Steiermark
19. – 28. November 2022
19. – 28. November 2022
Graz | Liezen | Kapfenberg | Eibiswald | Hartberg

So sah die Kinderjury die Filme

 

BUSTER
Siegerfilm – Kinderjury – Jurybegründung

 

Der Preis der Kinderjury des Internationalen Kinderfilmfestivals 2022 geht an den Film Buster.

Der Film ist sehr abwechslungsreich und witzig. Obwohl die Geschichte des Films nicht wirklich außergewöhnlich war, hat er uns durch seine nette Erzählweise überzeugt. Da Mobbing ein sehr wichtiges Thema ist, fanden wir es gut, dass es in diesem Film beschrieben wurde, ohne es zur Hauptrolle zu machen.
Obwohl Buster den ganzen Film über von Jan Olaf gemobbt und gehänselt wurde, hat er sich nicht darum gekümmert oder es sich zu Herzen genommen. Buster ist ein ziemlich starker Junge, der kaum Freund*innen hat und trotzdem den ganzen Film lang ziemlich positiv rüberkommt.

 

JACKIE UND OOPJEN

 

Jackie ist ein ziemlich cooles selbstständiges Mädchen, welches uns von Beginn an alle in den Bann gezogen hat. Sie kümmert sich zuhause um den Haushalt, schaut dass ihr kleine Schwester rechtzeitig in die Schule kommt und bringt, wenn es mal sein muss, auch schnell ihrer Mama Blumen ins Reichsmuseum in Amsterdam. Plötzlich taucht Oopjen auf und stellt Jackies Leben auf den Kopf. Die Idee, dass Oopjen auf einmal keine Lust mehr hat in ihrem Bild zu leben und mal wieder was erleben möchte fanden wir alle als ziemlich gut.
Obwohl das Drehbuch jetzt nicht wirkliche Überraschungen hatte war die Geschichte extrem gut und lustig erzählt und hatte alles was ein guter Kinderfilm braucht. Eine coole Hauptfigur oder besser gesagt, eigentlich zwei coole Hauptfiguren. Ulkige, blöde Bösewichte die meistens einfach nur zum Lachen waren und genügend aufregende Momente um dabei zu bleiben.
Die Kamera fanden wir alle total gut. Besonders super fanden wir die Szene am Ende des Films als Oopjen gerettet wird und wir durch den Split Screen sowohl das Gesicht von Jackie sehen und all ihre Emotionen und gleichzeitig Oopjen und ihre Schwester. Diese Doppelung zeigt ziemlich gut wie hin und her gerissen die zwei sind und wie traurig Jackie ist, dass sie Oopjen bald wieder hergeben muss.
Alles in allem ein ziemlich lustiger und actionreicher Film den wir allen Kindern nur empfehlen können.

 

MEINE WUNDERBAR SELTSAME WOCHE MIT TESS

 

Gleich zu Beginn des Film zeigt uns die Kamera wie klein wir Menschen eigentlich sind und auch wie einsam wir sein können. Sam ist mit seinen Eltern und seinem großen Bruder auf einer Insel auf Urlaub. Nachdem sich sein Bruder gleich zu Beginn des Aufenthalts verletzt und mit seinem Vater ans Festland ins Krankenhaus muss, beginnt für Sam der wahrscheinlich aufregendste Urlaub seines Lebens. Sam beobachtet Tess über den Zaun dabei, wie sie versucht mittels YouTube Videos Salsa zu lernen – bald bemerkt sie ihn und bittet ihn es mit ihr gemeinsam zu lernen.
Das ist der Beginn der Freundschaft. Sam, der eigentlich mit seinem Einsamkeitstraining beginnen weitermachen möchte kommt immer mehr in eine blöde Situation. Wenn Sam auf seine, täglich längeren, Einsamkeitstrainings geht unterscheidet sich die Kamera immer vom Rest des Films. Sie zeigt Leere und Weite. Einsamkeit und wie klein wir Menschen sind. Die Kamera entfernt sich in diesen Szenen immer mehr von Sam und verdeutlicht gut, was er versucht zu erarbeiten. Durch die Drohnenflüge wirkt das ganze echt total super.
Eine weitere Besonderheit ist die Musik. Immer wenn bei Tess etwas passiert, wenn sie etwas lernt oder wichtige Szenen mit ihr sind, hört man Salsa Musik – zu Beginn bemerkt man das gar nicht so, aber durch die Wiederholungen versteht man dann im Laufe des Films, was der Grund dafür ist.
Tess, die mit ihrer alleinerziehenden Mama, das ganze Jahr auf der Insel lebt, vermietet heimlich das Ferienhaus an ein Pärchen und bereitet alles akribisch vor. Sam hilft ihr dabei. Als das Urlaubspärchen ankommt beginnt Tess sich seltsam zu benehmen im Laufe des Films erfährt man dass der Mann ihr leiblicher Vater ist der selbst nichts davon weiß eine Tochter zu haben. Tess versucht mit verschiedenen Aktionen und Erlebnissen ihn von sich selbst zu überzeugen. Für uns war gleich von Beginn an klar dass der Mann ihr Vater sein muss, weil sie sich so seltsam verhalten hat.
Nach vielen Abenteuern, Familienbesprechungen und Streits endet der Film wunderschön mit einem großen Fest im Ferienhaus und alle haben sich gerne. Sam, der auf seinen Einsamkeitsausflügen einmal fast stirbt, lernt einen alten Mann kennen, der ihm zeigt wie schön Gemeinsamkeit und geteilte Erlebnisse sein können und dass es viel wichtiger ist, den Moment zu leben, als sich für die eventuelle Einsamkeit in der Zukunft vorzubereiten.
Mit dieser Botschaft endet der Film und das findet wir ganz wunderbar.

 

FERIEN MIT SILVESTER

 

Die Geschichte des Films hat uns allen sehr gut gefallen, es ist eigentlich eine ganz kleine, gar nicht so besondere Geschichte, aber sie ist so lieb und schön erzählt, dass wir alle viel Spaß beim Schauen des Films hatten. Der Film ist ja schon über 30 Jahre alt, das hat man aber überhaupt nicht so arg gemerkt oder hat halt nicht gestört. Was schön war zu sehen, war dass der Film noch analog gedreht wurde und man das auch auf der Kinoleinwand bemerkt hat. Zu Beginn ist so ein alter Film ein wenig ungewohnt aber bald fällt es einem gar nicht mehr auf. Lustig fanden wir wie mit Fantasie umgegangen wurde, vor allem als Struppi plötzlich zu Leben erwacht ist. War Struppi immer schon da, haben sie ihn hergezaubert,
war es ein Zufall? Man weiß es nicht genau und das macht es so besonders.
Der Unterschied der damaligen Zeit und jetzt liegt am meisten in der Art wie die Kinder sich verhalten haben. Heute hätten sie bestimmt ein Handy und wir wissen nicht genau ob Kinder noch so viel alleine erkunden dürfen, wie die zwei es durften. Die Abenteuer finden wir alle ziemlich cool und hoffen, dass auch heute noch viele Kinder solche Abenteuer bei ihren Großeltern erleben dürfen.

 

H STEHT FÜR HAPPINESS

 

H wie Happiness ist ein sehr gut gelungener Film, der durch die wichtigen Themen die er anspricht hervorsticht. Trotzdem finden wir, dass er eher ein Film für Teenager und Erwachsene ist als für Kinder ab 9 Jahren. Man sieht dem Film an, dass sich das Filmteam sehr viel Mühe gemacht hat. Alles ist durchdacht, nichts dem Zufall überlassen. Jedes einzelne Bild ist perfekt überlegt und eingerichtet. Die Farben spielen in dem Film eine wichtige Rolle und machen ihn echt ziemlich einzigartig. Die Bildsprache des Films steht in einem ziemlichen Widerspruch zur Geschichte. Die Geschichte ist eigentlich ziemlich traurig und behandelt viel wichtige Themen.
Sowohl Candice als auch Douglas sind eher Außenseiter und werden von den anderen Kindern in der Schule gemobbt. Beide lassen sich davon aber nicht wirklich unterkriegen und sind positiv. Um am Tag der offenen Türe etwas zu präsentieren, müssen die Kinder zu jedem Buchstaben des Alphabets eine Geschichte erzählen. Den ganzen Film über sind Buchstaben immer wieder Thema und geben so ein wenig den Lauf der Geschichte vor.
Wir erfahren auch etwas über das Leben von Candice. Ihre Familie ist zerstritten und noch immer in Trauer. Vor 4 Jahren starb Candice kleine Schwester an einem plötzlichen Kindstod – seitdem ist ihre Mutter fast nur noch traurig im Schlafzimmer und hat all ihre Lebensfreude verloren. Candice ist meist positiv gestimmt und versucht immer Lösungen zu finden. Diese Charaktereigenschaft finden wir echt gut an ihr – und am Ende des Film zahlt es sich dann auch aus und sie wird mit viel Freude, Freundschaft und einer glücklichen Familie belohnt!