Der verzauberte Wald

© Internationales Kinderfilmfestival

DER VERZAUBERTE WALD
(EL BOSQUE ANIMADO)

Wenn die Menschen am Abend den Wald verlassen haben, wird er lebendig und füllt sich mit magischen Stimmen. Aber die Menschen bedrohen das friedliche Leben im Wald. Furi, ein von Natur aus ängstlicher kleiner Maulwurf, muss nun Mut und Entscheidungskraft beweisen. Gemeinsam mit der Katze Morinna, dem Glühwürmchen Luci und der Eiche Carballo macht er sich daran, die Tiere des Waldes zu retten und die Welt wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Wird Furi die nötige Kraft aufbringen, um dieses Abenteuer zu bestehen und alles zum Guten zu wenden?

Ein Zeichentrickfilm für unsere kleinsten Zuschauer, der besonders durch seine technische Machart in 3D-Animation und die liebevolle Zeichnung seiner Figuren besticht.

 

Kritik der Kinderjury

Wer aufmerksam durch einen Wald geht, kann mit etwas Fantasie in den Ausbuchtungen und Rindenfurchen von Bäumen Gesichter entdecken. Diese Vorstellung wird in der Geschichte vom verzauberten Wald lebendig. Dabei hat uns die filmischen Umsetzung der Idee mit 3D-Animation sehr begeistert. Die knorrige alte Eiche, eine Kiefer und noch einige andere Bäume bekommen ein witziges Eigenleben und sprechen oder singen voll Weisheit und Ironie über die Menschen und ihren Umgang mit der Natur.

Überhaupt ist es lustig und spannend in diesem Film die Sprache der Tiere zu verstehen. Die Menschen erscheinen aus deren Sicht als lächerliche aber auch gefährliche Witzfiguren. Sie sind stark überzeichnet und wirken fürchterlich unsympathisch, dass man ganz und gar zu Furi, dem kleinen Maulwurf, und seinen Freunden halten muss. Der Jäger möchte ausgerechnet einen Maulwurf für seine Sammlung ausgestopfter Tiere erlegen und dessen potthässliche, eitle Frau will sich einen Pelzmantel aus Maulwurfsfellen machen lassen.

Kein Wunder, dass der Begrüßungsspruch der Waldbewohner lautet: „Möge der Mensch dich übersehen!“

Besonders gefallen haben uns die vielen Nebenfiguren und Mitstreiter der Maulwürfe. Die Insekten waren echt urkomisch und mit super Regie- Einfällen in die Handlung eingebaut. Zum Beispiel als die Fliegen vom Kuhstall aus einen Großangriff auf den Jäger und seine Frau beim Mittagstisch starten. (Für Filmfreaks noch dazu als Zitat aus „Apocalypse now“ erkennbar).

Einfallsreich waren auch die Einstellungen und Kamerabewegungen. Zum Beispiel die Perspektive, als würde man selbst als Käfer durchs Gras krabbeln oder wie sich Luci das Glühwürmchen im Wasser spiegelt.

Auch die Haustiere Hund und Katze waren gut charakterisiert. Die schneeweiße Morinna ist schlau und hält zu den Waldtieren. Der Jagdhund dagegen ist ein richtiger „Dodl“, der immer auf die Nase fällt. Bei Morinna haben die schwebenden Bewegungen sehr gut gepasst, bei den anderen Tieren kam uns das ein wenig komisch vor. Da war manchmal die Animation nicht in dem Tempo wie sie die Geschichte eigentlich gebraucht hätte. Das hat ein bisschen gestört.

Insgesamt können wir Der verzauberte Wald sehr empfehlen, weil er durch die witzige 3D-Animation wirklich großen Spaß macht und weil er ein schönes Märchen über den Schutz der Natur erzählt.

 

Spanien 2002
84 Minuten, Farbe

Regie: Manolo Gomez, Angel de la Cruz
Animationsfilm

empfohlen ab 6 Jahren