Onni von Sopanen

© Internationales Kinderfilmfestival

ONNI VON SOPANEN

Seit Onni im Biologieunterricht gelernt hat, dass Eltern mit braunen Augen ganz selten Kinder mit blauen Augen bekommen, hegt er Zweifel an seiner Herkunft. Warum gibt es keine Babyfotos von ihm, aber jede Menge von seiner Schwester Ida? Außerdem wird Ida von seinen Eltern eindeutig bevorzugt. Sie darf in ein teures Sommercamp fahren und bekommt den Computer, den sich Onni schon so lange wünscht. Ida nervt sowieso mit ihren ständigen Parolen über ethische Korrektheit, sie kann also gar nicht seine richtige Schwester sein. Und über welches Geheimnis tuscheln die Eltern mit der Tante ständig? Jetzt will es Onni aber genau wissen!

Onnis Ängste und Zweifel werden in diesem Film geschickt als Aufhänger verwendet, um ganz alltägliche Beziehungen zwischen Kindern und deren Freunden, Eltern und Lehrern liebevoll darzustellen.

 

Kritik der Kinderjury

Dieser Film hat uns gut gefallen, weil er sehr lustig ist. Das Foto zum Film zeigt eine der amüsantesten Szenen, nämlich als Onni und sein Freund Josku Grimassen schneiden, weil Onnis Schwester Ida draußen vor dem Fenster einen Burschen küsst. Besonders mögen werden den Film natürlich auch alle Meerschweinchen-Fans. Die lustigste Meerschweinchen-Szene ist die, als Onni, Josku und Miro zwecks Paarung ihrer Nager erotische Musik auflegen. Das große Thema des Films, nämlich sich damit zu beschäftigen, woher man kommt, was einen mit seiner Familie verbindet oder ob man vielleicht sogar adoptiert worden ist, fanden wir total interessant.

Der Film ist allerdings sehr komplex und man muss immer sehr gut aufpassen, damit man alles richtig mitbekommt. Für uns war er oft verwirrend und zu durcheinander. Man musste sich z.B. zu viele Vor- und Nachnamen bzw. Namens-Abkürzungen merken, und wir haben uns bei den vielen Figuren auch nicht immer gleich ausgekannt, wer zu wem gehört. Uns ist auch relativ lange nicht klar geworden, ob Onnis Eltern nun seine richtigen Eltern sind oder nicht. Es wäre alles möglich gewesen, das kommt v. a. in jener Szene heraus, als Onnis Mutter am Telefon meint, dass Ida wahrlich ihre Tochter ist, weil sie ihr in vielen Dingen so ähnlich ist (und der lauschende Onni vermutet, dass das auf ihn nicht zutrifft).

Auch das Ende fanden wir nicht eindeutig genug. Wir haben teilweise gar nicht mitbekommen, dass außer der Mutter auch Onnis Tante Lisii ein Kind bekommt. Es wäre also z.B. hilfreich gewesen, die Babys oder zumindest die Kinderwägen zu sehen. Schade fanden wir auch, dass die Geschichte von Onnis nettem Lehrer und seiner Frau, die im Rollstuhl sitzt, nicht wirklich aufgelöst wird. Andererseits ist es natürlich auch schön, dass wir uns so nun selbst ausdenken können, wie es mit Onni, seiner Familie, seinen Freunden und dem Lehrer weitergeht.

Die Auseinandersetzungen zwischen den Geschwistern haben uns sehr gut gefallen, denn Geschwister vertragen sich nun mal nicht immer. In den meisten anderen Filmen ist immer alles eitel Wonne, und das entspricht ja gar nicht der Realität. Wir finden übrigens, dass Onnis Schwester Ida ein ziemliches Miststück ist, weil sie den Berufsschüler ihres Vaters verpetzt, obwohl der unschuldig ist.

Die Zeitsprünge haben wir nicht immer gut genug verstanden. Als das Meerschweinchen parallel zu Onnis Mama schwanger wird und am Kalender zu sehen ist, wie die Zeit vergeht, haben das nicht alle von uns mitbekommen.

Jüngere Kinder werden die Trick-Sequenzen zu Beginn des Films und Onnis Trickfiguren besonders mögen. Die Witze sind unserer Meinung nach aber nicht alle für Jüngere geeignet, wir denken dabei z.B. an die „Würstel“ beim Lagerfeuer - alle, die den Film gesehen haben, wissen bestimmt, wovon wir sprechen!

Kinder ab 7 werden also ev. nicht alles mitbekommen, weil der Film so komplex gebaut ist. Kinder in unserem Alter werden dann dafür umso mehr zu lachen haben.

 

Finnland 2006
95 Minuten, Farbe

Regie: Johanna Vuoksenmaa

mit: Kaarlo Somerto, Julius Vakkuri, Alex Anton, Oona Linasalmi, u. a.

empfohlen ab 7 Jahren