Kategorie: Spielfilm
Das Pony vom ersten Stock
Mig og Mama Mia
Rikke, 11 Jahre alt, lebt mit ihrer Großmutter in einem der Vorstadtbezirke von Kopenhagen. Sie hat nette Freunde und bewundert ihre Lehrerin. Obwohl ihr Vater sie verwöhnt, tröstet sie das nicht über den Tod ihrer Mutter hinweg. Eines Tages entdeckt Rikke einen Wettbewerb, bei dem ein Pony zu gewinnen ist – und tatsächlich gewinnt sie den ersten Preis! Was soll sie aber mit einem Pony anfangen? Sie nimmt es einfach mit in ihre Wohnung!
Dänemark 1989
85 Minuten, Farbe
Regie: Erik Clausen
mit: Christina Haagensen,
Michael Falch, Tammi Øst,
Leif Sylvester
Das Geheimnis von St. Agil
Les disparus de St. Agil
Ein Internatsschüler verfolgt einen nächtlichen Eindringling, entlarvt eine Falschmünzerbande und befreit einen seiner Mitschüler aus der Gewalt der Ganoven.
Der 1938 entstandene Film ist ein atmosphärisch dichtes Spannungsstück aus der Wunschwelt abenteuerlustiger Buben.
Frankreich 1998
94 Minuten, S/W
Regie: Christian Jacque
mit: Erich von Stroheim,
Michel Simon, Charles Aznavour
Das Eismeer ruft
Die fünf Prager Kinder Anton, Alex, Ferdi, Rudi und Peppi hören in dem von Rudi selbst gebastelten Radio, dass der Eisbrecher „Tscheljuskin“ im Packeis des Polarmeeres liegengeblieben ist. Spontan beschließen sie, eine Expedition durchzuführen, um der Besatzung in ihrer Not zu helfen. Sie besorgen sich warme Kleidung, Proviant, einen Kompass und eine Weltkarte und machen sich auf den Weg. Ihr abenteuerliches Vorhaben scheitert, und mit unterschiedlichen Reaktionen werden sie zu Hause wieder in Empfang genommen.
DDR 1984
82 Minuten, Farbe
Regie: Jörg Foth
mit: Oliver Karsitz,
Alexander Rohde, Vivian Schmidt,
Thomas Gutzeit, Ilja Kriwoluzky
Alice
Neco z Alenky
Die Geschichte eines kleinen Mädchens, das sich größer und kleiner machen kann, das in ihren Tränen baden kann . . . eine Traumwelt.
Adaption von „Alice im Wunderland“ von Lewis Caroll
CSSR 1988
84 Minuten, Farbe
Regie: Jan Svankmajer
mit: Kristýna Kohoutová
Der Wanderzirkus
Ganh xiec rong
Dat und seine Schwester leben mit ihrem ewig betrunkenen Vater in einem kleinen Dorf in den vietnamesischen Bergen. Eines Tages taucht ein Wanderzirkus auf. Dat freundet sich mit dem Mädchen vom Zirkus an: Er hofft hinter den Trick zu kommen, mit dem die Gaukler aus einem leeren Korb plötzlich Reis für alle zaubern. Könnten Dat und seine Schwester, könnten all die hungernden Menschen fortan durch dieses unfassbare Wunder immer ausreichend zu essen haben? Dat wird bitter enttäuscht: Alles war nur Schwindel und fauler Zauber.
Vom ersten Augenblick an packt die Intensität, mit der die Vietnamesin Viet Linh diese Zirkusgeschichte erzählt. Trotz seines Realismus berührt der Film immer auch die Grenze des Traums.
Vietnam 1988
80 Minuten, S/W
Regie: Viet Linh
mit: Vien Minh, Be Khuong,
Thai Ngan, Cac Son, The Anh
Valby – Das Geheimnis im Moor
Miraklet i Valby
Sven ist begeisterter Hobbyfunker. Als ihn seine Freunde Bo und Petra in dem Wohnwagen besuchen, in dem sich die Funkstation befindet, stößt Sven auf eine merkwürdige Frequenz, die die Jugendlichen einige Tage in der Zeit zurückschickt. Beim nächsten Versuch werden die drei ins Mittelalter katapultiert, wo Petra von einer Horde Ritter entführt wird. Sven und Bo gelingt gerade noch die Flucht in die Gegenwart. Die beiden Jungs machen sich erneut auf in die Vergangenheit, um Petra, in die Sven sich verliebt hat, zu retten. Svens kleine Schwester ist als blinde Passagierin mit an Bord. Zum Glück, denn sie rettet alle aus einer prekären Situation.
„Sehr viel sorgfältiger und spannender ist ein anspruchsvoller Film für Kinder von neun bis dreizehn kaum zu realisieren. Munter entleiht der dänische Regisseur Åke Sandgren für seinen zweiten Spielfilm Ideen großer Vorbilder und bastelt daraus ein enorm unterhaltsames Abenteuer für aufgeweckte Kinder.“ (kino.de)
Dänemark, Schweden 1990
85 Minuten, Farbe
Regie: Åke Sandgren
mit: Jacob Kats, Lina Englund,
Troels Asmussen
Die Sprungdeckeluhr
München, 1933. Über Nacht von ihren Eltern verlassen, die sich vor den Nazis verstecken müssen, warten die Geschwister Hansi und Rosi auf die versprochene Nachricht. Eine quälende Zeit beginnt. Da die zwei Gestapoleute „Hundinger“ und „Pfundiger“ das Haus beschatten, kommen die Retter nicht durch. Der zwölfjährige Hansi, der im Unterschied zu seiner zwei Jahre älteren Schwester noch sehr verspielt und naiv ist, kann schwer tatenlos warten. So ziemlich das Einzige, was ihn interessiert ist Vaters alte Taschenuhr, in der er eine wichtige Nachricht versteckt glaubt. Erst nach einer abenteuerlichen Flucht ins Ausland können die beiden den Vater, für Stunden nur, wiedersehen.
Ein tragikomischer Film, der Geschichte für Kinder erlebbar und nachvollziehbar macht.
DDR 1990
80 Minuten, Farbe
Regie: Gunter Friedrich
mit: René Tony Spengler,
Antje Salz, Günter Schubert
Der Schlüssel
Kelid
Die Mutter geht einkaufen und schließt den kleinen Amir Mohammad gemeinsam mit seinem kleinen Bruder in der Wohnung ein. Doch Amir will hinaus, und er lässt sich auf der Suche nach dem Schlüssel, der die Tür und damit den Weg zur Freiheit öffnet, durch nichts ablenken.
Die Bilder dieses Film werden nicht so schnell vergessen werden.
Iran 1993
76 Minuten, Farbe
Regie: Ebrahim Forouzesh
mit: Mahnaz Ansarian,
Abbas Jafari,
Amir Mohammad Pourhassan
Der rote Ballon
Le ballon rouge
Pascal, ein kleiner Junge in Paris, findet eines Morgens auf den Treppen von Montmartre einen großen roten Luftballon, der an einem Laternenpfahl festgebunden ist. Pascal nimmt ihn mit nach Hause und von nun an weicht der Ballon nicht mehr von seiner Seite, wartet sogar auf ihn vor der Schule oder vor der Kirche. Das höchst eigenwillige Verhalten des Ballons bringt Pascal in viele heikle Situationen; andererseits ist er auch froh, einen so treuen Spielgefährten gefunden zu haben. Allerdings weckt das auch den Neid der anderen Jungen in der Nachbarschaft. Eines Tages wird der rote Ballon von einer Steinschleuder getroffen, sackt zu Boden und haucht sein Leben aus. Traurig und verzweifelt hockt Pascal neben seinem verendeten Freund. Da reißen sich plötzlich alle Luftballons der Stadt von ihren Besitzern los, fliegen zu dem Jungen und tragen ihn über die Dächer von Paris hinweg in den blauen Himmel.
„Eine Feen-Erzählung ohne Fee.“ (Jean Cocteau) – eines der schönsten Filmgedichte.
Frankreich 1956
34 Minuten, Farbe
Regie: Albert Lamorisse
mit: Pascal Lamorisse,
Sabine Lamorisse, Georges Sellier
Die Reise im Ballon
Le voyage en ballon
Als Pascals Großvater sich seinen Wunsch erfüllt, einmal im Ballon Frankreich zu überfliegen, kommt sein Enkel als blinder Passagier mit. Auf ihrer Reise erleben sie manches Abenteuer.
Eine poetische Vision voll Liebe zur Natur, unvergleichlich im Zauber der Bilder, erfindungsreich in der filmischen Technik.
Frankreich 1960
81 Minuten, Farbe
Regie: Albert Lamorisse
mit: Maurice Baquet,
Pascal Lamorisse, Andre Gille
Der Prinz von Fogo
Prinsen av Fogo
Auf den Kapverdischen Inseln lebt der 8-jährige Carlos bei seiner Großmutter. Er erzählt seinem Onkel nicht, dass er am Strand seinen seit langem verschollenen Vater im Traum gesehen hat. Um seine Familie wieder zu vereinen, nimmt er heimlich ein Boot und fährt damit aufs offene Meer hinaus.
Norwegen 1987
77 Minuten, Farbe
Regie: Inge Tenvik
mit: Aida de Veiga da Pina,
Manuel Barbosa,
Carlos Alberto Alves de Veiga da Pina, Mariana Gomes
Lass die Eisbären tanzen
Lad isbjørnene danse
Birger Larsens erster Spielfilm behandelt ein ernstes Thema äußerst unkonventionell und humorvoll. Das Schicksal eines durch die Trennung seiner Eltern aus der vertrauten Umgebung gerissenen Jungen wird aus dessen Perspektive erzählt, wobei Larsen die Geschichte im Stile eines Lustspiels für die ganze Familie inszenierte und nicht als einen für solche Produktionen üblichen Problemfilm.
„Was mich an Ulf Starks Roman ganz besonders interessierte, war die Tatsache, dass er es versteht, sowohl die guten als auch die bösen Charaktere als menschliche Wesen erscheinen zu lassen. Während der Dreharbeiten stellte ich fest, dass die Geschichte im Wesentlichen vom Bemühen vorangetrieben wird, sich selbst zu finden.“ (Birger Larsen)
Dänemark 1990
90 Minuten, Farbe
Regie: Birger Larsen
mit: Anders Schoubye,
Tommy Kenter, Birthe Neumann
Der Himmel ist mein Haus
Langitku rumahku
Der 10-jährige Genpol muss bereits arbeiten, obwohl er lieber zur Schule gehen möchte. Als ihn der Schuldirektor beschuldigt, gestohlen zu haben, ergreift Genpols Mitschüler Andri Partei für ihn. Genpol und Andri werden Freunde und streifen durch die Großstadt. Andri, der aus reichen Verhältnissen stammt, lernt einiges über das ärmliche Leben Genpols. Als die beiden von zu Hause weglaufen, erleben sie die Gefahren, denen Straßenkinder ausgesetzt sind, am eigenen Leib.
Indonesien 1989
102 Minuten, Farbe
Regie: Slamet Rahardjo
mit: Sunaryo, Andri Sentanu,
Reynaldo Thamrin
Hand aufs Herz
La fracture du myocarde
Einzelkind Martin hat ein Problem: Seine alleinerziehende Mutter ist überraschend gestorben, wahrscheinlich an einem Herzmuskelriss. Seit vorgestern liegt sie tot in ihrem Bett. Martins vertrauenswürdigste Klassenkameraden helfen ihm, den Tod zu verheimlichen, damit er nicht in ein Heim gesteckt wird. Gemeinsam beerdigen sie nachts auf eigene Faust die Verstorbene im Kasten einer Standuhr.
Die makaber-skurrile Geschichte ist voll von sensiblem Humor und zärtlicher Freundschaft.
Frankreich 1990
105 Minuten, Farbe
Regie: Jacques Fansten
mit: Sylvain Copans,
Nicolas Parodi, Cecilia Rouaud,
Dominique Lavanant
Der Furchtlose
Nebojsa
„Ich bin super. Habe Angst vor niemandem.“
Ondra, ein junger Holzfäller, sei zu tollkühn, sagt sein Vater. So schickt er ihn in die Welt, um ihn das Fürchten zu lehren. Unterwegs lernt er Ferko kennen, und die beiden werden Reisegefährten. Gemeinsam verbringen sie eine Nacht in einer verzauberten Windmühle; eine verwunschene Prinzessin bittet Ondra um Hilfe; im Rosenreich herrscht ein böser Zauberer, und Ondra muss eine Nacht lang dessen Künsten widerstehen.
Liebe, Mut und Zauberei – ein Märchenfilm aus der Tschechoslowakei.
CSSR 1988
84 Minuten, Farbe
Regie: Július Matula
mit: Zuzana Skopálová, Ján Kroner, Václav Knop
Ein Panda namens Jiao-Jiao
Jiao Jiao xiaojie
Nichts würde Xiao Long lieber tun als den ganzen Tag mit Tieren zusammen zu sein. Seine Mutter aber sieht das nicht so gerne. Da beschließt Xiao Long, sich einer Akrobatengruppe anzuschließen. Die Zirkusleute vertrauen ihm ihren schwierigsten Schützling, den Panda Jiao-Jiao, an.
China 1986
100 Minuten, Farbe
Regie: Jinjing Chen
mit: Xundong Gong,
Haiguang Cheng, Yuan Shi,
Lei Hua, Qinggang Liang
Die Brüder Löwenherz
Bröderna Lejonhjärta
Der kleine Krümel weiß, dass er bald sterben wird. Um ihn zu trösten, erzählt ihm sein älterer Bruder Jonathan vom zauberhaften Land Nagijala und seinem wunderbaren Kirschenblütental. Dort werden sie einander nach Krümels Tod wiedertreffen und eine glückliche Zeit haben, aber alles kommt anders: Als das Haus, in dem die beiden wohnen, abbrennt, stirbt Jonathan beim Versuch, Krümel zu retten. Eine Taube führt Krümel nach Nagijala, wo er Jonathan trifft. Gemeinsam gelingt es den „Brüdern Löwenherz“, den tyrannischen Tengil und den Drachen Katla zu besiegen, sodass Frieden herrscht im Kirschenblütental. Doch Jonathan ist im Kampf verletzt worden und weiß, dass er sterben wird. Diesmal ist es Krümel, der seinen Bruder nicht im Stich lassen und mit ihm gemeinsam in den Tod springen wird.
„Dieser Film nimmt die Kinder ernst, indem er seinen zwei Hauptdarstellern Aufgaben gibt, die normalerweise nur Erwachsenen zugetraut werden. Neben allem Abenteuerlichen werden die Kinder durch diesen Film dazu ermutigt, sich selbständig, sozial verantwortlich und solidarisch zu verhalten.“ (Kinderfilmfest München)
Schweden 1977
105 Minuten, Farbe
Regie: Olle Hellbom
mit: Staffan Götestam,
Lars Söderdahl, Allan Edwall,
Gun Wallgren
Stand by Me
Im Sommer des Jahres 1959 machen sich Gordie, Chris, Teddy und Vern, vier Jungen im Alter von 12 und 13 Jahren, auf die Suche nach der Leiche des vom Zug erfassten Ray Brower. Den Eisenbahngleisen entlang marschieren die vier in ihr bisher größtes Abenteuer. Schon kurz nach dem Aufbruch bemerken sie, dass sie den Proviant vergessen haben. Zwischen ihnen und dem nächsten Gemischtwarenladen liegt der Schrottplatz, der angeblich von einem scharfen Hund bewacht wird. Es wird gelost, wer den Proviant besorgen muss, und Gordie verliert. Auf dem Rückweg taucht der Wachhund auf, aber er stellt sich als harmlose Promenadenmischung heraus. Kurze Zeit später stoßen sie auf eine tiefe Schlucht, über die eine schmale Eisenbahnbrücke führt. Sollte ein Zug kommen, gäbe es keine Ausweichmöglichkeit. Die Alternative wäre ein kilometerlanger Umweg. Die vier entschließen sich für das Risiko. Mitten auf der Brücke hören sie das Pfeifen eines Zuges, und nur durch einen waghalsigen Sprung in die Tiefe können sie sich retten. Am nächsten Morgen sehen sie ihr Ziel, den Royal River. Sie verlassen den Schienenstrang und kämpfen sich durch den dichten Wald vor, wo sie in einem Gebüsch die Leiche entdecken. Das erwartete Triumphgefühl bleibt aus. Sie kehren ohne Ray Brower nach Hause zurück und erledigen die Sache mit einem anonymen Telefonanruf bei der Polizei. Auf ihrem langen Weg sind Gordie, Chris, Teddy und Vern ein wenig älter und ein wenig erwachsener geworden.
Vorlage des Films ist eine sensible, autobiografisch getönte Geschichte Stephen Kings. Auf die Elemente des Horrors hat er dabei gänzlich verzichtet. Und auch Regisseur Rob Reiner setzt nicht auf vordergründige Spannungseffekte, sondern auf eine lyrisch anmutende Grundstimmung, die er mit viel Einfühlungsvermögen, leisem Humor und durch das authentische Spiel der Hauptdarsteller bis zum Ende halten kann. Ein bemerkenswert unaufdringlicher, lebensnaher Film über Gefühle von Jugendlichen, über die Bedeutung von Freundschaften und über Wunschträume und Lebenserwartungen. So ist auch die Entdeckung der Leiche nicht schockierend, höchstens ernüchternd, ein Augenblick bodenloser Leere. Der tote Junge ist weder erschreckend noch geheimnisvoll, er ist einfach tot.
(nach Kino für Kinder)
USA 1986
87 Minuten, Farbe
Regie: Rob Reiner
mit: Will Wheaton, River Phoenix,
Corey Feldman, Jerry O’Connell,
Richard Dreyfuss,
Kiefer Sutherland
Der Sommer des Falken
In den Bergen Südtirols freundet sich Marie, die mit ihrem zahmen Falken am Fuße der Gamskogelwand lebt, mit dem Berliner Punker Rick an. Er ist mit seinem Vater in die Berge gekommen, um Drachenfliegen zu lernen. Immer wieder läuft den beiden Jugendlichen Herbert Sasse über den Weg, ein kauziger Taubenzüchter, der mit einem Funkpeilgerät hinter seiner preisgekrönten Zuchttaube her ist. Die Taube ist jedoch Maries Falken zum Opfer gefallen; die Taubenkralle mit dem winzigen Sender baumelt als Amulett an Maries Halskette. Mit Marek Czerny taucht ein zwielichtiger Kerl auf, dem ein Ölscheich 10.000 Dollar für das Ei eines Jungfalken aus freier Wildbahn geboten hat. Mit List bringt er Marie dazu, ihm einen Nistplatz zu zeigen. Er raubt die Eier und erschießt den Falken, der sein Nest verteidigen wollte. Marie und Rick, die Czernys Absicht durchschaut haben, sind dem Nesträuber bereits auf der Spur. In einem Kampf in schwindelerregender Höhe gelingt es den beiden, Czerny die Falkeneier abzunehmen und zu entkommen. Doch Czerny gibt nicht auf und verfolgt die beiden Jugendlichen. Wegen Sasses Peilgerät, das ihm in die Hände gefallen ist, können sie ihm nicht entkommen …
Slapsticks, atemberaubende Stunts, aktionsreiche Verfolgungsjagden, eindrucksvolle Naturaufnahmen und die gefühlvolle Beschreibung der ersten Liebe machen DER SOMMER DES FALKEN zu einem sympathischen, spannenden und modernen ‚Heimatfilm‘. Ganz beiläufig gelingt es Arend Agthe darüber hinaus, wichtige Themen anzuschneiden wie die Bedrohung der Natur oder Probleme mit dem Erwachsenwerden.
Deutschland 1988
104 Minuten, Farbe
Regie: Arend Agthe
mit: Andrea Lösch, Janos Crecelius,
Hermann Lause, Rolf Zacher
Das Schulgespenst
Carola Huflattich ist nicht unbedingt das, was man sich unter einem braven Mädchen vorstellt. Sie mag an der Schule nur den Sportunterricht und gerät wegen ihres Betragens immer wieder in Schwierigkeiten. Deshalb kommt es ihr ganz gelegen, dass ihr Kreidegespenst Buh lebendig wird und anbietet, für sie in die Schule zu gehen. Die beiden tauschen und anfänglich genießt Carola ihre Gespensterfreiheit. Aber Buh will nicht mehr zurücktauschen. Was nun? Zum Glück hat Carola ihren guten Freund Willi, mit dem sie Buh überlisten will.
„Voller Poesie und Witz; souverän wird die Alltagsrealität von Kindern phantasievoll gebrochen, ins Komödiantische und Ironische übersteigert. Viele Szenen sind auf Pointen hin geschrieben; der Film hat ein enormes Tempo.“ (Die Weltbühne)
DDR 1987
84 Minuten, Farbe
Regie: Rolf Losansky
mit: Nicole Lichtenheldt,
Ricardo Roth, Karin Düwel
Ronja Räubertochter
Ronja Rövardotter
In einer Gewitternacht wird auf der Mattisburg ein Kind geboren. Der Räuberhauptmann ist außer sich vor Freude über sein Töchterchen, die raubeinigen Räuber sind ob solchen Glücks einfach gerührt. Da fährt ein greller Blitz in die Burg und spaltet sie in zwei Teile. Jahre sind vergangen. Mattis und seine Frau Lovis halten die Zeit für gekommen, dass ihre Tochter Ronja die Welt draußen, den Mattiswald, kennenlernt. Das Mädchen macht sich neugierig und übermütig auf den Weg. Eines Tages trifft sie zu ihrem Erstaunen einen gleichaltrigen Jungen: Birk, den Sohn Borkas, des Rivalen von Mattis. Die Tatsache, dass die Borkaräuber unbemerkt in den Wald eingedrungen sind, lässt Mattis vor Wut schäumen. Die beiden Kinder aber wollen, ungeachtet der Feindschaft ihrer Väter, zusammenbleiben. Als Mattis den Sohn Borkas gefangen nimmt, muss Ronja sich entscheiden. Mit einem kühnen Sprung hinüber zu Borkas Burghälfte zeigt sie ihrem Vater, dass sie dieses Spiel nicht mitmacht. Mattis ist tief getroffen und verstößt sein geliebtes Kind. Ronja zieht mit Birk in die Bärenhöhle. In freier Natur verleben sie ihren schönsten Sommer. Trotzdem zieht es Ronja zurück zu Lovis und Mattis, und als der Räuberhauptmann sie bittet, auf die Mattisburg zurückzukehren, ist Ronja glücklich. Die beiden Räuberbanden schließen Frieden.
„Eine der schönsten Lindgren-Verfilmungen! Ein Zauberwald, wie man ihn noch nicht gesehen hat – und eine Eltern-Kinder-Geschichte aus Räuberkreisen, in denen sich alle wiederfinden können: die auf ewig verfeindeten Familien; die Bälger, die immer genau das tun, was sie nicht tun sollen; die jähzornigen Väter, dummstolz und dickschädelig, und die Äpfel, die nicht weit vom Stamm fallen. Sowohl ein pädagogisches Meisterstück vom Lernen durch Hineinfallen wie auch ein fabelhaftes Märchenabenteuer.“ (Münchner Abendzeitung)
Schweden, Norwegen 1984
126 Minuten, Farbe
Regie: Tage Danielsson
mit: Hanna Zetterberg,
Dan Håfström, Börje Ahlstedt,
Per Oscarsson, Lena Nyman
Kleine Revolte
Pequeña revancha
Eine Militärdiktatur irgendwo in Lateinamerika: Selbst in dem kleinen Dorf, in dem der 12-jährige Pedro mit seinen Eltern lebt, ist die politische Realität allgegenwärtig. Freunde und Verwandte verschwinden, Pedros Eltern hören heimlich Radio, und Pedro muss, zum Entsetzen seiner Eltern, im Auftrag der Regierung einen Schulaufsatz mit dem Thema „Was meine Familie am Abend macht“ schreiben. Als die Militärpatrouille Pedros Hund Rocky absichtlich tötet, beschließt der kleine Junge, gemeinsam mit seinen Freunden eine Widerstandsgruppe zu gründen und Rache zu nehmen: Der Strohpuppe, die traditionellerweise zu Ostern verbrannt wird, fehlt noch eine Hose, und Pedro stiehlt des Bürgermeisters Beinkleider. Zum Schluss erzählt Pedro seinen Eltern von dem Schulaufsatz, für den er gelobt worden ist. Der Aufsatz ist eine Mischung aus Lügen und Belanglosigkeiten, und die Eltern können aufatmen – Pedro beginnt erwachsen zu werden.
KLEINE REVOLTE räumt mit dem Vorurteil auf, dass Kinder von Politik nichts verstehen. Sie finden einen eigenen, mehr gefühlsmäßigen Zugang zu politischen Ereignissen. Die Kinder setzen sich mit den Geschehnissen und den Verantwortlichen auf ihre Weise auseinander. Aber trotz der Ernsthaftigkeit seines Themas ist KLEINE REVOLTE auch ein fröhlicher Film. Selbst in einer Zeit politischer Repression geben die Menschen die Hoffnung nicht auf. Der Film bezieht sich nicht auf Venezuela, sondern könnte sich überall zutragen, wo es Unterdrückung gibt. Gedreht wurde mit LaiendarstellerInnen, die lineare Erzählweise und die spürbare Identifikation der jugendlichen SchauspielerInnen mit der Geschichte machen den kraftvollen und geradlinigen Charakter von KLEINE REVOLTE aus.
Venezuela 1985
93 Minuten, Farbe
Regie: Olegario Barrera
mit: Carmencita Padrón,
Yoleigret Falcón, Elisa Escámez,
Carlos Sánchez
Kenny
Kenny (The Kid Brother)
Kenny Easterday ist ein fröhlicher, aufgeweckter Junge, der all die Dinge mag, die Buben in diesem Alter eben mögen. Vor allem hängt Kenny an seinem Skateboard – denn Kenny mussten kurz nach seiner Geburt beide Beine amputiert werden. Mit verblüffender Geschicklichkeit meistert er sein Schicksal, kann auf den Händen fast so schnell gehen wie andere auf ihren Beinen, flitzt mit dem Skateboard durch die Gegend und geht seiner Familie mit seinem vorlauten Mundwerk manchmal ganz schön auf die Nerven. Eines Tages kommt ein französisches TV-Team nach Pittsburgh, um einen Dokumentarfilm über Kenny zu drehen. Der Regisseur begnügt sich jedoch nicht damit, das „wirkliche“ Leben der Easterdays zu filmen, sondern lässt die Familie Situationen nachstellen, die fern ihres Alltags liegen. Und Kennys Schwester verliebt sich Hals über Kopf in den französischen Kameramann und lässt seinetwegen ihren Freund abblitzen. Sharon hatte schon kurz nach Kennys Geburt die Familie verlassen, weil sie sich nicht vorstellen konnte, mit einem verkrüppelten Bruder zusammenzuleben. Auch ihr derzeitiger Aufenthalt im Hause ist nicht von Dauer. Ihre Mutter macht ihr Vorwürfe wegen der Affäre mit dem Kameramann, und mit Kenny kommt Sharon immer noch nicht klar. Sie zieht wieder aus, doch diesmal fährt Kenny ihr per Anhalter hinterher. Erst als Sharon ihm gesteht, da· sie ihn gehasst hat, als er auf die Welt kam, weil sie sich so sehr einen gesunden Bruder gewünscht hatte, und sie sich jetzt dafür schuldig fühlt, finden beide einen Weg, einander zu verstehen und zu lieben.
Ein Höhepunkt des sozial engagierten Films. Die Geschichte eines 13-jährigen, der weniger mit seiner Behinderung als mit den Vorurteilen seiner Umwelt zu kämpfen hat. Ein dokumentarischer Spielfilm, der weder Mitleid noch Sentimentalität hervorruft, sondern Bewunderung und Lebensfreude.
USA, Kanada, Japan 1987
95 Minuten, Farbe
Regie: Claude Gagnon
mit: Kenny Easterday,
Caitlin Clarke, Liane Curtis,
Zack Grenier, Alain Saint-Alix
Juliana
Juliana lebt mit ihrer Mutter und ihrem Stiefvater in den Slums am Rande Limas. Die Mutter verdient auf dem Markt als Verkäuferin den Lebensunterhalt der Familie, doch der Stiefvater vertrinkt meist das Geld und wird dann gewalttätig. Einen Ausweg sieht Juliana darin, sich der Gruppe ihres Bruders Clavito anzuschließen, der mit anderen Jungen in den Bussen singt und so Geld verdienen kann. Aber in der Kinderbande finden Mädchen keinen Zutritt. Juliana verkleidet sich als Junge und wird in die Bande aufgenommen. Der Anführer ist ein älterer Mann, der seine „Schützlinge“ ausbeutet und sie zu Diebstählen verführt. Sein Assistent, der brutale Cobra, wird misstrauisch, als sich Juliana weigert, dabei mitzumachen. Er findet heraus, daß „Julian“, wie Juliana sich nennt, ein Mädchen ist und fordert sie und ihren Bruder zum Kampf heraus. Juliana, die nichts mehr zu verlieren hat, stellt sich der Herausforderung. Und fast alle Jungen der Bande schließen sich ihr an. In einem alten gestrandeten Schiff finden die Kinder einen neuen Unterschlupf. Dort versuchen sie, gemeinsam zu leben, alle Einkünfte aus ihren Musikdarbietungen in den Bussen werden in eine Gemeinschaftskasse eingezahlt, daraus bestreiten die Kinder ihren Lebensunterhalt.
Eine „Kinder-Sozialutopie“ …
Die DarstellerInnen sind, bis auf Julio Vega, der den Anführer verkörpert, Laien. Biographische Elemente aus dem Leben der Schauspieler wurden in den Film integriert, in diesem Sinne stellt JULIANA eine Mischung aus Dokumentation und Spielfilm dar, mit fließenden Übergängen: Selbst wenn die Kinder „spielen“, ist es doch immer ihre eigene Geschichte, eine Geschichte aus einer Welt, in der Gewalt und Armut herrschen, in der die Familie jegliche Verbindlichkeit verloren hat, in der Kinder von klein an Geld verdienen müssen und in der die Erwachsenen keine Kraft mehr haben, ihren eigenen Kindern Geborgenheit zu geben, weil sich ihre Energie im harten Existenzkampf verzehrt.
Peru, Deutschland 1988
90 Minuten, Farbe
Regie: Fernando Espinoza, Alejandro Legaspi
mit: Rosa Isabel Morfino,
Julio Vega, Maritza Gutti
Gummi Tarzan
Der achtjährige Ivan Olsen – von seinem Tarzan-versessenen Vater abwertend Gummi-Tarzan genannt – hat es nicht leicht in der Schule. Er ist klein, ein Träumer und daher ein leichtes Opfer, besonders für eine Gruppe von fünf starken Jungs, die es stets auf ihn abgesehen haben. Vater und Mutter hätten so gern einen tapferen Jungen, aber so ist Ivan nicht. Am wohlsten fühlt sich der Junge im benachbarten Containerhafen, zwischen all den Stahlkisten und den lauten Maschinen. Ivan freundet sich mit Kranführer Ole an – ein Mann, der dieselbe Wellenlänge wie der Junge hat und ihm schließlich den Anstoß für einen wichtigen Schritt ins Leben gibt. Die Folge: Ivan zahlt es seinen Peinigern auf eigene Weise heim.
Ein Film, der Hoffnung macht, der zeigt, dass jeder in etwas gut sein kann – man muss nur herausfinden, was es ist.
Dänemark 1981
98 Minuten, Farbe
Regie: Søren Kragh-Jacobsen
mit: Alex Svanbjerg,
Otto Brandenburg, Peter Schrøder, Susanne Heinrich
Goldregen
Guldregn
In der Nähe ihres Lieblingsspielplatzes finden Karen, Nanna, Jørn und Lasse eine Keksdose voll Geld – die Beute eines Postraubes. Sie nehmen die Dose an sich und wollen das Geld der Polizei übergeben, sobald eine Belohnung ausgesetzt wird. Leider kommt es nicht dazu, denn sie werden von den Posträubern ausgeforscht. Karen muss das Versteck der Beute verraten, kann sich aber den Aufenthaltsort des Verbrechers merken und ihre Freunde dorthin führen. In einem dramatischen Wettlauf mit den beiden Gaunern behalten die Kinder die Oberhand.
„Kinder sind wild auf spannende und aufregende Filme. Man muss nur die Titel der Filme lesen, die von Kindern in Videotheken ausgeborgt werden. Es ärgert mich, dass Thriller meistens mit Mord, Blut, Gewalt und schnellen Autos gleichgesetzt werden. Mit „Goldregen“ von Anders Bodelsen verfügte ich über einen Stoff, der das Verhältnis von Kindern zu Geld und kindliches Rechtsbewusstsein thematisierte, ohne auf die üblichen billigen Tricks zurückzugreifen. Ich wollte die Geschichte genauso professionell inszenieren wie einen guten Erwachsenenfilm. Und mein Ziel hätte ich erreicht, wenn die Erwachsenen vom Film ebenso gepackt werden wie die Kinder.“ (Søren Kragh-Jacobsen)
Dänemark 1988
94 Minuten, Farbe
Regie: Søren Kragh-Jacobsen
mit: Tania Frydenberg,
Nanna Bøndergaard,
Rici Rasmussen, Kan Vedsegaard
Flussfahrt mit Huhn
In seinem ersten Kinofilm erzählt der bekannteste deutsche Kinderfilm-Regisseur Arend Agthe die Geschichte von vier Kindern, die ihrem Großvater das Ruderboot stehlen und eine Expedition ans Meer unternehmen. Der Film zeigt, wie spannungsvoll und gefährlich, aber auch romantisch und schön eine Geschichte sein kann, die Kinder jenseits des überschaubaren Glücks auf eingezäunten Abenteuerspielplätzen erleben können.
Deutschland 1983
106 Minuten, Farbe
Regie: Arend Agthe
mit: Julia Martinek, David Hoppe, Fedor Hoppe, Uwe Müller
Danny, der Champion
Danny, Champion of the World
Ein 9-jähriger Junge, der allein mit seinem Vater in einer idyllischen englischen Landschaft lebt, meistert dank der Hilfe wohlgesonnener Erwachsener so manche Probleme. Als sein Plan gelingt, einem fiesen Gutsbesitzer die Familientreibjagd zu verderben, wird er zum „Champion“ der Wilderer.
Liebenswerter Kinderfilm mit sanfter Abenteuerlichkeit und vielen humorigen Szenen.
Großbritannien 1989
94 Minuten, Farbe
Regie: Gavin Millar
mit: Jeremy Irons, Samuel Irons, Robbie Coltrane
Buster, der Zauberer
Busters verden
Buster und seine Schwester Ingeborg haben es nicht leicht – sie stehen im „Abseits“. Buster ist ein schmächtiger Junge, der von seinen Mitschülern bei allem übergangen wird. Ingeborg trifft es noch viel schlimmer: wegen ihres kranken Beins wird sie ständig gehänselt. Statt die Beschützerrolle zu übernehmen, reißt Buster aus; aber er hat schon eine Idee, wie er Ingeborg rächen kann. Ihm fällt immer etwas ein!
Dänemark 1984
88 Minuten, Farbe
Regie: Billie August
mit: Mads Bugge Andersen,
Katarina Stenbeck, Peter Schrøder
Der Bär
L'ours
Die Mutter des Bärenbabys Youk kommt bei einem Erdrutsch ums Leben. Naiv zieht der kleine Bär alleine durch die Berge und begegnet vom Frosch bis zum Bienenschwarm so manchem Weggefährten, bis er mit dem großen Kodiakbären Kaar einen wahren Freund und Beschützer findet. Zwei Trapper stören jedoch die neue Freundschaft, nehmen Youk gefangen und trachten Kaar nach dem Leben. Doch Youk kann sich befreien, und beim Showdown Mensch gegen Tier siegen die Bären, die nun wieder zurück in die Natur kehren.
Frankreich 1988
95 Minuten, Farbe
Regie: Jean-Jacques Annaud
mit: Tchéky Karyo,
Jack Wallace, André Lacombe
Am großen Weg
Le grand chemin
Louis, ein 9jähriger Junge aus Paris, wird im Sommer 1959 von seiner Mutter zu einer Freundin in ein kleines bretonisches Dorf gebracht. Die Mutter, hochschwanger und von ihrem Mann verlassen, will ihr zweites Kind ruhig zur Welt bringen, bevor sie Louis die Wahrheit über seinen Vater mitteilen kann. Ihre Freundin Marcelle, die mit dem Dorfschreiner Pélo verheiratet ist, nehmen Louis gerne bei sich auf. Für Louis eröffnet sich in dem ruhigen Flecken ein für ihn unbekanntes Leben – eine kleine Welt, in der jeder jeden kennt, in der alles öffentlich ist. Und so bleibt dem Jungen auch nicht verborgen, dass Marcelle und Pélo alles andere als eine gute Ehe führen, dass Pélo sich sogar mit Gewalt zu nehmen versucht, was ihm Marcelle offensichtlich jahrelang verweigert hatte – und dass das alles einen tiefen Grund hat, das und Marcelles Frömmelei und Pélos Alkoholexzesse. Beide wetteifern um den Knaben, der sie an ihr eigenes, bei der Geburt verstorbenes Kind erinnert, das jetzt so alt wäre wie Louis, und für dessen Tod Marcelle Pélo verantwortlich macht.
Genauso wenig bleiben Louis die anderen „Geheimnisse“ des Dorfes verborgen – wie auch die „Geheimnisse des Lebens“, die ihm später zur Selbstverständlichkeit werden sollen: Liebe, Krankheit, Tod. In der ein Jahr älteren Martine erhält Louis eine kundige Führerin, die ihn in viele Geheimnisse einweiht. Dass sein Vater ihn und seine Mutter verlassen hat, darauf kommt er dann von selbst. Und dass er sich aus Enttäuschung darüber vom Kirchendach stürzen will, setzt nicht nur das ganze Dorf in helle Aufregung, sondern bringt auch Marcelle und Pélo wieder näher zueinander. Als ihn seine Mutter nach der Geburt seines Bruders wieder nach Paris holt, hat Louis einiges gelernt. Marcelle und Pélo wollen einen Neuanfang probieren . . .
Im Sommer 1985 war der Regisseur Jean-Loup Hubert aufs Land gezogen. Die Kindheitserinnerungen, die dieser Landaufenthalt heraufbeschwor, verarbeitete er zum Drehbuch und später zum Film AM GROSSEN WEG. Ort und Handlung sind weitgehend authentisch und beruhen auf wahren Begebenheiten. Damit hat Hubert einen jener Filme geschaffen, die eigene Kindheitserlebnisse aufarbeiten bzw. vermitteln.
Frankreich 1986
104 Minuten, Farbe
Regie: Jean-Loup Hubert
mit: Anémone,
Richard Bohringer, Antoine Hubert,
Vanessa Guedj, Christine Pascal
Das Taschenmesser
Het zakmes
Ausgerechnet am ersten Schultag teilt Tim seinem besten Freund Mees mit, dass er mit seiner Familie bald nach Flevoland ziehen wird. Beide wissen nicht, wo dieses Land liegt. Bestimmt sprechen die Menschen dort eine andere Sprache. Am letzten gemeinsamen Tag sitzen die beiden Erstklässler niedergeschlagen zusammen. Mees bewundert gerade Tims fantastisches rotes Taschenmesser, ein Abschiedsgeschenk vom Nachbarn, da nähert sich die strenge Lehrerin, die fanatischer auf Messer reagiert als alle Eltern zusammen. So lässt Mees es schnell in seiner Tasche verschwinden – und vergisst, es seinem Freund zurückzugeben! Tim ist abgereist, und Mees, der sich wie ein Dieb fühlt, kennt noch nicht einmal seine neue Adresse. Eins ist für Mees aber klar: er will und muss das Messer zurückgeben, also muss er Tim finden.
DAS TASCHENMESSER ist ein vergnüglicher und komödiantischer Film für das junge Publikum. Der Film macht Kindern Mut, nicht nur Lebenssituationen und Konventionen der Erwachsenen zu akzeptieren, sondern sich auch eigene Ziele zu setzen, beharrlich nach Lösungen zu suchen und trotz Misserfolgen nicht aufzugeben.
PUBLIKUMSPREIS, Internationales Kinderfilmfestival Wien 1992
Niederlande 1991
86 Minuten, Farbe
Regie: Ben Sombogaart
mit: Olivier Tuinier,
Genio de Groot,
Adelheid Roosen, Verno Romney
Schneewittchen und das Geheimnis der Zwerge
Der Zauberspiegel verrät es der bösen Königin: Schneewittchen lebt! Also hat der Schwarze Ritter das schöne Mädchen nicht getötet, wie die eifersüchtige Frau es ihm befohlen hatte. Die Königin verkleidet sich und macht sich auf den Weg zu den Sieben Zwergen. Hier wird sie Schneewittchen finden – und hier will sie es vergiften. Aber Schneewittchen hat viele Freunde, die es beschützen: Den Hofnarren zum Beispiel, der viel mehr als ein Spaßmacher ist, die Zwerge natürlich, die ein Geheimnis hüten, und – den rätselhaften Schwarzen Ritter. Der ist auch einer von den Zwergen, aber er hat die Ausführung seiner Mission nicht ganz so ernst genommen, wie es seine Kameraden von ihm verlangten. Zu gut gefiel er sich als stolzer, großgewachsener Ritter auf seinem schwarzen Hengst; die böse Königin hatte ihn schnell um den Finger gewickelt und für ihre bösen Pläne missbraucht.
Deutschland, Tschechien 1992
90 Minuten, Farbe
Regie: Ludvik Raza
mit: Natalie Minko,
Gudrun Landgrebe, Eberhard Feik
Der Shimantofluss
Shimanto-gawa
Der Junge Atsuyoshi wächst 1959 in einem entlegenen Dorf an den Ufern des Flusses Shimanto heran. Er fängt Aale, beobachtet die Boote beim nächtlichen Fischfang, läuft durch die Wälder und spielt mit seinen Klassenkameraden. Als sein Vater bei der Arbeit als Tagelöhner verletzt wird, reicht das Einkommen aus der kleinen Landwirtschaft nicht zur Ernährung der Familie. Um die Familie zu unterstützen, geht Atsuyoshis große Schwester schließlich in die Stadt. Als es der Familie endlich besser geht, bringt ein Naturereignis neues Unglück. Der Autor Sasayama Kyuzo wurde für seine autobiografische Erzählung mit Literaturpreisen ausgezeichnet. Er war Zeuge, wie das traditionelle Landleben verschwand.
Japan 1990
111 Minuten, Farbe
Regie: Hideo Onchi
mit: Teppei Yamada,
Kaori Takahashi
Meggies Geheimnis
The Challengers
Weil die Musikgruppe “The Challengers” nur Jungen aufnimmt, verkleidet sich die 12jährige Meggie als “Mac” und führt ein Doppelleben. Natürlich fliegt ihr Geheimnis auf, und sie und ihre Freunde müssen sich den Tatsachen stellen.
Schwungvoller, spannender und witziger Kinder- und Jugendfilm aus Kanada, Publikumshit beim Kinderfilmfestival Frankfurt 1991.
Kanada 1990
97 Minuten, Farbe
Regie: Eric Till
mit: Gwynyth Walsh,
Eric Christmas,
Gema Zamprogna,
Steven Andrade, Martin Smits
Die Honigkuckuckskinder
In einem abenteuerlichen Hotel, das einst ein Hafenspeicher war, leben nicht etwa reiche, verwöhnte Leute, sondern solche, die von Behörden dort untergebracht wurden. Lena und ihre Mutter beispielsweise hat das Sozialamt hier untergebracht. Ajoke und ihre Familie kommen aus Afrika und warten auf Anerkennung als Asylanten, genau wie Florin, ein rumänischer Junge. Während sich die Erwachsenen eher aus dem Weg gehen, freunden sich die Kinder bald miteinander an, erkunden den Betonkasten, in dem sie wohnen und die Umgebung – und machen dabei eine schaurige Entdeckung: Hotelbesitzer Schmuck läßt Asylbewerber und heimlich eingeschleuste Grenzgänger durch zwei zwielichtige Burschen ausrauben und bietet ihnen dann scheinheilig ein Dach über dem Kopf an. Natürlich in seinem Hotel. Und natürlich für eine Gegenleistung. Die mittellosen und eingeschüchterten Fremden müssen für ihn arbeiten – illegal, versteht sich. Die Kinder beschließen, diesem Treiben ein Ende zu setzen – und zwar mit einem entlarvenden Hausfest.
(Quelle: Kinderfilm online)
Deutschland 1992
90 Minuten, Farbe
Regie: Willy Brunner
mit: Tina Sauermann,
Sashane Peyton,
Anthony Alderman
Die goldene Robbe
The Golden Seal
Der kleine Eric, der mit seinen Eltern auf einer kleinen Insel in den Aleuten wohnt, findet eines Tages die goldene Robbe, jenes Tier, von dem die Ureinwohner erzählen, dass es für immer bleiben wird, wenn die Menschen in Frieden und Harmonie mit der Natur leben. Zwischen dem einsamen Jungen und dem sagenumwobenen Tier entwickelt sich eine tiefe Freundschaft, die jedoch von der Habgier der Erwachsenen bedroht ist, die auf das goldene Fell der Robbe aus sind. Eric riskiert sein Leben für die Robbe.
USA 1993
95 Minuten, Farbe
Regie: Frank Zuniga
mit: Torquil Campbell,
Steve Railsback, Penelope Milford
Ein Elefant im Krankenhaus
Im Berliner Tierpark wird ein Elefantenbaby geboren. In einem Preisausschreiben soll ein Name für das Baby gefunden werden. Die kleine Tilly macht mit und gibt ihren eigenen Namen an. Prompt gewinnt sie – eine Jahresfreikarte für den Zoo, und außerdem soll sie das Baby taufen. Zwei Wochen vor der Taufe stürzt sie jedoch so unglücklich, dass sie für längere Zeit ins Krankenhaus muss. Tilly ist todunglücklich, aber ihr Bruder Robert weiß Rat: Wenn Tilly nicht in den Zoo gehen kann, dann muss der Elefant eben ins Krankenhaus.
Deutschland 1991
92 Minuten, Farbe
Regie: Karola Hattop
mit: Andrej Jautze, Anna Marr,
Andrea Solter, Hermann Beyer
Die Distel
Die elfjährige Trudi lebt seit dem Tod ihrer Eltern bei ihrer Tante Julia in einem alten Mietshaus. Trudi ist anders als die meisten Mädchen ihres Alters: Mit ernsten Augen betrachtet sie ihre Umwelt, beobachtet und notiert alles, was bemerkenswert scheint. Aus ihren Aufzeichnungen entwickelt sie Theorien und stellt Zusammenhänge her, wie ihr großes Vorbild, der Meisterdetektiv Sherlock Holmes.
Aus dem Spiel ihrer Fantasie wird Ernst, als das türkische Imbisslokal im Erdgeschoss des Mietshauses von Unbekannten demoliert wird. Trudi hat ihren ersten großen Fall und nimmt mit ihrem Schulfreund Tom die Ermittlungen auf.
Trudi hat bald den schmierigen Hausverwalter Schnickmann in Verdacht. Tom liefert als Computerfreak wichtige Daten. Aber erst Rollo, ein zehnjähriger Ausreißer mit einschlägigen Unterwelterfahrungen, gibt der „Distel“ – so nennen sich die drei Kinderdetektive – den heißen Tipp: Hinter dem Anschlag steckt eine brutale Schutzgeldbande und da wird es für die Kinder ziemlich gefährlich. Die Polizei tappt immer noch im Dunkeln und so sind es schließlich die Kinder, die den Tätern auf die Spur kommen. Sie überlisten die Erwachsenen mit ihren eigenen Waffen.
Deutschland 1992
85 Minuten, Farbe
Regie: Gernot Krää
mit: Leni Tanzer,
David Cesmeci, Fabian Kübler,
Katja Riemann, Eberhard Feik
Unter guten Leuten
Goda Människor
Der sechsjährige Viggo zieht mit seinem Vater in einen kleinen Ort in Österlen. Niemand weiß so genau, wo die beiden herkommen und was für eine Geschichte sie haben. Viggos Vater betreibt eine Tankstelle im Ort und hat mäßigen Kontakt zu den Dorfbewohnern. Viggo hat Schwierigkeiten, sich in seiner neuen Umgebung zurechtzufinden und möchte am liebsten nicht erwachsen werden. Eines Tages findet er einen verletzten Steinfalken und kümmert sich heimlich um ihn. Nur ein etwas älterer Freund weiß von Viggos Geheimnis und zeigt ihm, wie er den kranken Vogel pflegen muss. Durch die Beschäftigung mit dem Falken entwächst Viggo unmerklich den Kinderschuhen.
Schweden 1990
100 Minuten, Farbe
Regie: Stefan Jarl, Henrik Georgsson
mit: Ernst Günther,
Peter Hesse-Overgaard,
Karin Nordström, Viggo Lundberg
Tango Argentino
Der 10-jährige Nikola lebt mit seinen Eltern zusammen, die unfähig sind, ein „normales“ Leben zu führen. Sein Vater, ein erfolgloser Musiklehrer, spielt auf Hochzeiten, um über die Runden zu kommen. Seine Mutter, die nie gearbeitet hat, beschließt, sich älterer Menschen anzunehmen, die allein leben. Nikolas Eltern streiten sich ununterbrochen und kümmern sich kaum um den Jungen. Als seine Mutter die Last zu viel wird, überträgt sie Nikola ein paar ihrer „Fälle“. Er nimmt seine Aufgabe mit Freude und Ernst wahr und wird den älteren Menschen ein Freund. Doch mit der Zeit sterben seine „Klienten“ bis auf Julio Popovic, der einst ein berühmter Sänger argentinischer Tangos war.
Jugoslawien 1992
93 Minuten, Farbe
Regie: Goran Paskaljevic
mit: Mija Aleksic, Miki Manolovic,
Nikola Zarkovic, Pamela Perari
Die Sprache der Vögel
Der fünfjährige Thomas kann und will es nicht fassen, dass sein Opa plötzlich gestorben ist. Mit den Erklärungen der Erwachsenen, die zu sehr mit sich selbst beschäftigt sind, um Verständnis für seine kindliche Trauer aufzubringen, kann er wenig anfangen. Der Opa wollte doch mit ihm in den Süden fahren, jetzt kommen Männer in einem großen schwarzen Wagen und holen ihn ab.
Allein und auf seine Art versucht er, mit der Situation fertig zu werden. Die Erinnerungen an seinen Großvater – im Film geschickt in Rückblenden erzählt – helfen ihm dabei. Opa hatte immer Geduld, er nahm Thomas ernst, konnte wunderbare Geschichten erzählen – „Erzähl weiter, Opa!“ zieht sich als Leitmotiv durch den Film – und hat mit ihm eine phantastische Vogelzwitscher-Sprechmaschine gebaut, um eines Tages die Sprache der Vögel zu verstehen. In seinem nächsten Leben wollte Opa ein Vogel sein. Und jetzt soll er als Asche in einem Gefäß sein, das die Erwachsenen „Urne“ nennen. Da muss doch etwas dagegen unternommen werden!
Deutschland 1991
59 Minuten, Farbe
Regie: Fred Noczynski
mit: René Kretschmann,
Kurt Böwe, Ursula Karusseit,
Katharina Tomaschewsky,
Doris Thalmer
Die Schrubber Gang
Tirelire Combines & Cie
„Millionär mit 14“ – diese Schlagzeile zischt durch Bens Gehirn und läßt ihn nicht mehr los. Zusammen mit zwei Freunden gründet er die Putzfirma „PutzBlitz“. Die Kunden lassen auch nicht lange auf sich warten und das erste Geld fließt in die gemeinsame Kasse. Doch aus Verzweiflung über die schlechte finanzielle Situation seines Vaters stiehlt Ben Geld aus der gemeinsamen Kasse.
Kanada 1992
90 Minuten, Farbe
Regie: Jean Beaudry
mit: Vincent Bolduc,
Pierre-Luc Brillant,
Delphine Piperni,
Alexandra Laverdière
Rabi
Der neunjährige Rabi lebt mit seiner Familie in einem kleinen Dorf auf dem Mossi-Plateau. Der Vater ist Schmied, die Mutter töpfert Vasen, und Rabis Schwester Laalé und er müssen den Eltern helfen, damit der Lebensunterhalt der Familie bestritten werden kann. Rabis Großvater möchte trotz seines Rheumaleidens seinen Lebensabend in seiner eigenen Hütte verbringen, und Rabi fällt die Aufgabe zu, sich um den alten Mann zu kümmern. Am Anfang fällt ihm das schwer, denn der Großvater ist mürrisch und launenhaft, doch im Laufe der Zeit wächst sein Respekt und sein Verständnis für den alten Mann, der wunderbare Geschichten erzählen kann, wenn ihm seine Krankheit einmal ein bisschen Ruhe gönnt. Als der Vater eine Schildkröte mit nach Hause bringt, freundet sich Rabi mit ihr an, und sie wird zu seiner liebsten Spielgefährtin, bis sie der Vater eines Tages wieder freilässt. In seiner Verzweiflung flüchtet sich Rabi zum Großvater, der der einzige ist, der ihm in dieser Situation helfen kann, seinen eigenen Weg zu finden.
Burkina Faso 1992
72 Minuten, Farbe
Regie: Gaston Kaboré
mit: Yacouba Kaboré,
Tinfissi Yerbanga, Colette Kaboré,
Joseph Nikiema, Vincent Zoundi
Der Lehrling des Meisterdiebs
Stortjuvens pojke
Schweden zu Beginn des 19. Jahrhunderts: Die zwölfjährige Jossi (Josefina) und ihre etwas ältere Schwester leben mit ihrer Mutter in armen Verhältnissen. Als die Mutter eines Tages Jossis Schwester verprügelt, weil sie sich heimlich mit einem Freund trifft, geht Jossi dazwischen und verletzt ihre Mutter. Erschrocken läuft sie weg. Sie versucht sich als Bettlerin durchzuschlagen, scheitert dabei aber kläglich. Jossi verkleidet sich als Junge und nennt sich nun Jonas.
Lasse, ein überall gesuchter Dieb, kann einen Gehilfen wie Jonas brauchen, mit schmalen Händen, die jede Tür öffnen können. Beide werden Komplizen. Von Jonas‘ wahrer Identität ahnt Lasse nichts.
Durch einen Verrat wird Lasse verhaftet; Jonas aber kann er im letzten Moment zur Flucht verhelfen. Wieder allein, gerät das Mädchen an einen Pelzhändler, der Jonas als Diener mitnimmt. Bald taucht Lasse wieder auf, als Frau verkleidet, um den Pelzhändler auszurauben. Widerwillig wird Jonas erneut Lasses Komplizin. Nach ihrer Flucht kommt es zum Streit, bei dem sie ihr Geheimnis enthüllt. Lasse trennt sich von Jossi, gibt ihr noch etwas Geld, Proviant und ein Kleid. Wütend wirft Jossi das Kleid in den Fluss, fischt es später aber wieder heraus und zieht es an. Jossi ist nun ein Mädchen, das ihr Schicksal selbst in die Hand nimmt.
Schweden 1992
75 Minuten, Farbe
Regie: Henry Meyer
mit: Sara Möller,
Carlo Schmidt, Mon Andersson,
Lena-Pia Bernhardsson
Der große Wagen
Karlsvognen
Der vierzahnjährige Mattias und seine Schwester Linda ziehen mit ihrer Mutter von Dänemark nach Schweden um, wo sie von ihrer verstorbenen Tante Karla ein altes Haus geerbt haben. Die Mutter der Kinder möchte das Haus renovieren und hier ein neues Leben beginnen. Der Umzug bringt für Mattias und Linda Schwierigkeiten in der Schule mit sich, wo sich Mattias mit dem tonangebenden Svempa überwirft, der umso mehr Probleme bereitet, je mehr sich Svempas Freundin Bittan dem Neuankömmling zuwendet. Doch das neue Leben eröffnet auch viel Schönes, zum Beispiel die Bekanntschaft mit dem Nachbarjungen Tobbe, der wunderbar Orgel spielt, und die Tatsache, dass sich die leicht gehbehinderte Linda endlich einen lang gehegten Traum erfüllen und reiten lernen kann. Nach einer Weile geschehen jedoch mysteriöse Dinge rund um das Haus. Ein nächtlicher Besucher taucht mehrmals auf, der wüste Zerstörungen in dem neuen Heim anrichtet. Mattias und Linda sind jedoch fest entschlossen, dem Täter auf die Spur zu kommen und können schließlich den Spuk im Haus aufklären.
PREIS DER KINDERJURY (9 bis 13 Jahre),
Internationales Kinderfilmfestival Wien 1993
Dänemark, Schweden 1992
90 Minuten, Farbe
Regie: Birger Larsen
mit: Morten Schaffaltziky,
Karen Hansen, Sam Gylling,
Anders Jönsson
Der Floh
O Psylos
„Floh“ ist der Titel einer handgeschriebenen kleinen Zeitung, die von einem 12-jährigen Jungen, Ilias, in einem abgelegenen Dorf in der Berglandschaft von Olympia geschrieben, verlegt und publiziert wird. „Floh“ ist aber auch Ilias selbst, denn er wird vollkommen mit seiner Zeitung identifiziert. Niemand nennt ihn bei seinem richtigen Namen.
„Der Floh ist so etwas ähnliches wie ein Traum“, schreibt Ilias in seiner Zeitung, „das sind die Reisen, die ich machen möchte, ich möchte so gerne die Grenzen meines kleinen Dorfes überschreiten. Der Floh, das sind die Flügel, die mir helfen, weit weg zu fliegen.“
Griechenland 1990
108 Minuten, Farbe
Regie: Dimitris Spyrou
mit: Pantelis Trivizas,
Vassilis Kolovos,
Dimitra Hatoupi, Amalia Giza
Bis morgen, Mario
Até amanhã, Mário
Wenn Mario aufsteht, ist es noch dunkel. Er ist acht Jahre alt und versucht, sich und seine zwei kleinen Schwestern durch Jobs im Touristenparadies von Madeira durchzubringen – sein Vater ist gestorben und seine Mutter liegt im Krankenhaus, wo sie auf eine schwere Operation wartet. Mario träumt davon, ein Walfänger zu werden, wenn er groß ist. Obwohl niemand mehr Wale fängt, wie ihm der Fischer Carlos erzählt, der ihn mit nach Funchal nimmt. Mario und seine Freunde teilen die Stadt und die Touristen unter sich auf. In ihrer kleinen Bande ist ihnen alles recht, um zu Geld zu kommen: Blumen verkaufen, stehlen, betteln, den feinen Herrschaften alle nur erdenklichen Dienste erweisen, im Hafen nach Münzen tauchen, die die Touristen ins Wasser geworfen haben. Mario ist der jüngste unter ihnen allen, aber seine Art zu leben macht ihn älter gegenüber den Erwachsenen um ihn herum, die fast kindisch im Vergleich zu ihm erscheinen. An diesem Tag, an dem wir Mario begleiten, hat er Glück: Er kann sogar ein Geschenk für seine Mutter kaufen, die am nächsten Tag operiert wird.
Portugal 1993
76 Minuten, Farbe
Regie: Solveig Nordlund
mit: João Silva,
Paulo César Barros,
José Cándido Abreu, Hélder Abreu
Anna Anna
Die achtjährige Anna lebt mit ihrer Mutter allein in einer großen Stadt. Sie hat Probleme in der Schule, weil sie öfter träumt und lieber zu Hause mit ihrer Puppenfamilie Gygax spielt, mit der sie sich vor der Wirklichkeit in ihre kleine Phantasiewelt zurückzieht. Weil Anna ihr Schulbuch braucht, um der Familie Gygax ein Haus zu bauen, vergisst sie es öfter in die Schule mitzunehmen. Deshalb will sie das Buch heimlich im Lehrerzimmer kopieren. Copy ist aber eine ganz besondere Art von Kopierer: er kann sprechen und versteht Annas Probleme. Flugs werden aus dem Buch zwei gemacht. Als Anna sich bei einem abermaligen Kopierversuch vor dem Hausmeister versteckt, wird sie versehentlich verdoppelt. Von nun an gibt es zwei Annas, die – ohne dass es die Mutter merken würde – abwechselnd zur Schule gehen und frei haben. Nach anfänglichen Problemen lernt Anna durch die Konfrontation mit ihrem Spiegelbild, mit der Wirklichkeit umzugehen, den ursprünglich abgelehnten Freund der Mutter zu akzeptieren und die Familie Gygax in die Freiheit nach Australien zu entlassen.
PREIS DER KINDERJURY (7 bis 8 Jahre),
Internationales Kinderfilmfestival Wien 1993
Schweiz, Deutschland, Luxemburg 1992
76 Minuten, Farbe
Regie: Greti Kläy, Jürgen Brauer
mit: Lea Hürlimann,
Wanda Hürlimann, Ilona Schulz,
Steve Karier
Wir trafen uns im Zoo
Potkal jsem ho v zoo
Ivos trifft einen blinden Buben im Zoo. Er nennt ihn Blindschleiche. Ivos führt Blindschleiche durch den Tiergarten und sogar in manche Gehege, damit er die Tiere berühren kann. Am nächsten Tag holt Ivos ihn von der Musikschule ab, und sie verbringen einen Tag am See. Die beiden werden dicke Freunde.
Eines Tages ist Ivos krank. Er erwartet den Besuch von Blindschleiche. Gerade diesen Tag hat eine Einbrecherbande gewählt, um die Nachbarswohnung auszuräumen. Wie sollen sich die Freunde wehren, wie die Polizei verständigen? In der Wohnung gibt es kein Telefon. Die Situation spitzt sich zu.
Tschechien 1994
82 Minuten, Farbe
Regie: Drahomirá Králová
mit: Petr Franc, Lukás Janota,
Lucie Céchová, Ondrej Kapusta
Meine Kindheit
Zikkimin Kökü
Muzo, ein junger Türke, erinnert sich anlässlich der Hochzeit seiner Jugendfreundin an seine Kindheit:
Seine Familie ist sehr arm. Muzos großer Traum sind Luftballons und richtige Schuhe, nicht die Holzpantoffel, die sein Vater für ihn fertigt. So arbeitet er neben der Schule, verkauft Maiskolben, macht Besorgungen für die Nachbarn, hilft im örtlichen Kino. Schließlich kann er sich rote Gummistiefel kaufen.
Als er sich eines Tages in der Bibliothek aufwärmen will, entdeckt er dort die Welt der Bücher. Nun hat er ein neues Ziel: Er will Lehrer werden.
Türkei 1993
81 Minuten, Farbe
Regie: Memduh Ühn
mit: Emre Akyildiz,
Menderes Samancilar,
Günay Girik
Matilda Bell
No worries
Matilda Bell ist ein aufgewecktes 11-jähriges Mädchen, das mit seinen Eltern auf einer Farm in Australien lebt. Die Familie betreibt, wie viele andere Familien dort, Schafzucht. Matilda ist rundherum glücklich mit dem rauen Landleben und hilft gern bei den Arbeiten auf dem Hof mit. Doch das Glück ist leider nicht ungetrübt. Nach einem verheerenden Sandsturm ist die Farm verwüstet. Die Familie muss, wie viele andere zuvor, aufgeben und in die Stadt ziehen. Für Matilda bricht eine Welt zusammen, sie hört auf zu sprechen.
Australien, Großbritannien 1993
92 Minuten, Farbe
Regie: David Elfick
mit: Amy Terelinck,
Geoff Morell, Susan Lyons,
Geraldine James, David Kaff
Krähen
Wrony
„Die Krähe“ ist ein 9-jähriges Mädchen. Sie hat keinen Vater, und ihre Mutter ist viel beschäftigt. Bei ihren Klassenkameraden und den Lehrern ist sie nicht beliebt. So läuft sie weg. Sie schlendert durch die Straßen. Die Leute beachten sie nicht. Einen Hund versucht sie mit Keksen zu locken, aber er läuft davon als sie einschläft. Da trifft sie ein 3-jähriges Mädchen, das ihr gleich die Hände entgegenstreckt, und sie beschließt am nächsten Tag, die Kleine zu entführen. Gemeinsam ziehen die beiden los. Bis ans Ende der Welt soll die Reise gehen. „Krähe“ ist fasziniert davon, das kleine Mädchen beschützen zu können und zeigen zu dürfen, dass sie es gerne hat.
Polen 1994
66 Minuten, Farbe
Regie: Dorota Kedzierzawska
mit: Karolina Ostrozna,
Kasia Szczepanik, Anna Prucnal, Malgorzata Hajewska

