Stark wie ein Löwe

© Internationales Kinderfilmfestival

STARK WIE EIN LÖWE
(LEJONTÄMJAREN)

Simon hat ein Problem, und das heißt Alex. Immer wieder lauert ihm der ältere Junge in der Schule auf und verhaut ihn. Da nützt es nicht viel, dass Simon sich in seiner Fantasie einen Löwen zulegt, der ihn vor Axel beschützt. Seiner Mutter, mit der er allein lebt, will sich Simon nicht anvertrauen. Aber dann taucht ein neuer Mann in ihrem Leben auf - Björn. Simon fasst schrittweise Vertrauen zu ihm und glaubt, in ihm einen möglichen Ausweg für sein Problem zu sehen. Doch dann kommt heraus, dass Björn der Vater von Alex ist. Als Björn und Simons Mutter zusammen ziehen, fangen die Probleme erst richtig an.

Der Film besticht durch die durchgängige Perspektive, aus der die Welt mit Simons Augen gesehen wird, und hat eine überraschende Lösung.

 

Kritik der Kinderjury

Dieser Film hat uns bisher nach ELINA am besten gefallen. Er ist sehr berührend, und man kann gut "mitleben". Er hat eine einfachere Geschichte als alle anderen Filme bisher, und das ist unserer Meinung nach gut so. Gut war auch, dass die Geschichte ganz konsequent aus der Sicht von Simon erzählt wird. Es geht um ein typisches Problem: Große schlagen Kleine. Simon ist eher ein Softie-Typ, der sich fürchtet und der sich nicht wehren kann. Es geht um Mobbing in der Schule und um Gefühle und Beziehungen in der Familie. Der Vater von Simon ist gestorben, und man kann sich gut in Simons Situation hinein versetzen. Das Thema Patchwork-Familie ist ja auch ganz aktuell, und die neue Familie von Simon ist wirklich sehr lieb und alle haben viel Spaß miteinander. Simons Mutter war besonders lieb und sehr gut dargestellt. Ihr neuer Partner Björn freundet sich auf sehr nette Art und Weise mit Simon an. Insoweit ist es auch ein Film über die Eltern.

Es war natürlich logisch, dass Alex der Sohn von Björn ist. Und es ist auch voraussehbar, dass Simon und Alex am Ende Freunde werden, aber das hat uns nicht gestört. Das Ende gefällt uns gut: die Buben sagen heraußen, dass sie es den Eltern dann drinnen erzählen wollen. Die Problematik, den Eltern etwas sagen zu müssen, wird wirklich gut heraus gearbeitet.

Es gibt sehr viele lustige Szenen im Film: z.B. die Wasserpistolen-Schlacht im Einkaufszentrum und die Szene mit der „Katzen-Suche“ bei der Mutter von Alex. Es gibt aber auch einige arge Szenen: das Ins-Essen-Spucken von Alex, die Szene, in der Simon von den anderen mit dem Gürtel geschlagen wird, und die Szene, in der Simon von Alex unter Strom gesetzt wird.

Besonders traurig ist die Szene, in der die Mutter mit Alex die „Mumie“ macht, weil das ja eigentlich das Spiel von Simon und der Mutter ist. Die Szene mit dem Verbrennen des Zahnes ist ähnlich und besonders fies. Wir hätten an Simons Stelle die Nase voll gehabt von diesem Typen!

Die Figur der Oma war eine wichtige Rolle, obwohl sie eigentlich immer die schlechten Botschaften überbringt.

Eine besonders liebe Rolle war die von Simons Freundin.

Die Kinder haben alle sehr gut gespielt, alles war sehr ungekünstelt. Besonders gut gespielt ist die Szene beim Fischen, in der Simon endgültig die Schnauze voll hat und explodiert. Die Mutter war besonders natürlich, sie hat uns deswegen gefallen, weil sie nicht nur schön ist.

Die Kamera war sehr gut, z.B. einmal der Blick von hinter dem Vorhang oder ein anderes Mal der Blick durch die Beine von Alex.

Die Musik war sehr gut und es gab auch viel mehr Musik als in den bisherigen Filmen (bis auf das Musical Miracle natürlich). Ein musikalisches Motiv kam durchgehend vor, das hat uns gut gefallen. Eine Spezialität in diesem Film war, dass es nicht nur Musik gab, sondern auch Tiergeräusche wie Löwe (bei Simon) und Kobra (bei Axel).

Dieser Film ist ein richtiger Kinderfilm, er ist einfach erzählt und gut zu verstehen. Schikaniert zu werden ist ein Thema, das im Volksschulalter besonders aktuell ist.

 

Schweden 2002
88 Minuten, Farbe

Regie: Manne Lindwall
mit: Eric Lager, Linus Nord, Lisa Lindgren, Magnus Krepper, u. a.

empfohlen ab 6 Jahren