MEIN NAME IST EUGEN

© Internationales Kinderfilmfestival

MEIN NAME IST EUGEN

Als Eugen und Wrigley mit ihren Streichen den Bogen mal wieder überspannt haben, bleibt ihnen nichts anderes übrig als auszureißen. Gemeinsam mit den Freunden Edi und Bäschteli geht die Reise mit dem Fahrrad quer durch die Schweiz. Die Jungen wollen nach Zürich, um Fritzli Bühler, den legendären König der Lausbuben, ausfindig zu machen und sich mit ihm über den Schatz des Titicacasees zu beraten. Während die Eltern der Jungen eine groß angelegte Fahndung in die Wege leiten und ihnen dicht auf den Fersen sind, erlebt die Viererbande das Abenteuer des Sommers.

Im liebevoll rekonstruierten Zeitkolorit der 50er-Jahre lässt die Verfilmung des Romans von Klaus Schädelin von Kugellager fressenden Hühnern bis zu wild gewordenen Stieren keinen Gag aus und bringt diese mit schrillem Humor kindergerecht auf die Leinwand.

 

Kritik der Kinderjury

Dieser Film, der in Bern 1964 spielt, ist eine äußerst schräge Komödie. Vieles ist natürlich unrealistisch, aber wir finden den Film insgesamt sehr lustig und spannend.

Eugen ist die Figur, die durch den Film führt. Als Erzähler aus dem Off beschreibt er einiges sehr amüsant, z.B. „Das ist ein Trick, den schon Karl May angewandt hat“. Die vielen Comic-Elemente wie z.B. die Zeichentrick-Augen im Dunkeln (von denen dann eines nach einer Schlägerei auch blau wird), eingeblendete Schriften und Pfeile sowie das „Ende“, das immer wieder durchgestrichen wird, haben den meisten von uns sehr viel Spaß gemacht. Die Eltern der Buben verhalten sich sehr übrigens unterschiedlich - Eugens Eltern streiten dauernd miteinander.

Zur Bande gehört außerdem Wrigley, der eigentlich Franz heißt. Seine beste Szene ist die am Ende des Films, als er mit geschlossenen Augen ein Mädchen küssen will und ihm die drei anderen auf einem Stecken eine Kröte dazwischen halten. Wrigleys Eltern sind übervorsichtig, wie sich besonders am Autofahr-Stil seines Vaters zeigt.

Dritter im Bunde ist Eduard. Er ist besonders stark und hat so viele Geschwister, dass seine Eltern gar nicht auf Anhieb sagen können, wann er Geburtstag hat - eine sehr witzige Szene!

Schließlich gehört auch noch der Bäschteli zur Bande. Er hat mehrere gute Szenen, unter anderem, als er sich vor einer Vogelscheuche ziemlich erschreckt. Am lustigsten ist aber, als er von einem Stier verfolgt wird und am Ende in einer Jauchegrube landet. Für uns war dabei ganz klar erkennbar, dass der Stier, der ihn verfolgt, als Trickfigur in den Film hinein montiert worden ist. Bäschtelis Eltern sind sehr vermögend und immer besorgt um ihn.

Erwähnenswert ist auch die Szene, in der ein mit Wasser voll gepumptes Boot vom Dachboden durch mehrere Stockwerke bis zur Wohnung von Tante Melanie durchbricht. Das war wirklich ganz toll gemacht! Die Perspektive, als man dann von unten bis zum Dach hinauf durch alle Löcher durch sieht, ist wirklich beeindruckend.

Gleich zu Beginn gibt es noch eine besonders lustige Szene, in der Wrigley von Eduard einen Ritter-Helm „aufgesetzt“ bekommt. Es gibt einen kurzen Blick durch das Augengitter des Helms, auch eine sehr nette Perspektive.

Erwähnenswert finden wir auch die Szene mit dem Zug, die sehr komisch war, weil der Zug passend zur Musik nach vorne und rückwärts fährt.

Vieles an der Handlung war überraschend, z.B. legen Eugen und Wrigley eine falsche Fährte, indem sie der kleinen Schwester von Wrigley sagen, dass sie ins Pfadilager fahren. Es klappt dann aber nicht, dass sie wie geplant nach Zürich fahren, sondern sie landen erst recht in jenem Zug, der sie ins Pfadilager bringt.

Wer schräge Filme mag, sollte diesen Film nicht versäumen!

 

Schweiz 2005
100 Minuten, Farbe

Regie: Michael Steiner
mit: Manuel Häberli, Janic Halioua, Dominic Hänni, Alex Niederhäuser, u. a.

empfohlen ab 8 Jahren