DIE LEGENDE VOM WEIHNACHTSSTERN

© Filmladen Filmverleih

DIE LEGENDE VOM WEIHNACHTSSTERN
(REISEN TIL JULESTJERNEN)

Als sich Sonja vor einer Diebesbande im Königsschloss versteckt, hört sie zufällig, dass die Königstochter, Prinzessin Goldhaar, verschwand, als sie den Weihnachtsstern finden wollte. Der König verfluchte den Stern, worauf dieser nie wieder gesehen wurde. Prinzessin Goldhaar wird nur zurückkehren, wenn der König den Stern bis Weihnachten findet. Sonja beschließt, dem König zu helfen, und macht sich auf den Weg. Sie muss sich gegen eine böse Hexe und einen hinterlistigen Grafen bewähren, aber sie bekommt auch Hilfe von den magischen Wesen des Waldes, dem großen Bären und dem Nordwind.

In diesem Film verschmelzen die Themen und Motive des klassischen Märchens mit wunderbaren filmischen Effekten zu einer bezaubernden Erzählung für jüngere Kinder.

 

Kritik der Kinderjury

Wenn man Weihnachtsfilme und Märchen mag, dann ist man bei diesem Film bestens aufgehoben! Es werden zwar einige sehr typische Märchen-Motive („Aschenputtel“, Hexe usw.) verwendet und es kommen auch einige nordische Märchen-Elemente (Wichtel, Grütze usw.) vor, aber trotzdem ist das Märchen nicht nur einfach ganz typisch, sondern schon auch ungewöhnlich. Manche von uns konnten ungefähr vorhersehen, wie es ausgehen wird, aber dann gab es doch noch einige unerwartete Wendungen und eine sehr gute Auflösung der Geschichte. Umrahmt wird der Film übrigens zu Beginn und am Ende von gezeichneten Bildern in einem Märchenbuch und einer Erzähler-Stimme, also etwas Märchen-typischem. Wenn man kitschige Filme nicht gar so gerne mag, dann könnte der Film für manche ein bisschen zu sehr an der Grenze zum Kitsch kratzen.

Die norwegischen Winterlandschaften, die Baumhöhle der Wichtel und das Nordpol-Quartier des Weihnachtsmannes sind wunderschön anzusehen! Auch die Ausstattung, die Kostüme und die Kulissen sind besonders detailreich und liebevoll gestaltet.

Neben den Hauptfiguren gibt es mit Moses Großvater (mit dem lustigen Hör-Rohr!), dem Liebespaar Petrine und Ole sowie dem Hund Bruno einige sehr nette Nebenfiguren. Die DarstellerInnen machen ihre Sache alle sehr gut, vor allem Vilde Marie Zeiner als „Sonja“ spielt super. Aber auch die Bösewichte, also der Graf, die Hexe und ihre Tochter, sind richtig gut „böse“ – ohne sie wäre es vielleicht sogar fad geworden. Die „Bösen“ sind jedenfalls für die meisten Spannungsmomente verantwortlich, also wenn sie z.B. sehr plötzlich auftauchen oder wenn sie Sonja verfolgen. Der Rhythmus von Spannung und Entspannung ist aber (unserer Meinung nach auch für jüngere Kinder) sehr gut gelungen.

Die Spezialeffekte bzw. die filmischen Tricks (z.B. der Bär, Sonjas Flug auf dem Nordwind und der Kunstschnee beim Weihnachtsmann) haben wir ziemlich leicht durchschaut. Sie sind nicht schlecht gemacht, waren für uns aber doch einfach zu erkennen. Jüngere Kinder werden das alles aber eher für bare Münze nehmen als wir.

Die Bilder des Films sind sehr gelungen, vor allem die Flugaufnahmen sind wirklich toll. Auch der Schnitt ist gut, also z.B. von normaler auf Wichtel-Größe oder von Sonjas Reise bis zu den Bildern davon in der Hexenkugel. Im Film wird des Öfteren die Parallel-Montage eingesetzt, also z.B. wenn Sonja auf ihrem Weg gezeigt wird, sind die Geschehnisse im Schloss, die zeitgleich stattfinden, dazwischen geschnitten.

Insgesamt ist DIE LEGENDE VOM WEIHNACHTSSTERN ein Film, den wir fast als Kleinkinder-Film unterschätzt hätten. Er geht vielleicht auch eher in Richtung großes Kino/Blockbuster als ein typischer Kinderfilmfestival-Film, aber wir finden, dass er ungeachtet dessen sehr gelungen ist und beste Familien-Weihnachts-Unterhaltung bietet.

Noch ein letzter Tipp: Schaut euch diesen Film auf jeden Fall bis ganz zum Schluss (= den gesamten Abspann) an, denn da wird noch eine wichtige Sache aufgelöst!

 

Norwegen 2013
77 Minuten, Farbe

Regie: Nils Gaup
mit: Vilde Zeiner, Anders Baasmo Christiansen, Agnes Kittelsen u. a.

empfohlen ab 6 Jahren

Nils Gaup
Nils Gaup