Kiriku und die wilden Tiere

© Internationales Kinderfilmfestival

KIRIKU UND DIE WILDEN TIERE
(KIRIKOU ET LES BÊTES SAUVAGES)

Weniger eine Fortsetzung denn eine Erweiterung des ersten Kiriku-Filmes, erzählt dieser Film von weiteren Erlebnissen des kleinsten und schnellsten Jungen Westafrikas. Kiriku entdeckt, dass eine Hyäne hinter der Verwüstung der Gemüsegärten steckt und schlägt sie in die Flucht. Er zeigt dem Dorfvolk, wie man durch Töpfern zu Wohlstand gelangen kann. Er unternimmt einen unfreiwilligen Ausritt auf einer Giraffe, und er besorgt den vergifteten Frauen des Dorfes rechtzeitig das heilsame Gegenkraut. Das alles unter den wachsamen Augen der Hexe Karaba, die gegen Kiriku keine Chance hat.

Durch die episodische Erzählweise und seine Kürze eignet sich dieser Zeichentrickfilm sehr gut schon für die kleinsten Zuschauer, versteht es aber auch, durch subtilen Witz, ein älteres Publikum in seinen Bann zu ziehen.

 

Kritik der Kinderjury

KIRIKU UND DIE WILDEN TIERE ist ein Film, der sich an jüngere Kinder ab 5 oder 6 Jahren richtet. Das hat sich für uns besonders durch die Erzählstruktur gezeigt: Ganz nach afrikanischer Tradition gibt es einen Märchenerzähler, der hintereinander vier kleine Geschichten erzählt (Gemüsegarten/Wasser/Hyäne, Tonwaren, Giraffe/Fetische, kranke Mütter). Das ist für jüngere Kinder leicht zu überschauen und auch die Spannungsbögen sind so kurz, dass sie alles gut verarbeiten können. Es gibt einige Szenen, die Angst machen könnten, z.B. wenn die Zauberin Karaba, die Hyäne, die Fetische oder der Stier vorkommen. Die Bösen sind dabei an ihren roten Augen immer sehr gut erkennbar. Diese spannenden Szenen waren aber immer sehr kurz und alle Geschichten gehen gut aus. Die vielen Wiederholungen und dass wir meist sehr gut voraussehen konnten, was passieren wird, das war für uns zwischendurch langweilig, aber für jüngere Kinder ist das sicher richtig so.

Die Hauptfigur Kiriku ist für jüngere Kinder bestimmt sehr lustig. Wir finden es gut, dass jemand, der klein ist, auch sehr gescheit sein und seinem Dorf helfen kann. Bei uns werden Kleine oft verspottet, hier sehen wir ein gutes Gegenbeispiel. Kiriku war den anderen meist voraus und hat am Ende eigentlich immer Recht behalten, trotzdem haben die DorfbewohnerInnen ihm zuerst oft nicht geglaubt.

Der Film gibt einen guten Einblick in das Leben und die Kultur in Afrika. Dazu gehört auch, dass die Frauen immer mit nackten Brüsten zu sehen sind - daran haben wir uns in am Beginn erst gewöhnen müssen. Das Gewand der Menschen sieht z.B. auch anders aus als bei uns, das hat uns sehr angesprochen.

Uns hat der Stil, in dem der Film gezeichnet ist, sehr gut gefallen. Es gibt viele sehr schöne Details, z.B. die Blumen im Dschungel. Alles ist sehr farbenfroh und man hat auch immer genug Zeit, um sich alles genauer anzuschauen und die Bilder und Farben zu genießen. Das ist wieder für die Jüngeren sehr wichtig. Besonders die Landschaften und die Hintergründe waren sehr schön gezeichnet, und es gab auch ein paar sehr interessante Perspektiven (z.B. als Kiriku vor der Hyäne davon läuft). Überhaupt wird vieles aus der Perspektive von Kiriku gezeigt, also z.B. von unten. Die afrikanische Musik war gut gewählt, obwohl uns das immer gleiche Kiriku-Lied ein wenig genervt bzw. gelangweilt hat (für die Jüngeren ist das aber wieder gut). Die bösen Fetische hatten nicht nur ein grimmiges Aussehen, sondern auch eine unangenehm schrille Stimme, das hat natürlich sehr gut gepasst.

Dieser Film ist "ganz anders". Es ist uns nicht immer leicht gefallen, uns in alles gut hinein zu versetzen - es ist eine sehr fremde Welt, um die es da geht. Einige von uns glauben auch, dass man sich in einen Real-Film besser hinein versetzen kann als in einen Zeichentrick-Film. Ein paar von uns denken auch, dass sich eher Mädchen diesen Film anschauen werden als Buben, weil es wenig Action und Abenteuer gibt. Für jüngere Kinder können wir den Film aber sehr empfehlen!

 

Frankreich 2005
75 Minuten, Farbe

Regie: Michel Ocelot
Animationsfilm

empfohlen ab 5 Jahren