DER SCHATZ DER WEISSEN FALKEN

© Einhorn Filmverleih

DER SCHATZ DER WEISSEN FALKEN

Publikumspreis, Internationales Kinderfilmfestival 2005

Sommer 1981: Jan und seine Freunde Basti und Stevie stellen allerlei Unfug an und hecken Streiche aus. Als die Bande in einem Abrisshaus eine geheimnisvolle Schatzkarte findet, bricht sie in die Berge auf, um den Schatz zu suchen. Das lässt sich die Gegenbande im Dorf, deren Anführerin Marie ist, aber nicht bieten. Also hinterher! Nach einigen Kämpfen und Wortgefechten landen Marie und Jan gemeinsam in einer verborgenen Höhle. Basti und Stevie folgen ihnen. Die Kinder finden den Schatz, den sie gesucht haben, aber sie lüften auch ein Geheimnis, das seit zehn Jahren nicht aufgeklärt werden konnte.

Ein rasanter Abenteuerfilm im Stil klassischer Kinderfilme wie "Kalle Blomquist", dessen Spannungselemente sogar Erwachsene kurz den Atem anhalten lassen können!

 

Kritik der Kinderjury

Das ist ein wirklich spannender und urgut gemachter Abenteuerfilm. Viele Motive sind uns aus dieser Art von Filmen schon bekannt, wie zum Beispiel die Geschichte von zwei feindlichen Kinderbanden oder die Schatzsuche in der Höhle. Daher war einiges an der Handlung für uns vorhersehbar. Das hat aber gar nicht geschadet, sonst hätten wir die Spannung kaum ausgehalten, weil es oft wirklich lebensgefährlich zugeht. Zum Beispiel als die Kinder in der Höhle verschüttet werden. Außerdem schafft der Film durch die Rahmenhandlung – der Vater erzählt seiner Tochter von seinen Kindheitserinnerungen – die Sicherheit, dass alles gut ausgehen wird.

Action und Spannung sind in diesem Films gekonnt eingesetzt. Die Figuren sind zur Geschichte passend ausgedacht. So ist Jan die Hauptfigur ein sensibler und mutiger Junge, der von seinem Vater ziemlich unterschätzt wird. Sein Freund Basti ist eine bekannte Figur in Kinderbanden: der "schlaue Professor" und das Muttersöhnchen. Hier ist er dick, gescheit und Diabetiker. Stevie dagegen hat die Rolle des witzigen Tollpatsches. Dass die Bande der Dorfkinder ("Altortler") ein Mädchen als Anführerin hat, ist ungewöhnlich. Sie hat uns aber in ihrer mutigen und lustigen Art sehr gut gefallen. Außerdem wird durch die Mädchenrolle auch eine kleine Liebesgeschichte in die Handlung eingebaut.

Was an dem Film Spaß macht, ist, dass man viel über die Special Effects diskutieren kann. Wie ist der Einsturz der Höhle gedreht worden, oder wie haben die Filmleute die Leiche gemacht. Außerdem haben wir herumgetüftelt, ob die Zeitabläufe gestimmt haben (zum Beispiel als Marie und Jan Bastis Spritze suchen gehen).

Man erfährt auch einiges über die Zeit, in der die Geschichte spielt, an der Einrichtung der Wohnungen, an der Kleidung der Kinder oder an dem alten Computer, mit dem die Kinder den Geheimcode der Schatzkarte knacken.

Die Kamera und der Schnitt sind besonders hervorhebenswert. Interessante Blickwinkel und Einstellungen tragen viel zum Spannungsaufbau bei. Besonders toll war der Sprung ins unbekannte Wasser gedreht, mit dem Fallen ins Leere und den anschließenden Unterwasseraufnahmen. Überblendungen sind uns als Stilmittel aufgefallen, zum Beispiel am Schluss, als Jan zwar noch als Kind zu sehen ist, während schon seine erwachsene Erzählerstimme einsetzt.

Ein interessantes Detail war für uns der "Weg des Amuletts". Zuerst findet Jan den Anhänger in der Hand des toten Jungen. Er bringt das Andenken seiner Mutter, die damit endlich Klarheit darüber erhält, wo ihr Sohn umgekommen ist. Sie wiederum schenkt es Jan zurück, der es zum Abschied an Marie weitergibt. Schließlich findet es der erwachsene Jan gemeinsam mit seiner Tochter auf dem Grab von Peter Laux. Damit hat uns der Film noch etwas zum weiter Fantasieren mitgegeben, nämlich die Frage, was wohl aus Marie geworden ist.

 

Deutschland 2005
90 Minuten, Farbe

Regie: Christian Zübert
mit: David Bode, Kevin Köppe, Tamino-Turgay zum Felde, Victoria Scherer u. a.

empfohlen ab 9 Jahren