DIE KLEINEN BANKRÄUBER

© Mini Film

DIE KLEINEN BANKRÄUBER
(MAZIE LAUPITAJI)

Das wollen sich Robby und seine Schwester Louise nicht gefallen lassen! Weil der Vater arbeitslos geworden ist, hat die Bank der Familie das Dach über dem Kopf buchstäblich weggezogen. Was liegt da näher, als die Bank auszurauben und sich das Verlorene einfach wieder zu holen? Der kleine Robby hat einen ausgefeilten Plan, und den Kindern gelingt es tatsächlich, bis in den Tresorraum vorzudringen und mit einem Packen Dollars zu flüchten. Aber damit lösen sie eine haarsträubende Verfolgungsjagd aus.

Viele witzige Ideen, Slapstickeinlagen, spannende Verfolgungsjagden und gute SchauspielerInnen machen diese schräge Krimikomödie zu einem Vergnügen für die ganze Familie.

 

Kritik der Kinderjury

Uns hat begeistert, wie konsequent aus der Perspektive von Kindern diese Geschichte erzählt wird. Von Anfang an ist klar, warum der kleine Robby in einer Mischung aus kindlichem Gerechtigkeitssinn und Abenteuerlust die Bank ausrauben will. Die moralischen Bedenken seiner zwei Jahre älteren Schwester helfen nichts und schnell ist sie zum Mitmachen überredet. Die beiden Figuren sind vom Drehbuchautor gut ausgedacht und von den Kinderdarstellern toll gespielt. Mit viel Humor und Ironie erfährt man, welche Vorteile es haben kann, klein zu sein. Überhaupt, wenn man so schlau und gewitzt ist wie die beiden Geschwister. Bei ihrem Banküberfall gelangen sie mit Hilfe von "kindergroßen" Mistkübeln, die sie als Versteck benutzen, an die ersehnten Geldscheine. Sie wissen ja nicht, dass die Banknoten gefälscht sind. Das wissen nur wir die ZuschauerInnen, und daraus ergibt sich bald eine lustige Verfolgungsjagd. Denn die tollpatschigen Security-Männer der Bank müssen verhindern, dass die Kinder das Geld ausgeben und so der ganze Schwindel auffliegt. Es war ein Riesenspaß, wie Robby und Louise die beiden Männer quer durch die Stadt an der Nase herumführen. Damit verdient sich dieser Film einen Extra-Punkt für Humor.

Lustig und filmisch sehr schön umgesetzt waren die Einstellungen, die den Blick der Kinder aus dem Einwurf-Schlitz ihres Papierkorb-Verstecks zeigen oder auch die Bilder, als sich Robby mit Opas Brille "verkleidet", und man sieht als ZuschauerIn mit ihm alles ganz verschwommen. Insgesamt fanden wir die Kamera-Arbeit sehr fantasievoll und einfallsreich. Schön waren auch die Aufnahmen von der Landschaft und den Tieren am Bauernhof.

Besonders gefallen hat uns auch, dass der Regisseur viele lustige Szenen oft ganz ohne Text, nur mit Bildern, Musik und Ton erzählt. Etwa als Opa Nägel auf die Straße streut, um die Bankleute aufzuhalten, die "wandernden" Müllcontainer in der Bank, und wie die Bankbeamten in der Videoaufzeichnung der Überwachungskamera bemerken, wer da dahinter steckt.

Super fanden wir das Finale am Bauernhof, wie sich die schnöseligen Security-Heinis im Stall vor den Bauernhof-Tieren fürchten und der korrupte Bankdirektor zur Strecke gebracht wird. Vor allem der coole Opa hat uns mit seinen listigen Tricks imponiert.

Ein netter Einfall war auch die kleine Maus, die sich in der Bank eingenistet hat und sich mit noch so vielen Mäusefallen nicht fangen lässt. Sie begleitet uns vom Anfang bis zum Ende des Films und lacht sich gemeinsam mit den ZuschauerInnen ins Fäustchen, als im Nachspann eine Radio-Meldung vom Verschwinden eines Schiffes im Hafen berichtet wird, und Oma Abolin ihre Tochter am Handy besorgt fragt: "Sind die Kinder zu Hause?"

 

Lettland/Österreich 2009
76 Minuten, Farbe

Regie: Armands Zvirbulis
mit: Gustavs Vilsons, Zane Leimane, Karl Markovics, u. a.

empfohlen ab 6 Jahren