Svein und seine Ratte

© Internationales Kinderfilmfestival

SVEIN UND SEINE RATTE
(SVEIN OG ROTTA)

Publikumspreis, Internationales Kinderfilmfestival 2007

Sveins liebster Spielgefährte ist eine Ratte mit dem Namen Halvorsen, aber diese Vorliebe teilt er nur mit seinem Freund Dan. Die beiden sind sich sicher, dass Ratten bei weitem intelligentere Tiere sind als Katzen oder Hunde, aber wie soll man das einer unverständigen Umgebung klar machen, für die Ratten schmutzige Viecher sind, vor denen man sich fürchten muss? Außerdem bekommt Svein immer größere Probleme mit seinem Vater, weil Halvorsen eine Vorliebe dafür hat, Kabel anzunagen, und deshalb die Waschmaschine das Bad überflutet. Was wird Sveins Vater wohl sagen, wenn er erfährt, dass Halvorsen in der Schule ausgebüchst ist und dabei eine mittlere Katastrophe verursacht hat?

Ein leichtfüßiger Film über die Vorurteile so mancher Erwachsener, der durch seine lustigen Verfolgungsjagden die Herzen der kleinen Zuschauer im Flug erobern wird.

 

Kritik der Kinderjury

Viele Menschen denken „Ratte - Kanal - Igitt“. In SVEIN UND SEINE RATTE erfährt man, wie herzig die kleinen Nager sind. Halvorsen - so heißt Sveins Ratte - ist ein putziges Tierchen mit weiß-schwarz geflecktem Fell, blitzenden Knopfaugen und rosa Ohren. Die Kamera setzt den kleinen tierischen Hauptdarsteller mit vielen Großaufnahmen so ins Bild, dass man ihn einfach lieb gewinnt.

Wir finden vor allem, die Geschichte gut ausgedacht. Viele Kinder wünschen sich ein Haustier, das ist ein Thema, das gut für einen Kinderfilm passt. Die Pannen, die durch Halvorsens Eigenarten passieren, sind sehr unterhaltsam, zeigen aber auch welche Probleme mit Haustieren auftauchen können.

Svein und seine Familie, sein Freund Dan und Melissa, das neue Mädchen in der Schule, sind überzeugende Figuren. Ein lustiger Typ ist Sveins Mathematiklehrer. Dann gibt es noch einige etwas übertriebene Figuren wie die Schuldirektorin, eine super Schreckschraube. Als „Rattenfeindin“ gehört sie klar zu den Bösewichten, ebenso wie der angeberische Anführer der Halbstarkenbande aus Sveins Klasse. Mit seiner Katze „Tiger“ spielt er sich groß auf und versetzt Halvorsen mit seinen bösen Streichen in Angst und Schrecken. Geschieht ihm recht, als er zum Schluss beim Haustier-Wettbewerb schon siegessicher aufstehen will und dann enttäuscht erkennen muss, dass Svein und Halvorsen die Gewinner sind.

Besonders jüngere Kinder werden diesen Film lieben. Für diese Altersgruppe ist er sehr spannend und lustig gemacht. Für uns und ältere Kinder ist er stellenweise zu vorhersehbar und von der Handlung her zu einfach gestrickt. Viele Dinge schienen uns ein wenig unglaubwürdig. Und die Logik in der Geschichte kann man öfters hinterfragen (Sveins Eltern könnten doch schlicht und einfach einen Käfig für Halvorsen kaufen, statt ihn wegzugeben). Nicht ganz klar war für uns, in welcher Zeit dieser Film spielt. Eigentlich in der Gegenwart, aber die alten Autos oder die Mode sind eindeutig 60er 70er Jahre.

Sehr gut hat uns der Einsatz von Musik und Ton gefallen. Damit wird viel Spaß und Spannung erzeugt. Zum Beispiel als Halvorsen in der Schulküche von der Katze verfolgt wird arbeiten Kamera, Schnitt und Ton sehr gut zusammen, um die Zuseher spüren lassen, wie die kleine Ratte flüchten muss. Außerdem gelingt es dem Film auch sehr gut, Sveins Gedanken mit seiner Stimme aus dem Off filmisch in die Handlung einzubauen.

Toll finden wir, wie sehr sich Svein für seine Ratte einsetzt. Seine Einsicht, dass man Haustiere nicht quälen soll, irgendwelche Kunststückchen zu lernen, sondern sie einfach als treue Begleiter lieb haben sollte, vermittelt eine schöne Botschaft. Gäbe es einen Filmpreis für Tiergerechtigkeit, so hätte sich SVEIN UND SEINE RATTE diesen Preis verdient.

 

Norwegen 2006
72 Minuten, Farbe

Regie: Magnus Martens

mit: Thomas Saraby Vatle, Luis Egebrightsen Bye, Celine Louis Dyran Smith, u. a.

empfohlen ab 6 Jahren