MAX(IMAL) PEINLICH

© SF Films A/S

MAX(IMAL) PEINLICH
(MAX PINLIG)

Preis der Kinderjury (Lobende Erwähnung), Internationales Kinderfilmfestival 2009

Was gibt es Schlimmeres als eine Zahnspange, wenn man sich gerade in das neue Mädchen in der Klasse verliebt hat und nicht weiß, wie man damit umgehen soll? Es gibt noch Schlimmeres! Nämlich eine Mutter, die immer das Falsche sagt und gerade dann ins Zimmer stürmt, wenn man der Angebeteten ein Stückchen näher zu kommen verspricht. Da helfen auch die Ratschläge des besten Freundes wenig. Wenn man dann noch selber ständig ins Fettnäpfchen tritt, wird es wirklich schwer. Wie Max es trotzdem schafft, sich in seiner Welt zu behaupten, zeigt der Film mit viel Humor und Liebe zum Detail.

Mit bewegter Kamera und ausgefeilter Farbgebung erzählt die turbulente Geschichte von einem dänischen "Malcolm mittendrin".

 

Kritik der Kinderjury

In diesen Film konnten wir uns sehr sehr gut hineinversetzen! Max erlebt ganz viele Situationen, die wir auch kennen. Vor allem in den Szenen mit seiner Mutter, in denen etwas Peinliches passiert, haben wir uns auch in den Kinosesseln gewunden, weil es so peinlich ist. Dabei ist die Mutter eigentlich sehr nett, kümmert sich um ihren Sohn und ist gar nicht sooo wahnsinnig peinlich, nur Max empfindet es halt so. Als Beispiele für besonders peinliche Szenen zu erwähnen wären die Kirchen-Szene gegen Ende des Films, als die Mutter vor allen zu singen beginnt, oder die Supermarkt-Szene, als die Mutter Ophelia vom Anpinkeln erzählt. Auch die nur in Max’ Fantasie spielende Szene, die ihn bei einem Fernseh-Interview über seine Peinlichkeit zeigt, und bei der dann auch noch seine Mutter auftaucht, ist wunderbar peinlich gelungen.

Als besonderes Stilmittel verwendet der Film Bilder, die aussehen wie Archiv-Aufnahmen oder alte Homevideos. Diese sind sehr flott geschnitten und bilden jeweils eine Art absurder Gedankenkette (die beste ist die mit dem Jungen, dem der Tod vorhergesagt wird, der aber dann doch noch lange lebt und viele Dinge erreicht). Sie werden immer dann ins normale Filmmaterial hinein geschnitten, wenn Max gerade wieder etwas furchtbar peinlich ist. Diese gestalterische Idee hat uns sehr gut gefallen und sie ist auch etwas Neues.

Die Figuren sind sehr gut ausgearbeitet und witzig, wie z. B. der Pastor, der gern "Counterstrike" spielt, wo er tausende Leute töten kann. Die SchauspielerInnen, vor allem die DarstellerInnen von Max und seiner Mutter, machen ihre Sache sehr gut. Die verschiedenen Nebenhandlungen, wie z. B. Ophelias oder Esthers Geschichte, sind fließend in die Haupthandlung um Max eingebaut und waren für uns ebenso wie die verschiedenen Figuren gut zu überblicken. Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive von Max, der immer wieder aus dem Off seine Gedanken äußert.

Die Kamera fanden wir sehr gut, sie ist oft mittendrin in einer Szene und verstärkt so den Eindruck bei den ZuschauerInnen, dass sie "ganz nah dran" sind. Oft schwenkt sie auch zwischen zwei Personen hin und her (z.B. Max – Hassan), ohne dass geschnitten wird. Schön ist es immer, wenn die Kamera die Handlung von außen oder innen durch ein Fenster beobachtet. Das kommt im Film öfters vor, und einmal wird sogar eine ganze Sequenz über mehrere, Max' Zimmer gegenüber liegende Fenster hinweg mitverfolgt.

Die Musik war sehr gut und passend. Am besten war das peinliche Lied von "Jodel Birger", mit dem Hassan seinem Freund Max aber auch eine Botschaft schickt ("Freunde sind nicht mit Gold zu bezahlen"). Außerdem fanden wir gut, dass in diesem Film sehr viel selbst gesungen wird.

Das Ende mit der Silvesterparty ist überraschend (was die Pärchen angeht) und sehr lustig (wir sagen nur: Zahnspangen)! Wir finden es toll, dass das Thema "peinliche Kinder- und Eltern-Situationen" einmal in einem Film behandelt wird!

 

Dänemark 2008
94 Minuten, Farbe

Regie: Lotte Svendsen
mit: Samuel Heller-Seiffert, Anna Egholm, Ophelia Eriksen, u. a.

empfohlen von
9 bis 14 Jahren