OPERATION ARKTIS

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OPERATION ARKTIS
(OPERASJON ARKTIS)

Beim Versuch, als blinde Passagiere in einem Helikopter heimlich ihren Vater zu besuchen, landen Julia, Sindre und Ida versehentlich auf einer unbewohnten Insel Spitzbergens. Da niemand weiß, wo die Kinder sind, müssen sie allein einen Weg finden, in der eisigen Kälte zu überleben und wieder nach Hause zu kommen. Dabei sind Hunger und heftige Winterstürme nicht ihre schlimmsten Feinde. Auf der Insel gibt es auch ausgehungerte Eisbären. Julia aber muss sich vor allem ihren Ängsten stellen, um sich und ihre Geschwister zu retten.

Ein packender Abenteuerfilm, der spannende Action-Szenen gekonnt mit der dynamischen Entwicklung zwischen den Geschwistern verknüpft und niemals unglaubwürdig wird.

Preis der Kinderjury und ECFA-Preis, Kinderfilmfestival Montreal

 

Kritik der Kinderjury

Bei diesem Abenteuer- und Action-Film ist uns wirklich nicht langweilig geworden, denn er ist durchgängig spannend. Es war sogar eher so, dass es für ein paar von uns fast zu viel Spannung und zu wenig Auflockerung dazwischen gab! Die drei Geschwister Julia, Sindre und Ida erleben eine schwierige bzw. sogar gefährliche Situation nach der anderen, denn ihnen geht in ihrer Hütte in der Arktis nahe dem Nordpol nicht nur das Essen aus! Sie haben auch eine Begegnung mit einer Eisbär-Mama und ihrem Jungen, bei dem Julia ihre Tapferkeit unter Beweis stellen muss. Einmal stürzt Sindre in ein Eisloch und Julia rutscht beim Rettungsversuch ebenfalls ins kalte Wasser. Deshalb muss Ida, die Jüngste, ihre älteren Geschwister mit dem Motorschlitten in die Hütte zurück transportieren. Wenig später versuchen Julia und Ida noch, das Funkgerät vom Eis zu holen, das aber unter Julias Gewicht einzubrechen droht. Und das waren jetzt nur ein paar der vielen spannenden Momente des Films! Die Musik und die Geräusche (Knacken des Eises, Funkgerät, Eisbärgebrüll usw.) haben die Spannung erzeugt bzw. passend verstärkt.

Wahnsinnig gut gefallen haben uns die trainierten Tiere, also die Eisbären und der herzige Schlittenhund. Die drei Geschwister-Figuren sind sehr gut ausgedacht und die drei jungen DarstellerInnen spielen ihre Rollen total realistisch und glaubwürdig! Einige von uns hätten an Julias Stelle viel mehr mit den Kleinen geschimpft, weil sie so manchen Blödsinn anstellen und zunächst gar nicht begreifen, wie gefährlich ihre Lage ist. Aber vermutlich weiß Julia sehr genau, dass das Schimpfen keinen Sinn hätte und dass sie gemeinsam das Beste aus ihrer Situation machen müssen, ohne dauernd zu streiten.

Die Maske ist sehr gelungen, denn die Kindergesichter werden mit der Zeit immer schmutziger, die Haare geraten mehr und mehr durcheinander und als Sindre krank ist, hat er dunkle Ringe unter den Augen, ist verschwitzt und blass.

Viele Details sind sehr sorgfältig gemacht, z.B. ist das Tagebuch, das Julia findet und in dem sie immer wieder liest, durchgängig mit Handschrift ausgefüllt.

Die Kamera fängt tolle Bilder von den Eis- und Schneelandschaften ein, z.B. gibt es gleich zu Beginn des Films Flugaufnahmen der arktischen Welten. Auch die Sonnenaufgänge bzw. Sonnenuntergänge und das Nordlicht sind wunderschön. Außerdem gibt es einige interessante Perspektiven, z.B. der Blick durch das Zielfernrohr der Schrotflinte, als Julia den Seehund ins Visier nimmt (aber Gott sei Dank nicht abdrückt!). Manchmal ist der Blick subjektiv ganz genau aus der Sicht von einem der Kinder, daher konnten wir genau nachvollziehen, was sie in diesem Moment gerade sehen. Der Filmdreh in dieser Gegend und bei diesen Temperaturen muss ganz schön schwierig gewesen sein!

Für manche von uns haben die vielen Schwarzblenden, die das Vergehen der Zeit und vielleicht sogar den Wechsel zwischen Polarnacht und Polartag zeigen sollen, zu lange gedauert, aber für die anderen war das genau richtig so.

Die Kinderrechte sind in diesem Film kein Thema, aber das muss ja auch nicht unbedingt immer der Fall sein. Wir konnten uns jedenfalls sehr gut in diesen Film hineinversetzen und "mitleben"! Und es war fein, die FreundInnen aus der Kinderjury rundherum zu haben, damit wir uns in den spannenden Situationen an den Händen halten konnten!

 

Norwegen 2014
95 Minuten, Farbe

Regie: Grethe Bøe-Waal
mit: Kaisa Gurine Antonsen, Ida Leonora Valestrand Eike, Leonard Valestrand Eike u. a.

9 +

Grethe Bøe-Waal
Grethe Bøe-Waal