Das große Rennen

© Einhorn Filmverleih

Das große Rennen – Kritik der KInderjury

Dieser Film hat uns sehr gut gefallen, weil er eine bewegende Geschichte über ein außergewöhnliches Mädchen erzählt. Mary wird in der Schule geneckt, weil sie aus einer armen Bauernfamilie stammt. Toll fanden wir, dass sich Mary nicht unterkriegen lässt und ordentlich wehrt. Als es ihr einmal zu viel wird, schreckt sie nicht davor zurück, sich mit einem Jungen zu prügeln. Sie nimmt die Hänseleien mit Humor, wenn sie zum Beispiel mit Tom wettet, wer mehr "Treffer" von den SchulkollegInnen abbekommen wird oder wie beide blaue Finger von einer "Tinten-Attacke" haben. Genau so hartnäckig ist sie auch, wenn es um ihre Leidenschaft für den Motorsport und Seifenkistenrennen geht. Da gab es spannende Sequenzen, z.B. als Mary gemeinsam mit ihrem Freund Tom trainiert.

Die Freundschaft zwischen Mary und Tom ist ein schönes Thema, das sich durch den ganzen Film zieht. Besonders beeindruckend fanden wir die Bilder von Marys Erinnerungen an Tom, die durch den Einsatz von Zeitlupe und entsprechender Musik bei uns großes Mitgefühl erzeugt haben. Aufgefallen ist uns auch, dass es immer wieder kleine Dinge gibt, die eine wichtige Bedeutung in der Filmhandlung besitzen. Etwa Toms Kaugummi-Macke, an der Mary ihn zum Abschluss wieder erkennt. Oder der gelbe Schutzhelm, den Mary bei der Stallarbeit trägt und der ihr indirekt zum Sieg beim Seifenkisten-Rennen verhilft.

Einerseits erzählt der Film vom großen Traum, den Mary unbeirrbar verfolgt, andererseits erfährt man auch viel über ihre Familiensituation und die Schwierigkeiten der Bauern, die in diesem Landstrich von Irland leben. Die Kamera fängt wunderschöne Bilder von der herbstlichen Landschaft dort ein oder zeigt die Arbeit in der Landwirtschaft, wie das Schaf-Schären auf der Weide. Die finanziellen Sorgen der Eltern und ihre Streitigkeiten belasten Mary, und die Dinge entwickeln sich anders, als man anfangs denkt. Zunächst dachten wir, Marys Mutter würde sie unterstützen, doch schließlich ist es der Vater, der zu ihr hält, während die Mutter die Familie verlässt. Diese Entwicklung wird gut über die Bildebene erkennbar: In den wiederholten Einstellungen, die Marys Eltern im Ehebett aus der Vogelperspektive zeigen, wo sie anfangs einander zugewandt einschlafen und im letzten Bild voneinander abgewandt sind.

Einiges an der Geschichte und an den Figuren war für uns nicht immer ganz nachvollziehbar oder manchmal etwas zu klischeehaft. Insgesamt hat uns der Film aber doch bewegt und Spaß gemacht, denn es gab auch viele vergnügliche und lustige Szenen. Wenn Mary in den verhassten Hühnerstall geschickt wird, sieht man sie immer nur, wie sie hinter dem Stalltor verschwindet und unter Hühnergegacker gequält wieder herauskommt.

Am spannendsten fanden wir das abschließende große Rennen. Mit Zeitlupe und rasanten Einstellung wurde die Stimmung richtig aufgeheizt. Die Seifenkisten-Rennautos waren sehr witzig, besonders die Waschmaschine und die Badewanne, die ja im wahrsten Sinne des Wortes baden gegangen ist.

Dass Mary gewinnt, war absehbar, aber das endgültige Happy End, als sie ihrem Freund Tom wieder begegnet, hat uns überrascht und sehr gefreut.

 

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