Rolli

© Internationales Kinderfilmfestival

ROLLI
(RÖLLI JA METSÄNHENKI)

Preis der Kinderjury, Internationales Kinderfilmfestival 2002

Ein Boot taucht aus dem Nebel am Strand der Elfen auf. Dunkle, haarige Gestalten mit Schwänzen sitzen darin: Trolle! Die Elfen fliehen in die Tiefen der Wälder, während sich die Trolle, die ihre eigene schreckliche Angst hinter wütendem Gehabe verstecken, im Elfendorf niederlassen. Rolli ist einer von ihnen und fühlt sich in seinem neu eroberten Häuschen bald wie zu Hause. Aber dann kehrt die mutige Elfe Millie ins Dorf zurück. Daraus entsteht ein lustiger Zweikampf zwischen Elfen und Trollen, in dessen Verlauf sie lernen, miteinander in Frieden zu leben.

Der Film gewann den Preis der Kinderjury 2002 wegen seiner "farbenprächtigen Ausstattung und der schönen Kamera und weil er fantasievoll, lustig und spannend und ein unterhaltsamer Film für die ganze Familie ist".

 

Kritik der Kinderjury 2002

Dieser finnische Film erzählt von einer Gruppe von Trollen, die in ein Elfen-Dorf kommt und sich dort breit macht. Sie nehmen dabei keine Rücksicht auf die liebevolle Einrichtung der Elfen-Häuser oder die gut gepflegten Gärten, im Gegenteil: sie sind eigentlich richtig gemein und machen vieles kaputt. Sie glauben auch, dass jetzt alles ihnen gehört, obwohl die Elfen ja nur vor ihnen in den Wald geflüchtet sind, weil sie nicht kämpfen wollen. Als Rolli zum neuen Anführer gekürt wird, kann er sich noch immer nicht entschließen, ein guter Troll zu werden, obwohl die Elfe Millie durch ihr Vorbild schon einen positiven Einfluss auf ihn gehabt hat. Erst als Rolli selbst einen Brandpfeil auf das große Zelt der Elfen schießt und eine Katastrophe ihren Lauf zu nehmen beginnt, begreift er, dass es so nicht weitergehen kann. Die Kamera war besonders schön: Es gab viele wunderbare Aufnahmen in kräftigen Farben von Blumenwiesen, vom Wald und von der finnischen Seen-Landschaft. Es ist uns auch aufgefallen, dass es hier im Vergleich zu den anderen Filmen, die wir gesehen haben, viele Zeitlupen gibt. Die Szene, als Rolli und Millie vor den anderen Trollen über die Seilbrücke flüchten und die anderen ins Wasser fallen, fanden wir sehr gut. Besonders in Erinnerung geblieben ist uns aber die letzte Szene, in der die Kamera sich über das Dorf und das Fest erhebt. In der Szene als Millie von dem Kanonenkugel-Stein überrollt wird, sieht man zum Glück nicht ganz genau, was passiert. Die Kostüme und die Maske waren sehr fantasievoll. Die Elfen haben besonders zart und fast schwebend gewirkt, und die Trolle besonders tollpatschig und schlampig. Besonders gut haben die Haare und die Schuhe die Charaktere gezeigt: Bei den Elfen waren sie fein und schön, bei den Trollen eher grauslich und plump. Die Elfen tragen außerdem Schmuck mit Federn u.ä., die Trolle haben gar keinen Schmuck. Die Gegensätze zwischen diesen beiden Gruppen wurden also gut heraus gearbeitet und teilweise auch in Gegenschnitten interessant gezeigt. Wir fanden es besonders gut, dass der Film auf Finnisch war. Diese Sprache passt viel besser zur Welt der Trolle und Elfen als Deutsch. Auch die Lieder waren sehr schön so, den Film auf Deutsch zu sehen wäre für uns komisch gewesen. Die Musik war insgesamt sehr gut ausgewählt, ohne sie wäre der Film unserer Meinung nach nicht so gut rüber gekommen (z.B. die Flöten). Besonders interessant ist auch, wie die Wecker vorkommen: Rolli ärgert sich praktisch jeden Tag in der Früh über einen Wecker, am Ende hilft ihm ein Wecker aber, Millie wieder aufzuwecken. Eine riesige Waage symbolisiert die Ausgewogenheit zwischen Gut und Böse. Diese Waage kommt durch das Verhalten der Trolle ins Ungleichgewicht. Daraufhin legt sich eine Dunkelheit über den Wald. Erst als Rolli die tief schlafende Millie um Verzeihung bittet und ihr sagt, dass er sie vermisst und gerne wieder ihr Freund wäre, kommt die Waage wieder ins Gleichgewicht und es wird auch wieder hell. Diese Botschaft des Films ist uns besonders wichtig, und deshalb hat uns der Film auch ausgesprochen gut gefallen!

Ein fantasievoller Film, der geschickt mit den verschiedenen Zeitebenen spielt, in denen die Geschichte statt findet.

 

Preisbegründung der Kinderjury 2002

Rolli hat vieles von dem, was für uns einen guten Kinderfilm ausmacht: er ist lustig, er ist nicht alltäglich und er ist spannend. Rolli erzählt eine Geschichte mit einer Botschaft: Es geht um die Ausgewogenheit zwischen Gut und Böse und um Freundschaft. Man kann sich gut in die Welt der Trolle und Elfen hineinversetzen und die Geschichte hat uns sehr zum Nachdenken angeregt. Es hat uns auch sehr gefallen, wie fantasievoll der Film ist. Besonders die farbenprächtige Ausstattung (Kostüme!) und die schöne Kamera haben uns beeindruckt. Man sieht wunderbare Aufnahmen von den finnischen Landschaften. Wir fanden es super, dass der Film auf Finnisch war. Die Lieder und die Musik waren sehr gut ausgewählt, dadurch wird der Film richtig lebendig. Ein interessanter, unterhaltsamer Film für die ganze Familie!

Ein fantasievoller Film, der geschickt mit den verschiedenen Zeitebenen spielt, in denen die Geschichte statt findet.

 

Finnland 2001
92 Minuten, Farbe

Regie: Olli Saarela
mit: Allu Tuppurainen, Maria Järvenhelmi u. a.

empfohlen ab 5 Jahren