Pobby und Dingan

© Internationales Kinderfilmfestival

POBBY UND DINGAN
(OPAL DREAM)

Sie heißen Pobby und Dingan, und außer Kellyanne kann niemand sie sehen. Trotzdem ist das Mädchen, das mit ihrer Familie in einem kleinen Städtchen inmitten der australischen Opalminen lebt, von ihrer Wirklichkeit überzeugt, während ihr Bruder Ashmol die beiden für Fantasiegespinste hält. Aber Kellyanne weiß nicht nur ganz genau, wie sie aussehen, sie unterhält sich auch laut mit ihren scheinbar unsichtbaren Freunden und nimmt sie überall hin mit. Das nervt nicht nur ihren Bruder, sondern die ganze Familie. Als Pobby und Dingan nach einem Besuch in der Opalmine des Vaters verschwunden sind, ist Kellyanne so verzweifelt, dass sie krank wird.

Nach der gleichnamigen Romanvorlage von Ben Rice entstand ein sensibler und gleichzeitig spannender Film über Kinderfantasie und Wunschträume.

 

Kritik der Kinderjury

Dieser Film erzählt eine spannende und ein wenig traurige Geschichte, die uns alle sehr berührt und zugleich begeistert hat. Pobby und Dingan, so heißen die beiden Freunde von Kellyanne, die keiner außer ihr sehen kann. Es hat uns gut gefallen, dass ihre Eltern so getan haben, als wären sie wirklich da, obwohl sie wussten, dass sie nur in Kellyannes Fantasie existieren. Und auch ihr Bruder Ashmol, aus dessen Perspektive der Film erzählt wird, zeigt in seiner Entwicklung, wie sehr er seine Schwester liebt. Denn zu Anfang ist er von ihren Hirngespinsten ziemlich genervt, aber als er merkt, wie wichtig sie für seine Schwester sind, tut er alles um ihr zu helfen.

Toll fanden wir, dass es in diesem Film Hauptfiguren gibt, die man nie zu sehen bekommt. Das war von der Geschichte her so gut eingesetzt und spannender als wenn man sie gesehen hätte. So waren gerade die Szenen mit den unsichtbaren Freunden besonders beeindruckend. Außerdem war es faszinierend, wie durch kleine Details die ZuschauerInnen im Ungewissen gelassen werden, ob es Pobby und Dingan nun tatsächlich gibt. (Plötzlich schließt sich – wie von unsichtbarer Hand - die Tür des Wohnwagens, Ashmole findet in der Mine die Reste von Pobby und Dingans Lieblings-Lollys). Traurig ist es schon, dass die beiden Phantom-Freunde sterben, aber andererseits haben wir das so verstanden, dass es durch diese Vorstellung und das Begräbnis Kellyanne möglich wird, von ihnen Abschied zu nehmen und loszulassen. Damit ist der Weg für sie, wieder gesund zu werden, vorgegeben.

Es gibt viele ergreifende Szenen in diesem Film, und wir konnten uns in die Geschichte sehr gut hineinversetzen. Manche Elemente in der Handlung kamen einigen von uns allerdings etwas unrealistisch vor. Etwa die Tatsache, dass der Vater sich nicht mit einer Anzeige gegen die Übergriffe der feindlichen Dorfbewohner gewehrt hat. Und wir haben uns gefragt, ob ein großer Bruder wirklich so viel für seine Schwester auf sich nehmen würde. Andererseits waren viele Details der Geschichte sehr glaubwürdig und nachvollziehbar – zum Beispiel wie im Dorf Gerüchte und Anfeindungen entstehen.

Besonders gelungen fanden wir den Spannungsaufbau in diesem Film ist. Man bleibt von Anfang bis zum Schluss an der Geschichte dran. Die aller spannendste Szene für uns war Ashmoles heimliche nächtliche Suche nach Pobby und Dingan in der Einsturz gefährdeten Opalmine. (Der Blick auf die wackelige Leiter und Ashmoles unsichere Tritte hinab in die Tiefe des Schachtes wurden von der Bildregie großartig umgesetzt).

Beeindruckt haben uns ebenso die Leistungen der SchauspielerInnen, vor allem Ashmoles Darsteller ist in seiner Rolle sehr überzeugend. Gut gefallen hat uns auch der Einsatz von Musik und Ton, wo sich manche Szenen ganz ohne Dialog und Sprache nur durch die Bilder und Musik ganz von selbst erklären.

 

Australien/
Großbritannien 2005
86 Minuten, Farbe

Regie: Peter Cattaneo
mit: Vince Colosimo, Jacqueline McKenzie, Robert Morgan, Robert Menzies, u. a.

empfohlen ab 7 Jahren