REGENBOGEN

© Kukunoor Movies

REGENBOGEN
(DHANAK)

Preis der Kinderjury, Internationales Kinderfilmfestival 2015

Obwohl Chotu blind ist, ist sein Leben nicht traurig. Seine Schwester Pari kümmert sich rührend um ihn und schreibt absichtlich schlechte Noten, um mit Chotu in der gleichen Klasse zu landen. Als Pari ein Plakat sieht, auf dem Sharukh Khan für Spenden für Augenoperationen wirbt, schreibt sie dem berühmten Schauspieler Briefe, jedoch ohne Erfolg. Dann erfährt sie, dass Sharukh Khan 300 km entfernt filmen soll. Mutig begibt sich Pari mit Chotu auf eine Reise durch den Wüstenstaat Rajasthan, denn schließlich hat sie ihrem Bruder versprochen, dass er mit neun Jahren wieder sehen wird.

Märchenhaft in seiner Ausrichtung, erzählt der Film in bunten Farben eine wunderbare Geschichte über Geschwisterliebe, die unweigerlich in ein Happy End münden muss.

Großer Preis der Jury, Generation K-plus Berlinale 2015

 

Kritik der Kinderjury

Dieser Film hat uns schlicht und ergreifend restlos begeistert! Es ist ein perfekter Festival-Film mit einer guten Geschichte, die von Anfang bis Ende spannend ist und die sich außerdem für die Kinderrechte einsetzt. Gemacht ist der Film auch ganz wunderbar, denn die Kamera, die Musik und der Schnitt waren toll!

In der Geschichte geht es nicht nur um einen blinden Buben und sein Schicksal, sondern es geht auch noch um einige andere Themen, wie z.B. die sehr nett gezeigte Beziehung der beiden Geschwister, die Familiensituation mit der geizigen Tante und dem hilflosen Onkel, sämtliche Erlebnisse der beiden Kinder während ihres Roadtrips und ganz allgemein das Leben in Indien, wenn eine Familie arm ist. Die vielen verschiedenen Figuren sind allesamt unterschiedliche Persönlichkeiten. Besonders gern mochten wir die starken Kinder Pari und Chotu, den "verrückten" LKW-/Busfahrer Badrinath und die starken Frauen (Lehrerin, "heilige Mutter", Räuberin, Großmutter). Interessant fanden wir, dass bei einigen Figuren der erste Eindruck nicht gestimmt bzw. sich sogar umgekehrt hat (z.B. "netter" Pilger, "wilde" Räuberin). Das hat dazu beigetragen, dass wir immer dranbleiben mussten, denn es war nie sicher, wie die Geschichte ausgehen wird. Einige Lücken mussten wir selbst auffüllen, aber das war auch gut so. Wir haben übrigens lange gerätselt, wer der reiche Wohltäter wirklich war . . .

Wichtig war uns auch, dass der Film humorvoll war (z.B. die Dialoge) und dass es viele sehr gut überlegte Details gibt, z.B. das Münze werfen (Kopf oder Zahl), ob Chotus oder Paris liebster indischer Filmstar (Salman Khan bzw. Shah Rukh Khan) als Held ihrer ausgedachten Geschichten drankommt. Der Titel gebende Regenbogen wird mehrmals angesprochen, und gegen Ende ist Chotus zunächst verschwommener Blick auf einen kleinen Regenbogen sehr gut gemacht.

Im Film gibt es schöne Bilder von den beeindruckenden indischen Landschaften, vor allem von der Wüste (auch der Sandsturm war super!). Aber auch die anderen Schauplätze (Dorf, Hochzeit, Zeltlager usw.) und die bunten Kostüme sind ein richtiges Fest fürs Auge. Wir haben gut mitbekommen, wie wichtig in Indien die Musik und das Singen ist, denn musiziert und gesungen wird einige Male. Es war z.B. sehr berührend, als Chotu auf dem Hochzeitswagen zum ersten Mal seit dem Tod der Eltern singt. Wir konnten jedenfalls so richtig in diese fremde Welt eintauchen.

Die KinderdarstellerInnen haben ihre Aufgabe super gemeistert! Am Beginn des Films bekommt man z.B. nach und nach und ganz ohne Worte mit, dass Chotu blind ist, das war besonders gelungen.

Für die Kinderrechte setzt sich der Film sehr gut ein, denn Pari darf z.B. nicht mehr in die Schule gehen, sondern soll am Feld arbeiten (Recht auf Bildung). Und Chotu ist aufgrund von Unterernährung erblindet (Recht auf Nahrung, Recht auf medizinische Versorgung). Gut gefallen hat uns, dass ihnen von (fast) allen Menschen, denen sie während ihrer Reise begegnen, gerne geholfen wird.

Ihr habt es jetzt bestimmt schon mitbekommen: Höchste Empfehlung von uns, diesen Film solltet ihr euch unbedingt ansehen!

 

Indien 2015
106 Minuten, Farbe

Regie: Nagesh Kukunoor
mit: Swastik Ram Chavan, Krrish Chhabria, Vibha Chhibber u. a.

8 +

Nagesh Kukunoor
Nagesh Kukunoor