Moondance Alexander

© Internationales Kinderfilmfestival

MOONDANCE ALEXANDER

Preis der Kinderjury (Lobende Erwähnung), Internationales Kinderfilmfestival 2007

Moondance fällt auf der Highschool nicht nur durch ihre Kleidung auf. Sie ist auch etwas tollpatschig und deshalb eine leichte Beute für die bösen Späße ihrer Mitschülerinnen. Als Moondance auf der Straße ein entsprungenes Pferd findet und es dem Besitzer zurückbringt, verdingt sie sich in dessen Reitstall als Hilfskraft – gegen das Versprechen, Checkers reiten zu dürfen. Zwischen dem wortkargen, muffigen Dante Longpre und dem beharrlichen Mädchen entwickelt sich langsam eine Freundschaft, aus der beide viel lernen. Als sie sich entschließen, mit Checkers am alljährlichen Springturnier der Stadt teilzunehmen, wird das beider Leben für immer verändern.

Der Film erzählt davon, wie wichtig es ist, zu seiner Individualität zu stehen und beharrlich sein Ziele zu verfolgen, um Selbstachtung und den Respekt der anderen zu gewinnen.

 

Kritik der Kinderjury

Ein bezaubernder Pferdefilm, der die Mädchen aus der Kinderjury restlos begeistert hat. Die Jungs konnten naturgemäß weniger mit der Geschichte anfangen. Obwohl sie die Machart des Films auch gelobt haben.

Angenehm empfanden alle die Überschaubarkeit der Erzählung und die Klarheit mit der Gefühle und Themen in diesem Film vermittelt werden. Berührt hat vor allem die Mädchen die Einfühlsamkeit, mit der die Geschichte von Moondance erzählt wird. Ihre Trauer um den Vater wird in „sprechenden“ Bildern festgehalten, zum Beispiel als sie zu Hause aus einer Kiste Erinnerungsfotos und einen alten Pullover ihres Vaters hervorkramt.

Das ist überhaupt eine große Stärke dieses Films, die Gefühle der ZuschauerInnen richtig aufzuheizen. Dahinter steckt auch ein gut ausgedachtes Drehbuch. Dass Checkers mitten in der Trainingsarbeit vor dem Turnier plötzlich schwer krank wird, steigert die Spannung. Und das Bangen, ob das Pferd aus eigener Kraft wieder auf die Beine kommen wird, springt von der Leinwand auf die ZuschauerInnen förmlich über.

Ein absoluter Höhepunkt des Films ist das Springturnier, das von den Vorbereitungen angefangen bis zum letzten entscheidenden Sprung perfekt inszeniert ist. Hier wird durch den geschickten Einsatz der Zeitlupe das Ringen um den Sieg spürbar gemacht.

Neben Moondance gibt es noch einige wichtige Figuren, die gut gezeichnet sind. So etwa ihre bemühte Mutter, die vieles überspielt und mit ihrem Tick für vegetarisches Essen ganz schön nervt. Und der wortkarge Reitstallbesitzer Dante Longpre, von dem man erahnen kann, dass er es im Leben nicht leicht gehabt hat.

Besonders gefallen hat der weiblichen Fraktion der Kinderjury, dass eine angedeutete Liebesgeschichte in die Handlung eingeflochten ist.  Moondance und Josh, ein Mitschüler aus ihrer Klasse, kommen einander im Laufe der Geschichte nur sehr beiläufig näher. Die Jurorinnen und Juroren waren froh, dass trotz Hollywood-Konzeptes des Films der obligate Kuss am Ende fehlte.

Auch den ex-aequo-Sieg von Moondance hielten alle für eine sehr schöne Lösung für das Ende des Films.

Ein Detail ist der Jury noch aufgefallen: Eine interessante Parallele zwischen Moondance und ihrem Pferd. Beide sind besonders und anders und werden deshalb ausgegrenzt. Checkers ist ein Indianerpferd, ein Pinto, das eigentlich nichts bei einem Springturnier verloren hat, wie die Preisrichter anfänglich meinen. Moondance, hebt sich erfrischend von den Highschool-Girlies ab und wird deshalb aber ganz schön gemobbt.

 

USA 2007
95 Minuten, Farbe

Regie: Michael Damian

mit: Kay Panabaker, Don Johnson, Lori Loughlin, Aedan Tomney, u. a.

empfohlen ab 8 Jahren