ORPS

© Delphis Films

ORPS
(ORPS – THE MOVIE)

Als Ikko und seine Freunde von der Teilnahme der Schulkapelle am nationalen Musikwettbewerb ausgeschlossen werden, gründen sie kurzerhand eine eigene Band und melden sich zum Wettbewerb an. In ihrem klapprigen Privatbus fahren sie mit dem großen Schulbus um die Wette, denn es ist ausgemacht, dass nur die Gruppe teilnehmen darf, die zuerst ankommt. Auf dem Weg überstehen die Kinder manche Sabotage der Gegenseite, schließen aber auch neue Freundschaften und lernen, sich zu emanzipieren und die anderen mit differenzierten Augen zu sehen. Als sie am Veranstaltungsort angekommen sind, geht die Geschichte jedoch erst so richtig los!

Eine turbulente Komödie, die ganz unaufdringlich vom schwierigen Prozess des Erwachsenwerdens erzählt.

 

Kritik der Kinderjury

Dieser Film war sehr lustig und spannend! Besonders gut sind die Figuren gezeichnet, also einerseits alle Kinder aus der "Loser"-Band, aber andererseits auch die Erwachsenen, vor allem die beiden DirigentInnen. Die Kinder konnten wir diesmal sehr gut auseinander halten. Sie spielen wirklich großartig, fast besser als die Erwachsenen. Ikko, Amalie, Babb, Murmel, Ling und Jannik sind sowohl von ihrem Aussehen als auch von ihrem Charakter her sehr unterschiedlich. Jede/r von ihnen hat irgendwelche Macken oder Probleme, und trotzdem sind alle sehr sympathisch.

Von den Erwachsenen mochten wir die ehrgeizige, böse Dirigentin der größeren Band besonders. Sie ist zwar auch eine übertrieben dargestellte Figur, eigentlich eine Hexe und Psychopatin, aber gerade das fanden wir besonders lustig. Mit ihr gab es eine gute "Feindin" für die Orps-Band. Wenn sie nicht so übertrieben gewesen wäre, wäre sie auch nicht so komisch gewesen. Der Dirigent der Orps-Band wiederum war nervös und konfus, das war auch total witzig. Insgesamt bilden die beiden DirigentInnen ein sehr lustiges Gegensatz-Paar.

Für uns ist die Geschichte übrigens realistisch, obwohl die Erwachsenen so überzeichnet dargestellt sind. Wir finden auch, dass die Story eine neue Idee ist und so noch nicht erzählt wurde.

Besonders lustig und spannend sind die Szenen der Bus-Verfolgungsjagd, die darin gipfeln, dass Amalies Schwester Charlotte Joghurt auf die Windschutzscheibe des Orps-Busses wirft und dabei fast aus dem Bus fällt.

Es gibt in diesem Film ein paar sehr gute Bilder, z.B. sieht man am Ende, als die "Loser" aus der großen Band rausgelost werden, von oben in die Kappe mit den Losen. Man kann erkennen, dass nur mehr ein Los drinnen ist, und dadurch weiß man auch, dass das Ganze ein Betrug ist. Auch die Bilder vom Mond am Lagerfeuer (bei der Übernachtung in den Schlafsäcken) oder der Blick unter den Bus, als Michael die Benzinleitung durchschneidet, sind gelungen. Außerdem gab es einige schöne Schärfen bzw. Unschärfen und Schärfeverlagerungen.

Die Musik ist in diesem Film ja schon durch die Geschichte sehr wichtig, und sie ist auch wirklich sehr toll gemacht. Vor allem die Blasmusik, die der von Balkan-Musikgruppen ähnelt, ist sehr rhythmisch und mitreißend.

Was wir zu diesem Film noch gern sagen würden ist, dass es uns sehr viel Spaß gemacht hat, die Original-Sprache zu hören. Die richtige Sprache passt unserer Meinung nach sowieso viel besser zum Film, und für uns war es interessant zu hören, wie sie klingt. Wir hatten ohnehin das Gefühl, dass man auch so viel von den Dialogen versteht. Eingesprochen war der Film übrigens auch sehr gut, und das Einsprechen hat sich gut mit dem Originalton gemischt.

 

Norwegen 2009
86 Minuten, Farbe

Regie: Atle Knudsen
mit: Augustus Ekanger, Ann-Kristin Somme, Cecilie Mosli, u. a.

empfohlen von
8 bis 12 Jahren