Magisches Silber © Norwegian Film Institute

© Norwegian Film Institute

MAGISCHES SILBER
(JULENATT I BLÅFJELL)

In der Tiefe des blauen Berges lebt das kleine Volk der Blaugnome. Sie bewachen das magische Silber – eine Substanz mit Zauberkraft, mit deren Hilfe zur magischen Stunde der ewige Wechsel zwischen Tag und Nacht vollzogen wird. Prinzessin Blauröschen bricht das eherne Gesetz, das Fremden den Zutritt verbietet, und bringt eine Gruppe von Rotgnomen mit in den Berg. Durch ihre Schuld wird das magische Silber gestohlen, und die Welt droht in ewiger Dunkelheit zu versinken. Nun liegt es an Blauröschen, Mut zu beweisen und das magische Silber zurück zu holen.

Die spannend erzählte Geschichte macht sich an traditionellen Märchenmotiven fest und zeichnet sich durch Sorgfalt und liebevolle Details in der Ausstattung aus.

 

Kritik der Kinderjury

Für jüngere Kinder ist das ein ganz fantastischer, sehr gut auf die Altersgruppe zugeschnittener Märchenfilm! Die Idee, dass die Gnome im Blauen Berg mit ihrem magischen Silber für das (Tages-)Licht zuständig sind, fanden wir sehr gut. Auch die Botschaft "Wenn du nie Angst hast, dann kannst du auch nie mutig sein." ist für uns gut rüber gekommen. Außerdem geht es darum, dass man vor dem Fremden (Gnomen-Welt im Berg bzw. am Bauernhof, fremdes Essen usw.) und den Fremden (blaue wollen mit roten Gnomen nichts zu tun haben und umgekehrt) keine Angst haben muss. Man kann im Gegenteil vieles erreichen, wenn man sich mit "den anderen" verträgt und anfreundet.

Für uns war sonst zwar vieles von der Geschichte vorhersehbar (was uns nichts ausgemacht hat!), aber wir haben an der Reaktion der Kinder im Publikum sehr gut gemerkt, wie stark sie bei den vielen kleinen Spannungsbögen mitgegangen sind (z. B.: Werden die Gnome vom Bauern entdeckt oder nicht?).

Die Darstellerin der Prinzessin Blaurose wurde sehr gut für ihre Rolle ausgesucht. Das hübsche Mädchen spielt sehr überzeugend – und sie sieht für diesen Film einfach "richtig" aus. Übrigens wurden auch die vielen anderen DarstellerInnen sehr gut gecastet, denn sie haben vom Typ her alle gut in die Gnomenwelt gepasst. Am Ende haben wir uns jedenfalls mit der Prinzessin gefreut, dass ihre Krone durch ihre mutigen Taten glänzend geworden ist. Ihre Freundschaft zu Dreng, dem jungen König der roten Gnome, und die Umarmung der beiden am Schluss waren uns sehr wichtig. Vor allem die Mädchen in der Jury hätten es gern gesehen, dass sich die beiden auch küssen. Aber vielleicht klappt das ja noch später in ihrem Leben?! Es war auch toll, dass Blaurose von ihrem Ausflug zum Bauernhof einen Zapfen für Erke mitgebracht hat, denn am Anfang geht sie vor lauter Angst nicht in den Ahnenraum, um seinen Zapfen zurück zu holen.

Es gab einige sehr lustige Szenen, u. a. jene, in der der diebische rote Gnom Wams bei der Rodelfahrt im Baum hängen bleibt. Auch dass einer der roten Gnome die ganze Geschichte in der Scheune verschläft, war ein guter Gag. Dass der Bauer die Gnome nie bemerkt, ist zwar ein bisschen unwahrscheinlich, war aber auch sehr lustig.

Das Zeitempfinden hat bei uns nicht ganz mit dem Film übereingestimmt, denn manchmal war die magische Stunde recht kurz, manchmal dafür eher unwahrscheinlich lange. Die Spezialeffekte waren nicht ganz perfekt, denn man sieht z. B. sehr genau, dass bei der Rodelfahrt getrickst worden ist. Aber dafür haben wir Verständnis, denn dieser Film hatte sicher nicht so viel Geld wie ein Hollywood-Film.

Die Maske und die Kostüme haben uns sehr gut gefallen. Die Farben rot und blau ergeben einen guten Kontrast, und man kann so auch die beiden Gnomen-Gruppen gut unterscheiden. Die Landschaft – vor allem der Blaue Berg, der eine Form hatte wie die Kopfbedeckung der blauen Gnome – war wunderbar ins Bild gesetzt.

Einen schönen Kamera-Blick gab es noch: Solveig dreht sich langsam um und schaut dem diebischen Wams in die Augen, woraufhin er zerfällt. Dass die Gnome zerfallen bzw. verschwinden, wenn sie nicht rechtzeitig zum Ende der magischen Stunde zurück sind, oder wenn sie sterben wie Blauroses Vater, oder eben wenn ihnen Menschen in die Augen sehen, war eigentlich gar keine schlechte Lösung.

 

Norwegen 2009
83 Minuten, Farbe

Regie: Roar Uthaug, Katarina Launing
mit: Ane Viola Andreassen Semb, Johan Tinus Lindgren, u. a.

empfohlen von
6 bis 10 Jahren

Katarina Launing, Roar Uthaug
Katarina Launing, Roar Uthaug