WALLAY – HEIMAT

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WALLAY – HEIMAT – Kritik der Kinderjury

Der Film ist eine Reise in eine Weltgegend, aus der bei uns nicht oft Filme zu sehen sind. Im Land seines Vaters kommt Ady als Tourist an, der Urlaub machen möchte. Seine Umgebung nimmt er nur über den Bildschirm seines Smartphones wahr. Wegen seiner coolen Art war uns Ady auch nicht gleich sympathisch, aber je mehr er über seine Familie und seine Herkunft erfährt, desto stärker verändert er sich und wird sympathischer. Nicht alle Details (Brief an seine Oma, Sneakers usw.) sind immer gleich verständlich, aber das macht es auch interessant.

Die Figuren sind sehr gegensätzlich, es gibt einerseits die ruppigen Männer (Vater, Onkel) und andererseits die sanfte Großmutter, die ihren "kleinen weißen Mann" ohne Wenn und Aber liebt. Obwohl sie und Ady nicht einmal die gleiche Sprache sprechen, verstehen sie sich auf Anhieb. Bei der Liebesgeschichte mit Yéli hingegen wurde heiß diskutiert, ob sich ein doch deutlich älteres Mädchen in einen 13-Jährigen verlieben würde. Die Naturaufnahmen in der wüstenartigen Landschaft und im "Heiligen Wald" sind wunderschön. Hier wird die subjektive Kamera, die Adys Blick übernimmt, besonders gut eingesetzt. Am Beispiel der Schattenbilder aus der Höhle hinaus zeigt sich auch, wie gut mit den verschiedenen Lichtstimmungen gearbeitet wird. Musik gibt es eher wenig, aber wenn, dann passt sie sehr gut – auch weil es sich um lokale Musik handelt. Kinderrechtsthemen sind z. B. die schallende Ohrfeige von Adys Vaters, die Abnahme von Adys Pass durch den Onkel, der Zwang zum Abarbeiten seiner Schulden und die Fremdbestimmung über seinen "Pimmel"!

 

Frankreich/Burkina Faso/Katar 2017
84 Minuten, Farbe

Regie: Berni Goldblat
Mit: Makan Nathan Diarra, Ibrahim Koma, Hamadoun Kassogué, Mounira Kankolé, Joséphine Kaboré, u. a.

Weltvertrieb:
bathysphere

11 +

Originalfassung (Französisch, Dioula), deutsch eingesprochen

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Berni Goldblat
Berni Goldblat