Schwestern

Tottori! Sommeren vi var alene

Vega und Bille brechen mit ihrem Vater zu einer Wandertour in der norwegischen Wildnis auf. Das Zelten unter freiem Himmel ist aufregend, und wenn Papa beim Versuch, einen Fisch mit der bloßen Hand zu fangen, ins Wasser fällt, sorgt das für viel Heiterkeit. Doch dann stürzt der Vater in eine Höhle und verletzt sich. Die beiden Mädchen müssen allein zurück, um Hilfe zu holen. Aber sie trauen sich ohne den Vater nicht über die Hängebrücke, über die sie gekommen sind, und nehmen deshalb einen Umweg. Und verirren sich prompt.

 

Eine packende und sensible Geschichte über zwei sehr verschiedene Schwestern, die sich wunderbar ergänzen, aufeinander aufpassen, sich gegenseitig immer wieder Mut machen und so das Abenteuer des Sommers bestehen.



Altersempfehlung: 8+
Norwegen 2020
78 Minuten, Farbe
Regie: Silje Salomonsen, Arild Østin Ommundsen

mit: Billie Østin, Vega Østin,
Thomas Skjørestad, Mette Arnstad, Nina Ellen Ødegård, u.a.

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norwegische Originalfassung, deutsch eingesprochen
Weltvertrieb:
m-appeal
Silje Salomonsen /<br>Arild Østin Ommundsen
Silje Salomonsen /
Arild Østin Ommundsen

Loknat – Stottern

Loknat

Rasuls Schwester Sarah stottert. Der Lehrer rät ihm, Sarah Bücher zu besorgen, die ihr dabei helfen sollen, besser sprechen zu lernen. Das ist in dem kleinen Dorf gar nicht so einfach, denn fast niemand besitzt Bücher. Gemeinsam mit dem Lehrer kommt Rasul auf die Idee, im Dorf eine kleine Bibliothek zu installieren. Obwohl er in dem gelehrten Hatschi einen väterlichen Helfer findet, gilt es einige Hindernisse zu überwinden, bis die Idee in die Tat umgesetzt werden kann. Rasul ist jedoch hartnäckig und erfinderisch und hat Freunde, die ihm helfen.

 

Der Film folgt dem dramaturgischen Muster traditioneller iranischer Kinderfilme, wo der Held ein Ziel erreichen will und all seine Schritte diesem einen Anliegen unterordnet. Dass Rasul so ein liebenswerter Held ist, macht den Film zu einem großen Sehvergnügen.



Altersempfehlung: 8+
Iran 2018
78 Minuten, Farbe
Regie: Mohammadreza Haji Gholami

mit: Sajjad Esmaeili,
Mehrnoosh Moghimi,
Mohsen Alemzadeh, Ali Mazidi, u.a.

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Invisible Sue – Plötzlich unsichtbar

Als Sue im Labor ihrer Mutter einer Explosion ausgesetzt wird, kommt sie mit einer Substanz in Berührung, durch die sie sich unsichtbar machen kann. Dem ersten Schrecken folgt das Gefühl, supercool zu sein, doch bald erweist sich die außergewöhnliche Fähigkeit als gefährlich. Denn plötzlich sind hinter Sue und dem Serum alle möglichen Leute her, die nichts Gutes im Schilde führen. Dann wird ihre Mutter entführt, und Sue muss mit ihren Freunden Tobi und Kaya einen Plan entwickeln, sie zu befreien. Wird es dem Trio gelingen, alles zu einem guten Ende zu bringen?

 

Ein spannender Sience Fiction-Film, der mit einfallsreichen Ideen besticht und bis zum Schluss immer wieder mit Überraschungen aufwartet.

 

PREIS DER KINDERJURY (Lobende Erwähnung),

Internationales Kinderfilmfestival Wien 2019

PREIS DER KINDERJURY, Oulu Filmfestival 2018

PUBLIKUMSPREIS, FIFEM Montreal 2019



Altersempfehlung: 8+
Deutschland, Luxemburg 2018
95 Minuten, Farbe
Regie: Markus Dietrich

mit: Ruby M. Lichtenberg,
Anna Shirin Habedank, Lui Eckardt, Victoria Mayer u.a.

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Romys Salon

Kapsalon Romy

Weil ihre Mutter einen neuen Job hat, muss Romy die Nachmittage bei ihrer Großmutter in deren Frisiersalon verbringen. Anfänglich leidet sie unter der strengen Frau, aber bald stellt sich heraus, dass Romys Oma Termine versäumt, ihren Tagesumsatz nicht mehr zusammenrechnen kann und die Bezeichnungen einfacher Dinge vergisst. Romy beginnt ihrer Oma mehr und mehr Arbeiten im Salon abzunehmen, und die beiden kommen sich dadurch viel näher. Als die Krankheit der Großmutter nicht mehr zu verbergen ist und Romys Eltern sie in ein Heim bringen, fasst das Mädchen einen wahnwitzigen Plan.

 

Eine behutsame Annäherung an eine betroffen machende Krankheit und ein zärtlicher Film über die Beziehung zwischen einer Oma und ihrer Enkelin.



Altersempfehlung: 8+
Niederlande, Deutschland 2019
90 Minuten, Farbe
Regie: Mischa Kamp

mit: Vita Heijmen, Beppie Melissen, Noortje Herlaar, u.a.

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Mein größter Weihnachtswunsch

Julemandens datter

Als Tochter eines Weihnachtsmannes wünscht sich Lucia nichts mehr, als in die Klasse der Weihnachtsmänner aufgenommen zu werden. Stattdessen muss sie im Unterricht Socken stricken und Kekse backen, denn Mädchen haben am konservativen Nordpol andere Aufgaben als Jungs. Wieviel lieber würde Lucia einen Schlitten lenken oder durch Kamine klettern! Als sie durch eine Weihnachtslotterie ihrem Traum plötzlich sehr nahekommt, wird ihr eine Aufgabe dafür gestellt, an der sie nur scheitern kann. Sie muss einem Menschenkind seinen sehnlichsten Weihnachtswunsch erfüllen.

 

Spritzig behandelt diese herrliche Komödie aktuelle Fragen zur Ungleichheit zwischen den Geschlechtern und überrascht immer wieder durch unerwartete Wendungen. 



Altersempfehlung: 8+
Dänemark 2018
92 Minuten, Farbe
Regie: Christian Dyekjær

mit: Martin Buch, Mia Lyhne, Ella Testa Kusk, Peter Sejer Winther

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Binti

Elias ist ein ruhiger Junge, der sich gerne in sein Baumhaus zurückzieht, wo er gegen das Aussterben der Okapis in Afrika kämpft. Voll Energie und für jede Herausforderung bereit ist hingegen Binti, die aus dem Kongo stammt, ihren eigenen Vlog hat und mit ihrem Vater illegal in Belgien lebt. Auf der Flucht vor einer Polizeirazzia landen die beiden im Haushalt von Elias und seiner Mutter. Während die Kinder die Rettung der Okapis zu ihrer gemeinsamen Mission machen, entspinnen sich zwischen ihren Eltern zarte Bande. Die Furcht vor Abschiebung überschattet jedoch die fröhliche Harmonie.

 

Leicht und für ein junges Publikum verständlich wird an das Problem der illegalen Einwanderung herangegangen – und manchmal werden Märchen wahr.

 

UNICEF-Preis (Lobende Erwähnung),

Internationales Kinderfilmfestival Wien 2019

BESTER FILM, Filmfestival Montreal 2019



Altersempfehlung: 8+
Belgien 2019
90 Minuten, Farbe
Regie: Frederike Migom

mit: Bebel Tshiani Baloji,
Mo Bakker, Joke Devynck,
Baloji, u.a.

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Sashas Geheimnis

Sasha's Riddle

Der 10-jährige Sasha lebt mit seinem Vater, einem Trinker, in der russischen Stadt Perm. Seine Mutter verschwand; als er ein kleines Kind war. Sie wurde von einem Zug erfasst, aber niemand möchte ihm die ganze Wahrheit erzählen. Als das Zusammenleben mit seinem Vater unerträglich wird, erhält er die Einladung; in ein Waisenhaus zu ziehen. Er befreundet sich mit den quirligen Kindern des Heims und sie stellen jede Menge Streiche an. Aber Sashas Vergangenheit lässt ihn nicht los. Er möchte die Wahrheit über das Verschwinden der geliebten Mutter erfahren; und so beschließt er, seine Akten aus der Direktion zu stehlen.



Altersempfehlung: 8+
USA, Russland 1997
90 Minuten, Farbe
Regie: Evan Brenner

mit: Pasha Ivanov,
Sasha Melnikova, Georgi Balashov

Papierflugzeuge

Mooshak e Kaghazi

Herr Hakemzadeh reist gemeinsam mit seinem Sohn durch einsame Gegenden und führt seine Filme der Landbevölkerung vor. Sie begeben sich in die weiten, grünen Wälder des Nordiran und werden von den Bewohnern herzlich empfangen. Die Kinder helfen ihnen, den Projektor und die Leinwand zwischen den Bäumen zu montieren. In dieser Nacht führt Herr Hakemzadeh seinen Film vor Leuten vor, die vorher noch nie einen Film gesehen haben. Sie sind von der Vorführung so begeistert, dass sie es nicht einmal zulassen, dass die Vorstellung unterbrochen wird, als ein starkes Gewitter über das Dorf hereinbricht. Die Magie des Kinos hat sie erfasst.



Altersempfehlung: 8+
Iran 1997
90 Minuten, Farbe
Regie: Farhad Mehranfar

mit: Hashem Hakemzadeh,
Reza Hakemzadeh,
Ashgar Kohan Ghambarian

Der König der Masken

Bian Lian

Weil er selbst keine Nachkommen hat, sucht der alte Maskenspieler Wang einen Schüler, dem er seine Kunst weitergeben kann. Auf einem illegalen Markt, an dem arme Eltern ihre Kinder verkaufen, erwirbt er Doggie – im festen Glauben, es sei ein Junge. Doggie aber ist ein aufgewecktes Mädchen, das in Wang einen neuen Großvater gefunden hat. Als Wang hinter die wahre Identität seines Schülers kommt, will er das Mädchen verstoßen, doch Doggie kämpft um die Liebe des alten Meisters.

 

PUBLIKUMSPREIS, Internationales Kinderfilmfestival Wien 1997



Altersempfehlung: 8+
Hongkong, China 1996
101 Minuten, Farbe
Regie: Wu Tian Ming

mit: Chao Yim Yin,
Chu Yuk, Zhao Zhi Gangu

Zoo

Die elfjährige Martina ist eine Träumerin. Kein Wunder, denn sie lebt in einer fantastischen Welt – mitten in einem Zoo. Ihr Vater ist Zoowärter. Martina ist oft allein, sie verbringt viel Zeit mit den Tieren und stellt sich vor, wie viel glücklicher sie in Freiheit wären. In einem Roma-Buben, der sich seit Tagen im Zoo versteckt, findet Martina einen Verbündeten. Die beiden Kinder träumen von einer besseren Welt und beschließen, gemeinsam fortzugehen.



Altersempfehlung: 8+
Italien 1988
93 Minuten, Farbe
Regie: Cristina Comencini

mit: Asia Argento,
Daniel Olbrychski, Louis Ducreux,
Victor Poletti

Wend Kuuni – Das Geschenk Gottes

Wend Kuuni

“Damals, als die Weißen die afrikanische Erde noch nicht betreten hatten, war das Land blühend. Überall spürte man Frieden und Glück.” So heißt es zu Beginn des Films über die Zeit, in der die Handlung spielt. Ein Reisender findet im Busch einen stummen Buben und nimmt ihn mit in sein Dorf. Niemand weiß, wer seine Eltern sind. Seine Adoptiveltern nennen ihn liebevoll “Wend Kuuni”, Geschenk Gottes. Da findet der Bub durch einen Schock seine Sprache wieder. Nun kann er seine Geschichte erzählen.



Altersempfehlung: 8+
Burkina Faso 1982
75 Minuten, Farbe
Regie: Gaston Kaboré

mit: Serge Yanogo,
Rosine Yanogo, Joseph Nikiema,
Colette Kaboré

Daffy und der Wal

The Tadpole and the Whale

Die 12-jährige Daffy ist am Meer aufgewachsen, fühlt sich im Wasser genauso wohl wie an Land und kann durch ihr außergewöhnliches Gehör den Gesang der Wale hören. Ihr bester Freund ist der Delphin Elvar. Als das Hotel, in dem ihre Eltern arbeiten, verkauft werden soll, scheint das Ende von Daffys glücklichen Tagen gekommen zu sein.

 

“Ich möchte Kindern einfach einen Teil der wunderschönen Dinge zeigen, die es auf der Welt noch gibt.” (Jean-Claude Lord)



Altersempfehlung: 8+
Kanada 1987
92 Minuten, Farbe
Regie: Jean-Claude Lord

mit: Fanny Lauzier, Denis Forest, Marina Orsini

Bach und Brokkoli

Bach et Bottine

Die 10-jährige Fanny muss nach dem Tod ihrer Eltern zu ihrem Onkel Jean-Claude übersiedeln. Der ist Buchhalter, Bach-Fan, eingefleischter Junggeselle und nicht sehr begeistert von der Idee, auf ein kleines Mädchen aufzupassen. Außerdem braucht er Ruhe, um einen Wettbewerb für Orgelmusik vorzubereiten. Aber Fanny hat ihre eigenen Projekte: Als Tierliebhaberin möchte sie Jean-Claudes Garage in eine Art Arche Noah umwandeln.

 

Ein warmherziger und amüsanter Film über das Bedürfnis nach Zuwendung.



Altersempfehlung: 8+
Kanada 1985
96 Minuten, Farbe
Regie: André Mélançon

mit: Mahée Paiement,
Doris Blanchet-Vasiloff,
Denis Bernard

Weine nicht, Eichhörnchen

Nefňukej, veverko!

Kati hat eine blühende Fantasie, und ihr Lieblingsspiel ist “Ich bin eine Prinzessin”. Die Tiere ihres Freundes Jozan werden für sie zu Drachen und Ungeheuern, auch wenn es sich in Wirklichkeit nur um Würmer und Frösche handelt. Aber die Spiele sind eigentlich nichts anderes als Zeitvertreib, denn Kati wartet sehnsüchtig auf die Geburt einer kleinen Schwester. Groß ist die Enttäuschung, als sie erfährt, dass sie zwei kleine Brüder bekommen hat – Zwillinge. Brüder waren das Letzte, was sie sich wünschte.



Altersempfehlung: 8+
CSSR 1988
75 Minuten, Farbe
Regie: Vera Plivova-Simková

mit: Helena Vitovská,
Tereza Vovurková, Jan Kalous,
Jiri Schmitzer

Die neuen Edison

Páni Edisoni

Jakub, der bei seinem Großvater lebt, interessiert sich nur für Elektronik. Schon in Prag, seinem früheren Wohnort, besuchte er einen Klub mit Gleichgesinnten. Aber so nach und nach lernt er auch das Leben auf dem Lande beim Großvater zu schätzen. Er gewinnt neue Freunde. Als der Großvater ins Krankenhaus muss, findet Jakub bei der Mutter seines Freundes Jirka ein neues Zuhause. Bald arbeiten die beiden Buben fleißig an neuen Erfindungen . . .



Altersempfehlung: 8+
CSSR 1988
78 Minuten, Farbe
Regie: Vit Olmer

mit: Jakub Wahrenberg, Jiri Strach, Jans Kynclová

Manuel

Manuel, le fils emprunté

Der 12-jährige Manuel ist das Kind portugiesischer Einwanderer. Er hat große Probleme, sich an seine neue Umgebung zu gewöhnen – in der Schule, zu Hause und bei seinen neuen Freunden. Eines Tages hilft er dem alten Alvarez, der noch am Spanischen Bürgerkrieg teilgenommen hat. Zwischen den beiden entwickelt sich eine tiefe Freundschaft. Bis eines Tages beider Ideale mit der Wirklichkeit konfrontiert werden.



Altersempfehlung: 8+
Kanada 1990
80 Minuten, Farbe
Regie: François Labonté

mit: Nuno Da Costa,
Francisco Rabal, Luiz Saraiva

Der Schatten des Verrückten

L'ombre du fou

Jeanne und Raphaëlle, zwei kleine Pariserinnen, sieben und acht Jahre alt, sind während der Ferien bei ihrer Großmutter auf einem Bauernhof. Aus einer psychiatrischen Anstalt flüchtet der “Verrückte”, wie ihn die anderen nennen, und findet im Bauernhaus Zuflucht. Die beiden Mädchen entdecken den Fremden und schließen mit dem “Verrückten” Freundschaft. Für Jeanne ist das alles nur ein Sommerspiel, für Raphaëlle jedoch bedeutet diese Begegnung viel mehr: Verlassen von ihrem Vater, wird der überall Gesuchte Vater und Bruder, die ihr so fehlen.



Altersempfehlung: 8+
Frankreich 1989
84 Minuten, Farbe
Regie: Pascal Baeumler

mit: Raphaëlle Baeumler, Jeanne Taisson, Gérard Lespagnol, Jacqueline Pineau

Der Prinz von Fogo

Prinsen av Fogo

Auf den Kapverdischen Inseln lebt der 8-jährige Carlos bei seiner Großmutter. Er erzählt seinem Onkel nicht, dass er am Strand seinen seit langem verschollenen Vater im Traum gesehen hat. Um seine Familie wieder zu vereinen, nimmt er heimlich ein Boot und fährt damit aufs offene Meer hinaus.



Altersempfehlung: 8+
Norwegen 1987
77 Minuten, Farbe
Regie: Inge Tenvik

mit: Aida de Veiga da Pina,
Manuel Barbosa,
Carlos Alberto Alves de Veiga da Pina, Mariana Gomes

Die Brüder Löwenherz

Bröderna Lejonhjärta

Der kleine Krümel weiß, dass er bald sterben wird. Um ihn zu trösten, erzählt ihm sein älterer Bruder Jonathan vom zauberhaften Land Nagijala und seinem wunderbaren Kirschenblütental. Dort werden sie einander nach Krümels Tod wiedertreffen und eine glückliche Zeit haben, aber alles kommt anders: Als das Haus, in dem die beiden wohnen, abbrennt, stirbt Jonathan beim Versuch, Krümel zu retten. Eine Taube führt Krümel nach Nagijala, wo er Jonathan trifft. Gemeinsam gelingt es den “Brüdern Löwenherz”, den tyrannischen Tengil und den Drachen Katla zu besiegen, sodass Frieden herrscht im Kirschenblütental. Doch Jonathan ist im Kampf verletzt worden und weiß, dass er sterben wird. Diesmal ist es Krümel, der seinen Bruder nicht im Stich lassen und mit ihm gemeinsam in den Tod springen wird.

 

“Dieser Film nimmt die Kinder ernst, indem er seinen zwei Hauptdarstellern Aufgaben gibt, die normalerweise nur Erwachsenen zugetraut werden. Neben allem Abenteuerlichen werden die Kinder durch diesen Film dazu ermutigt, sich selbständig, sozial verantwortlich und solidarisch zu verhalten.” (Kinderfilmfest München)



Altersempfehlung: 8+
Schweden 1977
105 Minuten, Farbe
Regie: Olle Hellbom

mit: Staffan Götestam,
Lars Söderdahl, Allan Edwall,
Gun Wallgren

Juliana

Juliana lebt mit ihrer Mutter und ihrem Stiefvater in den Slums am Rande Limas. Die Mutter verdient auf dem Markt als Verkäuferin den Lebensunterhalt der Familie, doch der Stiefvater vertrinkt meist das Geld und wird dann gewalttätig. Einen Ausweg sieht Juliana darin, sich der Gruppe ihres Bruders Clavito anzuschließen, der mit anderen Jungen in den Bussen singt und so Geld verdienen kann. Aber in der Kinderbande finden Mädchen keinen Zutritt. Juliana verkleidet sich als Junge und wird in die Bande aufgenommen. Der Anführer ist ein älterer Mann, der seine “Schützlinge” ausbeutet und sie zu Diebstählen verführt. Sein Assistent, der brutale Cobra, wird misstrauisch, als sich Juliana weigert, dabei mitzumachen. Er findet heraus, daß “Julian”, wie Juliana sich nennt, ein Mädchen ist und fordert sie und ihren Bruder zum Kampf heraus. Juliana, die nichts mehr zu verlieren hat, stellt sich der Herausforderung. Und fast alle Jungen der Bande schließen sich ihr an. In einem alten gestrandeten Schiff finden die Kinder einen neuen Unterschlupf. Dort versuchen sie, gemeinsam zu leben, alle Einkünfte aus ihren Musikdarbietungen in den Bussen werden in eine Gemeinschaftskasse eingezahlt, daraus bestreiten die Kinder ihren Lebensunterhalt.

Eine “Kinder-Sozialutopie” …

 

Die DarstellerInnen sind, bis auf Julio Vega, der den Anführer verkörpert, Laien. Biographische Elemente aus dem Leben der Schauspieler wurden in den Film integriert, in diesem Sinne stellt JULIANA eine Mischung aus Dokumentation und Spielfilm dar, mit fließenden Übergängen: Selbst wenn die Kinder “spielen”, ist es doch immer ihre eigene Geschichte, eine Geschichte aus einer Welt, in der Gewalt und Armut herrschen, in der die Familie jegliche Verbindlichkeit verloren hat, in der Kinder von klein an Geld verdienen müssen und in der die Erwachsenen keine Kraft mehr haben, ihren eigenen Kindern Geborgenheit zu geben, weil sich ihre Energie im harten Existenzkampf verzehrt.



Altersempfehlung: 8+
Peru, Deutschland 1988
90 Minuten, Farbe
Regie: Fernando Espinoza, Alejandro Legaspi

mit: Rosa Isabel Morfino,
Julio Vega, Maritza Gutti

Goldregen

Guldregn

In der Nähe ihres Lieblingsspielplatzes finden Karen, Nanna, Jørn und Lasse eine Keksdose voll Geld – die Beute eines Postraubes. Sie nehmen die Dose an sich und wollen das Geld der Polizei übergeben, sobald eine Belohnung ausgesetzt wird. Leider kommt es nicht dazu, denn sie werden von den Posträubern ausgeforscht. Karen muss das Versteck der Beute verraten, kann sich aber den Aufenthaltsort des Verbrechers merken und ihre Freunde dorthin führen. In einem dramatischen Wettlauf mit den beiden Gaunern behalten die Kinder die Oberhand.

 

“Kinder sind wild auf spannende und aufregende Filme. Man muss nur die Titel der Filme lesen, die von Kindern in Videotheken ausgeborgt werden. Es ärgert mich, dass Thriller meistens mit Mord, Blut, Gewalt und schnellen Autos gleichgesetzt werden. Mit “Goldregen” von Anders Bodelsen verfügte ich über einen Stoff, der das Verhältnis von Kindern zu Geld und kindliches Rechtsbewusstsein thematisierte, ohne auf die üblichen billigen Tricks zurückzugreifen. Ich wollte die Geschichte genauso professionell inszenieren wie einen guten Erwachsenenfilm. Und mein Ziel hätte ich erreicht, wenn die Erwachsenen vom Film ebenso gepackt werden wie die Kinder.” (Søren Kragh-Jacobsen)



Altersempfehlung: 8+
Dänemark 1988
94 Minuten, Farbe
Regie: Søren Kragh-Jacobsen

mit: Tania Frydenberg,
Nanna Bøndergaard,
Rici Rasmussen, Kan Vedsegaard

Der Bär

L'ours

Die Mutter des Bärenbabys Youk kommt bei einem Erdrutsch ums Leben. Naiv zieht der kleine Bär alleine durch die Berge und begegnet vom Frosch bis zum Bienenschwarm so manchem Weggefährten, bis er mit dem großen Kodiakbären Kaar einen wahren Freund und Beschützer findet. Zwei Trapper stören jedoch die neue Freundschaft, nehmen Youk gefangen und trachten Kaar nach dem Leben. Doch Youk kann sich befreien, und beim Showdown Mensch gegen Tier siegen die Bären, die nun wieder zurück in die Natur kehren.



Altersempfehlung: 8+
Frankreich 1988
95 Minuten, Farbe
Regie: Jean-Jacques Annaud

mit: Tchéky Karyo,
Jack Wallace, André Lacombe

Meggies Geheimnis

The Challengers

Weil die Musikgruppe “The Challengers” nur Jungen aufnimmt, verkleidet sich die 12jährige Meggie als “Mac” und führt ein Doppelleben. Natürlich fliegt ihr Geheimnis auf, und sie und ihre Freunde müssen sich den Tatsachen stellen.

 

Schwungvoller, spannender und witziger Kinder- und Jugendfilm aus Kanada, Publikumshit beim Kinderfilmfestival Frankfurt 1991.



Altersempfehlung: 8+
Kanada 1990
97 Minuten, Farbe
Regie: Eric Till

mit: Gwynyth Walsh,
Eric Christmas,
Gema Zamprogna,
Steven Andrade, Martin Smits

Die Honigkuckuckskinder

In einem abenteuerlichen Hotel, das einst ein Hafenspeicher war, leben nicht etwa reiche, verwöhnte Leute, sondern solche, die von Behörden dort untergebracht wurden. Lena und ihre Mutter beispielsweise hat das Sozialamt hier untergebracht. Ajoke und ihre Familie kommen aus Afrika und warten auf Anerkennung als Asylanten, genau wie Florin, ein rumänischer Junge. Während sich die Erwachsenen eher aus dem Weg gehen, freunden sich die Kinder bald miteinander an, erkunden den Betonkasten, in dem sie wohnen und die Umgebung – und machen dabei eine schaurige Entdeckung: Hotelbesitzer Schmuck läßt Asylbewerber und heimlich eingeschleuste Grenzgänger durch zwei zwielichtige Burschen ausrauben und bietet ihnen dann scheinheilig ein Dach über dem Kopf an. Natürlich in seinem Hotel. Und natürlich für eine Gegenleistung. Die mittellosen und eingeschüchterten Fremden müssen für ihn arbeiten – illegal, versteht sich. Die Kinder beschließen, diesem Treiben ein Ende zu setzen – und zwar mit einem entlarvenden Hausfest.  
(Quelle: Kinderfilm online)



Altersempfehlung: 8+
Deutschland 1992
90 Minuten, Farbe
Regie: Willy Brunner

mit: Tina Sauermann,
Sashane Peyton,
Anthony Alderman

Die goldene Robbe

The Golden Seal

Der kleine Eric, der mit seinen Eltern auf einer kleinen Insel in den Aleuten wohnt, findet eines Tages die goldene Robbe, jenes Tier, von dem die Ureinwohner erzählen, dass es für immer bleiben wird, wenn die Menschen in Frieden und Harmonie mit der Natur leben. Zwischen dem einsamen Jungen und dem sagenumwobenen Tier entwickelt sich eine tiefe Freundschaft, die jedoch von der Habgier der Erwachsenen bedroht ist, die auf das goldene Fell der Robbe aus sind. Eric riskiert sein Leben für die Robbe.



Altersempfehlung: 8+
USA 1993
95 Minuten, Farbe
Regie: Frank Zuniga

mit: Torquil Campbell,
Steve Railsback, Penelope Milford

Die Distel

Die elfjährige Trudi lebt seit dem Tod ihrer Eltern bei ihrer Tante Julia in einem alten Mietshaus. Trudi ist anders als die meisten Mädchen ihres Alters: Mit ernsten Augen betrachtet sie ihre Umwelt, beobachtet und notiert alles, was bemerkenswert scheint. Aus ihren Aufzeichnungen entwickelt sie Theorien und stellt Zusammenhänge her, wie ihr großes Vorbild, der Meisterdetektiv Sherlock Holmes.
Aus dem Spiel ihrer Fantasie wird Ernst, als das türkische Imbisslokal im Erdgeschoss des Mietshauses von Unbekannten demoliert wird. Trudi hat ihren ersten großen Fall und nimmt mit ihrem Schulfreund Tom die Ermittlungen auf.
Trudi hat bald den schmierigen Hausverwalter Schnickmann in Verdacht. Tom liefert als Computerfreak wichtige Daten. Aber erst Rollo, ein zehnjähriger Ausreißer mit einschlägigen Unterwelterfahrungen, gibt der “Distel” – so nennen sich die drei Kinderdetektive – den heißen Tipp: Hinter dem Anschlag steckt eine brutale Schutzgeldbande und da wird es für die Kinder ziemlich gefährlich. Die Polizei tappt immer noch im Dunkeln und so sind es schließlich die Kinder, die den Tätern auf die Spur kommen. Sie überlisten die Erwachsenen mit ihren eigenen Waffen.



Altersempfehlung: 8+
Deutschland 1992
85 Minuten, Farbe
Regie: Gernot Krää

mit: Leni Tanzer,
David Cesmeci, Fabian Kübler,
Katja Riemann, Eberhard Feik

Unter guten Leuten

Goda Människor

Der sechsjährige Viggo zieht mit seinem Vater in einen kleinen Ort in Österlen. Niemand weiß so genau, wo die beiden herkommen und was für eine Geschichte sie haben. Viggos Vater betreibt eine Tankstelle im Ort und hat mäßigen Kontakt zu den Dorfbewohnern. Viggo hat Schwierigkeiten, sich in seiner neuen Umgebung zurechtzufinden und möchte am liebsten nicht erwachsen werden. Eines Tages findet er einen verletzten Steinfalken und kümmert sich heimlich um ihn. Nur ein etwas älterer Freund weiß von Viggos Geheimnis und zeigt ihm, wie er den kranken Vogel pflegen muss. Durch die Beschäftigung mit dem Falken entwächst Viggo unmerklich den Kinderschuhen.



Altersempfehlung: 8+
Schweden 1990
100 Minuten, Farbe
Regie: Stefan Jarl, Henrik Georgsson

mit: Ernst Günther,
Peter Hesse-Overgaard,
Karin Nordström, Viggo Lundberg

Die Schrubber Gang

Tirelire Combines & Cie

“Millionär mit 14” – diese Schlagzeile zischt durch Bens Gehirn und läßt ihn nicht mehr los. Zusammen mit zwei Freunden gründet er die Putzfirma “PutzBlitz”. Die Kunden lassen auch nicht lange auf sich warten und das erste Geld fließt in die gemeinsame Kasse. Doch aus Verzweiflung über die schlechte finanzielle Situation seines Vaters stiehlt Ben Geld aus der gemeinsamen Kasse.



Altersempfehlung: 8+
Kanada 1992
90 Minuten, Farbe
Regie: Jean Beaudry

mit: Vincent Bolduc,
Pierre-Luc Brillant,
Delphine Piperni,
Alexandra Laverdière

Rabi

Der neunjährige Rabi lebt mit seiner Familie in einem kleinen Dorf auf dem Mossi-Plateau. Der Vater ist Schmied, die Mutter töpfert Vasen, und Rabis Schwester Laalé und er müssen den Eltern helfen, damit der Lebensunterhalt der Familie bestritten werden kann. Rabis Großvater möchte trotz seines Rheumaleidens seinen Lebensabend in seiner eigenen Hütte verbringen, und Rabi fällt die Aufgabe zu, sich um den alten Mann zu kümmern. Am Anfang fällt ihm das schwer, denn der Großvater ist mürrisch und launenhaft, doch im Laufe der Zeit wächst sein Respekt und sein Verständnis für den alten Mann, der wunderbare Geschichten erzählen kann, wenn ihm seine Krankheit einmal ein bisschen Ruhe gönnt. Als der Vater eine Schildkröte mit nach Hause bringt, freundet sich Rabi mit ihr an, und sie wird zu seiner liebsten Spielgefährtin, bis sie der Vater eines Tages wieder freilässt. In seiner Verzweiflung flüchtet sich Rabi zum Großvater, der der einzige ist, der ihm in dieser Situation helfen kann, seinen eigenen Weg zu finden.



Altersempfehlung: 8+
Burkina Faso 1992
72 Minuten, Farbe
Regie: Gaston Kaboré

mit: Yacouba Kaboré,
Tinfissi Yerbanga, Colette Kaboré,
Joseph Nikiema, Vincent Zoundi

Der Lehrling des Meisterdiebs

Stortjuvens pojke

Schweden zu Beginn des 19. Jahrhunderts: Die zwölfjährige Jossi (Josefina) und ihre etwas ältere Schwester leben mit ihrer Mutter in armen Verhältnissen. Als die Mutter eines Tages Jossis Schwester verprügelt, weil sie sich heimlich mit einem Freund trifft, geht Jossi dazwischen und verletzt ihre Mutter. Erschrocken läuft sie weg. Sie versucht sich als Bettlerin durchzuschlagen, scheitert dabei aber kläglich. Jossi verkleidet sich als Junge und nennt sich nun Jonas.

Lasse, ein überall gesuchter Dieb, kann einen Gehilfen wie Jonas brauchen, mit schmalen Händen, die jede Tür öffnen können. Beide werden Komplizen. Von Jonas’ wahrer Identität ahnt Lasse nichts.
Durch einen Verrat wird Lasse verhaftet; Jonas aber kann er im letzten Moment zur Flucht verhelfen. Wieder allein, gerät das Mädchen an einen Pelzhändler, der Jonas als Diener mitnimmt. Bald taucht Lasse wieder auf, als Frau verkleidet, um den Pelzhändler auszurauben. Widerwillig wird Jonas erneut Lasses Komplizin. Nach ihrer Flucht kommt es zum Streit, bei dem sie ihr Geheimnis enthüllt. Lasse trennt sich von Jossi, gibt ihr noch etwas Geld, Proviant und ein Kleid. Wütend wirft Jossi das Kleid in den Fluss, fischt es später aber wieder heraus und zieht es an. Jossi ist nun ein Mädchen, das ihr Schicksal selbst in die Hand nimmt.



Altersempfehlung: 8+
Schweden 1992
75 Minuten, Farbe
Regie: Henry Meyer

mit: Sara Möller,
Carlo Schmidt, Mon Andersson,
Lena-Pia Bernhardsson

Der Floh

O Psylos

“Floh” ist der Titel einer handgeschriebenen kleinen Zeitung, die von einem 12-jährigen Jungen, Ilias, in einem abgelegenen Dorf in der Berglandschaft von Olympia geschrieben, verlegt und publiziert wird. “Floh” ist aber auch Ilias selbst, denn er wird vollkommen mit seiner Zeitung identifiziert. Niemand nennt ihn bei seinem richtigen Namen.
“Der Floh ist so etwas ähnliches wie ein Traum”, schreibt Ilias in seiner Zeitung, “das sind die Reisen, die ich machen möchte, ich möchte so gerne die Grenzen meines kleinen Dorfes überschreiten. Der Floh, das sind die Flügel, die mir helfen, weit weg zu fliegen.”



Altersempfehlung: 8+
Griechenland 1990
108 Minuten, Farbe
Regie: Dimitris Spyrou

mit: Pantelis Trivizas,
Vassilis Kolovos,
Dimitra Hatoupi, Amalia Giza

Bis morgen, Mario

Até amanhã, Mário

Wenn Mario aufsteht, ist es noch dunkel. Er ist acht Jahre alt und versucht, sich und seine zwei kleinen Schwestern durch Jobs im Touristenparadies von Madeira durchzubringen – sein Vater ist gestorben und seine Mutter liegt im Krankenhaus, wo sie auf eine schwere Operation wartet. Mario träumt davon, ein Walfänger zu werden, wenn er groß ist. Obwohl niemand mehr Wale fängt, wie ihm der Fischer Carlos erzählt, der ihn mit nach Funchal nimmt. Mario und seine Freunde teilen die Stadt und die Touristen unter sich auf. In ihrer kleinen Bande ist ihnen alles recht, um zu Geld zu kommen: Blumen verkaufen, stehlen, betteln, den feinen Herrschaften alle nur erdenklichen Dienste erweisen, im Hafen nach Münzen tauchen, die die Touristen ins Wasser geworfen haben. Mario ist der jüngste unter ihnen allen, aber seine Art zu leben macht ihn älter gegenüber den Erwachsenen um ihn herum, die fast kindisch im Vergleich zu ihm erscheinen. An diesem Tag, an dem wir Mario begleiten, hat er Glück: Er kann sogar ein Geschenk für seine Mutter kaufen, die am nächsten Tag operiert wird.



Altersempfehlung: 8+
Portugal 1993
76 Minuten, Farbe
Regie: Solveig Nordlund

mit: João Silva,
Paulo César Barros,
José Cándido Abreu, Hélder Abreu

Meine Kindheit

Zikkimin Kökü

Muzo, ein junger Türke, erinnert sich anlässlich der Hochzeit seiner Jugendfreundin an seine Kindheit:
Seine Familie ist sehr arm. Muzos großer Traum sind Luftballons und richtige Schuhe, nicht die Holzpantoffel, die sein Vater für ihn fertigt. So arbeitet er neben der Schule, verkauft Maiskolben, macht Besorgungen für die Nachbarn, hilft im örtlichen Kino. Schließlich kann er sich rote Gummistiefel kaufen.
Als er sich eines Tages in der Bibliothek aufwärmen will, entdeckt er dort die Welt der Bücher. Nun hat er ein neues Ziel: Er will Lehrer werden.



Altersempfehlung: 8+
Türkei 1993
81 Minuten, Farbe
Regie: Memduh Ühn

mit: Emre Akyildiz,
Menderes Samancilar,
Günay Girik

Matilda Bell

No worries

Matilda Bell ist ein aufgewecktes 11-jähriges Mädchen, das mit seinen Eltern auf einer Farm in Australien lebt. Die Familie betreibt, wie viele andere Familien dort, Schafzucht. Matilda ist rundherum glücklich mit dem rauen Landleben und hilft gern bei den Arbeiten auf dem Hof mit. Doch das Glück ist leider nicht ungetrübt. Nach einem verheerenden Sandsturm ist die Farm verwüstet. Die Familie muss, wie viele andere zuvor, aufgeben und in die Stadt ziehen. Für Matilda bricht eine Welt zusammen, sie hört auf zu sprechen.



Altersempfehlung: 8+
Australien, Großbritannien 1993
92 Minuten, Farbe
Regie: David Elfick

mit: Amy Terelinck,
Geoff Morell, Susan Lyons,
Geraldine James, David Kaff

Krähen

Wrony

“Die Krähe” ist ein 9-jähriges Mädchen. Sie hat keinen Vater, und ihre Mutter ist viel beschäftigt. Bei ihren Klassenkameraden und den Lehrern ist sie nicht beliebt. So läuft sie weg. Sie schlendert durch die Straßen. Die Leute beachten sie nicht. Einen Hund versucht sie mit Keksen zu locken, aber er läuft davon als sie einschläft. Da trifft sie ein 3-jähriges Mädchen, das ihr gleich die Hände entgegenstreckt, und sie beschließt am nächsten Tag, die Kleine zu entführen. Gemeinsam ziehen die beiden los. Bis ans Ende der Welt soll die Reise gehen. “Krähe” ist fasziniert davon, das kleine Mädchen beschützen zu können und zeigen zu dürfen, dass sie es gerne hat.



Altersempfehlung: 8+
Polen 1994
66 Minuten, Farbe
Regie: Dorota Kedzierzawska

mit: Karolina Ostrozna,
Kasia Szczepanik, Anna Prucnal, Malgorzata Hajewska

Der kleine Poet

Lavanya Preeti

Für den kleinen Gopal hat die Schule nichts Interessantes zu bieten. Er streift viel lieber durch den Wald, um Tiere zu beobachten. Und er schreibt Gedichte. Sein Vater ist unzufrieden mit ihm, sein Lehrer glaubt nicht, dass das von Gopal aufgesagte Gedicht wirklich von ihm ist. Gopal ist ein richtiger “Hans guck in die Luft”, und er liebt das Lesen. Immer wieder kann er sich auch die Geschichte von “Gauri und Kedar”, zweier Kinder, die einander ewige Liebe geschworen haben, im Wandertheater ansehen. Und plötzlich scheint diese Geschichte sogar Wirklichkeit zu werden.



Altersempfehlung: 8+
Indien 1993
81 Minuten, Farbe
Regie: Apurba Kishore Bir

mit: Tarashankar Mishra,
Bibhutbhusana Prusty,
Aditi Bir, Laltende Rath

Jonas, der im Bauch des Wales lebte

Jona che visse nella balena

Eine wahre Geschichte: “Mama erzählte mir die Geschichte von Jonas, der im Bauch des Wales lebte. Sie sagte, wenn es ihm gelungen war, aus dem Bauch des Wales zu kommen, so bräuchten wir keine Angst zu haben.”
Der vierjährige Jonas lebt mit seinen Eltern in Amsterdam. Das Familienglück wird zunächst getrübt durch antisemitische Schikanen. Und es endet als die ganze Familie in ein Konzentrationslager deportiert wird. Jonas’ Welt ist nun der Lageralltag, Männer in Uniform, Wachhunde, der Kampf um genügend Nahrung. Aber da sind auch die anderen Kinder, die Spiele, die Rivalitäten, wie anderswo auch.

 

PREIS DER KINDERJURY (10 bis 13 Jahre),

Internationales Kinderfilmfestival Wien 1994



Altersempfehlung: 8+
Italien 1993
105 Minuten, Farbe
Regie: Roberto Faenza

mit: Jean-Hugues Anglade,
Juliet Aubrey, Jenner Del Vecchio,
Luke Petterson

Ganesh

Ordinary Magic

Der junge Kanadier Jeffrey lebt mit seinem Vater in Indien. Er hat hier den Namen Ganesh angenommen. Der bedeutet “Der, der Hindernisse beseitigt”. Ganesh wächst wie ein junger Inder auf. Nach dem Tod des Vaters wird Ganesh von seiner Tante Charlotte in Kanada aufgenommen. Er hat Schwierigkeiten, mit dieser so völlig andersartigen Kultur zurechtzukommen. Yoga und Tee trinken sind hier nicht gefragt, dafür Basketballspielen und Partys feiern. Tante Charlotte hat wenig Zeit für ihn, sie hat so schon genug Probleme. Ihr idyllisch gelegenes Haus soll abgerissen werden und einem Luxushotel weichen. Als Ganesh davon erfährt, möchte er das verhindern. Er überredet Charlotte, Einspruch gegen die Enteignung zu erheben. Andererseits wollen der Bürgermeister und ein geldgieriger Investor das Projekt um jeden Preis durchziehen. Gegen Polizisten und Bulldozer setzt Ganesh seine “indischen Kenntnisse”“ ein: wie einst Gandhi leistet er gewaltlosen Widerstand. Mit einer Sitzblockade können er und Charlotte gemeinsam mit den Nachbarn und Schulkameraden den Abriss des Hauses verhindern.



Altersempfehlung: 8+
Kanada 1993
104 Minuten, Farbe
Regie: Giles Walker

mit: Ryan Reynolds,
Glenne Headley,
David Fox, Heath Lamberts,
Paul Anka

Sixten

Seit die Mutter Sixten und seinen Vater verlassen hat, steht der Männerhaushalt Kopf. Der Vater nervt ihn mit seinen ständigen Sorgen: Radfahren nur mit Helm, zu Hause nicht mit Zündern spielen, und so weiter… Dabei ist Sixten doch kein Baby mehr! Noch dazu ist die Waschmaschine seit Wochen kaputt. Da bleibt Sixten nichts anderes übrig, als bei herrlichstem Frühlingswetter im alten Skipulli zur Schule zu gehen. Und da soll er nicht zum Gespött der Klassenkameraden werden. Wie gut, dass Sixten Jonte und Emma hat! Zu dritt kann man viel mehr Spaß haben und auch viel Unsinn aushecken. Denn für Jonte ist eines sicher: Hätte Sixtens Papa eine Freundin, so hätte er wohl anderes im Kopf, als sich immer Sorgen um Sixten zu machen!



Altersempfehlung: 8+
Schweden 1994
78 Minuten, Farbe
Regie: Catti Edfeldt

mit: Peter Viitanen,
Hans Henriksson,
Jonas Magnusson, Marie Thulin

Molom – Eine Legende aus der Mongolei

Molom, conte de Mongolie

Die Mongolei war das Land Dschingis Khans. Doch das ist lange her, und die kriegerischen Stämme sind den friedliebenden Nomaden gewichen. Molom ist ein Geschichtenerzähler, ein Zeitreisender. Eines Tages trifft er auf Yonden, einen Jungen, der mit den Wölfen lebt, wild und ungebildet ist. Molom nimmt Yonden als seinen Schüler auf. Gemeinsam wandern sie durch das Land, die weiten grünen Steppen und die riesigen Blumenfelder. Yonden lernt durch Molom die alten Geschichten des Landes kennen und erkennt, dass Humor und Sanftmut wichtiger sind als Gewalt. Wundersame Dinge geschehen, und oft missversteht Yonden die Bedeutung der Ereignisse. Yonden hat noch eine weite Reise vor sich, wenn er der Spur Moloms folgen will.



Altersempfehlung: 8+
Frankreich 1994
94 Minuten, Farbe
Regie: Marie Jaoul de Poncheville

mit: Tseded, Yondejunai

Der Krug

Khomreh

Am Rande der Salzwüste liegt ein altes Dorf. Es ist heiß und trocken. Wasser ist wertvoll, Brunnen gibt es nicht. Im Schulhof steht ein riesiger Tonkrug, aus dem die Schüler trinken. Eines Tages bemerken die Kinder und der Lehrer einen Riss im Krug. Ein Alptraum! Der Lehrer versucht erfolglos, den Krug zu retten. Auch der Töpfer des Dorfes hat mit seinen Mitteln kein Glück. Für die Dorfgemeinschaft scheint das Problem zu groß. Nur die Kinder halten zusammen und wollen nicht aufgeben. Eine Frau überwindet schließlich die Mutlosigkeit ihrer Nachbarn. Sie sammelt Geld und schickt damit ihren Sohn auf die lange Reise in die Stadt, um einen neuen Krug zu kaufen.

 

PUBLIKUMSPREIS, Internationales Kinderfilmfestival Wien 1995



Altersempfehlung: 8+
Iran 1993
86 Minuten, Farbe
Regie: Ebrahim Forouzesh

mit: Behzad Khodaveisi,
Fatemeh Azrah,
Alireza Haji-Ghasemi,
Ramazan Moll-Abbasi

Die Liebe ist ein Kinderspiel

L'amour est un jeu d‘enfants

Olivia und Benjamin sind dicke Freunde und würden gerne wie Geschwister zusammen aufwachsen. Benjamin lebt mit seinem Vater Didier, Olivia mit ihrer Mutter Axelle. Man müsste Didier und Axelle nur noch zusammenbringen. Aber wie? Das erste Treffen der beiden verläuft nicht gerade ermutigend. Erwachsene wissen eben nicht immer, was das Beste für sie ist. Denn so verschieden sie auch sind, warum sollten sie sich nicht ineinander verlieben? So müssen Benjamin und Olivia die Sache in die Hand nehmen. Ein paar Tricks sind notwendig, dann scheint alles gut zu gehen. Doch da passiert ein weiteres Missverständnis.



Altersempfehlung: 8+
Frankreich 1993
90 Minuten, Farbe
Regie: Pierre Grimblat

mit: Richard Bohringer,
Isabel Otero,
Jean-François Stevenin,
Robinson Stevenin, Anita Lombard

Kinder der Tafelrunde

Kids of the Round Table

Der Sommer ist heiß und dauert schon viel zu lange bis zum Schulbeginn. So werden Alex und seine Freunde “Ritter der Tafelrunde”. Sie bauen eine Burg aus Holz und Pappe, legen ihre Rüstungen an und warten auf Feinde. Schon erscheint Scar, der stadtbekannte Schläger. Alex misst seine Kräfte mit ihm, nicht zuletzt, um Jenny, in die er unglücklich verliebt ist, zu gefallen. Merlin der Zauberer übergibt ihm das Wunderschwert Excalibur. Zur selben Zeit nimmt ein tollpatschiges, im ersten Moment jedoch gefährlich wirkendes Verbrechertrio bei einer Party Kinder als Geiseln. Die Wunderkraft des Schwertes hat Alex unüberlegt verloren, aber es gelingt ihm trotzdem, mit List und Geschick seine Freunde zu befreien.



Altersempfehlung: 8+
Kanada 1995
89 Minuten, Farbe
Regie: Robert Tinnell

mit: Malcolm McDowell,
Michael Ironside,
Johnny Morina

Henry & Verlin

Kanada während der großen Depression in den 30er Jahren: Verlin ist neun Jahre alt und ein stiller Junge. Er lebt in seiner eigenen Welt. Die Mutter ist unglücklich darüber. Wenn sie in bedrängt, zieht er sich ganz vor ihr zurück. Sein Onkel Henry ist selbst wie ein Kind. Er zeigt Verlin die einfachen Dinge, die er kennt: Hühner stehlen, Zigaretten drehen, Kastanienspiele. Er bringt in als einziger zum Lachen, trägt ihn auf seinen Schultern, läuft mit ihm durch die Felder. Die Dorfgemeinde bedrängt die Familie, Henry in eine Anstalt zu stecken. Aber Henry und Verlin lassen sich dadurch nicht trennen.

 

PREIS DER KINDERJURY (Lobende Erwähnung),

Internationales Kinderfilmfestival Wien 1995



Altersempfehlung: 8+
Kanada 1994
90 Minuten, Farbe
Regie: Gary Ledbetter

mit: Gary Farmer,
Keegan Macintosh,
Nancy Beatty, Robert Joy,
Margot Kidder, David Cronenberg

Mein Freund Joe

My Friend Joe

Die Schulfreunde Chris, Noel, Boyler und Corner leben in einem Vorort von Dublin. In ihrer Bande fordern sie sich ständig neue Mutproben ab. Auch Chris möchte den Jungen aus seiner Klasse gerne imponieren, doch als diese von den hohen Felsklippen ins Meer springen, was gefahrlos nur bei Springflut möglich ist, verlässt ihn der Mut. Er wird von den anderen als Angsthase verspottet. Eines Tages taucht Joe auf. Was Joe sich traut, lässt alle anderen den Atem anhalten. Chris glaubt, in Joe einen echten Freund gefunden zu haben, wenn er auch keine Ahnung hat, woher Joe kommt und wohin er geht, wenn er Chris’ Familie verlässt. Denn Joe hat ein Geheimnis zu verbergen: Er heißt in Wirklichkeit Joanne, lebt in einem Wanderzirkus und führt dort gefährliche Kunststücke auf dem Drahtseil vor. Ihr Onkel Kurt möchte nicht, dass Joanne sich als Mädchen zu erkennen gibt. Doch Joanne sehnt sich nach einer liebevollen Familie und will so sein wie sie ist: ein Mädchen. Als sie sich von ihrem Onkel immer mehr bedroht fühlt, vertraut sie Chris ihr Geheimnis an.



Altersempfehlung: 8+
Deutschland, Irland, Großbritannien 1995
96 Minuten, Farbe
Regie: Chris Bould

mit: Schuyler Fisk,
John Cleere,
Stephen McHattie, Joel Grey

Der Junge, der nicht mehr sprechen wollte

De jongen die niet meer praatte

Sein Spitzname ist Memo. Vielleicht deshalb, weil er sich so viel merken kann, oder nur deshalb, weil er mit vollem Namen Mohammed heißt. Auf alle Fälle ist er Kurde, lebt mit seiner Mutter und seiner Schwester in einem kleinen Dorf in der Osttürkei. Als Aushilfspostbeamter weiß er so manche Neuigkeit, da er oft die Briefe vorlesen muss. Gleichzeitig sieht er auch als erster die Ansichtskarten und Briefe, die ihnen der in Rotterdam arbeitende Vater schickt. Als die Kriegsgefahr in diesem Gebiet der Türkei immer größer wird, holt der Vater seine Familie nach Holland. Memo entschließt sich aus Trotz, nicht mehr zu sprechen.



Altersempfehlung: 8+
Niederlande 1995
108 Minuten, Farbe
Regie: Ben Sombogaart

mit: Erçan Orhan,
Louis Ates, Brader Musiki,
Husna Killi

Der Fremde

Muo sheng ren

Jie Yang, ein kleiner, aufgeweckter und gar nicht mundfauler Junge, wird aus seiner Wohnung entführt. Damit haben sich die Banditen aber den Falschen ausgesucht. Schon bald flieht er und trifft dabei Hu Daxi, einen entlassenen Strafgefangenen. Gemeinsam wollen sie in ihr Heimatdorf zurück und gehen auf große Wanderschaft. Mit einigen Tricks, von denen sich so mancher Erwachsener etwas abschauen kann, gelingt es Jie Yang schließlich auch noch, seinen Weggefährten mit dessen früherer Freundin wieder zusammenzubringen.



Altersempfehlung: 8+
China 1995
95 Minuten, Farbe
Regie: Jun Huang

mit: Guo Hao, Zhao Jun,
Zhang Yong

Anton, der Flieger

Anton

Der 10jährige Anton träumt vom Fliegen. In einer Garage im Hof baut er an seinem eigenen Flugzeug. Er lebt allein mit seiner Mutter, seit sein Vater, ein Pilot, bei einem Absturz ums Leben gekommen ist. Nach außen gibt sich Anton stark und träumt davon, ein Held zu sein. In der Schule machen sich seine Klassenkameraden oft über ihn lustig. Besonders arg treibt es Mie, in die er verliebt ist. Außerdem ist da noch S.D., die im Hof mit ihrer Bande ihr Unwesen treibt. Um sich zu beweisen, lässt er sich auf eine Mutprobe ein. Bei einem Schulausflug zum Bundesheer klettert er heimlich in einen Kampfflieger.



Altersempfehlung: 8+
Dänemark 1996
80 Minuten, Farbe
Regie: Aage Rais

mit: Jacob Krarup,
Sofie Maria Ahlgren,
Anni Bjørn, Stig Günther

Die niemals fliegen

Ptice koje ne polete

Vesna ist zehn Jahre alt und leidet an Leukämie. Vesnas Großvater bittet darum, sie mit in den Wald nehmen zu dürfen, wo er in einer einsamen Hütte mit einem zahmen Wolf und vielen anderen Tieren lebt. Er glaubt, dass nur die Natur Vesna noch heilen kann. Vesna genießt bald das Leben mit dem Großvater, der sie auf seine Streifzüge durch Wald und Wiesen mitnimmt und ihr die Pflanzen- und Tierwelt erklärt. Als Vesna nach ein paar Monaten zu einer Kontrolluntersuchung in die Stadt zurückkehrt, stehen die Ärzte vor einem medizinischen Wunder, denn es sieht aus, als würde sie gesund werden.



Altersempfehlung: 8+
Jugoslawien 1997
113 Minuten, Farbe
Regie: Petar Lalovic

mit: Velimir Zivojinovic,
Neda Arneric,
Miodrag Krivokapic,
Svetlana Bojkovic

Dannys Mutprobe

The Climb

Der dreizehnjährige Danny bohrt dem alten Chuck Langer beim Bogenschießen einen Pfeil durch den Oberarm. Zur Strafe soll er den Sterbenskranken am Nachmittag ein paar Stunden betreuen. Als Danny sich auch noch beim Sturz von einer Leiter den Arm bricht, ist die Misere perfekt. Denn er wollte doch auf den alten Sendemast klettern, um es den anderen Jungs in der Klasse endlich einmal zu zeigen. Da bekommt Danny unverhofft Hilfe von Chuck. Gemeinsam planen und bauen sie einen Flaschenzug, der Danny bis an die Spitze des Mastes befördern soll. Aber durch einen kleinen Fehler bleibt er kurz vor seinem Ziel stecken, und als ein schweres Gewitter losbricht, schwebt er in Lebensgefahr.

 

PREIS DER KINDERJURY, Internationales Kinderfilmfestival Wien 1998



Altersempfehlung: 8+
Frankreich, Neuseeland 1997
94 Minuten, Farbe
Regie: Bob Swaim

mit: John Hurt, Gregory Smith, David Strathairn,
Stephen McHattie

Tsatsiki – Tintenfische und erste Küsse

Tsatsiki, morsan och polisen

Der 8-jährige Tobias trägt seinen Spitznamen „Tsatsiki“ wegen seiner großen Sehnsucht nach dem unbekannten Vater in Griechenland. Seine Mutter Tina aber ignoriert seinen Wunsch, den Vater kennen zu lernen. Sie will endlich mit ihrer Rockband den Durchbruch schaffen. Eigentlich findet Tsatsiki die Mutter ja ganz toll, wenn sie nicht immer mit diesen Musikern herumhängen würde. Der nette Polizist Göran, der ihn eines Tages nach Hause bringt, würde da doch viel besser zu ihr passen! Zum Glück hat Tina ein Zimmer zu vermieten, und Göran braucht gerade eine neue Unterkunft. Bleiben für Tsatsiki nur noch drei Fragen offen: Wird Tina Erfolg haben? Werden Tina und Göran aneinander Gefallen finden? Und wird er je nach Griechenland kommen und seinen Vater kennenlernen?

 

Der dritte Spielfilm der Schwedin Ella Lemhagen entstand nach einem Kinderbuch von Moni Nilsson-Brännström. Das Drehbuch schrieb der bekannte dänische Autor Ulf Stark. TSATSIKI wurde beim Kinderfilmfest Berlin 2000 mit dem „Gläsernen Bären“ der Kinderjury ausgezeichnet.

 

PUBLIKUMSPREIS, Internationales Kinderfilmfestival Wien 2000



Altersempfehlung: 8+
Schweden, Norwegen, Dänemark 1999
91 Minuten, Farbe
Regie: Ella Lemhagen

mit: Samuel Haus,
Alexandra Rapaport,
Jacob Ericksson

Mariken

Mariken wächst als Findelkind bei einem alten Einsiedler auf. Beschaulich leben die beiden fernab vom Getriebe der Welt, die Mariken nur aus einem Buch kennt. Als die Ziege der beiden einem Wilderer zum Opfer fällt, zieht Mariken los, um ein neues Tier auf dem Markt zu kaufen. Nun lernt das wache, neugierige Mädchen endlich die Dinge kennen, von denen es bisher nur gelesen hat. Aber ein Mädchen, das lesen kann, ist im Mittelalter eine Absonderlichkeit, und Mariken gerät schon bald in Gefahr. Der Gaukler Joachim rettet sie aus einer brenzligen Situation und nimmt sie mit ins Lager seiner Schauspielertruppe. Als die fahrende Schar kurz darauf ein Gastspiel im Schloss der Gräfin gibt, erregt Mariken deren Aufmerksamkeit. Die Geschichte nimmt einen bedrohlichen Verlauf …

 

Ein erstaunlich frischer und heiterer Film über das Leben im Mittelalter, der seinen Charme vor allem aus Marikens unbekümmerter Haltung gegenüber einer unbekannten Welt bezieht.



Altersempfehlung: 8+
Niederlande, Belgien 2000
92 Minuten, Farbe
Regie: André van Duren

mit: Laurien van den Broeck,
Jan Decleir, Willeke van Ammelroy

König der Falken

Král sokolu

Thomas, der Sohn des Wildhüters des Fürsten Balador, ist der Sprache der Tiere mächtig. Als sein Vater von Wölfen getötet wird, gelangt der Junge zufällig in den Bannkreis des Fürstenschlosses. Er lernt Baladors Tochter Formina kennen, die in Thomas die erste Liebe entfacht, jedoch seit ihrer Kindheit dem jungen Ostrik versprochen ist. Am Fürstenhof lebt auch Iver, ein karrieresüchtiger Intrigant, der mit allen Mitteln versucht, zum obersten Falkner aufzusteigen. Und schließlich ist da noch Vagan, der einstige Falkner des Fürsten, der Thomas hilft, seinen eigenen Weg zu finden. Als Ostrik kurz vor der Hochzeit mit Formina entführt und Thomas dieser Entführung beschuldigt wird, kann ihm nur noch seine besondere Gabe helfen …

 

In diesem spannenden Abenteuerfilm von Meisterregisseur Václav Vorlícek (“Drei Haselnüsse für Aschenbrödel”, “Das Mädchen auf dem Besenstiel”) geht es um Liebe und Freundschaft, Macht und Intrigen an einem Fürstenhof an der Donau im Mittelalter.



Altersempfehlung: 8+
Tschechien 2000
96 Minuten, Farbe
Regie: Václav Vorlícek

mit: Brano Holicek, Juraj Kukura, Klára Jandová

Hilfe, ich bin ein Junge

Als sich die gestresste Emma wünscht, jemand anderer zu sein, hat sie sich das nicht so vorgestellt: sie erwacht in Mickeys Körper, ausgerechnet des Jungen in ihrer Klasse, den sie am wenigsten leiden kann! Schuld daran ist ein Zauberbuch, das ihr Freund Oskar gefunden hat. Und da Mickey am anderen Ende der Stadt im Körper Emmas erwacht, bleibt den beiden nichts anderes übrig, als sich gemeinsam auf die Suche nach dem Besitzer des Buches zu machen, der der Einzige ist, der ihnen helfen kann. Aber sie haben nicht viel Zeit, denn im Buch steht geschrieben, dass der Körpertausch nach 52 Stunden nicht mehr rückgängig zu machen ist …

 

Ein großartiger Kinderfilm, der spannende Action mit Witz, Fantasie und poetischer Gestaltung zu einem gelungenen Ganzen vereint.

 

PUBLIKUMSPREIS, Internationales Kinderfilmfestival Wien 2002



Altersempfehlung: 8+
Deutschland 2001
90 Minuten, Farbe
Regie: Oliver Dommenget

mit: Sarah Hannemann,
Nick Seidensticker, Philipp Blank

Eine Hexe in unserer Familie

En häxa i familjen

Maries kleiner Bruder Lillen nervt. Ihre neue Freundin Makka hat eine Kristallkugel, die angeblich Wünsche erfüllt, also wünscht sich Marie, dass ihr Bruder verschwindet. Die neue Babysitterin Gerda erfüllt alle Vorstellungen, die Marie und Makka von einer Hexe haben, und die beiden Mädchen sind fest davon überzeugt, dass Gerda gekommen ist, um Lillen zu holen. Aber das wollte Marie eigentlich nicht: eine Hexe, die ihren kleinen Bruder frisst! Fortan tut sie alles, um Lillen aus den Klauen der vermeintlichen Hexe zu retten. Ist sie nun eine oder doch nicht?

 

Eine schräge Komödie, die aufregend, gruselig und witzig ist und auf intelligente Weise mit der Fantasie von Kindern spielt, von der man nie weiß, wo sie anfängt, und wo die Wirklichkeit aufhört.



Altersempfehlung: 8+
Schweden 2000
82 Minuten, Farbe
Regie: Harald Hamrell

mit: Karin Bogaeus,
Rebecca Scheja

Der fliegende Hahn

Hua-Hua

Die kleine Yuanyuan hat den Tod ihres Vaters mit ansehen müssen und ist durch den Schock blind geworden. Ein Freund ihrer Mutter vermittelt ihr einen Ferienaufenthalt bei Verwandten in den Bergen. Dort lebt der kleine Jigao, “Hündchen” genannt. Er und Yuanyuan schließen schnell Freundschaft und die blinde Yuanyuan lernt, wieder fröhlich und unbeschwert zu sein. Aber die eigentliche Hauptfigur dieses Films ist ein Hahn, der fliegen lernen soll! Und natürlich geht alles gut aus: Yuanyuan kann sehen, wie der Hahn vom höchsten Gebäude ihrer Stadt fliegt.

 

Ein leichter und lustiger Film, der sein Thema ernsthaft behandelt und nebenbei in wunderschönen Bildern den Gegensatz zwischen Stadt- und Landleben in China darstellt.



Altersempfehlung: 8+
China 2000
80 Minuten, Farbe
Regie: Jin Zhao

mit: Song Chen, Yue Xie,
Min Tian, Xue Ju

Tinke – Kleines starkes Mädchen

Ulvepigen Tinke

Dänemark vor etwa 150 Jahren: Tinke ist ein Findelkind. Der Hirtenjunge Laurus hat sie verwahrlost im Wald gefunden und zu der Bauernfamilie mitgenommen, für die er arbeitet. Zunächst ist Tinke noch scheu, doch dann freunden sich die beiden an. Laurus findet heraus, dass Tinke beide Eltern verloren hat und seither ganz allein im Wald lebt. Während die Bäuerin Tinke gerne als Tochter im Haus behalten möchte, kann sich der mürrische Bauer nicht mit ihr anfreunden. Er ist froh, als sich herausstellt, dass Tinke von einer wohlhabenden Familie abstammt. Nun wird Tinke zu ihren Großeltern gebracht, aber in deren Haus fühlt sie sich überhaupt nicht wohl. Sie möchte viel lieber bei Laurus bleiben.

 

Der spannende Film über Freundschaft, Verlust und Toleranz besticht durch seine wunderschöne Bildsprache und die hervorragende Hauptdarstellerin.

TINKE wurde beim Internationalen Kinderfilmfestival “Lucas 2002” in Frankfurt am Main mit dem Preis der Kinderjury und der

CIFEJ-Jury ausgezeichnet.

 

PREIS DER KINDERJURY (Lobende Erwähnung),

Internationales Kinderfilmfestival Wien 2003



Altersempfehlung: 8+
Dänemark 2002
92 Minuten, Farbe
Regie: Morten Køhlert

mit: Sarah Juel Werner,
Peter Jeppe Hansen,
Bent Mejding

Elina

Elina - Som om jag inte fanns

Elina gehört zur finnischen Minderheit, die in den fünfziger Jahren im hohen Norden Schwedens lebt. Weil sie lange krank war, muss sie eine Klasse wiederholen. Ihre neue Lehrerin Fräulein Holm hat Vorurteile gegen Finnen, noch dazu, wenn sie arm und vaterlos sind wie Elina. Sie  schikaniert das Mädchen ständig. Elina flüchtet daher immer öfter in das nahe liegende Moor, wo ihr die Zwiesprache mit ihrem toten Vater Trost spendet. Als Elina sich bei Fräulein Holm für eine Sache entschuldigen soll, die sie nicht begangen hat, verweigert sie sich stolz und unbeugsam. Ein zäher Kampf zwischen Schülerin und Lehrerin beginnt …

 

ELINA bezieht seine Stärke aus der einfachen Klarheit, mit der die Geschichte erzählt wird. Der beeindruckende Film gewann beim Kinderfilmfest in Berlin 2003 den ersten Preis der Kinderjury.

 

PREIS DER KINDERJURY, Internationales Kinderfilmfestival Wien 2003



Altersempfehlung: 8+
Schweden, Finnland 2001
80 Minuten, Farbe
Regie: Klaus Härö

mit: Natalie Minnevik,
Bibi Anderson,
Marjaana Maijala,
Henrik Rafaelsen

Der Flug des Navigators

Flight of the Navigator

David ist ein ganz normaler Junge, der leidenschaftlich gern Frisbee spielt und seinen Hund Bruzer über alles liebt. Als er eines Tages seinen kleinen Bruder Jeff suchen soll, stürzt er in einen Graben und wird bewusstlos. Als er wieder erwacht, ist die Welt eine andere geworden: seine Eltern wohnen inzwischen in einem anderen Stadtteil, und David ist seit acht Jahren als vermisst gemeldet! Die NASA findet heraus, dass zwischen Davids Verschwinden und einem kürzlich gefundenen Raumschiff eine Verbindung bestehen muss. Doch noch ehe das Geheimnis gelüftet wird, klettert David an Bord des Schiffes und beginnt die Reise seines Lebens – zurück in die Zeit, aus der er kam …

 

Ein spannender Science Fiction Film mit verblüffenden Wendungen, an dem nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene ihren Spaß haben werden.



Altersempfehlung: 8+
USA 1986
85 Minuten, Farbe
Regie: Randal Kleiser

mit: Joey Cramer,
Veronica Cartwright,
Cliff de Young,
Sarah Jessica Parker

Daniel und die Showhunde

Daniel and the Superdogs

Daniel fühlt sich verlassen. Seine Mutter ist vor einigen Monaten gestorben, und mit seinem Vater, der sich in der Arbeit vergräbt, hat er ein immer schlechteres Verhältnis. Nur gut, dass er auf seine beiden Freunde Colin und William zählen kann, mit denen er allerlei Unfug anstellt. Dann ist da noch April, die gemischte Gefühle in ihm weckt. Ihre Mutter leitet einen Hundestall, in dem Hunde für Publikumsshows ausgebildet werden. Daniel freundet sich mit dem kleinen Hund Gypsy an, den er heimlich für die nächste Show trainiert. Dadurch lernt er, mit seinen Problemen umzugehen und sie zu bewältigen.

 

André Mélançon (“Daffy und der Wal”) gelang ein sensibler Film über Freundschaft, erste Liebe und die Überwindung eines schmerzlichen Verlustes, der trotz trauriger Untertöne glücklich endet.

 

PREIS DER KINDERJURY (Lobende Erwähnung),

Internationales Kinderfilmfestival Wien 2005



Altersempfehlung: 8+
Kanada 2004
107 Minuten, Farbe
Regie: André Mélançon

mit: Matthew Harbour,
Annie Bovaird, William Phan,
Wyatt Bowen

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Mein Name ist Eugen

Als Eugen und Wrigley mit ihren Streichen den Bogen mal wieder überspannt haben, bleibt ihnen nichts anderes übrig als auszureißen. Gemeinsam mit den Freunden Edi und Bäschteli geht die Reise mit dem Fahrrad quer durch die Schweiz. Die Jungen wollen nach Zürich, um Fritzli Bühler, den legendären König der Lausbuben, ausfindig zu machen und sich mit ihm über den Schatz des Titicacasees zu beraten. Während die Eltern der Jungen eine groß angelegte Fahndung in die Wege leiten und ihnen dicht auf den Fersen sind, erlebt die Viererbande das Abenteuer des Sommers.

 

Im liebevoll rekonstruierten Zeitkolorit der 50er-Jahre lässt die Verfilmung des Romans von Klaus Schädelin von Kugellager fressenden Hühnern bis zu wild gewordenen Stieren keinen Gag aus und bringt diese mit schrillem Humor kindergerecht auf die Leinwand.



Altersempfehlung: 8+
Schweiz 2005
100 Minuten, Farbe
Regie: Michael Steiner

mit: Manuel Häberli, Janic Halioua, Dominic Hänni, Alex Niederhäuser

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Kletter-Ida

Klatretøsen

Die 13-jährige Ida ist eine talentierte Kletterin, die an den hohen Wassertürmen von Kopenhagen ihr gefährliches Hobby ausübt. Ihre Begabung hat sie von ihrem Vater gelernt, einem ehemals berühmten Bergsteiger. Als der nunmehrige Besitzer einer Go-Cart-Bahn lebensgefährlich erkrankt und nur durch eine Spezialbehandlung in einer amerikanischen Klinik gerettet werden kann, entschließt sich Ida, das Geld mit allen Mitteln zu besorgen – und wenn sie dafür eine Bank ausrauben muss. Gemeinsam mit ihren Freunden Sebastian und Jonas plant sie den spektakulärsten Bankraub in der Geschichte Dänemarks.

 

Die skandinavische Großproduktion KLETTER-IDA ist eine spektakuläre Action-Komödie für Kinder und Jugendliche von 8 bis 14 Jahren.



Altersempfehlung: 8+
Dänemark, Schweden, Norwegen 2001
89 Minuten, Farbe
Regie: Hans Fabian Wullenweber

mit: Julie Zangenberg,
Stefan Pagels Andersen,
Mads Ravn

Moondance Alexander

Moondance fällt auf der Highschool nicht nur durch ihre Kleidung auf. Sie ist auch etwas tollpatschig und deshalb eine leichte Beute für die bösen Späße ihrer Mitschülerinnen. Als Moondance auf der Straße ein entsprungenes Pferd findet und es dem Besitzer zurück erstattet, verdingt sie sich in dessen Reitstall als Hilfskraft – gegen das Versprechen, Checkers reiten zu dürfen. Zwischen dem wortkargen, muffigen Dante Longpre und dem beharrlichen Mädchen entwickelt sich langsam eine Freundschaft, aus der beide viel lernen. Als sie sich entschließen, mit Checkers am alljährlichen Springturnier der Stadt teilzunehmen, wird das beider Leben für immer verändern.

 

Der Film erzählt davon, wie wichtig es ist, zu seiner Individualität zu stehen und beharrlich sein Ziele zu verfolgen, um Selbstachtung und den Respekt der anderen zu gewinnen.

 

PREIS DER KINDERJURY (Lobende Erwähnung),

Internationales Kinderfilmfestival Wien 2007



Altersempfehlung: 8+
USA 2007
95 Minuten, Farbe
Regie: Michael Damian

mit: Kay Panabaker,
Don Johnson, Lori Loughlin,
Aedan Tomney

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Rot wie der Himmel

Rosso come il cielo

Durch einen tragischen Unfall verliert Mirco sein Augenlicht und muss in einem Internat für blinde Kinder weit weg von seinen Eltern zur Schule gehen. Mirco reagiert anfangs mit Wut und Aggression auf seine neue Situation, aber bald findet er Trost darin, seine Umwelt durch Geräusche neu wahrzunehmen. Eine Hausaufgabe zum Thema Jahreszeiten öffnet ihm die Tür zu einer anderen Welt und verhilft ihm zu neuen Freundschaften mit Schulkollegen und der Tochter des Hausmeisters. Aber in der konservativen katholischen Schule im Italien des Jahres 1971 ist nur wenig Platz für das kreative Potenzial der Schüler.

 

Der Film basiert auf der Lebensgeschichte von Mirco Mencacci, einem der besten Tongestalter des italienischen Films. Behutsam und ohne Sentimentalität erzählt er eine bemerkenswerte Geschichte.

 

UNICEF-Preis, Internationales Kinderfilmfestival Wien 2008



Altersempfehlung: 8+
Italien 2006
90 Minuten, Farbe
Regie: Cristiano Bortone

mit: Luca Capriotti,
Francesco Campobasso,
Marco Cocci

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Magique!

Tommys Mutter hat es nicht leicht. Allein bewirtschaftet die junge Frau eine einsame Bienenfarm in Kanada. Sie arbeitet zu viel und macht sich Sorgen um die Zukunft. Es fällt ihr mitunter schwer, dem Jungen geduldig zuzuhören. Ein Lachen seiner Mutter ist für Tommy etwas Außergewöhnliches. Da kommt ihm der Zirkus, der durch die Stadt zieht, gerade Recht. Tommy überredet seine Mutter, den Zirkusleuten ein Feld vor dem Haus zu überlassen. Ab diesem Zeitpunkt taucht er ein in eine Welt der Magie und Wunder, die nach und nach auf seine Mutter abfärbt. Und im Clown Baptiste findet nicht nur er einen Freund, auf den man sich verlassen kann.

 

Philippe Muyl hat sich an ein heutzutage seltenes Genre gewagt und seine Geschichte in ein Musical verpackt. Wie bei seinem letzten Film “Der Schmetterling” (Festival 2003) entstand dabei magische Unterhaltung für die ganze Familie.

 

PREIS DER KINDERJURY (Lobende Erwähnung),

Internationales Kinderfilmfestival Wien 2008



Altersempfehlung: 8+
Frankreich, Kanada 2008
91 Minuten, Farbe
Regie: Philippe Muyl

mit: Louis Dussol, Marie Gillain, Cali, Antoine Duléry

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Bunt

Dong-ku lebt allein mit seinem Vater in einer südkoreanischen Stadt. Der geistig behinderte Junge geht leidenschaftlich gerne zur Schule, obwohl er dem Unterricht kaum folgen kann. Als Wasserträger versorgt er seine MitschülerInnen begeistert mit Trinkwasser, aber als ein Wasserspender angeschafft wird, verliert er diese Aufgabe. Die Schule möchte den Jungen gerne loswerden, doch Dong-ku lässt sich nicht so leicht entmutigen: Er wird Wasserträger der Baseballmannschaft. Und er ist ein äußerst schneller, ausdauernder Läufer . . .

 

Der Film greift das Thema Behinderung sehr feinfühlig auf und findet für die Beziehung zwischen Vater und Sohn und die sich langsam entwickelnde Freundschaft zum Klassenkollegen Joon-tae aussagekräftige Bilder.

 

PREIS DER KINDERJURY, Internationales Kinderfilmfestival Wien 2008



Altersempfehlung: 8+
Südkorea 2007
76 Minuten, Farbe
Regie: Gyoo-tae Park

mit: Jung Jin-young,
Choi Woo-hyuk, Yoon Chan

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Orps

Als Ikko und seine Freunde von der Teilnahme der Schulkapelle am nationalen Musikwettbewerb ausgeschlossen werden, gründen sie kurzerhand eine eigene Band und melden sich zum Wettbewerb an. In ihrem klapprigen Privatbus fahren sie mit dem großen Schulbus um die Wette, denn es ist ausgemacht, dass nur die Gruppe teilnehmen darf, die zuerst ankommt. Auf dem Weg überstehen die Kinder manche Sabotage der Gegenseite, schließen aber auch neue Freundschaften und lernen, sich zu emanzipieren und die anderen mit differenzierten Augen zu sehen. Als sie am Veranstaltungsort angekommen sind, geht die Geschichte jedoch erst so richtig los!

 

Eine turbulente Komödie, die ganz unaufdringlich vom schwierigen Prozess des Erwachsenwerdens erzählt.



Altersempfehlung: 8+
Norwegen 2009
86 Minuten, Farbe
Regie: Atle Knudsen

mit: Augustus Ekanger,
Ann-Kristin Somme, Cecilie Mosli

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Das große Rennen

The Race

Als intelligentes Mädchen aus einer armen Bauernfamilie hat es Mary unter den eingebildeten Schnöseln in ihrer Schule nicht leicht. Einzig in Tom hat sie einen guten Freund, mit dem sie viel Zeit verbringt. Gemeinsam basteln die beiden an ihren Seifenkisten und fahren damit um die Wette. Marys Vater, der durch den drohenden Verlust seines Hofs und die Probleme mit Marys Mutter zu einem verschlossenen Kauz geworden ist, sieht das Hobby seiner Tochter nicht gerne. Doch als sich Mary zum großen Seifenkistenrennen anmeldet, beginnt sich alles in ihrem Leben zu verändern.

 

Der Film erzählt von einem starken Mädchen, das sich gegen alle Widrigkeiten bravourös durchsetzt.



Altersempfehlung: 8+
Irland, Deutschland 2009
84 Minuten, Farbe
Regie: André F. Nebe

mit: Niamh McGirr, Colm Meaney, Susan Lynch

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Carlitos und das Land der Träume

Carlitos y el campo de los sueños

Carlitos hat einen sehnlichen Wunsch und ein großes Ziel: er will von einer liebevollen Familie adoptiert und ein großer Fußballer werden. Der Direktor des Waisenhauses, in dem Carlitos lebt, ist zu korrupt, um sich wirklich um das Wohl seiner Schützlinge zu kümmern. Aber Carlitos hat Freunde, auf die er sich verlassen kann. So gelingt es ihm, sich für die Jugend-Nationalmannschaft zu qualifizieren. Auch der Sportlehrer Diego unterstützt Carlitos kräftig auf seinem Weg. Aber wird Carlitos die Ausdauer und die Konzentration aufbringen, um sich wirklich unter den ganz Großen durchzusetzen?

 

Hinter der rasanten Komödie verbirgt sich ein modernes Märchen um die Sehnsucht eines Jungen nach Anerkennung.

 

PREIS DER KINDERJURY und PUBLIKUMSPREIS

Internationales Kinderfilmfestival Wien 2009

 



Altersempfehlung: 8+
Spanien 2008
107 Minuten, Farbe
Regie: Jesús del Cerro

mit: Gustavo Salmerón,
Guillermo Campra, Irene Visedo

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Amy und die Wildgänse

Fly Away Home

Wenn ein Mädchen mit Gänsen am Himmel fliegt, klingt es wie ein Märchen. Aber die unglaubliche Geschichte von Amy beruht auf einer wahren Begebenheit. Amy rettet 16 Grauganseier vor der sicheren Vernichtung durch rücksichtslose Bautrupps, sieht die Küken schlüpfen, füttert sie und bringt ihnen Schwimmen bei. Damit ist sie für die kleinen Wildgänse die “Gänsemutter”. Und als Mutter muss sie ihnen auch zeigen, wie man fliegt, sonst können sie nicht rechtzeitig in den Süden und müssten im strengen kanadischen Winter erfrieren.

 

Ein lyrischer Abenteuerfilm über ein kluges Mädchen, das mit ihrem Willen und ihrem Herzen die Grenzen zwischen Mensch und Natur, zwischen Freiheit und Zwang, zwischen möglich und unmöglich überwindet und damit auch vielen Erwachsenen zeigt, wie ein Leben voller Achtung für die Umwelt und Verständnis für Schwächere aussehen kann.



Altersempfehlung: 8+
USA 1996
110 Minuten, Farbe
Regie: Carroll Ballard

mit: Jeff Daniels, Anna Paquin, Dana Delany, Terry Kinney

Zoomer

Zoomerne

Alexander ist ein Mädchenschwarm, aber ein schlechter Schüler. Seinem besten Freund Tim fällt das Lernen leicht, doch er ist viel zu schüchtern, um sich der angebeteten Thea auch nur zu nähern. Zum Glück hat Alexander eine glänzende Idee: Mit der von Tims Mutter, einer Sicherheitsexpertin, “geborgten” Überwachungsausrüstung könnte man doch die Fragen für die entscheidende Schularbeit herausfinden. Gleichzeitig ließe sich in Erfahrung bringen, worauf Thea steht – und Tim mit diesem Wissen helfen. Doch die beiden kleinen James Bonds wissen nicht, worauf sie sich damit einlassen!

 

Hinter der actionreichen Komödie verbirgt sich eine kluge Auseinandersetzung mit dem brisanten Thema zunehmender Überwachung und mangelndem Schutz der Privatsphäre.

 

PREIS DER KINDERJURY, Internationales Kinderfilmfestival Wien 2010



Altersempfehlung: 8+
Dänemark 2009
85 Minuten, Farbe
Regie: Christian E. Christiansen

mit: Henrik Prip, Sally Mørk,
Helle Dolleris

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Eine kleine Rittergeschichte

At zijí rytíri!

Der Ritter Martin von Varmbeck wird der Hexerei angeklagt. Um sich von diesem Verdacht zu befreien, bricht er zum Hof des Königs auf und lässt seine Burg in der Obhut seines ältesten Sohnes Peter und dessen vier Geschwistern zurück. Zu spät bemerkt er, dass er einer List seines Nachbarn Albrecht mit der blutigen Nase erlegen ist, der sich das Land Martins zu eigen machen möchte und jetzt leichtes Spiel zu haben glaubt. Da hat er sich jedoch verrechnet, denn die fünf jugendlichen KämpferInnen verteidigen die Burg mit viel Mut und noch mehr klugen Ideen.

 

Ein spannend inszenierter Abenteuerfilm über eine Zeit, in der das Recht des Stärkeren gang und gäbe war. Trotz des packenden Themas geben jedoch Romantik und Witz den Grundton des Films an.



Altersempfehlung: 8+
Tschechien 2009
105 Minuten, Farbe
Regie: Karel Janák

mit: David Prachar, Pavel Kriz, Tereza Vorisková

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Ich wurde geboren, aber…

Umarete wa mita keredo

Der 10-jährige Ryoichi und sein 8-jähriger Bruder Keiji ziehen mit den Eltern in einen Vorort von Tokyo. Als Schulneulinge sind sie Stänkereien und Raufereien ausgesetzt. Aber Ryoichi und Keiji wehren sich erfolgreich und werden von ihren Mitschülern bald als Anführer akzeptiert. Viel schwerer fällt es den beiden Brüdern hingegen, das unterwürfige Verhalten ihres Vaters gegenüber seinem Vorgesetzten zu akzeptieren.

 

Eine Filmvorführung wie ein Museumsbesuch: Yasujiro Ozus Stummfilm, der von einem Erzähler begleitet wird, führt zurück in die Anfangszeit des japanischen Films. Ozu verwendete Bildfolgen und Perspektiven, die damals noch vollkommen neu waren, und er formte daraus eine tragikomische Erzählung über das Erwachsenwerden.



Altersempfehlung: 8+
Japan 1932
100 Minuten, S/W
Regie: Yasujiro Ozu

mit: Tatsuo Saito, Tomio Aoki, Hideo Sugawara

Schickt mehr Süßes

Send mere slik

Anjelica und Lone sind nicht glücklich darüber, dass sie die Ferien auf dem altmodischen Bauernhof ihrer alten Verwandten verbringen sollen. Wie schmutzig hier alles ist! Und wie es riecht! Und diese fürchterliche Milch, die frisch von den Kühen kommt. Und Süßigkeiten gibt es auch keine. Am liebsten würden sie sofort wieder wegfahren. Mit der Zeit merken die beiden aber, dass das Leben auf dem Bauernhof auch Spaß machen kann. Als Verwandte vom Nachbarhof Tante Hortensia und Onkel Rasmus in ein Altersheim abschieben wollen, schmieden die zwei Mädchen kurz entschlossen einen Plan, um den beiden zu helfen.

 

Ein detailreich und liebevoll gestalteter Film über unterschiedliche Lebensformen und die Annäherung zwischen den Generationen.



Altersempfehlung: 8+
Dänemark, Schweden 2001
76 Minuten, Farbe
Regie: Cæcilia Holbek-Trier, Philip Zandén

mit: Bodil Udsen, Per Oscarsson, Ninna Assentoft Rasmussen,
Marie Katrine Rasch

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Der Ball

Liscio

Raul bewundert seine Mutter, aber er findet auch, dass sie ein wenig verrückt ist. Dass sie als Ballsängerin unbedingt ins klassische Fach wechseln möchte, geht ja noch, aber ihre dauernd wechselnden Liebhaber nerven. Also beschließt Raul, einen Mann für sie zu suchen – einen, der bleibt und der Richtige für sie ist. Sein Musiklehrer wäre ledig, liebt klassische Musik und hat auch das richtige Alter. Raul scheut weder Mittel noch Wege, um sein Ziel zu erreichen, doch am Ende erkennt er, dass seine Mutter ein Recht auf ihre eigenen Entscheidungen hat. Und ganz nebenbei findet er heraus, wer für ihn die Richtige für den ersten Kuss ist.

 

Eine bezaubernde Geschichte, die durch die einfallsreiche filmische Umsetzung besticht und bis zum Schluss in Atem hält.



Altersempfehlung: 8+
Italien 2006
77 Minuten, Farbe
Regie: Claudio Antonini

mit: Laura Morante,
Antonio Catania, Umberto Morelli

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Anne liebt Philipp

Jørgen + Anne = sant

Anne hat immer schon lieber Wikinger als Prinzessin gespielt, und im Armdrücken ist sie ihrem Bruder weit überlegen. In der Schule ist sie nicht besonders gut, und verliebt zu sein ist etwas für Erwachsene, findet sie. Das ändert sich, als Philipp in die Nachbarschaft zieht. Sie ist hin und weg. Da wäre nur noch Ellen, die nicht nur besonders hübsch, sondern auch besonders talentiert ist. Wird Anne gegen ihre Konkurrenz bestehen können? In der Liebe ist doch alles erlaubt, findet Anne. Aber spielt sich das Leben wirklich so ab wie in den Romanen, die ihre Freundin so gerne liest?

 

Eine gelungene Verfilmung des Romans von Vigis Hjort, die die Wirren der ersten Liebe auf subtile Weise darstellt und dabei noch Einiges über Freundschaft und Loyalität erzählt.

 

PREIS DER KINDERJURY (Lobende Erwähnung),

Internationales Kinderfilmfestival Wien 2011



Altersempfehlung: 8+
Norwegen, Deutschland 2010
80 Minuten, Farbe
Regie: Anne Sewitsky

mit: Maria Annete Tanderø Berglyd, Otto Garli,
Aurora Bach Rodal

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Die 10 Leben der Titanic

Titanics ti liv

Liv bekommt zum Geburtstag genau das Geschenk, das sie sich gewünscht hat: eine Fahrkarte für die Jungfernfahrt auf dem Luxusschiff “Danawelt” und einen Rundflug mit dem Hubschrauber vom Deck des Schiffes aus. Doch kurz vor der Abreise geschehen seltsame Dinge: Liv hat Visionen, und sie reagiert scheinbar allergisch auf die Katze ihres Bruders. Die Eltern glauben an eine Krankheit, doch Liv weiß es besser. Die schwarze Katze Titanic, die in ihren Träumen herumgeistert, will ihr etwas mitteilen. Außer ihrem Freund Thomas schenkt ihr jedoch niemand Glauben.

 

Ein Mystery-Thriller für Kinder, der angenehm von der stillen Spannung lebt, die sich aus dem Aufeinanderprallen von Vision und Wirklichkeit ergibt, und dabei ganz auf Horror-Action verzichtet.



Altersempfehlung: 8+
Norwegen 2007
74 Minuten, Farbe
Regie: Grethe Bøe-Waal

mit: Tiril Eeg-Henriksen,
Martin Mbugua, Christian Skolmen, Anne Ryg

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Das Pferd auf dem Balkon

Mika ist anders. Er liebt Mathematik, sagt immer die Wahrheit und muss zu einer ganz bestimmten Uhrzeit sein Essen bekommen. Das macht ihn zum Außenseiter und zum Ziel für Hänseleien seitens seiner Schulkameraden. Eines Nachts hört er ein Wiehern im Hof des Gemeindebaus, in dem er mit seiner Mutter lebt. Und siehe da, auf dem Balkon des Nachbarn steht ein Pferd! Plötzlich befindet sich Mika inmitten einer Geschichte, in der eine indische Prinzessin, ein glückloser Glücksspieler und natürlich das Pferd eine Rolle spielen und Mikas Leben von Grund auf verändern werden.

 

Nach Motiven aus dem gleichnamigen Roman von Milo Dor erzählt Hüseyin Tabak die langsame Veränderung eines autistischen Jungen als Abenteuer für die ganze Familie.



Altersempfehlung: 8+
Österreich 2012
90 Minuten, Farbe
Regie: Hüseyin Tabak

mit: Enzo Gaier, Nataša Paunović, Nora Tschirner, Andreas Kiendl

Tag der Krähen

Le jour des corneilles

Gemeinsam mit seinem Vater lebt ein Junge in einer Höhle im Wald in vollkommener Abgeschiedenheit von den Menschen. Die Geister des Waldes sind seine einzigen Freunde, die Welt außerhalb ist ihm verboten. Eines Tages jedoch wird der Vater verletzt, und sein Sohn muss sich mit ihm in das nächste Dorf aufmachen. Während der Vater vom Dorfarzt gepflegt wird, freundet sich der Junge mit dessen Tochter Manon an. Aber den Vater verbindet ein dunkles Geheimnis mit dem Dorf, und die Freundschaft der beiden Kinder ist bald bedroht.

 

Nach dem Bestseller des Kanadiers Jean-François Beauchemin erzählt dieser wunderbar poetische Film eine archaische Geschichte über Liebe und Schuld, Freundschaft und Vergebung.



Altersempfehlung: 8+
Frankreich, Belgien 2012
95 Minuten, Farbe
Regie: Jean-Christophe Dessaint

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Iris

1890: Iris lebt mit ihrer Mutter, einer bekannten Malerin, in Stockholm. Als diese zu einer Ausstellung nach Paris aufbricht, wird Iris zu ihrem Onkel auf die entlegene Insel Åland geschickt. Das frühreife, verzogene Mädchen, das es mit der Wahrheit nicht immer genau nimmt, passt sich nicht leicht an das einfache Leben auf der Insel an. Aber schließlich entdeckt Iris, wie viel Spaß es machen kann, vom Onkel segeln zu lernen und mit anderen Kindern im Wald herumzutollen. Ganz nebenbei lüftet sie ein Familiengeheimnis, das ihre Mutter jahrelang vor ihr und der Welt verborgen hielt.

 

Der Film besticht durch einen sehr eigenen Charme, der sich daraus entwickelt, dass traditionelle Erzählmuster durch feine Ironie und überraschende Wendungen gebrochen werden.



Altersempfehlung: 8+
Finnland, Schweden 2011
82 Minuten, Farbe
Regie: Ulrika Bengts

mit: Agnes Koskinen,
Maria Salomaa, Tobias Zillacus

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Gute Chancen

Patatje Oorlog

Kieks Vater ist als Arzt oft in Krisengebieten unterwegs. Als er vermisst wird, bekommt Kiek schreckliche Angst und entwickelt in ihrer Fantasie ein Szenario, das die Wahrscheinlichkeit, dass dem Vater etwas zugestoßen ist, vermindert. Wie viele Kinder gibt es, die einen toten Vater haben? Und wie viele, die einen toten Vater und eine tote Maus haben? Hätte man noch einen toten Hund dazu . . .  Immer beharrlicher verfolgt Kiek ihre seltsamen Gedanken, doch am Ende muss sie erkennen, dass ein Leben ganz ohne Risiko nicht möglich ist.

 

Kieks Gedankenwelt wird in der Adaption von Marjolijn Hofs Roman “Tote Maus für Papas Leben” immer wieder in Animationssequenzen dargestellt und dadurch auch für Kinder leicht nachvollziehbar.



Altersempfehlung: 8+
Niederlande 2011
87 Minuten, Farbe
Regie: Nicole van Kilsdonk

mit: Pippa Allen, Johnny De Mol, Rifka Lodeizen, Leny Breeveld

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Die Donnerhosen

Thunderpants

Mit einem großen Knall und einem üblen Geruch kommt Patrick zur Welt. In seinem Darm spielen sich biologische Wunder ab. Seine Eltern gehen jedes Mal in Deckung, wenn es wieder passiert. Die Ärzte nennen es Flatulenz. Für Patricks Mitschüler sind es definitiv die schlimmsten Fürze der Welt. Kein Wunder, dass Patrick der absolute Außenseiter ist. Nur einer hält zu ihm: Alan Allen, der geniale Tüftler. Gemeinsam versuchen die beiden, ihre Träume zu verwirklichen. Patrick möchte als Astronaut in den Weltraum fliegen und Alan will als Erfinder berühmt werden. Er übertrifft sich dauernd selbst mit der Erfindung von furzbetriebenen Flugmaschinen. Mit Alans Hilfe kann Patrick eines Tages beweisen, was wirklich “in ihm steckt”.

 

Ein herrlich skurriler Film, der zeigt, dass Freundschaft das Wichtigste ist und wir unsere Träume nie aus den Augen verlieren sollen.



Altersempfehlung: 8+
Großbritannien 2001
87 Minuten, Farbe
Regie: Peter Hewitt

mit: Bruce Cook, Rupert Grint, Simon Callow

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Grüße von Mike!

De groeten van Mike!

Mike hat lange Zeit im Krankenhaus verbracht, aber jetzt ist er wieder gesund und soll entlassen werden. Seine Mutter kommt ihn jedoch nicht wie vereinbart abholen. Als sie dann endlich auftaucht, ist sie betrunken. Mike soll deshalb zu Pflegeeltern kommen, bis es seiner Mutter besser geht. Inzwischen teilt er sich ein Zimmer mit Vincent, der durch einen Unfall querschnittgelähmt ist und jetzt seinen großen Traum, Pilot zu werden, nicht mehr verfolgen kann. Gemeinsam überlegen sich die beiden Jungs, wie Mike den Pflegeeltern entgehen kann, und helfen sich dabei gegenseitig, ihr Schicksal zu meistern.

 

Obwohl in einer durchaus realistischen Welt angesiedelt, hat der Film viele Elemente eines Märchens und wartet deshalb auch mit einem richtig schönen Happy End auf.

 

PREIS DER KINDERJURY, Internationales Kinderfilmfestival Wien 2013



Altersempfehlung: 8+
Niederlande 2012
81 Minuten, Farbe
Regie: Maria Peters

mit: Maas Bronkhuyzen, Faas Wijn, Bracha von Doesburgh

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Karlas Welt

Karlas Kabale

Weihnachten steht vor der Tür, aber Karla freut sich nicht darauf. Ihre Mutter hat keine Zeit zum Kekse backen, ihr Stiefvater hat ihr neues Zimmer immer noch nicht fertig eingerichtet und ihre beiden kleinen Brüder nerven. Als dann auch noch ihr Vater den traditionellen Vorweihnachtsabend absagt, weil er wieder einmal betrunken ist, hat Karla genug. Kurz entschlossen zieht sie aus, um Weihnachten woanders zu feiern. Der Außenseiter Buster nimmt sie für eine Nacht auf. Wird Karla ihren Platz in der Welt behaupten können?

 

In vielen kleinen Begebenheiten greift der Film alltägliche Probleme einer Zehnjährigen auf und verdichtet sie zu einer erstaunlich differenzierten Geschichte. Mit Karlas Augen werden wir durch ihre kleine Welt und schließlich zum Happy End geführt.

 

BESTER FILM,  Robert Festival Preis 2008, Dänemark



Altersempfehlung: 8+
Dänemark 2007
92 Minuten, Farbe
Regie: Charlotte Sachs Bostrup

mit: Elena Arndt-Jensen, Ellen Hillingsø

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Der Indianer

De Indiaan

“Die meisten Kinder kommen aus dem Bauch ihrer Mutter. Ich kam aus einem Flugzeug.” Koos hat Angst vor Wasser, aber er ist glücklich mit seinen holländischen Adoptiveltern. Eines Tages lernt er Straßenmusiker aus Peru kennen und begreift, dass auch er ein Indianer ist. Als er gleichzeitig erfährt, dass seine Mutter ein Baby erwartet, stürzt Koos in eine existenzielle Krise und beginnt, seiner wahren Herkunft und dem Namen nachzuspüren, der ihm von seinen Vorfahren zugedacht wurde. Dazu muss er jedoch in einem Ritual seine Angst vor dem Wasser überwinden.

 

Einfühlsam und spannend inszeniert Ineke Houtman die Suche eines Adoptivkindes nach seinen Wurzeln und macht in einer einfachen Geschichte deutlich, wie wichtig es ist, seine eigene Identität zu kennen.

 

PREIS DER KINDERJURY (Lobende Erwähnung),

Internationales Kinderfilmfestival Wien 2010



Altersempfehlung: 8+
Niederlande 2009
80 Minuten, Farbe
Regie: Ineke Houtman

mit: Matthias den Besten,
Bastiaan Ragas,
Angelique de Bruijne,
Hans Dagelet

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Tage ohne Musik

Algunos días sin música

Während in der neuen Schule zum Auftakt gesungen wird, lernt Sebastián Guzmán und Email kennen. Aus einem Witz heraus wünschen sich die drei, dass die Musiklehrerin tot umfallen möge – und genau das passiert! Was dramatisch klingt, ist nur der Anlass für den Beginn einer Freundschaft. Guzmán lebt bei seiner schlecht gelaunten Großmutter und sucht nach seinem verschollenen Vater. Email trägt zu allen Gelegenheiten seinen Karateanzug und überdeckt damit seine Unsportlichkeit. Sebastián leidet ein wenig unter der Enge seines Familienlebens. Aber wenn die drei zusammen abhängen, ist die Welt in Ordnung.

 

Unaufgeregt erzählt der Film von seinen drei Protagonisten und lässt uns dabei tief in einen argentinischen Alltag blicken.



Altersempfehlung: 8+
Argentinien, Brasilien 2013
78 Minuten, Farbe
Regie: Matías Rojo

mit: Jenónimo M. Escoriazza, Tomás Exequiel Araya, Emilio Lacerna

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Standing Up – Gemeinsam sind wir stark

Standing Up

Während eines Sommercamps werden Howie und Grace von anderen Kindern ohne Kleider und in völliger Dunkelheit auf einer Insel im See zurückgelassen. Daran gewöhnt, schikaniert zu werden, beschließen die beiden, nicht mehr ins Camp zurück zu kehren. Ohne wirkliches Ziel brechen sie auf und begegnen dabei Menschen, die sie unterstützen, und solchen, die es weniger gut mit ihnen meinen. Durch diese Erfahrungen finden Grace und Howie immer mehr Vertrauen zueinander, lernen dabei ihre Stärken kennen und ihr Schicksal in die eigene Hand zu nehmen.

 

Der Film entstand nach Brock Coles Roman “The Goats” und erzählt unprätentiös eine Geschichte über Loyalität, Verantwortung und die Fragilität kindlicher Unschuld.

 

YOUNG ARTIST AWARD 2014 für Chandler Canterbury und Annalise Basso



Altersempfehlung: 8+
USA 2013
93 Minuten, Farbe
Regie: D. J. Caruso

mit: Chandler Canterbury, Annalise Basso, Radha Mitchell, Val Kilmer, Keith Flippen

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Lola auf der Erbse

Lola leidet darunter, dass ihr Vater die Familie verlassen hat und verkraftet es deshalb kaum, dass ihre Mutter einen neuen Freund hat. Auch sonst tut sie sich in ihrer unkonventionellen Art in der kleinen konservativen Gemeinde schwer. Die Dinge bessern sich, als sie sich mit dem neuen Mitschüler Rebin anfreundet. Aber auch der hat es nicht leicht. Seine kurdische Familie lebt illegal in Deutschland und ist von Abschiebung bedroht. Da wird Rebins Mutter krank und braucht dringend einen Arzt. Wird Lola ihrem neuen Freund helfen können?

 

Trotz der ernsten Untertöne des Films ist LOLA AUF DER ERBSE als Komödie inszeniert. Zwischendurch spricht uns Lola immer wieder direkt an und kommentiert die Ereignisse aus ihrer Perspektive.

 

PUBLIKUMSPREIS, Internationales Kinderfilmfestival Wien 2014



Altersempfehlung: 8+
Deutschland 2014
90 Minuten, Farbe
Regie: Thomas Heinemann

mit: Tabea Hanstein,
Christiane Paul, Tobias Oertel

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Kräheneier

Kaaka Muttai

Als Chinna und Periya eine Werbung für Pizza sehen, ist eines sicher: Dieses unbekannte exotische Gericht müssen sie unbedingt probieren! Für Kinder aus den Slums ist es jedoch nicht einfach, sich das nötige Geld dafür zu beschaffen. Als sie es endlich beisammen haben, wird ihnen der Eintritt in das neue Pizza-Restaurant verwehrt. Neue Kleider müssen her – doch dieses Mal werden die beiden Brüder gewaltsam weggejagt. Jetzt schaltet sich ein Fernsehsender ein, der die Misshandlung der Kinder für eine groß aufgezogene Geschichte nützt.

 

Trotz des ernsten Hintergrunds erzählt der Film auf sehr charmante Weise über zwei Jungen, die in einer ungerechten sozialen Umgebung nicht aufgeben und niemals ihre Würde verlieren. 

 

INDISCHER FILMPREIS: Bester Kinderfilm, beste Hauptdarsteller

PUBLIKUMSPREIS und BESTE DARSTELLER,

Indisches Filmfestival Los Angeles

 



Altersempfehlung: 8+
Indien 2014
98 Minuten, Farbe
Regie: M. Manikandan

mit: Master Vignesh, Master Ramesh, Iyshwarya Rajesh

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Regenbogen

Dhanak

Obwohl Chotu blind ist, ist sein Leben nicht traurig. Seine Schwester Pari kümmert sich rührend um ihn und schreibt absichtlich schlechte Noten, um mit Chotu in der gleichen Klasse zu landen. Als Pari ein Plakat sieht, auf dem Sharukh Khan für Spenden für Augenoperationen wirbt, schreibt sie dem berühmten Schauspieler Briefe, jedoch ohne Erfolg. Dann erfährt sie, dass Sharukh Khan 300 km entfernt filmen soll. Mutig begibt sich Pari mit Chotu auf eine Reise durch den Wüstenstaat Rajasthan, denn schließlich hat sie ihrem Bruder versprochen, dass er mit neun Jahren wieder sehen wird.

 

Märchenhaft in seiner Ausrichtung, erzählt der Film in bunten Farben eine wunderbare Geschichte über Geschwisterliebe, die unweigerlich in ein Happy End münden muss.

 

GROSSER PREIS DER JURY, Generation K-plus, Berlinale 2015

PREIS DER KINDERJURY,

Internationales Kinderfilmfestival Wien 2015



Altersempfehlung: 8+
Indien 2015
106 Minuten, Farbe
Regie: Nagesh Kukunoor

mit: Swastik Ram Chavan, Krrish Chhabria, Vibha Chhibber

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Pelé Pinguin

Pelé Pingvin kommer till stan

Als die Fischvorräte am Südpol immer knapper werden, beschließt Pelés Familie, nach Stockholm auszuwandern. Nach einer abenteuerlichen Überfahrt über den Atlantik hat es Pelé in der Großstadt nicht leicht, sich zu integrieren. Er trägt weder die coolen Kleider der anderen Kids, noch spricht er ihre coole Sprache. Da nützt auch nicht, dass er ein großartiger Schwimmer ist und Doppelsaltos vom höchsten Sprungbrett machen kann. Der einzige Lichtblick in dieser schweren Zeit ist das Mädchen Madeleine, die Pelé anders behandelt.

 

In diesem in Bild und Ton außergewöhnlich gestalteten Animationsfilm wird das hochaktuelle Thema der Migrantenproblematik aufgegriffen und für Kinder nachvollziehbar in Szene gesetzt.



Altersempfehlung: 8+
Schweden 2015
72 Minuten, Farbe
Regie: Kenneth Hedenström, Gustav Forsberg

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Das Lied des Meeres

Song of the Sea

Seit Bens Mutter kurz nach der Geburt seiner Schwester verschwunden ist, lebt er mit seinem Vater und Saoirse in einem Leuchtturm auf einer kleinen Insel. Eines Nachts entdeckt Ben, dass Saoirse ein Selkie ist, ein Feenwesen des Meeres. Saoirse hat die Kraft in sich, einen alten Fluch aufzuheben, den die Hexe Macha über die magischen Wesen verhängt hat. Die Geschwister brechen zu einer abenteuerlichen Mission auf. Als Saoirse von den Eulen Machas entführt wird, muss Ben allein den gefährlichen Mächten gegenüber treten.

 

Der keltische Mythos von der Verbannung aus Tír na nÓg, der Anderswelt, unter der Regie von Tomm Moore wunderschön animiert und in eine kindgerechte Geschichte gekleidet.

 

BESTER FILM und BESTES DREHBUCH,

12. Irische Film- und Fernsehpreise

PUBLIKUMSPREIS, Internationales Kinderfilmfestival Wien 2015



Altersempfehlung: 8+
Irland, Frankreich 2014
90 Minuten, Farbe
Regie: Tomm Moore

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Tony 10

“Jedes Jahr an meinem Geburtstag bäckt meine Mutter einen Kuchen, und mein Vater bringt mir die Bedienung eines neuen Kranes bei.” Mit neun Jahren kann Tony fast jeden Kran auf dem Firmengelände fahren, doch sein Vater hat inzwischen politische Karriere gemacht. Tony sieht ihn immer seltener, und die Ehe der Eltern leidet darunter. Als Tony entdeckt, dass sein Vater bereits eine neue Freundin hat, schmiedet er einen Plan, wie er seine Eltern wieder zusammenbringen kann. Dabei kommt ihm sogar die Königin zu Hilfe.

 

TONY 10 entfaltet sich als fantasievolles Märchen, das mit seinen kräftigen Farben, schrägen Witzen und überraschenden Wendungen zu einem erstaunlich realistischen Ende findet.

 

PUBLIKUMSPREIS, Internationales Kinderfilmfestival Wien 2012



Altersempfehlung: 8+
Niederlande, Deutschland, Belgien 2012
86 Minuten, Farbe
Regie: Mischa Kamp

mit: Faas Wijn, Jeroen Spizenberger, Rifka Lodeizen, Annet Malherbe

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Hotel zur großen L

Hotel de grote L

Kos ist erst dreizehn Jahre alt, aber nach dem Herzinfarkt seines Vaters muss er sich praktisch im Alleingang um das Familienhotel kümmern. Seine drei Schwestern sind ihm dabei wenig Hilfe. Briek lebt in ihrer eigenen Gruftie-Welt, Libbie hat ihr Studium und eine neue Liebe, und Pel ist einfach noch zu klein, um wirklich helfen zu können. Ein Schönheitswettbewerb mit seinem Geldpreis wäre die Lösung für die finanziellen Probleme – um Familie und Hotel zusammenzuhalten, nimmt Kos, als Mädchen verkleidet, daran teil.

 

Inszeniert nach dem gleichnamigen Jugendroman von Sjoerd Kuyper gelang Ineke Houtman, Stammgast beim Festival, ein wunderbar entspannter Film für die ganze Familie.

 

PREIS DER KINDERJURY (Lobende Erwähnung),

Internationales Kinderfilmfestival 2017



Altersempfehlung: 8+
Niederlande 2017
85 Minuten, Farbe
Regie: Ineke Houtman

mit: Julian Ras, Abbey Hoes, Frank Lammers, Bente Fokkens

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Pichkus Traum

Halkaa

Pichku träumt von etwas, das für Menschen in Europa ganz selbstverständlich ist: er wünscht sich ein sauberes WC, das er zusperren und wo er seine kleinen und großen Geschäfte in Ruhe erledigen kann. Im Slum, in dem Pichku lebt, ist es üblich, sich dafür auf den nahen Bahndamm zu begeben, doch dabei fühlt sich Pichku nicht wohl. Mit zwei gleichgesinnten Freunden setzt er alles daran, den Traum vom eigenen WC zu verwirklichen.

 

Ein mutiger Film, der sein Thema in Zeitlupen, prächtigen Farben und mitreißenden Tanzeinlagen umkreist. Gleichzeitig macht er deutlich, dass Grundbedürfnisse in einer anderen Welt oft nur Träume sind.

 

GRAND PRIX, Filmfestival Montréal

KRITIK DER KINDERJURY

 

In diesen Film sind wir richtig hineingekippt! Er ist kurzweilig, interessant, spannend und sehr lustig, weil das Klo ein Thema ist. Die Welt, in der Pichku lebt, sieht ganz anders aus als bei uns, z.B. sind die Häuser außen und innen viel bunter als bei uns. Die Kinder arbeiten auf einer Müllhalde, sammeln Plastikflaschen oder auch Altmetall, um ein wenig Geld zu verdienen. Der Unterschied zwischen Arm und Reich (Slum-Kinder bzw. „Schulkinder“) und die Kinderrechte spielen eine große Rolle (Recht auf Gesundheit/Hygiene, Spiel & Spaß, Schule, keine Kinderarbeit, Schutz vor Schlägen usw.). An manchen Stellen haben wir befürchtet, dass die Kinder schon wieder benachteiligt bzw. betrogen werden (z.B. vom Klo-Verkäufer), aber am Ende geht alles gut aus.

 

Sehr gefallen hat uns, wie der Film gemacht ist. Es gibt mehrere Traumbilder, z.B. Pichkus Wunschtraum von seinem idealen, sehr bunten (weichgezeichneten) Klo. Als Pichku von Rohan, einem der Schulkinder, Schutzmasken und einen Duft geschenkt bekommt, versprüht er diesen Duft rund um sich herum und die Müllhalde verwandelt sich in eine Blumenwiese. Besonders schön ist auch der Blick von einem Hochhaus, auf dem Pichku mit seinem neuen Freund Gopi steht – gleichzeitig ist das ein Blick in die Vergangenheit (Gopis früheres Slum-Zuhause) und ein Blick in eine völlig andere Welt. Außerdem sind die Kameraperspektiven sehr einfallsreich, z.B. werden der Vater und Baba (der Mann mit dem wilden Bart) von unten aufgenommen, wenn sie Pichku Angst machen. Einige Male wird auch Zeitlupe verwendet, etwa als Pichku vom Vater zum „Klo“ an den Bahngleisen gezerrt wird. In dieser Szene ist für uns die Musik übrigens zu fröhlich, da hätte sie dramatischer sein müssen, aber sonst passt sie immer sehr gut. Auch das Schnitttempo passt immer genau zur Handlung.

 

Indien dürfte übrigens eher eine Männerwelt sein, denn es war nie zu sehen, wie Frauen aufs Klo gehen – wir vermuten, dass sie zu anderen Zeiten oder an einen anderen Ort gehen als die Männer.

 



Altersempfehlung: 8+
Indien 2018
112 Minuten, Farbe
Regie: Nila Madhab Panda

mit: Paoli Dam, Thatastu, Ranvi Shoey, Vipin Katyal, u.a.

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Weltvertrieb:
Smile Films India

Ein Monster auf Bestellung

Mail-Order Monster

Sam hat vor drei Jahren ihre Mutter bei einem Autounfall verloren und ist noch nicht über den Verlust hinweggekommen. In der Schule wird sie gemobbt, und zu allem Überfluss will ihr Vater jetzt auch noch seine neue Freundin Sydney heiraten. In ihrer Einsamkeit bestellt Sam über einen Versandkatalog ein Roboter-Monster, das den Namen MOM trägt. Damit will sie ihre ehemals beste Freundin in der Schule aus Rache erschrecken. Als das Monster zum Leben erwacht, verläuft nichts mehr so, wie Sam sich das wünscht.

 

Das Monster MOM ist eine gelungene Personifizierung von Sams Gefühlen, mit denen sie allein nicht mehr fertig wird. MOM hilft ihr, Hilfe von anderen anzunehmen.

KRITIK DER KINDERJURY

 

Besonders schwierige Szenen in diesem Film, wie z.B. der Autounfall zu Beginn und die Auflösung am Ende, werden uns als Comics gezeigt. Dieses stilistische Mittel fanden wir originell und von uns aus hätte es ruhig noch mehr Comics-Szenen geben können! Durch das „Mail Order Monster“ („M.O.M.“) kommt auch ein Fantasy-Element ins Spiel. Dieser Roboter hat auf uns wegen seiner eher menschlichen Bewegungen nicht ganz so echt gewirkt. Sein „Erwachen“ ist dafür aber so spannend inszeniert (Gewitter, dramatische Musik) und der Ton zum Roboter ist so gut gemacht (seine Sprache und die metallenen Geräusche, die er macht), dass wir ihn letztlich doch sehr überzeugend fanden.

 

Gut gefallen hat uns, dass erst nach und nach alle Puzzleteile der Geschichte ein Bild von dem ergeben, was passiert ist – z.B. welche Personen beim Unfall im Auto waren und wie sich das Verhältnis zwischen Samantha („Sam“) und Patricia („PJ“) durch dieses Erlebnis verändert hat. Obwohl der Film an vielen Stellen lustig ist, ist er gleichzeitig auch traurig und ernst, denn Sams Mutter ist bei dem Autounfall gestorben und Sam muss erst lernen, mit ihrer Trauer umzugehen. Ihr Wutanfall im Schuppen ist in diesem Zusammenhang eine sehr gelungene Szene. Auch Mobbing in der Schule ist ein Thema, zunächst nur für Sam, später auch für PJ (Anpinkel-Szene). Der Film ist sehr spannend, einigen von uns war der Spannungsbogen am Ende sogar etwas zu lange. Aufgefallen ist uns noch, dass der Film des Öfteren mit Schärfen und Unschärfen bzw. mit Schärfeverlagerungen arbeitet, z.B. in einer Szene beim Schulausgang oder als Sams Vater vor dem Fernseher sitzt. Eine interessante Figur ist Sydney, die manchmal mehr Gespür für Sams Gefühlslagen zu haben scheint als ihr Vater. Mit der Schönheits- und Shoppingtour haut Sydney zwar auch ordentlich daneben, aber man merkt, wie sehr sie sich um Sam bemüht und ihre eigenen Interessen zurücksteckt.



Altersempfehlung: 8+
USA 2018
87 Minuten, Farbe
Regie: Paulina Lagudi

mit: Emma Rayne Lyle, Josh Hopkins, Charisma Carpenter, u.a.

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Weltvertrieb:
Film Mode Entertainment

Ich bin William

Jeg er William

Da seine Mutter psychisch krank ist, kommt William in die Obhut seines Onkels. Der lebt von der Sozialhilfe, handelt mit Diebesgut, ist ein notorischer Spieler und politisch alles andere als korrekt, aber er bietet William ein Zuhause. Als Onkel Nils wegen seiner Spielschulden in ernsthafte Schwierigkeiten gerät, fasst sich William ein Herz, begibt sich in die Höhle des von allen gefürchteten Gangsters Djernis und macht mit ihm einen Handel aus. Dieser Schritt löst eine Entwicklung aus, die sich William nie im Leben hätte träumen lassen.

 

Kein Sozialdrama, sondern eine herrlich skurrile Komödie über den Prozess, zu dem zu werden, der man schon ist. Der pointierte Humor des Films macht das Unglaubliche glaubhaft.

 

Regisseur JONAS ELMER wird bei allen Vorstellungen anwesend sein und im Anschluss an den Film für Fragen aus dem Publikum zur Verfügung stehen.

 

ECFA-PREIS, Filmfestival Malmö

KRITIK DER KINDERJURY

 

In diesen coolen Film sind wir ganz schnell hineingekippt und wir konnten uns auch sehr gut in William hineinversetzen! Die Ich-Erzählung funktioniert unter anderem deswegen so gut, weil vieles aus Williams Perspektive erzählt wird (seine Gedanken) bzw. zu sehen ist (subjektive Kamera). Gestaltet ist der Film überhaupt sehr einfallsreich, mit entfärbten Rückblenden (z.B. in Williams Kindheit), Zeitlupen (z.B. die Freude bei der Pferdewette), Zeitraffer (z.B. das Räumen des Zimmers und das Verkaufen der Sachen), Animationen (Spiegeleier, Schriften usw.), Standfotos (z.B. Hunde), Split-Screens und Überblendungen (z.B. beim Pferderennen).

 

Die Kinderrechte spielen in diesem Film eine große Rolle! William will seine Mutter jeden Sonntag sehen und beharrt auch seinem Onkel gegenüber darauf. Die spezielle Verbindung, die William mit seiner Mutter hat, zeigt sich ganz besonders durch die Briefchen, die sie ihm mitgibt. Wie jedes Kind braucht William ein Zuhause, und ein etwas schräges ist besser als keines. Wie er seinem Onkel am Ende Manieren beibringt, ist wirklich witzig! Es gibt überhaupt einige sehr lustige Szenen, z.B. die beiden Coca Cola-Szenen oder die Szene mit Viola und der steifen Hundeleine. Mobbing ist auch ein Thema, und der Darsteller von Martin spielt seine Rolle so richtig fies! Der Spannungsbogen mit dem Herunterzählen der Tage und der roten Einfärbung des letzten Tages ist stimmig, Schnitt und Musik vom Tempo her genau passend. Wir sind restlos begeistert! Wir sind William!

 

Noch eine Anmerkung:

Es war sehr fein, dass wir mit Regisseur Jonas Elmer über seinen Film sprechen konnten! Er ist sehr nett und hat viel von der Entstehung des Films, also von der Idee, vom Casting und vom Dreh (mit Kindern und Hund!) berichtet!



Altersempfehlung: 8+
Dänemark 2017
83 Minuten, Farbe
Regie: Jonas Elmer

mit: Alexander Magnússon, Rasmus Bjerg, Stinne Henriksen, Amina Awan Abou Arrakha, Niels-Martin Eriksen, u.a.

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dänische Originalfassung, deutsch eingesprochen
Weltvertrieb:
SF Studios

Rosie & Moussa

Rosie ist nicht glücklich darüber, dass sie mit ihrer Mutter in ein Hochhaus ziehen muss. Noch dazu ohne den Vater, über dessen Verbleib dem Mädchen niemand etwas sagen will. Wie gut, dass sie schon am ersten Tag Moussa aus der Nachbarwohnung kennenlernt. Moussa ist ein aufgeweckter Junge, der sich einen Kater als Hund hält und Rosie zum Lachen bringt. Auf dem Dach des Hauses finden die beiden einen Platz zum Träumen und für ernste Gespräche. Als Rosie dahinterkommt, dass ihr Vater im Gefängnis ist, fangen die Probleme erst so richtig an.

 

Einfühlsam erzählt der Film eine einfache Geschichte und lässt das Grau der Großstadt durch fantasievoll animierte Einlagen immer bunter werden.

KRITIK DER KINDERJURY

 

Auffallend an diesem Film ist, wie viel sich von Anfang bis Ende durchzieht. Dazu zählt z.B. die „Acapulco“-Schneekugel, in der Rosies Vater mit Hilfe einer Animation das „Cariña“-Lied singt (mit „Schätzchen“ ist Rosie gemeint). Die Farben, vor allem rot (Rosies Mantel, Moussas Kappe) und grün (Moussas Jacke, Rosies T-Shirt), zeigen, wie gut Rosie und Moussa harmonieren und dass sie zusammengehören. Die Animationen, die z.B. die Fußgängerbrücke oder den Zug „übermalen“, ziehen sich ebenso durch wie Bilder vom Stiegenhaus (Blick von oben hinunter, das Stockwerke laufen). Auch die Schärfeverlagerungen (z.B. Netz am Balkon!), die meist Rosie scharf zeigen oder von Rosie zu Moussa wechseln, haben uns sehr gefallen – manchmal sind sogar nur mehr Lichtpunkte zu sehen, das war schön!

 

Der Film zeigt eher den Alltag und ist vielleicht nicht ganz so spannend wie andere Filme, aber dafür ist er z.B. sehr humorvoll. Moussa behandelt seine Katze so, als wäre sie ein Hund, und um Rosie zu zeigen, dass er direkt über ihrem Zimmer wohnt, sieht man eine Animation von einem Loch in der Decke. Der nach außen hin strenge, heimlich steppende Hauswart ist eine witzige Nebenfigur. Eine der besten Szenen ist die, in der Rosie einen Wutanfall bekommt und die Schneekugel ruiniert, weil sie merkt, dass ihre Familie nie wieder so werden wird wie früher. Savannah Vandendriessche, die junge Hauptdarstellerin, spielt ihre Rolle wirklich sehr überzeugend! Während Rosie am Anfang des Films noch ein Kuscheltier hat, hat sich bis zum Ende viel verändert und Rosie ist erwachsener geworden. Manche von uns hätten gern noch genauer gewusst, was mit der Familie, dem Vater oder dem neuen Freund der Mutter (der keine Papiere hat) weiter passiert.



Altersempfehlung: 8+
Belgien 2018
90 Minuten, Farbe
Regie: Dorothée van den Berghe

mit: Savannah Vandendriessche, Imad Borji, Ruth Beeckmans, Titus De Voogdt, Mourade Zeguendi, u.a.

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Weltvertrieb:
Attraction Distribution

Auf Rädern

Sobre Rodas

Nach einem schweren Unfall kehrt Lucas im Rollstuhl in die Schule zurück. Der Junge findet sich mit seinem Schicksal nicht zurecht und zieht sich in sich selbst zurück. Aber dann tritt Laís in sein Leben. Das aufgeweckte, fröhliche Mädchen holt Lucas aus seiner Isolation, und er findet wieder Lebensfreude. Aber auch Laís hat ein Problem: Sie möchte ihren Vater finden, den sie nie kennengelernt hat. Als sie einen Tipp erhält, wo er sich eventuell aufhalten könnte, brechen Lucas und Laís mit Rollstuhl und Fahrrad zu einer gemeinsamen Reise auf und begegnen auf ihrem Weg nicht nur skurrilen Menschen, sondern auch sich selbst.

Ein zauberhaftes Road-Movie, das von Sehnsucht und unerfüllten Wünschen, aber auch von wahrer Freundschaft erzählt.



Altersempfehlung: 8+
Brasilien 2017
72 Minuten, Farbe
Regie: Mauro D'Addio

mit: Lara Boldorini, Cauã Martins

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