Sommer mit den Burggespenstern

© Internationales Kinderfilmfestival

SOMMER MIT DEN BURGGESPENSTERN

Auf Burg Finsterstein in den Salzburger Bergen wird ein Film gedreht. Die Gespenster, die die Burg bevölkern, fühlen sich durch die Arbeit der Filmcrew belästigt und sabotieren sie, wo immer sie können. Caroline, die Tochter des kanadischen Regisseurs, und Jakob, ein Junge aus dem Dorf, versuchen, zwischen den Gespenstern und der Crew zu vermitteln. Und dann gilt es noch, einen ganz besonderen Hahn zu retten, von dessen Krähen das Wohl der Nonnen abhängt, die in der Burg herum geistern. Ein Sommer voller Abenteuer und Freundschaft für Caroline und Jakob, den die beiden nie vergessen werden.

Eine beschwingte Komödie, deren Stärken besonders in ihren magischen Momenten und einer großen Liebe zu kleinen Details liegen.

 

Kritik der Kinderjury

Die Geschichte war sehr nett und hat uns gut gefallen, es war einmal etwas Neues und Anderes als die typischen Hollywood-Schinken. Viele Details waren sehr lustig, z. B. die Geschichte mit dem Hahn. Auch die Idee mit den Nonnen als eine neue Form von Geistern war witzig und ungewohnt. Auch andere Figuren wie z. B. der Waldschrat waren sehr lustig.

Es hat sehr viele einzelne Geschichten (Hahn, Dorf-Buben u. ä ) und ein Problem nach dem anderen gegeben, insgesamt eigentlich fast zu viele hintereinander. Manchmal waren sie für uns zu sehr ohne Zusammenhang und mit zu plötzlichen Wendungen. Gegen Ende hat sich die Geschichte auch ein bisschen gezogen.

Nicht so besonders haben uns die SchauspielerInnen gefallen, v. a. die Kinder-DarstellerInnen. Vieles hat bei ihnen total aufgesetzt und gekünstelt gewirkt. Sie haben sich nicht so gut in ihre Rollen hinein versetzen können. Das hat man besonders bei den spannenden Szenen gemerkt und das hat dann nicht so gut gewirkt. Der Darsteller von Jakob z.B. hat zu normal gespielt, er hat sich gar nicht mehr richtig gefürchtet und es hat gewirkt, als wäre alles bei Tageslicht passiert. Im Vergleich zu dem Film Miracle, den wir bereits gesehen haben, haben die SchauspielerInnen nicht so gut gespielt, ihre Blicke und ihre Körpersprache waren lange nicht so glaubwürdig.

Das kann z. T. aber auch daran liegen, dass die Synchronisation so schlecht war. Die SprecherInnen haben ihren Text nur herunter gelesen und sich in die Figuren nicht gut genug hinein gedacht, die Stimmen haben immer gleichförmig geklungen. Besonders schlecht ausgesucht war die deutsche Stimme von Caroline – ihre Stimme war viel zu jung, sie hat geklungen wie die eines 5-jährigen Mädchens (die Schauspielerin ist 12 Jahre alt!). Auch die Stimme von Jakob war komisch und auch eine der Nonnen hatte eine viel zu junge Stimme.

Vielleicht können wir auch noch erwähnen, dass der Film interessanter Weise sehr altmodisch gemacht ist. Das merkt man z. B. daran, wie die Mädchen und die Buben gezeigt werden. Caroline hat z. B. nur rosa, blaue und gelbe Sachen an. Auch die Bäuerinnen werden immer Dirndl gezeigt und das Leben im Ort wirkt sehr dörflich – es gibt keine moderne Technik und unserer Meinung nach wird das Dorfleben so nicht sehr realistisch gezeigt.

Es ist wirklich super, dass es wieder einmal einen österreichischen Kinderfilm gibt. Es gibt im Film auch wirklich sehr viele schöne Schauplätze, aber ob die Menschen in anderen Ländern so ein realistisches Bild von Österreich bekommen, bezweifeln wir. Es wird eher noch schlechter, und wir würden es eigentlich blöd finden, wenn sich alle Leute Österreich so wie vor 50 Jahren vorstellen.

Die Kamera war nicht sehr einfallsreich, es gab häufig die gleichen Perspektiven. Es gab sehr wenige Nahaufnahmen, kaum Aufnahmen von oben, und die Bilder waren sehr statisch, nie wackelig oder beweglich.

Die Musik war dagegen sehr schön und spannend. Sie hat die Stimmungen gut unterstützt und gut mitgeholfen, wenn es im Bild nicht so spannend war.

 

Österreich/
Kanada 2003
85 Minuten, Farbe

Regie: Bernd Neuburger
mit: Sarah-Jeanne Labrosse, Nikola Culka, Karl Merkatz, Konstanze Breitebner, u. .a.

empfohlen ab 6 Jahren