SHANA – THE WOLF'S MUSIC

© RECK Filmproduktion

SHANA – THE WOLF'S MUSIC

Preis der Kinderjury, Internationales Kinderfilmfestival 2014

Seit dem Tod ihrer Mutter zieht sich das Indianermädchen Shana immer mehr aus ihrer Gemeinschaft zurück. Sie geht selten zur Schule und spielt nur noch im Wald heimlich Geige, das Instrument, das ihre geliebte Mutter sie gelehrt hat. Dabei wird sie immer wieder von einer weißen Wölfin beobachtet. Die neue Lehrerin Lela erkennt Shanas großes Talent und überredet sie, sich an der Musikschule in Vancouver anzumelden. Doch bevor Shana ihren Weg gehen kann, muss sie sich in einem traditionellen Indianerritual der weißen Wölfin und den Geistern ihrer Ahnen stellen.

Die Filmadaption des Romans "Shana, das Wolfsmädchen" von Federica de Cesco besticht durch seine gelungene Mischung aus Traum, Vision und Wirklichkeit. Jurypreis, Vittorio Veneto Film Festival 2014

Spezialpreis der Jury, Internationales Kinder- und Jugendfilmfestival Kanada 2014

 

Kritik der Kinderjury

Restlose Begeisterung bei der Kinderjury! Dieser Film hat allen sehr, sehr, sehr, sehr gut gefallen. Er überzeugt mit echter Kino-Spannung und einer packenden Geschichte nach einem Jugendroman der bekannten Schweizer Autorin Federica de Cesco. Einige der JurorInnen waren durch das beeindruckende Filmerlebnis gleich motiviert, das Buch zu lesen.

Toll, wie es dem Regisseur gelungen ist, die Geschichte in ganz besondere Bilder umzusetzen! Die Kamera lässt uns mit den Augen der Wölfin durchs hohe Gras streifen, die Landschaft ist in eine blaustichige Farbe getaucht, und oft wird Zeitlupe verwendet. Auch die Traumszenen sind farblich anders gehalten, sie wirken verschwommen und ein wenig durchsichtig, so dass man weiß, man befindet sich auf einer anderen Wahrnehmungsebene. Gleichzeitig entsteht durch den geschickten Wechsel zwischen der realen Wirklichkeit und den Traumbildern eine geheimnisvolle Spannung. Sind die Geister der Ahnen tatsächlich da oder Shana nur im Traum erschienen? So genau, weiß man das nie.

In diesem Film arbeiten Bild und Ton perfekt zusammen. Wir erleben zum Beispiel Shanas enge Beziehung zur Natur über die Aufnahmen vom Ahnenbaum, in den sie ihre Briefe an die Mutter hängt, oder die wunderschönen Bilder vom Wald (Blick in die Baumkronen, bemooste Äste, verschiedene Lichtstimmungen). Man hört die Geräusche aus der Natur, die Shana mit ihrer Geige nachahmt. Überhaupt hat uns die Musik in diesem Film besonders begeistert. Denn es ist Shanas eigene Musik. Genau mit dieser ganz speziellen Art von Musik kann sie schließlich auch die Prüfungskommission überzeugen und schafft die Aufnahmeprüfung an die Musikschule.

Wir finden es sehr gut, dass der Film in einem echten Indianerreservat mit Laien-darstellerInnen gedreht wurde. Alle haben ganz fantastisch gespielt, besser noch als Profis. Die Darstellerin der Shana war in ihrer Rolle total glaubwürdig. Wir konnten uns in ihre Verzweiflung und Trauer perfekt hinein fühlen und ihre Wut und Entschlossenheit spüren. Ebenfalls sehr überzeugend spielt die Darstellerin der Lehrerin. Sie ist eine wichtige Figur, da sie Shana hilft, mit ihrer Mutter abzuschließen. Mit viel Einfühlungsvermögen fördert sie Shanas Talent und bringt mit ihrer energischen Art Shanas Vater wieder auf den richtigen Weg. Auch Shanas Vater in seiner Rolle als Looser-Typ hat uns gut gefallen.

Die Kamera und der Schnitt schaffen es bei diesem Film, dass wir uns als ZuschauerInnen total in die Handlung hinein gezogen fühlen. Ein echter Höhepunkt ist die Szene, in der Shana plötzlich die Kräfte einer Wölfin entwickelt und die Jäger, die ihr die Wolfsgeige wegnehmen wollen, in die Flucht schlägt. Ein absolut empfehlenswerter Film, mit starker Bildsprache, mitreißender Musik und einer Botschaft, die Kindern Mut macht, auf sich selbst zu hören.

 

Schweiz/Kanada 2014
95 Minuten, Farbe

Regie: Nino Jacusso
mit: Sunshine O'Donovan, Delilah Dick, Marcel Shackely, Alana Aspinall u. a.

9 +

Nino Jacusso
Nino Jacusso