DER NEUE

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DER NEUE
(LE NOUVEAU)

Benoît findet in der neuen Schule schlecht Anschluss. Dann verliebt er sich in Johanna, und eine Zeit lang hängt der Himmel voller Geigen. Aber das neue schwedische Mädchen ist begehrt, und bald ist Johanna mehr mit Charles und seiner coolen Clique unterwegs. Mit Hilfe seines Onkels organisiert Benoît eine Party, aber niemand außer den Losern der Klasse erscheint. An diesem Abend begreift Benoît jedoch, dass man mit Losern sehr viel Spaß haben kann. Und blöde Witze über Sex schaffen sie allemal so gut wie Charles.

Spritzig, leicht und sehr authentisch erzählt der Film von seinen jungen ProtagonistInnen, die mitten in den Nöten der Pubertät stecken, und nimmt sie dabei immer ernst.

Kritik der Kinderjury

Dieser Film erzählt eine sehr realistische Geschichte mit Situationen, die wir alle aus unserem eigenen Alltag kennen. Die Figuren, also die verschiedenen Typen von Jugendlichen, sind sehr gut ausgedacht. Erwachsene Figuren spielen kaum eine Rolle, nur der Onkel von Benoît war wichtig, aber er hat den Teens nicht immer die allerschlauesten Tipps gegeben. Schade ist eigentlich, dass man den spaßigen kleinen Bruder von Benoît nicht öfter zu sehen bekommt.

Die drei "Klassenidioten" (Charles und seine beiden Freunde) sind ziemlich gemein, denn sie stellen Benoît während ihres Besuches bei ihm zu Hause eine Falle und machen sich über ihn lustig. Aber bei seiner Party werden Benoît, Joshua (der zunächst sogar ein wenig unsympathisch ist), Constantin und Aglaée auch zu einer Clique. Die Darstellerin von Aglaée hat ihre schwierige Rolle als spastisches Mädchen sehr gut gespielt, aber auch der Darsteller von Benoît und die anderen SchauspielerInnen haben ihre Sache gut gemacht. Das gemeinsame, ziemlich falsche Chor-Singen am Ende des Films zeigt, wie sehr sie schon als FreundInnen zusammengewachsen sind. Die Rolle von Johanna, die einen schwedischen Akzent hat (und in die sich Benoît verliebt), war bestimmt nicht ganz einfach zu spielen. Manche von uns hätten sich gewünscht, dass die beiden am Ende zusammenkommen, aber die anderen fanden es realistischer und sehr ehrlich, dass Johanna mit Benoît lieber nur befreundet sein will. Als besonders witzige Figur darf Joshuas Schwester nicht unerwähnt bleiben ("Wen soll ich schlagen?").

Wir hatten in diesem Film sehr viel zu lachen, z.B. sind die verschiedenen "Verkleidungen" des Mops bei Benoîts Party sehr lustig. Auch das Üben schlagfertiger Antworten mit Benoîts Onkel ist witzig. Der Torten-Gag, der beim ersten Mal (auf Benoîts Party) noch ein großer Spaß ist, geht dann beim zweiten Mal (auf Astrides Party) leider so richtig in die Hose. Der Hund auf Astrides Party muss übrigens ebenfalls einiges aushalten. Der Clou, dass Joshua und Benoît auf dieser Party von alkoholfreiem Bier "betrunken" sind, war eine gelungene Wendung. Sehr unterhaltsam waren auch die Szenen im Kino, als Joshua einen Super-Strohhalm bastelt.

Der Beginn des Films zeigt mit der Hilfe von Schärfeverlagerungen Benoîts Zimmer mit den rosafarbenen Wänden und den bunten Einhorn-Aufklebern am Fenster. Daran konnten wir sehr gut erkennen, dass dieses Zimmer von einem Mädchen bewohnt wurde, bevor Benoîts Familie eingezogen ist. Ein gelungener Einstieg also, der uns gleich ohne viele Worte erzählt hat, dass Benoît gerade erst umgezogen ist (von Le Havre nach Paris) – und das ist immerhin ja auch der Auslöser für seine Geschichte als "Neuer". Wir hatten den Eindruck, dass der Film anders eingefärbt ist als normalerweise, so als wäre ein Farbfilter verwendet worden. Das hat uns gefallen, weil es dadurch nicht so wie immer aussieht. Die Morgendämmerung in der Stadt (nach der Party) ist sehr schön!

Die Quellen für die Musik sind in diesem Film besonders häufig im Bild zu sehen (z.B. DJ-Musik, Akkordeon). Außerdem gibt es Szenen, in denen z.B. nur Straßengeräusche zu hören sind, und wir finden es gut, dass nicht über jeder Szene Musik drüber liegt.

Wir haben sehr gut mitbekommen, dass das Drehen für alle ein großer Spaß gewesen sein muss. Dieser Film ist der witzigste von allen, die wir gesehen haben!

 

Frankreich 2015
85 Minuten, Farbe

Regie: Rudi Rosenberg
mit: Réphaël Ghrenassia, Joshua Raccah, Géraldine Martineau, Johanna Lindstedt u. a.

12 +

Rudi Rosenberg
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