Das Schulgespenst

Carola Huflattich ist nicht unbedingt das, was man sich unter einem braven Mädchen vorstellt. Sie mag an der Schule nur den Sportunterricht und gerät wegen ihres Betragens immer wieder in Schwierigkeiten. Deshalb kommt es ihr ganz gelegen, dass ihr Kreidegespenst Buh lebendig wird und anbietet, für sie in die Schule zu gehen. Die beiden tauschen und anfänglich genießt Carola ihre Gespensterfreiheit. Aber Buh will nicht mehr zurücktauschen. Was nun? Zum Glück hat Carola ihren guten Freund Willi, mit dem sie Buh überlisten will.

 

“Voller Poesie und Witz; souverän wird die Alltagsrealität von Kindern phantasievoll gebrochen, ins Komödiantische und Ironische übersteigert. Viele Szenen sind auf Pointen hin geschrieben; der Film hat ein enormes Tempo.” (Die Weltbühne)



Altersempfehlung: 6+
DDR 1987
84 Minuten, Farbe
Regie: Rolf Losansky

mit: Nicole Lichtenheldt,
Ricardo Roth, Karin Düwel

Ronja Räubertochter

Ronja Rövardotter

In einer Gewitternacht wird auf der Mattisburg ein Kind geboren. Der Räuberhauptmann ist außer sich vor Freude über sein Töchterchen, die raubeinigen Räuber sind ob solchen Glücks einfach gerührt. Da fährt ein greller Blitz in die Burg und spaltet sie in zwei Teile. Jahre sind vergangen. Mattis und seine Frau Lovis halten die Zeit für gekommen, dass ihre Tochter Ronja die Welt draußen, den Mattiswald, kennenlernt. Das Mädchen macht sich neugierig und übermütig auf den Weg. Eines Tages trifft sie zu ihrem Erstaunen einen gleichaltrigen Jungen: Birk, den Sohn Borkas, des Rivalen von Mattis. Die Tatsache, dass die Borkaräuber unbemerkt in den Wald eingedrungen sind, lässt Mattis vor Wut schäumen. Die beiden Kinder aber wollen, ungeachtet der Feindschaft ihrer Väter, zusammenbleiben. Als Mattis den Sohn Borkas gefangen nimmt, muss Ronja sich entscheiden. Mit einem kühnen Sprung hinüber zu Borkas Burghälfte zeigt sie ihrem Vater, dass sie dieses Spiel nicht mitmacht. Mattis ist tief getroffen und verstößt sein geliebtes Kind. Ronja zieht mit Birk in die Bärenhöhle. In freier Natur verleben sie ihren schönsten Sommer. Trotzdem zieht es Ronja zurück zu Lovis und Mattis, und als der Räuberhauptmann sie bittet, auf die Mattisburg zurückzukehren, ist Ronja glücklich. Die beiden Räuberbanden schließen Frieden.

 

“Eine der schönsten Lindgren-Verfilmungen! Ein Zauberwald, wie man ihn noch nicht gesehen hat – und eine Eltern-Kinder-Geschichte aus Räuberkreisen, in denen sich alle wiederfinden können: die auf ewig verfeindeten Familien; die Bälger, die immer genau das tun, was sie nicht tun sollen; die jähzornigen Väter, dummstolz und dickschädelig, und die Äpfel, die nicht weit vom Stamm fallen. Sowohl ein pädagogisches Meisterstück vom Lernen durch Hineinfallen wie auch ein fabelhaftes Märchenabenteuer.” (Münchner Abendzeitung)



Altersempfehlung: 6+
Schweden, Norwegen 1984
126 Minuten, Farbe
Regie: Tage Danielsson

mit: Hanna Zetterberg,
Dan Håfström, Börje Ahlstedt,
Per Oscarsson, Lena Nyman

Kleine Revolte

Pequeña revancha

Eine Militärdiktatur irgendwo in Lateinamerika: Selbst in dem kleinen Dorf, in dem der 12-jährige Pedro mit seinen Eltern lebt, ist die politische Realität allgegenwärtig. Freunde und Verwandte verschwinden, Pedros Eltern hören heimlich Radio, und Pedro muss, zum Entsetzen seiner Eltern, im Auftrag der Regierung einen Schulaufsatz mit dem Thema “Was meine Familie am Abend macht” schreiben. Als die Militärpatrouille Pedros Hund Rocky absichtlich tötet, beschließt der kleine Junge, gemeinsam mit seinen Freunden eine Widerstandsgruppe zu gründen und Rache zu nehmen: Der Strohpuppe, die traditionellerweise zu Ostern verbrannt wird, fehlt noch eine Hose, und Pedro stiehlt des Bürgermeisters Beinkleider. Zum Schluss erzählt Pedro seinen Eltern von dem Schulaufsatz, für den er gelobt worden ist. Der Aufsatz ist eine Mischung aus Lügen und Belanglosigkeiten, und die Eltern können aufatmen – Pedro beginnt erwachsen zu werden.

 

KLEINE REVOLTE räumt mit dem Vorurteil auf, dass Kinder von Politik nichts verstehen. Sie finden einen eigenen, mehr gefühlsmäßigen Zugang zu politischen Ereignissen. Die Kinder setzen sich mit den Geschehnissen und den Verantwortlichen auf ihre Weise auseinander. Aber trotz der Ernsthaftigkeit seines Themas ist KLEINE REVOLTE auch ein fröhlicher Film. Selbst in einer Zeit politischer Repression geben die Menschen die Hoffnung nicht auf. Der Film bezieht sich nicht auf Venezuela, sondern könnte sich überall zutragen, wo es Unterdrückung gibt. Gedreht wurde mit LaiendarstellerInnen, die lineare Erzählweise und die spürbare Identifikation der jugendlichen SchauspielerInnen mit der Geschichte machen den kraftvollen und geradlinigen Charakter von KLEINE REVOLTE aus. 



Altersempfehlung: 10+
Venezuela 1985
93 Minuten, Farbe
Regie: Olegario Barrera

mit: Carmencita Padrón,
Yoleigret Falcón, Elisa Escámez,
Carlos Sánchez

Kenny

Kenny (The Kid Brother)

Kenny Easterday ist ein fröhlicher, aufgeweckter Junge, der all die Dinge mag, die Buben in diesem Alter eben mögen. Vor allem hängt Kenny an seinem Skateboard – denn Kenny mussten kurz nach seiner Geburt beide Beine amputiert werden. Mit verblüffender Geschicklichkeit meistert er sein Schicksal, kann auf den Händen fast so schnell gehen wie andere auf ihren Beinen, flitzt mit dem Skateboard durch die Gegend und geht seiner Familie mit seinem vorlauten Mundwerk manchmal ganz schön auf die Nerven. Eines Tages kommt ein französisches TV-Team nach Pittsburgh, um einen Dokumentarfilm über Kenny zu drehen. Der Regisseur begnügt sich jedoch nicht damit, das “wirkliche” Leben der Easterdays zu filmen, sondern lässt die Familie Situationen nachstellen, die fern ihres Alltags liegen. Und Kennys Schwester verliebt sich Hals über Kopf in den französischen Kameramann und lässt seinetwegen ihren Freund abblitzen. Sharon hatte schon kurz nach Kennys Geburt die Familie verlassen, weil sie sich nicht vorstellen konnte, mit einem verkrüppelten Bruder zusammenzuleben. Auch ihr derzeitiger Aufenthalt im Hause ist nicht von Dauer. Ihre Mutter macht ihr Vorwürfe wegen der Affäre mit dem Kameramann, und mit Kenny kommt Sharon immer noch nicht klar. Sie zieht wieder aus, doch diesmal fährt Kenny ihr per Anhalter hinterher. Erst als Sharon ihm gesteht, da· sie ihn gehasst hat, als er auf die Welt kam, weil sie sich so sehr einen gesunden Bruder gewünscht hatte, und sie sich jetzt dafür schuldig fühlt, finden beide einen Weg, einander zu verstehen und zu lieben.

 

Ein Höhepunkt des sozial engagierten Films. Die Geschichte eines 13-jährigen, der weniger mit seiner Behinderung als mit den Vorurteilen seiner Umwelt zu kämpfen hat. Ein dokumentarischer Spielfilm, der weder Mitleid noch Sentimentalität hervorruft, sondern Bewunderung und Lebensfreude.



Altersempfehlung: 10+
USA, Kanada, Japan 1987
95 Minuten, Farbe
Regie: Claude Gagnon

mit: Kenny Easterday,
Caitlin Clarke, Liane Curtis,
Zack Grenier, Alain Saint-Alix

Juliana

Juliana lebt mit ihrer Mutter und ihrem Stiefvater in den Slums am Rande Limas. Die Mutter verdient auf dem Markt als Verkäuferin den Lebensunterhalt der Familie, doch der Stiefvater vertrinkt meist das Geld und wird dann gewalttätig. Einen Ausweg sieht Juliana darin, sich der Gruppe ihres Bruders Clavito anzuschließen, der mit anderen Jungen in den Bussen singt und so Geld verdienen kann. Aber in der Kinderbande finden Mädchen keinen Zutritt. Juliana verkleidet sich als Junge und wird in die Bande aufgenommen. Der Anführer ist ein älterer Mann, der seine “Schützlinge” ausbeutet und sie zu Diebstählen verführt. Sein Assistent, der brutale Cobra, wird misstrauisch, als sich Juliana weigert, dabei mitzumachen. Er findet heraus, daß “Julian”, wie Juliana sich nennt, ein Mädchen ist und fordert sie und ihren Bruder zum Kampf heraus. Juliana, die nichts mehr zu verlieren hat, stellt sich der Herausforderung. Und fast alle Jungen der Bande schließen sich ihr an. In einem alten gestrandeten Schiff finden die Kinder einen neuen Unterschlupf. Dort versuchen sie, gemeinsam zu leben, alle Einkünfte aus ihren Musikdarbietungen in den Bussen werden in eine Gemeinschaftskasse eingezahlt, daraus bestreiten die Kinder ihren Lebensunterhalt.

Eine “Kinder-Sozialutopie” …

 

Die DarstellerInnen sind, bis auf Julio Vega, der den Anführer verkörpert, Laien. Biographische Elemente aus dem Leben der Schauspieler wurden in den Film integriert, in diesem Sinne stellt JULIANA eine Mischung aus Dokumentation und Spielfilm dar, mit fließenden Übergängen: Selbst wenn die Kinder “spielen”, ist es doch immer ihre eigene Geschichte, eine Geschichte aus einer Welt, in der Gewalt und Armut herrschen, in der die Familie jegliche Verbindlichkeit verloren hat, in der Kinder von klein an Geld verdienen müssen und in der die Erwachsenen keine Kraft mehr haben, ihren eigenen Kindern Geborgenheit zu geben, weil sich ihre Energie im harten Existenzkampf verzehrt.



Altersempfehlung: 8+
Peru, Deutschland 1988
90 Minuten, Farbe
Regie: Fernando Espinoza, Alejandro Legaspi

mit: Rosa Isabel Morfino,
Julio Vega, Maritza Gutti

Gummi Tarzan

Der achtjährige Ivan Olsen – von seinem Tarzan-versessenen Vater abwertend Gummi-Tarzan genannt – hat es nicht leicht in der Schule. Er ist klein, ein Träumer und daher ein leichtes Opfer, besonders für eine Gruppe von fünf starken Jungs, die es stets auf ihn abgesehen haben. Vater und Mutter hätten so gern einen tapferen Jungen, aber so ist Ivan nicht. Am wohlsten fühlt sich der Junge im benachbarten Containerhafen, zwischen all den Stahlkisten und den lauten Maschinen. Ivan freundet sich mit Kranführer Ole an – ein Mann, der dieselbe Wellenlänge wie der Junge hat und ihm schließlich den Anstoß für einen wichtigen Schritt ins Leben gibt. Die Folge: Ivan zahlt es seinen Peinigern auf eigene Weise heim.

 

Ein Film, der Hoffnung macht, der zeigt, dass jeder in etwas gut sein kann – man muss nur herausfinden, was es ist.



Altersempfehlung: 6+
Dänemark 1981
98 Minuten, Farbe
Regie: Søren Kragh-Jacobsen

mit: Alex Svanbjerg,
Otto Brandenburg, Peter Schrøder, Susanne Heinrich

Goldregen

Guldregn

In der Nähe ihres Lieblingsspielplatzes finden Karen, Nanna, Jørn und Lasse eine Keksdose voll Geld – die Beute eines Postraubes. Sie nehmen die Dose an sich und wollen das Geld der Polizei übergeben, sobald eine Belohnung ausgesetzt wird. Leider kommt es nicht dazu, denn sie werden von den Posträubern ausgeforscht. Karen muss das Versteck der Beute verraten, kann sich aber den Aufenthaltsort des Verbrechers merken und ihre Freunde dorthin führen. In einem dramatischen Wettlauf mit den beiden Gaunern behalten die Kinder die Oberhand.

 

“Kinder sind wild auf spannende und aufregende Filme. Man muss nur die Titel der Filme lesen, die von Kindern in Videotheken ausgeborgt werden. Es ärgert mich, dass Thriller meistens mit Mord, Blut, Gewalt und schnellen Autos gleichgesetzt werden. Mit “Goldregen” von Anders Bodelsen verfügte ich über einen Stoff, der das Verhältnis von Kindern zu Geld und kindliches Rechtsbewusstsein thematisierte, ohne auf die üblichen billigen Tricks zurückzugreifen. Ich wollte die Geschichte genauso professionell inszenieren wie einen guten Erwachsenenfilm. Und mein Ziel hätte ich erreicht, wenn die Erwachsenen vom Film ebenso gepackt werden wie die Kinder.” (Søren Kragh-Jacobsen)



Altersempfehlung: 8+
Dänemark 1988
94 Minuten, Farbe
Regie: Søren Kragh-Jacobsen

mit: Tania Frydenberg,
Nanna Bøndergaard,
Rici Rasmussen, Kan Vedsegaard

Flussfahrt mit Huhn

In seinem ersten Kinofilm erzählt der bekannteste deutsche Kinderfilm-Regisseur Arend Agthe die Geschichte von vier Kindern, die ihrem Großvater das Ruderboot stehlen und eine Expedition ans Meer unternehmen. Der Film zeigt, wie spannungsvoll und gefährlich, aber auch romantisch und schön eine Geschichte sein kann, die Kinder jenseits des überschaubaren Glücks auf eingezäunten Abenteuerspielplätzen erleben können.



Altersempfehlung: 6+
Deutschland 1983
106 Minuten, Farbe
Regie: Arend Agthe

mit: Julia Martinek, David Hoppe, Fedor Hoppe, Uwe Müller

Danny, der Champion

Danny, Champion of the World

Ein 9-jähriger Junge, der allein mit seinem Vater in einer idyllischen englischen Landschaft lebt, meistert dank der Hilfe wohlgesonnener Erwachsener so manche Probleme. Als sein Plan gelingt, einem fiesen Gutsbesitzer die Familientreibjagd zu verderben, wird er zum “Champion” der Wilderer.

 

Liebenswerter Kinderfilm mit sanfter Abenteuerlichkeit und vielen humorigen Szenen.



Altersempfehlung: 6+
Großbritannien 1989
94 Minuten, Farbe
Regie: Gavin Millar

mit: Jeremy Irons, Samuel Irons, Robbie Coltrane

Buster, der Zauberer

Busters verden

Buster und seine Schwester Ingeborg haben es nicht leicht – sie stehen im “Abseits”. Buster ist ein schmächtiger Junge, der von seinen Mitschülern bei allem übergangen wird. Ingeborg trifft es noch viel schlimmer: wegen ihres kranken Beins wird sie ständig gehänselt. Statt die Beschützerrolle zu übernehmen, reißt Buster aus; aber er hat schon eine Idee, wie er Ingeborg rächen kann. Ihm fällt immer etwas ein!



Altersempfehlung: 6+
Dänemark 1984
88 Minuten, Farbe
Regie: Billie August

mit: Mads Bugge Andersen,
Katarina Stenbeck, Peter Schrøder

Der Bär

L'ours

Die Mutter des Bärenbabys Youk kommt bei einem Erdrutsch ums Leben. Naiv zieht der kleine Bär alleine durch die Berge und begegnet vom Frosch bis zum Bienenschwarm so manchem Weggefährten, bis er mit dem großen Kodiakbären Kaar einen wahren Freund und Beschützer findet. Zwei Trapper stören jedoch die neue Freundschaft, nehmen Youk gefangen und trachten Kaar nach dem Leben. Doch Youk kann sich befreien, und beim Showdown Mensch gegen Tier siegen die Bären, die nun wieder zurück in die Natur kehren.



Altersempfehlung: 8+
Frankreich 1988
95 Minuten, Farbe
Regie: Jean-Jacques Annaud

mit: Tchéky Karyo,
Jack Wallace, André Lacombe

Am großen Weg

Le grand chemin

Louis, ein 9jähriger Junge aus Paris, wird im Sommer 1959 von seiner Mutter zu einer Freundin in ein kleines bretonisches Dorf gebracht. Die Mutter, hochschwanger und von ihrem Mann verlassen, will ihr zweites Kind ruhig zur Welt bringen, bevor sie Louis die Wahrheit über seinen Vater mitteilen kann. Ihre Freundin Marcelle, die mit dem Dorfschreiner Pélo verheiratet ist, nehmen Louis gerne bei sich auf. Für Louis eröffnet sich in dem ruhigen Flecken ein für ihn unbekanntes Leben – eine kleine Welt, in der jeder jeden kennt, in der alles öffentlich ist. Und so bleibt dem Jungen auch nicht verborgen, dass Marcelle und Pélo alles andere als eine gute Ehe führen, dass Pélo sich sogar mit Gewalt zu nehmen versucht, was ihm Marcelle offensichtlich jahrelang verweigert hatte – und dass das alles einen tiefen Grund hat, das und Marcelles Frömmelei und Pélos Alkoholexzesse. Beide wetteifern um den Knaben, der sie an ihr eigenes, bei der Geburt verstorbenes Kind erinnert, das jetzt so alt wäre wie Louis, und für dessen Tod Marcelle Pélo verantwortlich macht.
Genauso wenig bleiben Louis die anderen “Geheimnisse” des Dorfes verborgen – wie auch die “Geheimnisse des Lebens”, die ihm später zur Selbstverständlichkeit werden sollen: Liebe, Krankheit, Tod. In der ein Jahr älteren Martine erhält Louis eine kundige Führerin, die ihn in viele Geheimnisse einweiht. Dass sein Vater ihn und seine Mutter verlassen hat, darauf kommt er dann von selbst. Und dass er sich aus Enttäuschung darüber vom Kirchendach stürzen will, setzt nicht nur das ganze Dorf in helle Aufregung, sondern bringt auch Marcelle und Pélo wieder näher zueinander. Als ihn seine Mutter nach der Geburt seines Bruders wieder nach Paris holt, hat Louis einiges gelernt. Marcelle und Pélo wollen einen Neuanfang probieren . . .

 

Im Sommer 1985 war der Regisseur Jean-Loup Hubert aufs Land gezogen. Die Kindheitserinnerungen, die dieser Landaufenthalt heraufbeschwor, verarbeitete er zum Drehbuch und später zum Film AM GROSSEN WEG. Ort und Handlung sind weitgehend authentisch und beruhen auf wahren Begebenheiten. Damit hat Hubert einen jener Filme geschaffen, die eigene Kindheitserlebnisse aufarbeiten bzw. vermitteln.



Altersempfehlung: 12+
Frankreich 1986
104 Minuten, Farbe
Regie: Jean-Loup Hubert

mit: Anémone,
Richard Bohringer, Antoine Hubert,
Vanessa Guedj, Christine Pascal

Das Taschenmesser

Het zakmes

Ausgerechnet am ersten Schultag teilt Tim seinem besten Freund Mees mit, dass er mit seiner Familie bald nach Flevoland ziehen wird. Beide wissen nicht, wo dieses Land liegt. Bestimmt sprechen die Menschen dort eine andere Sprache. Am letzten gemeinsamen Tag sitzen die beiden Erstklässler niedergeschlagen zusammen. Mees bewundert gerade Tims fantastisches rotes Taschenmesser, ein Abschiedsgeschenk vom Nachbarn, da nähert sich die strenge Lehrerin, die fanatischer auf Messer reagiert als alle Eltern zusammen. So lässt Mees es schnell in seiner Tasche verschwinden – und vergisst, es seinem Freund zurückzugeben! Tim ist abgereist, und Mees, der sich wie ein Dieb fühlt, kennt noch nicht einmal seine neue Adresse. Eins ist für Mees aber klar: er will und muss das Messer zurückgeben, also muss er Tim finden.

 

DAS TASCHENMESSER ist ein vergnüglicher und komödiantischer Film für das junge Publikum. Der Film macht Kindern Mut, nicht nur Lebenssituationen und Konventionen der Erwachsenen zu akzeptieren, sondern sich auch eigene Ziele zu setzen, beharrlich nach Lösungen zu suchen und trotz Misserfolgen nicht aufzugeben.

 

PUBLIKUMSPREIS, Internationales Kinderfilmfestival Wien 1992



Altersempfehlung: 6+
Niederlande 1991
86 Minuten, Farbe
Regie: Ben Sombogaart

mit: Olivier Tuinier,
Genio de Groot,
Adelheid Roosen, Verno Romney

Schneewittchen und das Geheimnis der Zwerge

Der Zauberspiegel verrät es der bösen Königin: Schneewittchen lebt! Also hat der Schwarze Ritter das schöne Mädchen nicht getötet, wie die eifersüchtige Frau es ihm befohlen hatte. Die Königin verkleidet sich und macht sich auf den Weg zu den Sieben Zwergen. Hier wird sie Schneewittchen finden – und hier will sie es vergiften. Aber Schneewittchen hat viele Freunde, die es beschützen: Den Hofnarren zum Beispiel, der viel mehr als ein Spaßmacher ist, die Zwerge natürlich, die ein Geheimnis hüten, und – den rätselhaften Schwarzen Ritter. Der ist auch einer von den Zwergen, aber er hat die Ausführung seiner Mission nicht ganz so ernst genommen, wie es seine Kameraden von ihm verlangten. Zu gut gefiel er sich als stolzer, großgewachsener Ritter auf seinem schwarzen Hengst; die böse Königin hatte ihn schnell um den Finger gewickelt und für ihre bösen Pläne missbraucht.



Altersempfehlung: 6+
Deutschland, Tschechien 1992
90 Minuten, Farbe
Regie: Ludvik Raza

mit: Natalie Minko,
Gudrun Landgrebe, Eberhard Feik

Der Shimantofluss

Shimanto-gawa

Der Junge Atsuyoshi wächst 1959 in einem entlegenen Dorf an den Ufern des Flusses Shimanto heran. Er fängt Aale, beobachtet die Boote beim nächtlichen Fischfang, läuft durch die Wälder und spielt mit seinen Klassenkameraden. Als sein Vater bei der Arbeit als Tagelöhner verletzt wird, reicht das Einkommen aus der kleinen Landwirtschaft nicht zur Ernährung der Familie. Um die Familie zu unterstützen, geht Atsuyoshis große Schwester schließlich in die Stadt. Als es der Familie endlich besser geht, bringt ein Naturereignis neues Unglück. Der Autor Sasayama Kyuzo wurde für seine autobiografische Erzählung mit Literaturpreisen ausgezeichnet. Er war Zeuge, wie das traditionelle Landleben verschwand. 



Altersempfehlung: 9+
Japan 1990
111 Minuten, Farbe
Regie: Hideo Onchi

mit: Teppei Yamada,
Kaori Takahashi

Meggies Geheimnis

The Challengers

Weil die Musikgruppe “The Challengers” nur Jungen aufnimmt, verkleidet sich die 12jährige Meggie als “Mac” und führt ein Doppelleben. Natürlich fliegt ihr Geheimnis auf, und sie und ihre Freunde müssen sich den Tatsachen stellen.

 

Schwungvoller, spannender und witziger Kinder- und Jugendfilm aus Kanada, Publikumshit beim Kinderfilmfestival Frankfurt 1991.



Altersempfehlung: 8+
Kanada 1990
97 Minuten, Farbe
Regie: Eric Till

mit: Gwynyth Walsh,
Eric Christmas,
Gema Zamprogna,
Steven Andrade, Martin Smits

Die Honigkuckuckskinder

In einem abenteuerlichen Hotel, das einst ein Hafenspeicher war, leben nicht etwa reiche, verwöhnte Leute, sondern solche, die von Behörden dort untergebracht wurden. Lena und ihre Mutter beispielsweise hat das Sozialamt hier untergebracht. Ajoke und ihre Familie kommen aus Afrika und warten auf Anerkennung als Asylanten, genau wie Florin, ein rumänischer Junge. Während sich die Erwachsenen eher aus dem Weg gehen, freunden sich die Kinder bald miteinander an, erkunden den Betonkasten, in dem sie wohnen und die Umgebung – und machen dabei eine schaurige Entdeckung: Hotelbesitzer Schmuck läßt Asylbewerber und heimlich eingeschleuste Grenzgänger durch zwei zwielichtige Burschen ausrauben und bietet ihnen dann scheinheilig ein Dach über dem Kopf an. Natürlich in seinem Hotel. Und natürlich für eine Gegenleistung. Die mittellosen und eingeschüchterten Fremden müssen für ihn arbeiten – illegal, versteht sich. Die Kinder beschließen, diesem Treiben ein Ende zu setzen – und zwar mit einem entlarvenden Hausfest.  
(Quelle: Kinderfilm online)



Altersempfehlung: 8+
Deutschland 1992
90 Minuten, Farbe
Regie: Willy Brunner

mit: Tina Sauermann,
Sashane Peyton,
Anthony Alderman

Die goldene Robbe

The Golden Seal

Der kleine Eric, der mit seinen Eltern auf einer kleinen Insel in den Aleuten wohnt, findet eines Tages die goldene Robbe, jenes Tier, von dem die Ureinwohner erzählen, dass es für immer bleiben wird, wenn die Menschen in Frieden und Harmonie mit der Natur leben. Zwischen dem einsamen Jungen und dem sagenumwobenen Tier entwickelt sich eine tiefe Freundschaft, die jedoch von der Habgier der Erwachsenen bedroht ist, die auf das goldene Fell der Robbe aus sind. Eric riskiert sein Leben für die Robbe.



Altersempfehlung: 8+
USA 1993
95 Minuten, Farbe
Regie: Frank Zuniga

mit: Torquil Campbell,
Steve Railsback, Penelope Milford

Ein Elefant im Krankenhaus

Im Berliner Tierpark wird ein Elefantenbaby geboren. In einem Preisausschreiben soll ein Name für das Baby gefunden werden. Die kleine Tilly macht mit und gibt ihren eigenen Namen an. Prompt gewinnt sie – eine Jahresfreikarte für den Zoo, und außerdem soll sie das Baby taufen. Zwei Wochen vor der Taufe stürzt sie jedoch so unglücklich, dass sie für längere Zeit ins Krankenhaus muss. Tilly ist todunglücklich, aber ihr Bruder Robert weiß Rat: Wenn Tilly nicht in den Zoo gehen kann, dann muss der Elefant eben ins Krankenhaus.



Altersempfehlung: 6+
Deutschland 1991
92 Minuten, Farbe
Regie: Karola Hattop

mit: Andrej Jautze, Anna Marr,
Andrea Solter, Hermann Beyer

Die Distel

Die elfjährige Trudi lebt seit dem Tod ihrer Eltern bei ihrer Tante Julia in einem alten Mietshaus. Trudi ist anders als die meisten Mädchen ihres Alters: Mit ernsten Augen betrachtet sie ihre Umwelt, beobachtet und notiert alles, was bemerkenswert scheint. Aus ihren Aufzeichnungen entwickelt sie Theorien und stellt Zusammenhänge her, wie ihr großes Vorbild, der Meisterdetektiv Sherlock Holmes.
Aus dem Spiel ihrer Fantasie wird Ernst, als das türkische Imbisslokal im Erdgeschoss des Mietshauses von Unbekannten demoliert wird. Trudi hat ihren ersten großen Fall und nimmt mit ihrem Schulfreund Tom die Ermittlungen auf.
Trudi hat bald den schmierigen Hausverwalter Schnickmann in Verdacht. Tom liefert als Computerfreak wichtige Daten. Aber erst Rollo, ein zehnjähriger Ausreißer mit einschlägigen Unterwelterfahrungen, gibt der “Distel” – so nennen sich die drei Kinderdetektive – den heißen Tipp: Hinter dem Anschlag steckt eine brutale Schutzgeldbande und da wird es für die Kinder ziemlich gefährlich. Die Polizei tappt immer noch im Dunkeln und so sind es schließlich die Kinder, die den Tätern auf die Spur kommen. Sie überlisten die Erwachsenen mit ihren eigenen Waffen.



Altersempfehlung: 8+
Deutschland 1992
85 Minuten, Farbe
Regie: Gernot Krää

mit: Leni Tanzer,
David Cesmeci, Fabian Kübler,
Katja Riemann, Eberhard Feik

Unter guten Leuten

Goda Människor

Der sechsjährige Viggo zieht mit seinem Vater in einen kleinen Ort in Österlen. Niemand weiß so genau, wo die beiden herkommen und was für eine Geschichte sie haben. Viggos Vater betreibt eine Tankstelle im Ort und hat mäßigen Kontakt zu den Dorfbewohnern. Viggo hat Schwierigkeiten, sich in seiner neuen Umgebung zurechtzufinden und möchte am liebsten nicht erwachsen werden. Eines Tages findet er einen verletzten Steinfalken und kümmert sich heimlich um ihn. Nur ein etwas älterer Freund weiß von Viggos Geheimnis und zeigt ihm, wie er den kranken Vogel pflegen muss. Durch die Beschäftigung mit dem Falken entwächst Viggo unmerklich den Kinderschuhen.



Altersempfehlung: 8+
Schweden 1990
100 Minuten, Farbe
Regie: Stefan Jarl, Henrik Georgsson

mit: Ernst Günther,
Peter Hesse-Overgaard,
Karin Nordström, Viggo Lundberg

Tango Argentino

Der 10-jährige Nikola lebt mit seinen Eltern zusammen, die unfähig sind, ein “normales” Leben zu führen. Sein Vater, ein erfolgloser Musiklehrer, spielt auf Hochzeiten, um über die Runden zu kommen. Seine Mutter, die nie gearbeitet hat, beschließt, sich älterer Menschen anzunehmen, die allein leben. Nikolas Eltern streiten sich ununterbrochen und kümmern sich kaum um den Jungen. Als seine Mutter die Last zu viel wird, überträgt sie Nikola ein paar ihrer “Fälle”. Er nimmt seine Aufgabe mit Freude und Ernst wahr und wird den älteren Menschen ein Freund. Doch mit der Zeit sterben seine “Klienten” bis auf Julio Popovic, der einst ein berühmter Sänger argentinischer Tangos war.



Altersempfehlung: 10+
Jugoslawien 1992
93 Minuten, Farbe
Regie: Goran Paskaljevic

mit: Mija Aleksic, Miki Manolovic,
Nikola Zarkovic, Pamela Perari

Die Sprache der Vögel

Der fünfjährige Thomas kann und will es nicht fassen, dass sein Opa plötzlich gestorben ist. Mit den Erklärungen der Erwachsenen, die zu sehr mit sich selbst beschäftigt sind, um Verständnis für seine kindliche Trauer aufzubringen, kann er wenig anfangen. Der Opa wollte doch mit ihm in den Süden fahren, jetzt kommen Männer in einem großen schwarzen Wagen und holen ihn ab.

Allein und auf seine Art versucht er, mit der Situation fertig zu werden. Die Erinnerungen an seinen Großvater – im Film geschickt in Rückblenden erzählt – helfen ihm dabei. Opa hatte immer Geduld, er nahm Thomas ernst, konnte wunderbare Geschichten erzählen – “Erzähl weiter, Opa!” zieht sich als Leitmotiv durch den Film – und hat mit ihm eine phantastische Vogelzwitscher-Sprechmaschine gebaut, um eines Tages die Sprache der Vögel zu verstehen. In seinem nächsten Leben wollte Opa ein Vogel sein. Und jetzt soll er als Asche in einem Gefäß sein, das die Erwachsenen “Urne” nennen. Da muss doch etwas dagegen unternommen werden!



Altersempfehlung: 6+
Deutschland 1991
59 Minuten, Farbe
Regie: Fred Noczynski

mit: René Kretschmann,
Kurt Böwe, Ursula Karusseit,
Katharina Tomaschewsky,
Doris Thalmer

Die Schrubber Gang

Tirelire Combines & Cie

“Millionär mit 14” – diese Schlagzeile zischt durch Bens Gehirn und läßt ihn nicht mehr los. Zusammen mit zwei Freunden gründet er die Putzfirma “PutzBlitz”. Die Kunden lassen auch nicht lange auf sich warten und das erste Geld fließt in die gemeinsame Kasse. Doch aus Verzweiflung über die schlechte finanzielle Situation seines Vaters stiehlt Ben Geld aus der gemeinsamen Kasse.



Altersempfehlung: 8+
Kanada 1992
90 Minuten, Farbe
Regie: Jean Beaudry

mit: Vincent Bolduc,
Pierre-Luc Brillant,
Delphine Piperni,
Alexandra Laverdière

Rabi

Der neunjährige Rabi lebt mit seiner Familie in einem kleinen Dorf auf dem Mossi-Plateau. Der Vater ist Schmied, die Mutter töpfert Vasen, und Rabis Schwester Laalé und er müssen den Eltern helfen, damit der Lebensunterhalt der Familie bestritten werden kann. Rabis Großvater möchte trotz seines Rheumaleidens seinen Lebensabend in seiner eigenen Hütte verbringen, und Rabi fällt die Aufgabe zu, sich um den alten Mann zu kümmern. Am Anfang fällt ihm das schwer, denn der Großvater ist mürrisch und launenhaft, doch im Laufe der Zeit wächst sein Respekt und sein Verständnis für den alten Mann, der wunderbare Geschichten erzählen kann, wenn ihm seine Krankheit einmal ein bisschen Ruhe gönnt. Als der Vater eine Schildkröte mit nach Hause bringt, freundet sich Rabi mit ihr an, und sie wird zu seiner liebsten Spielgefährtin, bis sie der Vater eines Tages wieder freilässt. In seiner Verzweiflung flüchtet sich Rabi zum Großvater, der der einzige ist, der ihm in dieser Situation helfen kann, seinen eigenen Weg zu finden.



Altersempfehlung: 8+
Burkina Faso 1992
72 Minuten, Farbe
Regie: Gaston Kaboré

mit: Yacouba Kaboré,
Tinfissi Yerbanga, Colette Kaboré,
Joseph Nikiema, Vincent Zoundi

Der Lehrling des Meisterdiebs

Stortjuvens pojke

Schweden zu Beginn des 19. Jahrhunderts: Die zwölfjährige Jossi (Josefina) und ihre etwas ältere Schwester leben mit ihrer Mutter in armen Verhältnissen. Als die Mutter eines Tages Jossis Schwester verprügelt, weil sie sich heimlich mit einem Freund trifft, geht Jossi dazwischen und verletzt ihre Mutter. Erschrocken läuft sie weg. Sie versucht sich als Bettlerin durchzuschlagen, scheitert dabei aber kläglich. Jossi verkleidet sich als Junge und nennt sich nun Jonas.

Lasse, ein überall gesuchter Dieb, kann einen Gehilfen wie Jonas brauchen, mit schmalen Händen, die jede Tür öffnen können. Beide werden Komplizen. Von Jonas’ wahrer Identität ahnt Lasse nichts.
Durch einen Verrat wird Lasse verhaftet; Jonas aber kann er im letzten Moment zur Flucht verhelfen. Wieder allein, gerät das Mädchen an einen Pelzhändler, der Jonas als Diener mitnimmt. Bald taucht Lasse wieder auf, als Frau verkleidet, um den Pelzhändler auszurauben. Widerwillig wird Jonas erneut Lasses Komplizin. Nach ihrer Flucht kommt es zum Streit, bei dem sie ihr Geheimnis enthüllt. Lasse trennt sich von Jossi, gibt ihr noch etwas Geld, Proviant und ein Kleid. Wütend wirft Jossi das Kleid in den Fluss, fischt es später aber wieder heraus und zieht es an. Jossi ist nun ein Mädchen, das ihr Schicksal selbst in die Hand nimmt.



Altersempfehlung: 8+
Schweden 1992
75 Minuten, Farbe
Regie: Henry Meyer

mit: Sara Möller,
Carlo Schmidt, Mon Andersson,
Lena-Pia Bernhardsson

Der große Wagen

Karlsvognen

Der vierzahnjährige Mattias und seine Schwester Linda ziehen mit ihrer Mutter von Dänemark nach Schweden um, wo sie von ihrer verstorbenen Tante Karla ein altes Haus geerbt haben. Die Mutter der Kinder möchte das Haus renovieren und hier ein neues Leben beginnen. Der Umzug bringt für Mattias und Linda Schwierigkeiten in der Schule mit sich, wo sich Mattias mit dem tonangebenden Svempa überwirft, der umso mehr Probleme bereitet, je mehr sich Svempas Freundin Bittan dem Neuankömmling zuwendet. Doch das neue Leben eröffnet auch viel Schönes, zum Beispiel die Bekanntschaft mit dem Nachbarjungen Tobbe, der wunderbar Orgel spielt, und die Tatsache, dass sich die leicht gehbehinderte Linda endlich einen lang gehegten Traum erfüllen und reiten lernen kann. Nach einer Weile geschehen jedoch mysteriöse Dinge rund um das Haus. Ein nächtlicher Besucher taucht mehrmals auf, der wüste Zerstörungen in dem neuen Heim anrichtet. Mattias und Linda sind jedoch fest entschlossen, dem Täter auf die Spur zu kommen und können schließlich den Spuk im Haus aufklären.

 

PREIS DER KINDERJURY (9 bis 13 Jahre),

Internationales Kinderfilmfestival Wien 1993



Altersempfehlung: 9+
Dänemark, Schweden 1992
90 Minuten, Farbe
Regie: Birger Larsen

mit: Morten Schaffaltziky,
Karen Hansen, Sam Gylling,
Anders Jönsson

Der Floh

O Psylos

“Floh” ist der Titel einer handgeschriebenen kleinen Zeitung, die von einem 12-jährigen Jungen, Ilias, in einem abgelegenen Dorf in der Berglandschaft von Olympia geschrieben, verlegt und publiziert wird. “Floh” ist aber auch Ilias selbst, denn er wird vollkommen mit seiner Zeitung identifiziert. Niemand nennt ihn bei seinem richtigen Namen.
“Der Floh ist so etwas ähnliches wie ein Traum”, schreibt Ilias in seiner Zeitung, “das sind die Reisen, die ich machen möchte, ich möchte so gerne die Grenzen meines kleinen Dorfes überschreiten. Der Floh, das sind die Flügel, die mir helfen, weit weg zu fliegen.”



Altersempfehlung: 8+
Griechenland 1990
108 Minuten, Farbe
Regie: Dimitris Spyrou

mit: Pantelis Trivizas,
Vassilis Kolovos,
Dimitra Hatoupi, Amalia Giza

Bis morgen, Mario

Até amanhã, Mário

Wenn Mario aufsteht, ist es noch dunkel. Er ist acht Jahre alt und versucht, sich und seine zwei kleinen Schwestern durch Jobs im Touristenparadies von Madeira durchzubringen – sein Vater ist gestorben und seine Mutter liegt im Krankenhaus, wo sie auf eine schwere Operation wartet. Mario träumt davon, ein Walfänger zu werden, wenn er groß ist. Obwohl niemand mehr Wale fängt, wie ihm der Fischer Carlos erzählt, der ihn mit nach Funchal nimmt. Mario und seine Freunde teilen die Stadt und die Touristen unter sich auf. In ihrer kleinen Bande ist ihnen alles recht, um zu Geld zu kommen: Blumen verkaufen, stehlen, betteln, den feinen Herrschaften alle nur erdenklichen Dienste erweisen, im Hafen nach Münzen tauchen, die die Touristen ins Wasser geworfen haben. Mario ist der jüngste unter ihnen allen, aber seine Art zu leben macht ihn älter gegenüber den Erwachsenen um ihn herum, die fast kindisch im Vergleich zu ihm erscheinen. An diesem Tag, an dem wir Mario begleiten, hat er Glück: Er kann sogar ein Geschenk für seine Mutter kaufen, die am nächsten Tag operiert wird.



Altersempfehlung: 8+
Portugal 1993
76 Minuten, Farbe
Regie: Solveig Nordlund

mit: João Silva,
Paulo César Barros,
José Cándido Abreu, Hélder Abreu

Anna Anna

Die achtjährige Anna lebt mit ihrer Mutter allein in einer großen Stadt. Sie hat Probleme in der Schule, weil sie öfter träumt und lieber zu Hause mit ihrer Puppenfamilie Gygax spielt, mit der sie sich vor der Wirklichkeit in ihre kleine Phantasiewelt zurückzieht. Weil Anna ihr Schulbuch braucht, um der Familie Gygax ein Haus zu bauen, vergisst sie es öfter in die Schule mitzunehmen. Deshalb will sie das Buch heimlich im Lehrerzimmer kopieren. Copy ist aber eine ganz besondere Art von Kopierer: er kann sprechen und versteht Annas Probleme. Flugs werden aus dem Buch zwei gemacht. Als Anna sich bei einem abermaligen Kopierversuch vor dem Hausmeister versteckt, wird sie versehentlich verdoppelt. Von nun an gibt es zwei Annas, die – ohne dass es die Mutter merken würde – abwechselnd zur Schule gehen und frei haben. Nach anfänglichen Problemen lernt Anna durch die Konfrontation mit ihrem Spiegelbild, mit der Wirklichkeit umzugehen, den ursprünglich abgelehnten Freund der Mutter zu akzeptieren und die Familie Gygax in die Freiheit nach Australien zu entlassen.

 

PREIS DER KINDERJURY (7 bis 8 Jahre),

Internationales Kinderfilmfestival Wien 1993



Altersempfehlung: 6+
Schweiz, Deutschland, Luxemburg 1992
76 Minuten, Farbe
Regie: Greti Kläy, Jürgen Brauer

mit: Lea Hürlimann,
Wanda Hürlimann, Ilona Schulz,
Steve Karier

Wir trafen uns im Zoo

Potkal jsem ho v zoo

Ivos trifft einen blinden Buben im Zoo. Er nennt ihn Blindschleiche. Ivos führt Blindschleiche durch den Tiergarten und sogar in manche Gehege, damit er die Tiere berühren kann. Am nächsten Tag holt Ivos ihn von der Musikschule ab, und sie verbringen einen Tag am See. Die beiden werden dicke Freunde.
Eines Tages ist Ivos krank. Er erwartet den Besuch von Blindschleiche. Gerade diesen Tag hat eine Einbrecherbande gewählt, um die Nachbarswohnung auszuräumen. Wie sollen sich die Freunde wehren, wie die Polizei verständigen? In der Wohnung gibt es kein Telefon. Die Situation spitzt sich zu.



Altersempfehlung: 6+
Tschechien 1994
82 Minuten, Farbe
Regie: Drahomirá Králová

mit: Petr Franc, Lukás Janota,
Lucie Céchová, Ondrej Kapusta

Meine Kindheit

Zikkimin Kökü

Muzo, ein junger Türke, erinnert sich anlässlich der Hochzeit seiner Jugendfreundin an seine Kindheit:
Seine Familie ist sehr arm. Muzos großer Traum sind Luftballons und richtige Schuhe, nicht die Holzpantoffel, die sein Vater für ihn fertigt. So arbeitet er neben der Schule, verkauft Maiskolben, macht Besorgungen für die Nachbarn, hilft im örtlichen Kino. Schließlich kann er sich rote Gummistiefel kaufen.
Als er sich eines Tages in der Bibliothek aufwärmen will, entdeckt er dort die Welt der Bücher. Nun hat er ein neues Ziel: Er will Lehrer werden.



Altersempfehlung: 8+
Türkei 1993
81 Minuten, Farbe
Regie: Memduh Ühn

mit: Emre Akyildiz,
Menderes Samancilar,
Günay Girik

Matilda Bell

No worries

Matilda Bell ist ein aufgewecktes 11-jähriges Mädchen, das mit seinen Eltern auf einer Farm in Australien lebt. Die Familie betreibt, wie viele andere Familien dort, Schafzucht. Matilda ist rundherum glücklich mit dem rauen Landleben und hilft gern bei den Arbeiten auf dem Hof mit. Doch das Glück ist leider nicht ungetrübt. Nach einem verheerenden Sandsturm ist die Farm verwüstet. Die Familie muss, wie viele andere zuvor, aufgeben und in die Stadt ziehen. Für Matilda bricht eine Welt zusammen, sie hört auf zu sprechen.



Altersempfehlung: 8+
Australien, Großbritannien 1993
92 Minuten, Farbe
Regie: David Elfick

mit: Amy Terelinck,
Geoff Morell, Susan Lyons,
Geraldine James, David Kaff

Krähen

Wrony

“Die Krähe” ist ein 9-jähriges Mädchen. Sie hat keinen Vater, und ihre Mutter ist viel beschäftigt. Bei ihren Klassenkameraden und den Lehrern ist sie nicht beliebt. So läuft sie weg. Sie schlendert durch die Straßen. Die Leute beachten sie nicht. Einen Hund versucht sie mit Keksen zu locken, aber er läuft davon als sie einschläft. Da trifft sie ein 3-jähriges Mädchen, das ihr gleich die Hände entgegenstreckt, und sie beschließt am nächsten Tag, die Kleine zu entführen. Gemeinsam ziehen die beiden los. Bis ans Ende der Welt soll die Reise gehen. “Krähe” ist fasziniert davon, das kleine Mädchen beschützen zu können und zeigen zu dürfen, dass sie es gerne hat.



Altersempfehlung: 8+
Polen 1994
66 Minuten, Farbe
Regie: Dorota Kedzierzawska

mit: Karolina Ostrozna,
Kasia Szczepanik, Anna Prucnal, Malgorzata Hajewska

Killer Kid

Der elfjährige Djilai wächst im Libanon auf. Er wird von seiner Familie verkauft und gemeinsam mit anderen Gleichaltrigen, die sein Schicksal teilen, zum Soldaten ausgebildet. Er lernt zu töten ohne nach Gründen zu fragen. 
Zur selben Zeit lebt Karim in einem Pariser Vorort. Er ist der Sohn arabischer Einwanderer, fährt leidenschaftlich gerne Skateboard, hört Rap und schaut sich mit seinen Freunden spätnachts Sexfilme an. Seine Freundin ist heroinsüchtig.
Djilai kommt unter dem Namen Laid nach Paris, um seine Mission zu erfüllen: Er soll den Präsidenten erschießen. Er lernt Karim kennen, und dieser wird sein Vorbild in der für ihn fremden Kultur. Djilai/Laid und Karim werden, trotz aller Unterschiede, Freunde – auf Leben und Tod.



Altersempfehlung: 11+
Frankreich 1994
95 Minuten, Farbe
Regie: Gilles De Maistre

mit: Teufik Jallab,
Younesse Boudache,
Marc de Jonge, Said Amadis

Der kleine Poet

Lavanya Preeti

Für den kleinen Gopal hat die Schule nichts Interessantes zu bieten. Er streift viel lieber durch den Wald, um Tiere zu beobachten. Und er schreibt Gedichte. Sein Vater ist unzufrieden mit ihm, sein Lehrer glaubt nicht, dass das von Gopal aufgesagte Gedicht wirklich von ihm ist. Gopal ist ein richtiger “Hans guck in die Luft”, und er liebt das Lesen. Immer wieder kann er sich auch die Geschichte von “Gauri und Kedar”, zweier Kinder, die einander ewige Liebe geschworen haben, im Wandertheater ansehen. Und plötzlich scheint diese Geschichte sogar Wirklichkeit zu werden.



Altersempfehlung: 8+
Indien 1993
81 Minuten, Farbe
Regie: Apurba Kishore Bir

mit: Tarashankar Mishra,
Bibhutbhusana Prusty,
Aditi Bir, Laltende Rath

Die kleinen Delphine

Ta delfinakia tou Amvrakikou

Der achtjährige Petros und die siebenjährige Anthoula verbringen ihre Ferien gemeinsam in einem Dorf am Meer. Sie sind ihrem Alter entsprechend voller Spontanität und Unschuld. Schon bald treffen sie auf ein anderes Kind, das von der Dorfgemeinschaft ausgeschlossen ist, weil es am Tuberkulose leidet. Petros und Anthoula kämpfen gegen diese Diskriminierung und gewinnen noch einen Freund fürs Leben.

 

PREIS DER KINDERJURY (8 bis 10 Jahre),

Internationales Kinderfilmfestival Wien 1994



Altersempfehlung: 6+
Griechenland 1993
100 Minuten, Farbe
Regie: Dinos Dimopoulos

mit: Stavros Doyakos,
Constantina Alevra,
Spyros Pantazis, Nikitas Chronis

Kalle und die Engel

Kalle och änglarna

Der achtjährige Kalle verbringt mit seinen Eltern die Ferien bei den Großeltern. Er und sein Vater unternehmen viel miteinander. Gemeinsam bauen sie einen Drachenflieger, um Flugblätter gegen Umweltverschmutzung abzuwerfen. Beim ersten Flugversuch verunglückt der Vater tödlich. “Wie hoch willst du fliegen?”, hatte Kalle ihn gefragt. “Bis zu den Engeln!” So glaubt Kalle fest daran, dass der Vater nun in den Wolken lebt und als Engel wieder zurückkehren wird. Er ist gar nicht erstaunt, als er eines Morgens einen abgestürzten Engel im Apfelbaum sitzen sieht. Allerdings ist es nicht der Vater, sondern der Engel Michael. Kalle setzt nun alles daran, Michael bei seinem Rückflug zu helfen. Großvater ist der einzige, dem er die Sache mit den Engeln anvertrauen kann, und der hat auch eine fabelhafte Idee.



Altersempfehlung: 6+
Norwegen, Schweden 1993
85 Minuten, Farbe
Regie: Ole Bjørn Salvesen

mit: Tom Beck Letessier,
Karl Sundby, Helge Jordal,
Unni Kristin Skagestad,