Zuleika

© Internationales Kinderfilmfestival

ZULEIKA

Zulaika ist 10 Jahre alt und lebt bei ihren Großeltern auf Curaçao, einer Insel der niederländischen Antillen. Ihre Mutter ist in die Niederlande gegangen um dort einen Job zu finden, später soll ihre Tochter nachkommen. Zulaikas bester Freund ist ein Leguan, mit dem sie all ihre Probleme bespricht. Nach der Schule hilft sie eifrig ihrer Großmutter, die ein kleines Lebensmittelgeschäft betreibt. Da die Oma ihren Kunden ständig Kredit gibt, reicht das Geld nicht aus, um Zulaikas Schulgeld zu bezahlen. Mit viel Ausdauer und Einfallsreichtum meistert Zulaika ihre Alltagssorgen und rettet sogar Großmutters Geschäft vor dem Ruin.

Sehr behutsam und mit beeindruckenden Bildern beschäftigt sich der Film mit gegenwärtigen Themen auf den Antillen und erzählt die Geschichte eines starken Mädchens.

 

Kritik der Kinderjury

Zuleika ist ein starkes Mädchen. Obwohl sie kein leichtes Schicksal hat, hat sie während des ganzen Filmes nie geweint. Auch als ihr das endlich verdiente Geld wegen des Streites der zwei Buben wegfliegt nimmt sie das ohne mit der Wimper zu zucken hin. Eine fantastisch und glaubwürdig spielende junge Schauspielerin!

Wir haben einen guten Einblick in ein für uns fremdes Land bekommen und der Film hat gut gezeigt, wie die Menschen dort leben. Durch die harte Realität lernt Zuleika mehr als in der Schule - das zeigt sich sehr gut, als sie vom Käsehändler lernt, wie man ein Geschäft führt. Besonders die religiöse Verwurzelung der Leute ist durch den Hl. Antonius und einen Ritus, den die Großmutter an Zuleika vollzieht, spürbar. Es ist schlimm zu sehen, wie arm Zuleika und ihre Familie leben.

Wir mochten die langsame Erzählweise und die vielen Rückblenden sehr. Viele Szenen wurden mehrmals in sich steigernder und dadurch erst mit der Zeit gänzlich erklärter Form gezeigt (z.B. der Abschied der Mutter am Flughafen). So wurden Zuleikas Gedankengänge und ihre Erinnerungen für uns leicht verständlich und nachvollziehbar.

Eine sehr lustige Idee waren die animierten Szenen, die sprechende Schaufensterpuppe und Zuleikas Zeichnungen. Die „Figur“ des Leguan - bei dem wir uns nicht ganz sicher waren, ob es sich dabei um eine Fantasie-Figur gehandelt hat oder nicht - war sehr wichtig für den Verlauf der Handlung (manchmal war er z.B. verfärbt) und für die Entwicklung von Zuleika. Am Ende braucht sie ihn nicht mehr und bittet ihn, anderen Kindern zu helfen.

Was uns weniger gut gefallen hat war, dass einige Stellen zu dick aufgetragen waren. Die MitschülerInnen behandeln Zuleika z.B. sehr drastisch, das erschien uns nicht ganz realistisch. Am Ende häufen sich dann die positiven Ereignisse zu sehr: das Geschäft der Großmutter ist gerettet, die Mutter schreibt endlich einen Brief usw. - das war ein bisschen zu viel Happy End.

Die Bildsprache des Films war ungewöhnlich und sehr schön. Besonders interessant waren die dynamischen Kamera-Aufnahmen (z.B. als Zuleika läuft) und all jene Stellen, die mit der Handkamera aufgenommen waren. Fast experimentell wirkten einige sehr gut gelungene Schärfe-Verlagerungen. Diese Art der Kamera-Arbeit erzeugt unserer Meinung nach sehr effektiv Spannung.

Der Ton, z.B. der Ventilator zu Beginn des Films, war sehr toll gemacht. Auch die Musik hat uns gut gefallen, obwohl einige Jury-Mitglieder fanden, dass zu diesem Film und diesem Land afrikanische Musik noch besser gepasst hätte.

Ein sehenswerter Film!

 

Niederlande 2003
80 Minuten, Farbe

Regie: Diederik van Rooijen
mit: Shurmaily Marina, Mila Palm, u. a.

empfohlen ab 9 Jahren