STANDING UP – GEMEINSAM SIND WIR STARK

© A. R. Films

STANDING UP – GEMEINSAM SIND WIR STARK
(STANDING UP)

Preis der Kinderjury (Lobende Erwähnung), Internationales Kinderfilmfestival 2014

Während eines Sommercamps werden Howie und Grace von anderen Kindern ohne Kleider und in völliger Dunkelheit auf einer Insel im See zurückgelassen. Daran gewöhnt, schikaniert zu werden, beschließen die beiden, nicht mehr ins Camp zurück zu kehren. Ohne wirkliches Ziel brechen sie auf und begegnen dabei Menschen, die sie unterstützen, und solchen, die es weniger gut mit ihnen meinen. Durch diese Erfahrungen finden Grace und Howie immer mehr Vertrauen zueinander, lernen dabei ihre Stärken kennen und ihr Schicksal in die eigene Hand zu nehmen.

Der Film entstand nach Brock Coles Roman "The Goats" und erzählt unprätentiös eine Geschichte über Loyalität, Verantwortung und die Fragilität kindlicher Unschuld.

Young Artist Award 2014 für Chandler Canterbury und Annalise Basso

 

Kritik der Kinderjury

Dieser Film ist eine gelungene Mischung aus Abenteuerspannung, traurigen und lustigen Elementen. Das Thema Mobbing und Außenseiterkinder kennen wir aus vielen Kinderfilmen und TV-Serien. Aber es kommt ja darauf an, was ein Film aus diesem Thema macht! Die Art, wie der Film die Geschichte von Grace und Howie erzählt, fanden einige der JurorInnen sehr berührend und mitreißend.

Die Szene am Anfang, als Howie und Grace von anderen Camp-KollegInnen in der Dunkelheit nackt auf der Insel ausgesetzt werden, war schon sehr heftig. Der Einsatz von Licht und Kamera ließ uns die beschämende und peinliche Situation, in die die beiden geraten, hautnah miterleben. Gut fanden wir, dass sie sich nicht unterkriegen lassen und zusammenhalten. Howie übernimmt anfänglich die Verantwortung für die verzweifelte und hilflose Grace. Aber je länger die beiden sich durchkämpfen, umso mehr Selbstbewusstsein und Geschick entwickelt sie. (Das wirkt sich auch positiv auf die Beziehung zu ihrer Mutter aus, denn sie lernen, miteinander zu reden). Man bemerkt auch, wie verletzlich und sensibel Howie ist und dass er nur auf starker Mann tut. Zum Beispiel in der Szene, als sich Grace und Howie in das andere Camp geschmuggelt haben und dort bei der abendlichen Kinder-Disco mit machen. Howie bewegt sich ziemlich unbeholfen und schüchtern mit seiner energischen Tanz-partnerin über die Tanzfläche. Aber als ein älterer Junge Grace beim Tanzen zu nahe kommt, weiß Howie, was er zu tun hat.

Schön fanden wir, dass Howie und Grace nicht nur "bösen" Kindern begegnen. Sie machen auch positive Erfahrungen, zum Beispiel als der Junge im Bus bemerkt, dass sie gesucht werden und ihnen spontan hilft. Mit den Kindern aus dem anderen Camp entstehen in kurzer Zeit Freundschaften. Selbst der Bub, mit dem sich Howie wegen Grace geprügelt hat, ist so fair, dass er Howie nicht verrät. Und es geht einem ziemlich nahe, als Howie ihn zur Versöhnung mit auf das Abschieds-Foto bittet.

Trotz der dramatischen Handlung gibt es immer wieder lustige Momente. Etwa die Szene, als sie sich in das Motel einschleichen, die von Schnitt und Kamera her wieder sehr gut gemacht war. Man beobachtet aus Howies Perspektive, wie es Grace gelingt, sich Zutritt zu dem Hotelzimmer zu verschaffen. Als sie später frisch geduscht im Bett liegen, reichen sie einander förmlich die Hände, weil sie auf ihrer Flucht nicht einmal Zeit gehabt hatten, sich mit Namen vorzustellen. Nebenbei läuft im Fernseher eine Kuss-Szene… Urtraurig dagegen ist die Abschieds-Szene im Wald, als Grace erfährt, dass Howie keine Eltern hat und aus gesetzlichen Gründen wieder zurück ins Waisenhaus muss. Dennoch gibt es ein Happy-End – keine Sorge!

Ein heißer Tipp für alle, die bittersüße Liebesgeschichten und Hollywoodfilme mögen!

 

USA 2013
93 Minuten, Farbe

Regie: D.J. Caruso
mit: Chandler Canterbury, Annalise Basso, Radha Mitchell, Val Kilmer, Keith Flippen u. a.

8 +

D.J. Caruso
D.J. Caruso