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Tahaan – Kritik der Kinderjury
Dieser Film gibt einen tollen Einblick in das Leben eines Kindes in einer uns fremden Kultur, in einem fremden Land, in dem es noch dazu kriegerische Auseinander-setzungen gibt. Die Welt, in der Tahaan lebt, ist einerseits wunderschön, weil die Landschaft und der Schnee, die Berge und die Weite wirklich atemberaubend sind. Andererseits ist sein Leben aber auch ganz schrecklich, denn er wird – ohne es zu wollen – in die bewaffneten Konflikte verwickelt. Und wann wirft bei uns schon ein 8-jähriges Kind eine Handgranate? (Aber keine Angst, es geht alles gut aus!)
Weil Tahaans Vater seit langem vermisst wird, und sein Großvater bald nach Beginn des Films stirbt, kann Tahaan ohne seinen Esel Birbal nicht leben. Der Esel ist sein Freund und ersetzt ihm andere wichtige Bezugspersonen. Deswegen kämpft er auch noch um das Tier, als seine Mutter alle Habseligkeiten inklusive Esel verkaufen muss. Tahaans Hartnäckigkeit zahlt sich am Ende aus, und wir waren froh, dass all seine Bemühungen nicht umsonst waren. Die Botschaft, dass man sein Ziel erreichen kann, wenn man das wirklich will, und das gute Ende waren uns natürlich sehr wichtig.
Wir fanden den Film von Anfang bis Ende spannend, denn man weiß nie, was als nächstes passieren wird. Wir wollten auch unbedingt wissen, wie die Geschichte ausgeht, also sind wir sehr gut drangeblieben. Tahaan und sein Esel bilden dabei den roten Faden durch die Handlung. Zu den spannendsten Szenen des Films gehören für uns vor allem die, in denen Tahaan die Handgranate bei sich zu Hause hat (die Mutter soll nichts davon merken, einmal fällt sie runter u. ä.).
Die Kamera ist sehr gut gemacht, z.B. sieht man einmal zwischen den Ohren des Esels durch oder das Bild wird schwarz, als Tahaan die Augen verbunden werden (nur die Tonebene läuft weiter). Die Aufnahmen von Tahaan (sein Name bedeutet "voller Gnade"), als er in Strahlen von Licht liegt oder steht, haben uns ebenfalls sehr gut gefallen, denn sie geben dem Film etwas Märchenhaftes. Auch die Naturaufnahmen und die Bilder von den Tieren, allen voran dem Esel, waren wirklich toll. Auch die Zeitlupen-Sequenz, als Tahaan die Handgranate wirft, war super!
Die Musik hat sehr gut gepasst, denn sie hat uns gleich einen Hinweis auf die Gegend gegeben, in der der Film spielt. Teilweise sieht man sogar die fremdartigen Instrumente. Außerdem waren die Auftritte von bösen Figuren, die meist von leicht unten aufgenommen waren, häufig von düsterer, bedrohlicher Musik begleitet. Das hat die Unterscheidung zwischen "Gut" und "Böse" ein wenig erleichtert. Sonst war diese nämlich nicht so einfach zu treffen, denn dazu wissen wir natürlich viel zu wenig über den Kaschmir-Konflikt bzw. die daran beteiligten Gruppierungen. Auch die Schauplätze mit den ständigen Grenzübertritten usw. waren ein wenig verwirrend.
Bei diesem Film wurden wir dazu angeregt, über die Rechte von Kindern nachzudenken, die von Kriegen ja immer besonders betroffen sind und – wie die sonstige Zivilbevölkerung natürlich auch – sehr darunter zu leiden haben. Hoffnung gibt es aber trotzdem immer wieder, denn der Großvater erklärt Tahaan und seiner Schwester, dass das Leben ein schöner Traum ist und man es nur auskosten muss.
