Rotznasen

© Internationales Kinderfilmfestival

ROTZNASEN
(MØGUNGER)

Publikumspreis, Internationales Kinderfilmfestival 2004

George zieht mit seiner Großmutter in eine Vorstadtsiedlung, wo er sich bald den dort ansässigen Kindern anschließt. J. B., der Hausmeister der Siedlung, tyrannisiert die Kinder, wo immer er kann. Als er ihre selbst gebaute Skateboardbahn zerstört und ihnen den Raum weg nimmt, in dem sie ihre Versammlungen abhalten und ihre kleinen Schätze aufbewahren, findet George, dass es genug ist. Mit einem wohl organisierten Plan werden die Kinder den Hausmeister los. Aber der Neue folgt auf dem Fuß, und der, findet George, sieht noch viel schlimmer aus als der alte. Als sich dann auch noch die Polizei wegen Diebstählen in der Siedlung einschaltet, kommt alles ganz anders, als George sich das jemals gedacht hätte . . .

Eine liebevolle Beobachtung des Alltagslebens von Kindern mit ihren kleinen Nöten, Sehnsüchten und Abenteuern.

 

Kritik der Kinderjury

Gleich der Anfang des Films ist gut gemacht: es geht sehr turbulent zu, aber man kennt sich gut aus und es gibt nicht zu viel Information auf einmal. Auf jeden Fall möchte man unbedingt sehen, wie es weiter geht. Dass George erst neu dorthin gezogen ist, kapiert man erst nach einer Weile (oder wenn man das Programmheft gelesen hat), aber das stört nicht. Was wir hingegen gleich zu Beginn vermutet haben war, dass sich George und das Mädchen zum Schluss gut verstehen werden - das hat man einfach gespürt.

Es gibt überhaupt viele sehr lustige Szenen, z.B. jene, in der der erste Hauswart mit dem Gartenschlauch angespritzt wird. Der Schauspieler, der die Rolle des George spielt, hat seine Sache besonders gut gemacht: ganz ruhig und durchdacht rächt er sich in seinem blauen Kittel am gemeinen Hausmeister. Auch die anderen Kinder-SchauspielerInnen haben sehr gut gespielt. Uns hat überhaupt gefallen, dass in diesem Film die Kinder so sehr im Mittelpunkt stehen. Von den Erwachsenen, die eher nur eine Nebenrolle spielen, hat uns die lustige Karate-Pflegeoma am besten gefallen.

Im Film gibt es einige interessante Kamera-Einstellungen bzw. Kameraperspektiven: z.B. als George im Kasten steht, sieht man einige Male seinen Blick durch die Kastentüre hinaus. Auch der Blick durch eine Glasscheibe, auf der das Mädchen gerade ein Graffiti sprüht, war sehr gut. Von Kamera und Licht her waren besonders die Szenen im Wald sehr schön, als die Sonnenstrahlen durch die Baumkronen geschienen haben. Wie das Licht von Georges Taschenlampe einmal an der Kamera vorbei leuchtet, das war für uns eine Überraschung, denn so etwas haben wir in einem Film noch nie gesehen. Erwähnen möchten wir auch noch einige sehr interessante Zeitlupen-Aufnahmen, die sehr gut gepasst haben.

Zu Musik und Ton ist zu sagen, dass alles sehr professionell gemacht und sehr stimmig war – v. a. die Geräusche des Gameboy und die Trommeln, als es spannend wurde.

Das positive Ende mit der möglichen neuen Familie war schön. Man hat während des Films schon gespürt, dass der zweite Hausmeister eine wichtige Figur sein muss und er entpuppt sich schließlich als Georges Vater. Die Mutter von Sebastian war immer nett zu den Kindern, und so gesehen könnte sich daraus wirklich eine neue Patchwork-Familie entwickeln.

Wir können euch diesen unterhaltsamen Film nur empfehlen!!

 

Dänemark 2003
85 Minuten, Farbe

Regie: Giacomo Campeotto
mit: Adam Gilbert Jespersen, Kristine Rosenkrands, u. a.

empfohlen ab 7 Jahren