MITTEN IN DER WINTERNACHT

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MITTEN IN DER WINTERNACHT
(MIDDEN IN DE WINTERNACHT)

Von einem Riesenkrach mitten in der Nacht geweckt, staunt Max nicht schlecht, als er einen sprechenden Elch im Schuppen vorfindet, der sich Kekse und Kakao bestellt. Herr Elch und der Weihnachtsmann sind bei der Testfahrt des Schlittens abgestürzt, und das so kurz vor dem Fest, wo die Geschenke zu verteilen sind! Zuerst muss der Weihnachtsmann gesucht werden, der irgendwo in einem Misthaufen gelandet ist. Aber zum Weiterfliegen brauchen die beiden auch Sternenstaub, und der ist nicht aufzufinden. Nun muss Max' ganze Familie zusammenhelfen, damit das Weihnachtsfest gerettet werden kann!

Die filmische Adaption von Andreas Steinhöfels Roman "Es ist ein Elch entsprungen" ist überaus gelungen und bietet Unterhaltung für die ganze Familie auf hohem Niveau.

Golden und Platinfilm, Niederlande 2013

Kritik der Kinderjury

Diese witzige Geschichte hat uns sehr gut gefallen, obwohl es auch ein bisschen traurig war, als Max und Moos sich voneinander verabschieden mussten. Es gibt viele lustige Dialoge, etwa als der Weihnachtsmann dem Psychiater antwortet: "Mein Elch ruft an!" Oder als der Weihnachtsmann die Großmutter von Max fragt, wie er aussieht, und sie meint: "Sexy!!" Wir hätten uns sogar ein bisschen mehr Vorgeschichte gewünscht, also mehr Hintergründe zu Max' Familie und zur lockeren Schraube des abgestürzten Weihnachtsschlittens.

Auch viele einzelne Szenen haben wir total nett gefunden, und das beginnt schon, als Max und Moos sich kennenlernen. Max läuft verblüfft aus der Scheune, weil er gar nicht glauben kann, dass ein sprechender Elch darin gelandet ist (er spielt dort sonst alleine mit der Modelleisenbahn). Den Elch hört man dann sogar noch durch die Scheunenwand drauflos quatschen! Ein anderes Beispiel wäre der Film-Abend, den Max und Moos gemeinsam in der Scheune verbringen. Und wie die Großmutter den Weihnachtsmann zu motivieren versucht, ist ebenfalls eine wirklich gelungene Szene.

Max ist eine Figur, die Kraft hat – trotz den Problemen mit seinem Vater und daraus folgend auch mit den Buben, von denen er gemobbt wird. Aber nicht nur die Hauptfiguren (neben Max z.B. auch noch seine hochbegabte jüngere Schwester Kiki), sondern auch Nebenfiguren wie z.B. der Nasenbohrer in der Psychiatrie sind sehr gut ausgedacht. Den schießwütigen Nachbar Herr Panneman fanden wir manchmal zwar ein wenig gruselig, insgesamt gibt er aber doch eine eher lächerliche Figur ab.

Die Regie hat sehr viele gute Ideen in den Film eingebracht. Uns ist aufgefallen, dass sich die Figuren im Film immer wieder rufen – und praktisch nie ist jemand da, der antwortet! Oft sind die Figuren auch gar nicht im Bild zu sehen und man bekommt nur über die Dialoge mit, was gerade passiert (und das funktioniert super!). Auch die Einbruch-Szene, als Max den Sternenstaub von Herrn Panneman holen möchte, ist ungewöhnlich gelöst, denn er bleibt nicht unentdeckt (wie das oft der Fall ist), erreicht aber trotzdem, was er will.

Im Film gibt es sehr schöne Bilder von der tief verschneiten Landschaft, in der man aus der Luft sogar Schispuren erkennen kann. Neben den Flugaufnahmen haben wir auch die Bilder von der Brücke sehr gemocht. Die Kamera bleibt oft auf der Höhe von Max, z.B. als Max und Moos Schnee von einem Baum herunterschütteln, um sich vor Herrn Panneman zu verstecken (man sieht nur seine Stiefel und lustigerweise Teile des Elch-Geweihs).

Der Elch ist übrigens ganz toll gemacht, denn man kann eigentlich kaum erkennen, dass er nicht echt ist. Eine lustige Szene ist gleich seine erste, als er vom Himmel herunter durch das Scheunen-Dach herunterkracht. Das sieht man gar nicht im Bild, man hört zunächst nur die Geräusche und sieht dann erst das Ergebnis. Auch die Tricks mit den Flügen von Elch, Max, Weihnachtsmann und Herrn Panneman sind toll! Wir hätten übrigens gerne gewusst, wo Herr Panneman am Ende gelandet ist.

Von den SchauspielerInnen toll gespielt, mit einer super gemachten Tonspur versehen (Elch-Absturz, Sternenstaub usw.) – wir könnten noch ganz viel aufzählen! Zusammenfassung: Ein lustiger und spannender Weihnachtsfilm für Volksschulkinder!

 

Niederlande/Schweden/
Belgien 2013
85 Minuten, Farbe

Regie: Lourens Blok
mit: Jeroen van Koningsbrugge, Jelka van Houten, Derek de Lint, Dennis Reinsma u. a.

6 +

Lourens Blok
Lourens Blok