämon halten, klingt für uns heute zwar verrückt, aber in dem Film erlebt man richtig mit, was Vorurteile mit manchen Menschen anstellen können. Das war manchmal auch sehr lustig, z. B. in der Szene als die abergläubischen Seeleute furchtbare Blähungen von einem Brot aus verdorbenem Mehl bekommen und alle glauben, der Eskimojunge habe sie verhext.

IKÍNGUT hat uns auch deshalb so gut gefallen, weil er sehr spannend gemacht ist, besonders die Szene, in der eine Lawine das Dorf verschüttet, und die Szene, in der Boas seinen Freund Ikingut aus dem Gefängnis befreit.

Auch die Regie und die Schauspieler haben wir sehr gut gefunden, weil man die Gefühle der handelnden Personen wirklich miterleben kann.

Die Kamera hat ganz wunderbare Bilder von Island eingefangen. Es gibt viele Blautöne, die es besonders kalt erscheinen lassen. Der Schnitt war auch ganz toll, z.B. als die Buben die Fische zu den Männern werfen, sieht man das direkt im Schwung. Oder die Szene, als Boas aus dem Bett aufsteht, ist besonders schön geschnitten.

Besonder schön ist für uns das Ende des Films gewesen: IkÍngut schenkt Boas zum Abschied sein Spielzeug und Boas gibt IkÍngut seine Mütze. Es ist kein zuckersüsses Happy End , weil sich die beiden Freunde trennen müssen, aber wir glauben trotzdem, dass die beiden einander wieder einmal sehen werden.

 

Island/Norwegen/
Dänemark 2000
85 Minuten, Farbe

Regie: Gísli Snær
Erlingson
mit: Hjaslti Rúnar Jónsson, Hans Tittus Nakinge, Pálmi Gestsson, u. a.

empfohlen ab 9 Jahren